Mir lag auf der Zunge zu sagen "naja, wer hat schon mal einen übergewichtigen Greyhound gesehen" .....
aber es gibt sie!!!
Oh Gooott, entsetzlich, es gibt fette Greyhounds ![]()
Mir lag auf der Zunge zu sagen "naja, wer hat schon mal einen übergewichtigen Greyhound gesehen" .....
aber es gibt sie!!!
Oh Gooott, entsetzlich, es gibt fette Greyhounds ![]()
@all: Patrick geht durchaus auf verschiedene Rassen ein, es gibt auch welche, die zwar röntgenologisch HD haben, aber es wegen der genetischen Muskulatur nie Manifest wird. Und da die wenigsten Greyhounds haben, müssen sie halt doch damit rechnen, dass ihr Hund genetisch oder umweltbedingt Schäden erleiden könnte.
Das Programm muss niemand machen, es steht aber Interessenten theoretisch offen. Praktisch ist Patrick auf Monate ausgebucht.
Ich kenne halt Patrick persönlich und wir hatten und haben auch viel Austausch.
Er ist wirklich ein sehr sehr erfahrener Orthopäde, dem auch viele Tierärzte nicht folgen können, da sein Niveau zu hoch ist.
Kennengelernt hab ich ihn nicht über sein Programm, sondern über die Probleme mit meinem alten Hund.
Der lief soweit mit seinen neuen Hüften takko und dann plötzlich war er vorne lahm. Chiro, diverse Tä, Klinik, Röntgen, pipapo ohne Befund.
Hab ihn dann kontaktiert und und nach ausführlicher Anamnese samt Anzug mit Sensoren war klar: Schultertiefstand ( vermutlich in ein Loch getreten) und Sehnenansatz seitlich der Pfote ( ähnlich Fesselträger Pferd). Schultertiefstand wurde schnell orthopädisch behoben, das 2. Braucht 6-9 Monate Ausheilzeit.
Stimmte, danach hat er vorne nie wieder gelahmt.
Ich kenne in der Schweiz fast alle namhaften Chiros und Osteos, ihm kann keiner das Wasser reichen, ich habe mit ihm so viel erlebt, er sieht Sachen und Zusammenhänge, das ist unglaublich.
Ich will hier nicht Werbung für ihn machen, das hat er nicht nötig, er nimmt auch kaum noch Kunden an. Aber für mich ist er einer der weltbesten Tierärzte und dass er so viel Forschung betreibt und innovatives auf die Beine stellt, ist einfach auch eine Riesenchance für viele
Ich finde so ein Programm sicherlich nicht schlecht. Es könnte als Fortbildungspunkt für Hundeberufler dienen, als Bildungspunkt für Hundebesitzer usw. Und eine Forschung und Erfahrungssammlung auf dem Gebiet ist nie verkehrt.
Wie gesagt, dass es eine Veranlagung gibt und diese in der Regel die Grundlage ist bestreitet der Mann meines Wissens nach gar nicht. Er führt aber an, dass beispielsweise ein Processus coronideus auch frakturieren (beispielsweise bei einem Unfall) kann. Auch OCD führt er als multifaktoriell auf.
Es wird auch nicht jede Erkrankung nur rein genetisch sein, wäre es so, könnte man sich ja auch sparen bei der Ernährung von Welpen und Junghunden beispielsweise aufs Ca:Ph Verhältnis acht zu geben. Wäre dann ja alles egal.
Ein wenig offen für neue Gedanken darf man schon sein, was Allergien angeht rückt ja auch das Mikrobiom im Darm immer mehr in den Fokus.
Das rassebedingt gewisse Anlagen nicht
Vorhanden sind, ist ja auch normal. Bei wieder anderen Rassen gibt es auch häufig Schutzgene. Bei den Schäferhunden haben wir ja verhältnismäßig wenig mit Augenerkrankungen zu tun, das ist bei anderen Rassen ein Thema.
Secans : genau das Offen sein finde ich wichtig. Und jede neue Entwicklung/Forschung ist ja auch nicht gegen Fehler und Irrtümer gefeit, bietet aber gleichzeitig viel Möglichkeiten zum Fortschritt.
Und dass jemand sich die Mühe nimmt, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, auch mal gegen alteingesessene Meinungen ankämpfen muss, viel Zeit in Studien, Darstellbarkeit und Beweislast investiert, ist nicht selbstverständlich, schon 3x nicht, wenn man das als Privatperson stemmen muss.
Ich achte Patrick als wirklich hoch engagierten und äußerst ehrlichen Tierarzt und Forscher
Grade Ersthundehalter orientieren sich auch gerne an Plänen, bzw. Fehlt ja allgemein immer mehr das gesunde Bauchgefühl bei der Aufzucht. Da sind solche Pläne nun auch nicht gleich verkehrt um unsicheren Hundehaltern eine Orientierung zu bieten. Als erfahrener Halter mag man da den Kopf schütteln, aber das ist leider die Realität.
Ich erinnere mich gut daran, wie es war als in in die Frage "was ist das richtige Futter" eingestiegen bin 🙈
Es sind inzwischen soviel Infos dazu verfügbar und Pepper war mein erster Hund.
Ich traue mir als IT'ler durchaus zu, auch fachfremde zu analysieren und auf dieser Informationsbasis das richtige zu tun.
Aber am Ende meiner Recherche war ich nicht schlauer als vorher.
Es ist so, diese Informationsflut ist absolut verunsichernd für viele Einsteiger und Pläne und Regeln geben einem da erstmal Struktur vor und bieten Orientierung. Ich sehe da nichts schlechtes dran, da gibt es weitaus unsinnigere Dinge.
Das Buch ist auch echt top, aber definitiv nichts für Einsteiger und auch die Pläne im Buch richten sich in erster Linie an Hundesportler.
Patricks Bücher sind anspruchsvoll und sich mit ihm unterhalten, wegen seinem Fachwissen, auch.
Was in der Hundeszene an verschiedenen Meinungen da ist, da glaube ich, dass Ersthundehalter echt verzweifeln können.
Und auch von Züchtern hört man ja vielfach auch gegensätzliche Ratschläge.
Denkt nur mal daran, was es an Empfehlungen für das Bewegen von Welpen gibt..
Bei mir war es allerdings nicht das, was mich an Patricks Programm fasziniert. Ich bin nicht Ersthundehalter und auch recht erfahren und belesen.
Trotzdem traue ich mir nicht zu, feststellen zu können, dass der Hund für den Lebensabschnitt zu schnell wächst und die Muskulatur entwicklungstechnisch hinterher hinkt.
Oder, was ich konkret machen soll, wenn mir der Hund an der Hinterhand irgendwie schlabbrig und unstabil wirkt.
Einen Beckenschiefstand sehe ich als Laie in der Regel genauso wenig wie Blockaden im Rücken.
Und dort ist für mich sein Blick auf das Geschehen wichtig.
Bei Bassam gibt es zum Glück ausser regelmäßige chiropraktische Behandlungen ( Schutzdienst: Hals, Rücken) nichts besonderes zu beachten. Ich habe auch nicht das ganze lupo puppy Programm gemacht, nur das Frühröntgen und dann fand er, ich soll mich einfach melden, wenn er Chiro braucht.
Beim verstorbenen Hund wäre ich aber sehr froh gewesen, wenn mich jemand auf seine Probleme hingewiesen und uns speziell für diesen Hund eben orthopädisch begleitet hätte. Damit hätten wir uns viel Leid ersparen können
Was das passende Wachstum angeht orientiere ich mich an Wachstumskurven.
Meine Devise ist Robustheit, natürlich überlaste ich meine Welpen nicht, aber ich finde es auch nicht richtig, dass man Welpen und Junghunde groß-schonen soll und empfinde es für die Zucht auch als sinnvoll, wenn Hunde durch Erkrankungen rausfallen, die nicht robust genug sind.
Für den jeweiligen Besitzer natürlich immer ärgerlich, nicht falsch verstehen. Aber alles zu verhindern was irgendwas triggern / auslösen könnte, halte ich nur für sinnvoll wenn man so gar keine Zuchtpläne hat.
Natürlich kann eine Behandlung auch mal Sinn machen, ich hatte als Kind Skorelliose durch schnelles Wachstum und bin heilfroh, dass ich so viel unterstützt wurde, dass ich heute keine Probleme habe. Früh erkannt, der passende Sport und orthopädische Begleitung waren Gold wert.
Meine Devise ist Robustheit, natürlich überlaste ich meine Welpen nicht, aber ich finde es auch nicht richtig, dass man Welpen und Junghunde groß-schonen soll und empfinde es für die Zucht auch als sinnvoll, wenn Hunde durch Erkrankungen rausfallen, die nicht robust genug sind.
So ungefähr hatte ich auch Gedanken. Für die Gesundheit der Rasse an sich macht das absolut Sinn. Aber gut, man stellt ja durch die Analysen schon fest wie ein Hunde gesundheitlich darsteht und die bei denen es auf den Bildern etc. nicht gut aussieht, die aber trotzdem durch gezielte Behandlung sportlich sein können, sollte man ja trotzdem aus der Zucht nehmen.
Ich denke, da hat jeder andere Gründe ( pro und kontra) und Ziele.
Bei mir wars gaklar die schlechte Vorerfahrung mit dem ehemaligen Hund.
Und natürlich hat der Züchter zugesichert, dass seine Hunde gesund sind und im Sport laufen, aber eben, das hab ich vom alten Züchter auch gehört..
Zudem wollte ich mit Bassam Sport machen und das tut sich etwas leichter, wenn man Gewissheit hat, dass er gesund ist.
Wenn ich jetzt nochmal einen Hund von dem Züchter nehmen würde, dann würd ich jetzt nicht zwingend nochmal frühröntgen, das Vertrauen ist jetzt da. Auf jeden Fall, auch wenn ich nicht züchte, würd ich aber das offizielle Röntgen machen später. Erstens hilft es der Zucht für Transparenz, zweitens auch mir im Hinblick auf Belastbarkeit im Sport.
Unter dem Strich gesehen ist jetzt aber dieses Röntgen nicht so wahnsinnig teuer, dass man sich deswegen einen Kopf machen muss.
gelöscht, weil irrelevant
So, hier mal noch Patricks öffentliche Antwort zu dem Thema:
Hallo und guten Morgen Seraina!
Vielen Dank für deine durchdachte und wichtige Frage zur Hüftgelenksdysplasie (HD). Wir freuen uns sehr über dein Interesse und die Offenheit, das Thema öffentlich anzusprechen – denn genau solche Fragen bewegen viele, die sich mit Hundegesundheit, Zucht und Prävention beschäftigen.
Da es sich bei HD um ein komplexes und vielschichtiges Thema handelt, das nicht in einem Satz beantwortet werden kann, haben wir heute Morgen direkt mit Patrick Rücksprache gehalten. Hier kommt eine ausführlich fundierte Antwort, die hoffentlich auch für andere Leserinnen und Leser spannend ist:
> Was ist HD – und wodurch entsteht sie?
Die Hüftgelenksdysplasie ist eine polygenetisch veranlagte, multifaktorielle sowie biomechanisch beeinflusste Erkrankung. Das bedeutet:
"Es sind mehrere Gene beteiligt, die in unterschiedlichem Ausmaß auf die Entwicklung des Hüftgelenks einwirken. Man unterscheidet sogenannte Hauptgene mit starkem Einfluss und Nebengene mit geringerem Einfluss. Diese folgen nicht den klassischen mendelschen Vererbungsgesetzen."
Wichtig ist: Kein Welpe wird mit HD geboren.
Die Erkrankung manifestiert sich im Verlauf des Wachstums, typischerweise ab der 10. bis 11. Lebenswoche. Genau in dieser Phase spielen die Umweltfaktoren und biomechanischen Einflüsse eine entscheidende Rolle.
Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen:
1. Bewegung & Belastung
Eine gleichmäßige, kontrollierte Belastung fördert den Aufbau der Muskulatur rund um das Hüftgelenk – und diese wiederum sorgt für Stabilität.
Unkontrolliertes Toben, zu frühes oder übermäßiges Training, oder auch das Gegenteil – zu wenig Reiz – können die Ausbildung der Hüftpfanne negativ beeinflussen.
Hier kommen zwei wesentliche Prinzipien ins Spiel:
> Die Ein-Minuten-Regel: Kurze, häufige Bewegungseinheiten sind für Welpen im Wachstum physiologisch optimal. Sie fördern Muskulatur und Koordination eben ganz ohne Überlastung
> Die Arndt-Schulz-Regel: Schwache Reize stimulieren, mittlere fördern, starke hemmen, sehr starke schädigen – ein Prinzip, das bei der Bewegungssteuerung in der Wachstumsphase berücksichtigt werden sollte
2. Ernährung & Wachstum
Eine zu energiereiche Ernährung, insbesondere bei großrahmigen Rassen, kann zu einem übermäßig schnellen Wachstum führen. Das Risiko: Der Körper wächst schneller, als die Strukturen sich stabil entwickeln können.
Gerade die Hüfte besteht im frühen Alter aus weichem Knorpelgewebe – hier ist langsames, kontrolliertes Wachstum besonders wichtig!
3. Biomechanik
Auch die individuelle Beckenform (Darmbein, Sitzbein, Schambein) spielt eine Rolle – je nach Winkel und Form wird die Hüftpfanne entweder gut oder unzureichend überdacht. Wichtig ist auch der Druck des Oberschenkelkopfes in die Pfanne – dieser Druck, wenn er gleichmäßig und über funktionale Bewegung ausgeübt wird, fördert die Pfannentiefe und Gelenkstabilität.
Dieses Prinzip nennt man:
> Form-Funktions-Prinzip: Strukturen entwickeln sich entsprechend ihrer Funktion. Nur wenn ein Gelenk richtig belastet wird, kann es sich anatomisch korrekt entwickeln.
Ergänzt wird dies durch:
> Reiz-Reaktions-Regel: Jede Belastung erzeugt eine Anpassung. Richtig dosierte Reize fördern die Stabilität – falsche Reize führen zu Fehlanpassungen oder Instabilität.
Wie hoch ist der genetische Anteil wirklich?
"Es stimmt: nach heutigem Wissensstand liegt der genetische Einfluss bei etwa 30 bis 40 %." Der größere Anteil entfällt auf Umweltfaktoren und biomechanische Einflüsse.
Das bedeutet konkret:
> Auch ein genetisch unauffälliger Hund kann unter ungünstigen Bedingungen eine HD entwickeln
> Umgekehrt kann bei genetischer Vorbelastung durch gezielte Maßnahmen viel abgefedert werden
Was folgt daraus?
HD ist nicht einfach „vererbbar“ oder „vermeidbar“ – sie ist das Ergebnis vieler Faktoren, die zusammenspielen.
Daher setzen wir bei orthoVET auf Früherkennung, präventive Beratung und gezielte Aufklärung, z. B. über unser Buch LupoMove Puppy oder die Welpensprechstunde, in der wir individuell auf Haltung, Bewegung und Entwicklung eingehen.
Vielen Dank nochmals für deinen Beitrag, Seraina – du hast mit deiner Frage einen zentralen Punkt angesprochen, der viele betrifft. Wenn du noch weiter eintauchen möchtest: Wir stehen dir gerne für ein vertiefendes Gespräch zur Verfügung.
Herzliche Grüße!
Dein orthoVET-Team
PS: In unserem Webinar „Wieviel und welche Bewegung braucht der Welpe?“ geht Patrick nochmal auf genau diese Zusammenhänge ein – von Bewegungssteuerung über Belastung bis hin zu den typischen Fehlerquellen im Alltag.😃