Verbena
  • Mitglied seit 14. August 2020
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Beiträge von Verbena

    Ich bin so froh und erleichtert, das zu lesen! Berichte sehr gerne - das ist ganz bestimmt sehr spannend und man lernt ja auch bekanntlich nie aus - da ist jede Anregung wertvoll!

    oder er hat doch was von dem teppich geschluckt?

    Ich meine ja, du kennst aslan am besten und weisst auch, wann du dir berechtigte sorgen machen musst. Da geh ich momentan nur von mir aus, dass wenn sam 3 tage lang nicht fressen würde, es höchste eisenbahn wäre.

    Mona,


    würde Bene drei Tage nichts fressen, wäre ich vermutlich auch beim Tierarzt, würde einen Komplettcheck mit großem Blutbild machen lassen und keine Ruhe geben, bis mein Hund wieder Nahrung zu sich nimmt.


    Bei Chia war ich bei ihren ersten Fastenkuren auch sehr besorgt und nervte meinen Tierarzt, dass es doch nicht normal ist, wenn ein Hund über Tage nur eine Handvoll Futter nimmt. Aber Chia unterliegt dem Einfluss ihrer Hormone. Sie frisst normal, solange sie nicht läufig ist oder nicht gestresst ist. Vor allem die drei Wochen nach der Läufigkeit sind bei ihr bislang immer problematisch gewesen, was die Aufnahme von Futter angeht. Sie nahm dabei schon mal innerhalb von vier Wochen 3,5 kg ab und hatte nur noch 29 kg.


    Inzwischen weiß ich, dass diese Inappentenz zeitlich begrenzt ist (auch wenn sie wohl nie verfressen sein wird oder kompromisslos alles nimmt, was man ihr in den Napf füllt) und darum bekommt sie in der Zeit dann eben jeden Tag etwas NutrigelPaste (die leckt sie mir von der Hand, aber ich könnte sie auch direkt ins Maul geben), die ihren Nährstoffbedarf abdeckt und appetitanregend wirken soll. Ich supplementiere dann auch Vitamine und Mineralstoffe in Tablettchenform, die sie dann mit Leberwurst bestrichen bekommt und sie bekommt dann auch Gastrosel-Tablettchen, welche die Magensäure mit Magnesiumoxid binden, damit ihr nicht dauern schlecht ist und sie Magensäure erbricht, denn dann bekomme ich gar nichts mehr in sie hinein.


    Mit meinen Kräutermischungen kann ich ihr dann leider auch nicht helfen, weil sie dann auch keine Kräuter annimmt. Zur Not bekommt sie zwar ein bisschen Ulmenrindebrei in einer Spritze direkt ins Maul, um die Magenschleimhaut zu schützen, aber mache ich das zu oft, flieht sie regelrecht vor mir.


    Für mich ist das im Grunde auch sehr belastend und der Rat meiner Tierärztin, sie dann halt mal hungern zu lassen, bis sie freiwillig frisst, würde bei fast jedem anderen Hund funktionieren, aber Chia würde eher eine Magenschleimhautentzündung bekommen, weil sie nichts frisst, als sich vom Hunger überzeugen lassen.


    Ich fürchte, dass in dem Fall nämlich der Einfluss der Hormone so stark ist, dass sie so einem Hund einfach auf den Appetit schlagen und der Hund nicht mehr vernünftig handelt, indem er dem Bedürfnis nachkommt, seinen Magen zu füllen.


    Ich habe allerdings auch Kunden, die mir berichten, dass ihr Rüde zwei Wochen lang so gut wie nichts frisst, wenn Nachbars Hündin läufig ist und ich kenne Hündinnen, die so scheinschwanger werden, dass sie sich vor Futter ekeln.


    Beim Brummi würde ich eventuell wichtige Nährstoffe supplementieren - wenn er nur etwas abnimmt, ohne dass ihm Nährstoffe fehlen, ist das zu verschmerzen.

    Ich habe ja auch so einen Schlammspringer, aber den Award hat sich Carla verdient! Da kann auch Bene nicht mithalten, die es auch schon mal schaffte, sich im Mühlbach, dessen Grund aus Schlick besteht und der bei großer Trockenheit eigentlich nichts anderes mehr enthält, so einzukleistern, dass ich noch tagelang wie ein Mülleimer stank und das Wasser aus dem Schlauch es nicht schaffte, die klebrig-schmierige Pampe aus dem Fell zu spülen.


    ... ich hoffe aber doch, dass Du die arme Carla nach dem Duschen dann ausgibig gekuschelt hast, wenn es Dir schon widerstrebte, sie mit dem Modder im Pelz durchzuknuddeln :D


    Ich überlege nur, ob mir solche Fotos gelungen wären ... wahrscheinlich hätte ich eher noch versucht, das Schlimmste zu verhindern. Darum verdienst Du den Award für den tapfersten Hundehalter des Tages und ein dickes Danke für die herrlichen Fotos!

    ... und ich hatte die Idee, die Hoopers-Bögen fürs Treibball-Spiel zu nutzen und sie als Tore zu verwenden,. durch das der Ball dann durch soll. Bislang hatte ich noch nicht die Zeit und Muße, das auszuprobieren, aber die Bögen an sich werden gut angenommen.


    Wenn man sie noch ein bisschen aufpimpt, mit Vorhängen, einem Glöckchen, das der Hund läutet oder Streifen aus Baustellenband, kann man mit dem Training schon fast eine Anmeldung zum nächsten Top Dog riskieren ;)

    Pinguetta


    Danke auch Dir Claudia. Gerade Dein Gedanke zur Trauer teile ich absolut. Tiere sind sensitiver als wir und ich bin sicher, dass Chia und Bene nicht um Lyssi trauern, weil sie wissen, dass sie nur ihr Körperkleid ablegte und ihre Seele unsterblich ist. Aber wenn man selbst traurig ist, dann interpretiert man auch vieles in die Tiere hinein und Chia stand ja daneben, als Lyssi starb. Sie weiß vermutlich, dass die irdische Hülle begraben wurde, aber Lyssis Seele uns begleitet.


    Ich denke zwar auch, dass sie das Spielen mit ihrer kleinen Freundin vermisst. Sie fordert Bene auch immer wieder zum Spielen auf, aber zu wild soll ja auch Bene noch nicht unterwegs sein und darum muss ich da immer mal die Spaßbremse geben.


    Bei Chia muss ich unterwegs eigentlich immer irgendwas Spannendes einbauen, weil ihr sonst sehr schnell langweilig wird und dann werden die Rehe und Hasen wieder interessant. Sie braucht eigentlich immer irgendeine Aufgabe, um sich nicht selbst eine zu suchen und da neige ich dann wohl dazu, es ein bisschen zu übertreiben und zu viel und zu oft überschwänglich zu loben ... und da nutzt sich der Wert eines solchen Lobes vermutlich auch irgendwann ab.


    Also werde ich wieder gezielter Aufgaben stellen und gezielter belohnen.


    Die Frage ist nur: Belohne und lobe ich auch, wenn sie was anbietet oder dann wirklich nur, wenn sie ein Kommando befolgt? Oder gebe ich dann, wenn sie von sich aus in der Fuß-Position läuft, mich anschaut und mit der Nase an meiner Hand ist, das Kommando Fuß und belohne?


    Und ja ... ich wünschte mir manchmal, dass Chia so verfressen wäre wie mein Pony und genauso ein Keksausgabeautomatentastentester wie Lilo und Harras ... aber wenn alle Jecken gleich ticken würden, wäre uns ja vermutlich auch schnell langweilig ;)

    Danke Boss!


    Du hast mir gerade sehr geholfen, meine Richtung zu finden.


    Und ja - ich neige leider zum Perfektionismus und noch schlimmer: Ich lasse mich gerne mal vom Ehrgeiz treiben und will dann zu schnell zu viel. Dann leidet die Basis und Kommandos sind noch nicht etabliert genug, um sie auch unter Ablenkung aufzurufen.


    Ich werde also erst mal mich selbst runterfahren in meiner Erwartung und kleinere Schritte gehen, kürzere Reprisen einbauen und das Training nach Chias Motivationshochs richten, damit sie erst mal wieder richtig Spaß am Üben bekommt.


    Vermutlich muss ich ihr auch wieder mehr Abwechslung bieten und nicht nur immer UO üben, sondern auch mal wieder mehr Agility einbauen (es ist halt immer ein bisschen mühsam, den Parcours aufzubauen, alle Distanzen abzumessen und das für 30 Minuten Training - aber ich arbeite an mir), um ihre Begeisterung zu fördern.


    Im Grunde ist sie nämlich leicht zu motivieren und freut sich, wenn man sie fordert, aber ich habe vermutlich einfach zu schnell zuviel gewollt.

    Ein Hoch auf den Glückskeks!!! :thumbup:


    ... und auch wenn ich kein Freund von Kastration bin, kann ich sehr gut nachvollziehen, dass ein so starker Trieb einfach auch Maßnahmen erfordert, die einem vielleicht nicht so gut gefallen, aber das Wohlbefinden aller wieder zurückbringen.


    Ich kann Dir gerne zur Überbrückung noch Mönchspfeffer kapseln (bekamen die Mönche, damit sie fein jeusch blieben und keine Triebe sie zu den Nonnen trieben ... was wohl aber auch nicht immer funktionierte) - vielleicht kann das seinen Hormonstatus ein bisschen runter fahren.


    Sagte die Tierärztin auch noch was, wegen seines minimierten Appetits? Chia frisst ja auch nur wenig, wenn sie ihren Hormonen unterliegt. Vermutlich denkt Brummi nur an Sex und vergisst, dass es auch noch andere Lüste gibt, die man befriedigen kann :rolleyes:


    Wegen der Analdrüsen würde ich das Ausdrücken der Analbeutel nicht öfter machen. Ich weiß, dass das Usus ist, aber das Problem ist dabei, dass man damit die Produktion des Sekrets zusätzlich anregt und die Analbeutel sich dann noch schneller füllen. Ein bisschen was soll ja drin sein und der Körper sorgt auch dafür, dass der Pegel nicht zu weit sinkt. Melden die Analbeutel, dass sie leer sind, werden die Drüsen auch vermehrt aktiv.


    Ich reinige die Popos meiner Hunde immer mit den Refresh-Tüchern von Zooplus und streiche danach Drachenblutsaft drauf - der wirkt zusammenziehend und desinfizierend. Bene neigt auch dazu, mal etwas weicheren Kot zu haben und damit werden die Beutel ja leider auch zu wenig mit dem austretenden Kot ausgedrückt. Sie fing dann auch an, Schlitten zu fahren und seit ich aber den Hintern einmal die Woche reinige und mit Drachenblut einreibe, passiert das auch nicht mehr.


    Man kann auch Flohsamen ins Futter geben (vorher unbedingt quellen lassen) - die sorgen auch für etwas mehr Festigkeit vom Kot, sodass der die Beutel ausdrückt. Auch eine gute Hilfe sind Rohfleischknochen, aber wenn die Lagerung schwierig ist, geht auch Fleischknochenmehl.


    Nur wenn der Brummi gar nichts zu sich nehmen mag, wird das mit den Flohsamen oder dem Fleischknochenmehl auch schwierig.


    Ach - und was ich noch unbedingt schreiben muss: Das Avatarfoto ist der Hammer! Der Brummi sieht aus, wie ein mystisches Tier aus einer Fantasygeschichte! :love:

    Micha369 Genau das sagten meine Pferdetierärzte auch immer: Ein Röntgenbild sagt etwas über das Skelett aus, aber nicht darüber, ob es später Probleme geben wird. Beim Pferd fließt darum auch immer die klinische Untersuchung in die Bewertung der Röntgenbilder mit ein - das sind dann die Beuge- und Wendeproben. Also im Grunde das, was Deine Tierärztin mit dem Ziehen testete.


    Natürlich ist es beim Pferd noch wichtiger, dass es belastbar ist und möglichst lange bleibt, denn wer stellt sich so ein Tier auf die Wiese und gibt monatlich 300 € dafür aus, um es nur anzuschauen? Darum wird eben auch immer der klinische Befund mitbewertet, denn Bänder, Sehnen, die Schmerzauslösung - all das spielt auch eine Rolle und so manches Mal hatten wir Top-Röntgenbilder und in der Beugeprobe ein stocklahmes Pferd, das auch nie voll belastbar war.


    Die Muskulatur zu festigen, die Bänder zu unterstützen - das ist wichtig, denn die Muskeln und Bänder geben den Gelenken Halt. Überdies tragen die Muskeln mit und entlasten die Gelenke.


    Verdau den ersten Schock und dann freu Dich aber trotzdem an Deinem tollen Witus, denn der kann trotz allem steinalt werden und vielleicht niemals lahmen.

    Zu den Auswertungen der Röntgenbefunde muss man vielleicht auch sagen, dass solche Stellen, wie der SV so viele Bilder vorgelegt bekommen, dass die auch viel mehr sehen, als ein Tierarzt, der vielleicht zweimal in der Woche ein Röntgenbild zu sehen bekommt. Ich habe das einst auch bei meinen Pferden oft erlebt, das Haustierärzte Bilder mit Röntgenklasse 1 bewerteten und ohne besonderen Befund und die Pferdeklinik Mühlen, die ja alle Auktionspferde und die Hengste für die Körung röntgt und bewertet, eine klare 2 mit mittlerem Befund daraus machten.


    Aber - und das kommt nun von eben diesem Tierarzt - ein Röntgenbild ist immer nu eine Momentaufnahme. Manchmal kommen Tiere mit Anomalien zur Welt, die dann auf dem Bild auffällig sind, aber trotzdem niemals zu einer Lahmheit führen werden. Aber es ist halt eine Anomalie - also eine Abweichung von der Norm und nach der wird bewertet.


    Das heißt aber gar nicht zwingend, dass jedweder Sport Deinem Witus schaden würde oder dass Du ihn ganz umsonst aufgebaut hast.


    Klar ist das Ergebnis ein großer Schock - vor allem, weil der Haustierarzt die Bilder besser bewertet hat, als der SV. Nur bedenke auch, wenn Du jeden Tag so viele Röntgenbilder sehen würdest, hast Du einen ganz anderen Blick darauf, als wenn Du nur ab und zu mal welche siehst. Das kann eben aber auch bedeuten, dass auch minimale Abweichungen von der Norm zu einer Abwertung führen, die ein Haustierarzt nicht mal bemerkt hätte. Und das ist auch der Punkt, an dem es sein kann, dass die Abweichung der Norm, die zur Abstufung führte, sich nicht negativ auf die Gesundheit von Witus auswirken muss. Wäre die Bewertung durch den SV nicht erfolgt, hättest Du doch auch ganz normal weiter trainiert und hättest Dir keine Sorgen gemacht.


    Nun weißt Du aber mehr und kennst ein etwaiges Risiko und damit kannst Du umgehen und vorbeugen oder eben die Anforderungen an Deinen Hund einschränken.


    ... so weh das jetzt tu, aber denk auch daran, dass Witus mehr ist, als ein Sportgefährte und Du noch ganz viel mit ihm unternehmen kannst, das Euch beiden Freude macht.

    Pinguetta

    Danke Claudia für Deine Gedanken. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich mit meinem Ehrgeiz eine Art "emotionalen Druck" aufbaue und Chia die Erwartungshaltung spürt und darum auch eher zu macht. Ich werde mir Deine Worte definitiv zu Herzen nehmen.


    Boss

    Ich weiß, dass Du durchaus Recht hast. Auch auf dem Hundeplatz wurde mir ja geraten, Chia einen Tag lang mal nicht zu füttern und sie ihr Futter dann eben mal erarbeiten zu lassen, um seinen Wert zu steigern.


    Meine Sorge ist dabei aber eben auch immer, dass wenn dann ihr Magen wieder rumort, sie gleich tagelang das Futter verweigert und ich bin gerade sehr, sehr froh, dass sie mit viel Appetit ihre Portionen annimmt und sogar Gemüse im Fleisch akzeptiert. Schon aus dem Grund wechsle ich das Futter möglichst gar nicht und bestelle immer das Gleiche.


    In der Regel ist sie auch an Leckerchen interessiert, wenn es die Richtigen sind. Darum kaufe ich für sie schon nur noch immer die Gleichen, denn andere spuckt sie dann sowieso meistens aus.


    Aber sie war noch nie verfressen oder gierig nach Fressbarem. Mäkelig war sie schon seit ihrem Einzug bei uns. Aber ich bin guter Dinge, dass ich ihren Geschmack nun getroffen habe. Wobei sie halt auch nach der Läufigkeit kaum Futter nimmt und ich dann supplementiere, um kein Nährstoffdefizit zu riskieren. Vielleicht erreiche ich mit den Pulsatilla-Gaben aber auch eine Besserung und sie behält ihren Appetit oder findet rascher wieder dazu zurück.


    Sie über Futter zu motivieren wird aber immer schwierig bleiben, weil ihr Aufregung stets auf den Magen schlägt und sie auch drei Tage nur ein Minimum an Futter zu sich nehmen kann, ohne dass sie am vierten Tag gierig nach Essbarem sucht. Sie nahm nach der letzten Läufigkeit in vier Wochen 3,5 kg ab - das waren 10% ihrers Körpergewichts.


    Ich kann natürlich nicht behaupten, dass ich einer etwas anderen Überzeugung unterworfen bin, als der, dass der Hund das frisst, was ich ihm anbiete oder eben hungert. Aber wenn ich weiß, dass ich ein Futter gefunden habe, das meine Hunde sehr gerne mögen, dann versuche ich das schon auch beizubehalten und nicht jeden Tag etwas anderes anzubieten. Aber wenn Chia nach der Läufigkeit so gar nichts mehr mag und ich sehe, wie sie immer mehr Taille bekommt, dann suche ich schon nach Barfmenüs, die möglichst Ingredienzien enthält, die Chia noch gut findet ... oder ich biete ihr dann halt Rehhaxen an, damit überhaupt was in den Magen kommt und sie nicht jeden Morgen weißen Magensäureschaum erbricht, respektive ich ständig mit der Tube hinter ihr herlaufe, in der ich Ulmenrindepampe angemischt habe, um ihren Magen zu beruhigen.


    Darum habe ich auch schon von Anfang an immer das Ballspiel als Belohnung angeboten oder ein Zergel, weil Spielzeug auch in den Zeiten interessant bleibt, in denen jedwedes Futter uninteressant wird.


    Ich weiß aber, dass Du Recht hast und Chia es durchaus schafft, mich zu gängeln, indem sie mir ihren Gehorsam hinterherträgt, wenn ich sie mehr oder minder nicht beachte, ihn aber verweigert, wenn ich ihn von ihr wünsche.


    Darum bin ich dann auch verunsichert, ob ich sie loben soll, wenn sie dann neben mir Fuß läuft und mir alle Aufmerksamkeit schenkt oder ob ich das ignoriere, weil ich es nicht verlangt habe und keine unerbetenen Angebote annehme.


    Bei meinem Pferd weiß ich, dass ich mich nicht zum Keksausgabeautomat machen lassen darf, wenn er sein ganzes Repertoire an Kunststückchen anbietet und damit die Ausgabetasten testet, weil er nun mal immer Hunger hat und Kekse passen auch immer rein. Also schaut er eben, wie er drankommt und weil er ja weiß, dass ich mich freue, wenn er meine Kommandos befolgt, probiert er eben auch, ob ich mich weichklopfen lasse, wenn er vor mir kaspert.


    Aber da kann ich dann eben eine gute Situation schaffen, wenn ich ihm eine Aufgabe stelle, weil ich weiß, dass er sie begeistert annimmt und ich ihn dann auch belohnen darf.


    Auf Chia übertragen würde das dann bedeuten, dass wenn sie mir das Fuß anbietet und mir ihre Aufmerksamkeit schenkt, ich dann Fuß sage und Schau und sie dann belohne und damit ihr Angebot in ein Kommando umwandle, das sie befolgt und sie mit Lob und Belohnung bestärke (dann nimmt sie ja auch ihre Leckerchen an, weil sie motiviert ist).


    In der Welpengruppe wurde das so formuliert. Also jedes Angebot mit einem Kommandowort verknüpfen und dann annehmen, belohnen und bestärken.


    Aber Chia ist kein Welpe. Sie muss nicht lernen, welche Aktion mit dem Kommando von ihr erwartet wird, sondern weiß, was ich will.


    Ich habe schon überlegt, ob ich bei ihr den Clicker wieder einsetze. Bei meinem Moppelspanier funktioniert das immer dann sehr gut, wenn wir an so einem Punkt ankommen, wo wir in der zizensischen Ausbildung oder der Bodenarbeit stagnieren.


    Wobei ich das Abbrechen auch eher nicht so meinte, dass ich Chia ihren Willen lasse und auf ihre Kooperation verzichte.


    Ich versuche da auch immer mal wieder aus dem Pool der Bodenarbeits- und Zirzensik-Seminare zu schöpfen, die mich mit meinem Spanier voran brachten. Abbruch bedeutet da, dass man sich gar nicht auf die Diskussion mit dem Pferd einlässt, sondern sich umdreht und es ignoriert, bis es seine Aufmerksamkeit wieder auf mich richtet und Beachtung wünscht. Dann verlange ich aber erst mal eine leichte Lektion, die ich sicher abrufen kann und belohne den Erfolg und beende dann das Training. Die Idee dahinter ist, dass man sich nicht an einer Übung festfrisst und sowohl Mensch, als auch Tier unzufrieden werden, sondern ich dem Pferd zeige, dass es unerwünscht handelt, indem ich ihm meine Aufmerksamkeit entziehe und sie ihm erst wieder schenke, wenn es mir seine Aufmerksamkeit gibt. Dann darf es Punkte sammeln, indem es eine leichte Übung gut absolviert und Mensch und Tier schließen das Training mit einem guten Gefühl ab.


    Beim Pferd funktioniert das sehr gut. Beim Clickertraining mit dem Hund baut man im Grunde auch auf Ignoranz und Bestätigung auf: Unerwünschtes Verhalten ignorieren, keine Aufmerksamkeit schenken und auch nicht mit der Stimme korrigieren, weil das schon wieder Aufmerksamkeit wäre - zwar negative, aber die zählt auch -, die man gibt. Bei erwünschtem Verhalten clickern, loben, füttern und damit positive Aufmerksamkeit schenken.


    Abbruch würde also bedeuten: Nicht an der Übung festbeissen, sondern umdrehen, tief durchatmen, den Hund kommen lassen, loben, kleine Aufgabe stellen und dann loben und belohnen, die größere Aufgabe erst mal verschieben, bis es wieder besser passt.


    Es kann natürlich sein, dass das bei meinem Pferd so fantastisch funktioniert, weil der so verfressen ist, dass er für einen Keks auch einen Handstand einüben wurde und bei Chia eben genau die Tatsache, dass Fressen eher was mit Selbsterhaltungstrieb, als mit Freude zu tun hat, uns im Weg steht,


    Ich nehme aber aus Deinem Beitrag Boss viele Anregungen mit, über die ich nachdenke und mir überlege, wie ich sie umsetzen kann - denn dass Chia mich gängelt, ist definitiv richtig.


    Ich befürchte sogar, dass ihr Verhalten genau darum so extrem geworden ist, weil ich meine Trauer um Lyssi durch sie zu kompensieren versuchte und sie sehr in den Vordergrund rückte, weil ich mich sorgte, dass ihr Seelchen unter Lyssis Tod leiden könnte und ich das verhindern muss, indem ich ihr zeige, dass ich für sie da bin. Wir haben vermutlich in den vergangenen Tagen so viel gekuschelt, wie das in den ganzen Wochen, in denen Lyssi uns begleitete, nicht der Fall war. Da war Chia aber mir gegenüber auch distanzierter. Momentan klebt sie sehr intensiv an mir und ich bestärke sie dummerweise mit meinen Versuchen, sie zu trösten.


    Ich merke, es liegt mal wieder eine Menge Arbeit vor uns und ich werde vor allem an mir arbeiten müssen, um es Chia leichter zu machen, gerne gehorsam zu sein, weil es dafür Zuwendung gibt und ich sie nicht mit eben dieser Zuwendung erdrücke, nur weil sie noch da ist und Lyssi nicht.

    Ich bin gespannt, was der TA und die Trainerin dann morgen sprechen werden.


    Muss aber ehrlich sagen, wenn das bei einem meiner Hunde so

    Insbesondere, dass er nicht mehr hören möchte, alles rammeln will, total aufgekratzt ist, draußen überhaupt nichts mehr zu machen ist mit ihm und er auch noch Essen bzw Leckerchen nicht mag.

    ausarten würde, dann gäbe es - bei aller Liebe und positiver Erziehung - schlichtweg mal eine aufs Dach. Ganz trocken und unverblümt, irgendwo muss auch mal gut sein.

    Ruebchen

    Im Grunde würde ich Dir Recht geben, denn Brummis Renitenz klingt schon ein bisschen nach rotzfrechem Lümmelverhalten, der gerade seine Grenzen sucht.


    Allerdings ist das Brummi-Gesamtpaket schon sehr diffizil und bei ihm muss man immer mit Übersprungshandlungen rechnen.


    Ich habe schon auch das Gefühl, dass es nicht mal die reine Renitenz ist, die ihn antreibt, sondern einfach seine innere Zerrissenheit, die ihn komplett aus dem seelischen Gleichgewicht kippt. Er frisst nicht mal mehr das, was er vorher liebte.


    Bei Chia passiert das immer dann, wenn sie mit einer Situation überfordert ist und nicht weiß, wie sie reagieren soll. Dann leckt sie auch nur kurz am Futter und wendet sich dann mit diesem Ekelausdruck ab oder spuckt dann auch ihre Lieblingskekse aus und ist für nichts zu begeistern.


    Hätte ich mit Chia nicht auch so ein Sensibelchen, die von ihren Emotionen ganz schnell mal überfordert wird und die dann auch ab und an mal die Zerstörungswut packt, wäre mein Rat ganz sicher: Der braucht mal eine auf die Glocke!


    Bei Chia würde das aber zu nicht führen ... und ich glaube, dass man auch für Brummi einen anderen Weg finden muss, um ihn eher innerlich zu stärken, damit er wieder in sein Gleichgewicht findet.


    Die Hormone sind teuflische Dingerchen ... auch da kann ich ein Liedlein davon pfeifen, denn auch Chia ist in und nach der Läufigkeit in einer ganz seltsamen Spur unterwegs. Anders als der Brummi, aber eben auch besorgniserregend, weil sie sich dann verkriecht und regelrecht depressiv wirkt.


    Mein Weg führt momentan über die Homöopathie und ob das funktioniert, werde ich nächsten Monat sehen.


    Aber ich würde auch nichts versuchen, das nicht meine Überzeugung findet und darum bin ich auch sehr gespannt, ob entweder die Trainerin oder der Tierarzt einen guten Rat haben und sich dadurch die Situation wieder entspannt ... das wäre mein ganz großer Wunsch, denn ich bin eben wirklich sicher, dass der Brummi sein seelisches Gleichgewicht sucht und wenn er es finden kann, dann wird auch seine Renitenz vermutlich wieder ein einen normalen, pubertären Rahmen finden, bei dem man dann weniger Nerven, dafür aber auch die Geduld braucht, abzuwarten, bis die bunte Knete im Hundehirn dem Verstand weicht.


    Was ich aber überlege ist, ob das Teebeutelschnüffeln weniger oft geübt werden sollte, damit es für ihn wieder toll und spannend ist und nicht zur langweiligen Regel wird. Ich beisse ja gerade am gleichen Thema, weil ich übermotiviert bin und mein Hund gerade so gar keine Motivation zeigt, weil ich Chia vermutlich eine zu hohe Dosis an Übungen aufgebürdet habe, die ihr dann einfach den Spaß verdorben haben.


    Insofern wäre eventuell ein bisschen Abwechslung eine gute Hilfe, ihn wieder bei der Sache zu haben und seine Freude neu zu wecken.

    Danke Holger.


    Heute muss ich aber mal ein bisschen knötern, weil Chia heute so was von obsternaatsk war, dass ich meinen guten Vorsatz, geduldig zu bleiben, fast über Bord geworfen hätte.


    Ich versuche ja momentan, auch auf unseren Laufrunden ein bisschen Unterordnung einzubauen, vor allem das Platz und Bleib auch unter Ablenkung zu üben ... davon gibt es frühmorgens im Wald ja auch genug.


    Jedenfalls legte sich Chia zwar ins Platz, stand aber dann auch einfach auf, als ich mich entfernte und ging lieber im Gebüsch schnüffeln! Also holte ich sie wieder zu mir, legte sie wieder ab, belohnte sie dann auch sofort und kaum hatte sie den Hühnerbruststeifen aufgekaut, stand sie auch schon wieder auf. Gut - dachte ich - dann gehe ich halt einen Schritt zurück. Ich holte sie zu mir, verlangte das Sitz - was auch problemlos klappte -, aber dann find sie doch tatsächlich an, sich erst mal zu lecken, dann zu jucken und anschließend saß sie dann auch schepps auf einer Hinterbacke, ein Hinterbein von sich gestreckt und überlegend, ob sie die Position nun abermalig nutzen könnte, sich ein bisschen zu belecken und zu beknabbern ... davon konnte ich sie dann noch abhalten und sie zu einem ordentlichen Sitz nötigen, aber sie schaute dann auch ostentativ einem Reh nach und zeigte mir mal wieder, dass sie alles andere spannender findet, als mich.


    Ich war in dem Moment auch wirklich ein bisschen ratlos. Was macht man da? Abbrechen? Was Leichtes verlangen und belohnen? Sich durchsetzen?


    Ich habe sie dann mit Komm aufgefordert, mit Bene und mir weiterzugehen und das fand sie dann auch super, denn sie schummelte sich dann prompt ins Fuß und ich fühlte sowohl ihren durchdringenden Blick auf mir, als auch ihre feuchte Nase an meiner Hand.


    Da wir dann auch an den Brunnen ankamen, rief ich sie zu mir, ließ sie absitzen, forderte sie mit Schau auf, mir ihre Aufmerksamkeit zu schenken und schickte sie zum Revieren los ... ja Pustekuchen! Chia fetzte los und statt den Brunnen eng zu umrunden, rannte sie den halben Kreisbogen, sprang dann auf die Brunnenplatte und stand dann erwartungsvoll vor mir. Ich belohnte sich nicht, sondern schickte sie wieder los. Sie rannte dann zwar auch um den Brunnen, aber war dabei auch wieder nur halbherzig bei der Sache und den Keks, den sie trotzdem zur Belohnung bekam, ließ sie dann auch fallen. Im Wald hatte es ja auch gerade geraschelt und ihr Blick fixierte dann ja lieber das Unterholz, als mich.


    Beim nächsten Brunnen klappte das Revieren wieder besser, aber trotzdem fehlt mir die Dynamik und die Begeisterung bei ihr. Sie rannte um den Brunnen, kam zu mir in den Vorsitz, aber schaute mich nicht an, sondern ließ ihren Blick eher in die Weite schweifen.


    Also stehe ich wieder vor meinem Problem, dass ich nicht weiß, wie ich sie besser motivieren kann und ihre ungeteilte Aufmerksamkeit erlange. Mir scheint auch, dass ich vielleicht ein bisschen zu ehrgeizig bin und zu eventuell die Übungseinheiten viel, viel kürzer halten müsste, um mehr Spannung aufzubauen und ihre Konzentrationsfähigkeit nicht überzustrapazieren.


    Zuerst dachte ich ja noch, dass ich täglich mit ihr üben sollte, damit sie im Gehorsam gefestigter wird ... inzwischen überlege ich, ob ich mit ihr auch mal "nur" spazierengehen sollte, ohne ihr immer wieder Aufgaben zu stellen.


    Auf der anderen Seite ist es ja gerade die Herausforderung, sie auch unter Ablenkung mehr bei mir zu haben, ohne dass sie alles andere spannend findet und die Ablenkung ist im Wald sehr groß und damit ist die unruhige Umgebung ein guter Trainingsplatz, denn zuhause klappt ja alles problemlos. Sonst würde ich auch überlegen, ob ich die Kommandos erst mal ohne Ablenkung besser festigen sollte ... aber die einzige Hürde, die immer wieder zwischen uns steht, ist ihre geringe Konzentrationsfähigkeit und die Tatsache, dass wohl alles spannender ist, als das, was ich gerade von ihr erwarte.


    Und dann setzt sie ihr ignorantestes Gesicht auf und schaut eben ostentativ an mir vorbei. Auch wenn ich sie dann anspreche, schaut ganz bewusst weg. Ist das jetzt einfach Widerborstigkeit? Aber wie begegne ich der dann?


    Klar - ich muss mich interessant machen. Aber wenn sie Kekse fallen lässt, dem Spielzeug nur einen desinteressierten Blick gönnt und lieber weiter in die Ferne starrt, fühle ich mich etwas hilflos.


    Zuhause ist sie bei mir und kann sich konzentrieren.


    Unterwegs bin ich manchmal fast schon Luft für sie. Natürlich reagiert sie, wenn ich sie rufe. Sie rennt zu mir, wenn ich Hier! sage und selbst wenn ich ihren Namen nur flüstere, dreht sie sich zu mir um und fragt, was ich von ihr will.


    Sie rennt nicht weg, verkneift sich das Jagen und wartet auch immer wieder, wenn ich rufe: "Chia! Zu Weit!"


    Aber bei Aufgaben schaltet sie nach wenigen Minuten ab und wird förmlich stur.


    Sind Minireprisen dann sinnvoller?


    Sie merkt ja dann auch, wenn ich unzufrieden werde. Dann schiebt sie sich ins Fuß und schenkt mir alle Aufmerksamkeit, die sie zu bieten hat und ich lobe sie dann auch und werfe dann den Ball für sie. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass sie der Meinung ist, dass sie die Regeln aufstellt und ich nehmen darf, was sie anbietet, aber wenn ich was verlange, bei ihr das Licht ausgeht.


    Ich weiß, dass sie kann, was ich von ihr erbitte und dass sie sehr clever ist und keinesfalls schwer von Begriff. Beim Agility brauchte es einen Durchgang und danach absolvierte sie den Parcours quasi alleine.


    Auch die neue Rampe fürs Auto benutzte sie sofort ohne zu zögern, während Bene sich anstellte, als wollte ich sie über ein Nagelbrett führen und immer wieder seitlich runtersprang. Lyssi benahm sich wie ein bockiges Pferd vor der Anhängerklappe und wäre sie nicht so leicht gewesen, dass ich sie einfach auf die Rampe heben konnte, wäre ich leicht verzweifelt.


    Chia begreift immer sofort, was man möchte - nur scheint sie selbst entscheiden zu wollen, wann sie es anbietet.


    ... und ich denke an die Trainerin, die mir sagte, dass der Hund nur merken muss, dass er Spaß am Gehorsam hat und dann beschenkt er einen damit, wann immer wir das wollen ... aber wie mache ich das Chia klar?