Pepper
  • Mitglied seit 5. Januar 2022

Beiträge von Pepper

    Pepper Ich bin gerade mal neugierig und bin mir nicht mehr sicher, ob ich nicht schon mal irgendwo gelesen habe: Ist Pepper von Jessat?

    Nein, aber ich wollte damals von ihm einen Welpen und hatte mit ihm telefoniert.

    Leider hatte der Wurf damals nicht geklappt..und dann sahen wir Peppers Bruder und haben gefragt, wo der her ist.
    Und einer war noch da :)

    habe tatsächlich angefangen, alle Deine Beiträge im Forum durchzuscrollen auf der Suche nach Inspiration, bin aber noch nicht gaaanz durch die 178 Seiten gekommen xD Was würdest Du denn an meiner Stelle machen? :)

    War auch schon am Überlegen, die "singen kann sie nicht, deswegen bellt sie manchmal"-Schiene zu fahren und primär mein schlechtes Gewissen zu trainieren statt den Hund. Aber vielleicht hat ja jemand noch eine Inspiration, wie ich Kira konkret zeigen könnte, dass sie sich im Büro entspannt zurücklehnen kann.

    Hahaha, na da fragst ja den Richtigen. Ich bin doch der der hier überhaupt keine Ahnung von Hundeerziehung hat. :D

    Ich bin doch der, der eh nur einen führigen, nicht bellenden LZ Schäfi hat, weil der im Welpenalter mal in den Topf Zaubertrank mit Valium gefallen ist. 8o


    Jetzt ist Kira ja schon 9 und so wie Du im Vorstellungspost beschrieben hast, hat sie schon einiges hinter sich.
    Wenn sie, wie maike schrieb, aus Unsicherheit bellt, dann gilt es ihr diese zu nehmen.

    Vielleicht kannst Du mal schauen, ob sie vorher - wenn auch nur ganz kurz - Kontakt zu Dir aufnimmt und "fragt".

    Oder machst Du eine unbewußt überraschte Geeste oder Bewegung.

    Es ist sauschwer, sowas aus der Ferne zu berurteilen.

    Da bin ich tatsächlich nur noch etwas begrenzter bei dir, das mag -bitte versteh mich da nicht falsch, es ist kein Angriff oder keine Abwertung- an deinen überwiegend positiven Erfahrungen mit Pepper und auch an Peppers Naturell liegen ... und das gönne ich dir wirklich von Herzen.

    Nee, bin mir dessen völlig bewußt. Das war schon ein 6er plus Zusatzzahl ;)

    Aber weißt du, man kann leider NICHT jeden Hund zum Sozialverträglichkeitsprojekt machen.

    Schade, genau das habe ich auch nicht gesagt. Lies mal ohne getriggert zu sein :*
    Ich bin total bei Dir was Du schreibst...ich habe doch genau das erwähnt, wie wichtig das geeignete Umfeld ist.

    Wir zähmen also ggf. einen Instinkt, weil er für uns unbequem ist und nicht, weil es sinnvoll für den entsprechenden Hund ist.

    Nee, eben nicht zähmen. Ein Gebrauchshund soll und darf sich ja ausleben. Er muss das auch, sonst passiert das was Du schreibst: Frust/Stress, Krankheit, Verhaltensauffälligkeit.

    Nur wo und wann er das tut, bestimmt nicht er, sondern sein Mensch. Und der hat auch die Verantwortung, genau das Quantum zu liefern, das der Hund auf Grund seiner genetischen Disposition benötigt, um ausgeglichen zu sein.
    Wir sind da völlig dacor.


    Die einzige Frage, die ich mir dabei stelle ist: wieso wählt man einen "Partner", dessen Wesen ich dann aber wegtrainieren muss ... den ich zu einer gefälligeren Version dessen mache, was er ist ... damit sich mein soziales Umfeld nicht auf den Schlips getreten fühlt?

    Genau darum ging es mir nicht. Es geht darum, das auch ein Gebrauchshund im Office keine Aufgabe wahrnehmen muss, nur weil er dazu die Genetik hat.
    Ein Boxer verprügelt auch nicht ständig Leute auf der Straße, weil er ja Box-Champion ist.

    Bei den Gebrauchshunderassen musst du eben auch teilweise damit rechnen, dass sie sich aufgrund der Genetik nicht immer zwingend komplett in das Umfeld pressen lassen, in dem wir sie gerne hätten.

    Ich glaube hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

    Bin völlig Deiner Meinung wenn Du sagst, das man damit rechnen muss, das die Gebrauchseigenschaften eines Hundes mehr Aufwand, Zeit und Fähigkeit vom HH fordern können, um ihn alltagstauglich zu bekommen.
    Die Verantwortung und Anforderung an den HH wächst m.E. mit zunehmender Ausprägung der Gebrauchshundeeigenschaft.


    Gleichzeitig werden die Voraussetzungen an das Umfeld gerade in den ersten 4 Jahren wo es drauf ankommt oft unterschätzt.


    Aaaaber...mir wird zu häufig die Gebrauchshundeeigenschaft als Ausrede für Ungehorsam bzw. das nicht-funktionieren im Alltag hergenommen.
    Der DSH bellt bei jedem Pieps? Ja, der ist ja auch dafür gezüchtet zu bewachen.
    Der Dackel geht alles & jeden an? Ja, der ist ja dafür gezüchtet, gegen den Dachs zu kämpfen.
    Der Kangal blockiert die ganze Straße? Ja, der ist ja auch terretorial...


    Wenn Kimmo im übertragenen Sinne sagt, das Schäferhunde alles & jeden melden, weil sie ja genau dafür gezüchtet wurden und das also normal ist, dann würde ich dem nicht zustimmen wollen.

    Wenn man einen Gebrauchshund machen lässt, mag das so sein.
    Im besten Fall wird er so gebildet & erzogen, das er genau weiß wann er was zutun und zu lassen hat. Und wenn er "klar im Kopf" ist und der HH es grob richtig macht, bekommt er das auch ohne Probleme hin.

    Gerade einem DSH kann man im Grunde doch alles beibringen. Er ist so ein Allrounder, das er im Prinzip vom Stöckchen holen über Hardcore-IGP bis Objektschutz alles lernen und abrufen kann.

    Vorausgesetzt er kann die Disziplinen voneinander abgrenzen, wofür aber seine Ausbildung verantwortlich ist (Stichwort Triebwechsel), und nicht seine Genetik.

    Ich hab Thyra auch auf der Arbeit (Einzelhandel) dabei. Mein Schreibtisch steht am Verkaufsraum hinter einer kurzen Wand versteckt. Unter dem Schreibtisch ist ihr Hundebett. Ich hab ihr von Anfang an klar gemacht das sie Kunden weder anbellen noch anknurren darf und sie belohnt wenn sie die Klappe gehalten hat. Nachdem ich natürlich vor gehe und die Kunden bediene, hat sie relativ schnell verstanden das es nicht ihre Aufgabe ist aufzupassen und ich mich darum kümmere.

    Genau das ist der Punkt aus meiner Sicht, der oft missverstanden wird.

    Wenn ein Hund nicht weiß, wo seine Aufgabe anfängt und wo sie aufhört, dann hat das nix mit Genetik zutun, sondern mit falscher Konditionierung & fehlender Erziehung.

    Das österreichische Gesetz schriebt zB die Kastration von Assistenzhunden pauschal vor. Ist halt blöd, wenn n Führhund zB statt seine Arbeit zu machen, der läufigen Hündin hinterher rennt ^^ Das ist auch in Deutschland gedeckt vom Gesetz, oder wenn eine Hündin sonst wegen hormoneller Schwankungen wochenlang im Dienst unkonzentriert ist.

    Interessant das Du das schreibst.

    Wir haben hier Fritzi, eine zweijährige Labrador-Vizsla Hündin.

    Sein Besitzer will sie zur Jagd und bildet sie dafür aus. Sie mag Pepper sehr und wir treffen uns öfter zufällig.

    Ihr verhalten ist bei Begegnungen sehr sehr unterwürfig um dann total aufzudrehen und drüber zu sein.

    Auf meine Frage, ob sie kastriert ist sagte er mir vorgestern:"Noch nicht, ist aber geplant....ist ja doof wenn sie gerade dann, wenn ich sie zur Jagd brauche läufig.wird. Außerdem ist sie im Haus und zerfetzt immer ihre Windel"


    Das nur zum Thema, es wird nur medizinisch vorbeigend kastriert.


    Ich glaube viele sehen es eher zweckmäßig und machen sich kaum einen Kopf über Wesensänderung o.Ä.

    Wir leben in einer Industriegesellschaft. Was nicht passt, wird passend gemacht.


    Für mich persönlich war immer klar, das Pepper nicht kastriert wird, solange er nicht leidet.

    Ja, es ist schon anstrengender für ihn, wenn läufige Hündinnen in der Gegend unterwegs sind, das ist ihm anzumerken. Aber ich kann ihn beim Pipi-lecken aus seinem Tunnel rausrufen, das reicht mir völlig.

    Bei uns steht diese Herausforderung auch im Raum.

    Nur ist die Hündin eine Zwergpudeldame und der intakte Rüde halt Pepper.

    In der Zeit werde ich mit dem Van einfach das Weite suchen.

    Ich tue das meinem Hund nicht an...jetzt im Januar reicht es schon, das hier läufige Hündinnen ohne Ende
    die üblichen Spazierwege mit ihrem Duft versehen. Ist für Pepper einfach mehr Stress.


    Also, hätte ich die Wahl, würde ich das auf keinen Fall tun...einfach im Sinne des Hundes.

    Sie hat sich ausbalanciert und auf eine Freigabe gewartet, dass sie wieder runter kann.

    Da sind unsere unterschiedlichen Ansätze erkennbar.

    Entscheidend ist ja immer, was will man vom Hund.

    Ich würde Milas Verhalten für mich nicht positiv bewerten.

    Mir hat mal jemand erzählt, das sein Hund, sobald er eine Bank sieht, sich von der Seite mit den Vorderläufen drauflegt und wartet.

    Auf meine Frage nach dem "warum" sagte er: "Wenn wir uns aus den Augen verlieren weiß ich, er wartet auf einer Bank."

    Ich dachte damals "Boah, was der schon mit 6 Monaten alles kann..."

    Pepper konnte sowas alles nicht...bis heute.

    Heute sehe ich das komplett anders und sehe die Unterschiede.


    Nicht falsch verstehen: Ich finde es toll wenn Hunde Dinge können.

    Mir ist nur die Beziehung wichtiger als das Kunststück. Wenn beides da ist: Mega


    Wir diskutieren ja hier im Grunde, das oft die Konditionierung - also weil der Hund etwas kann/gelernt hat - als soziale Beziehung missverstanden wird.

    Vielleicht bringt es das auf den Punkt?


    Konditionierung baut das Verhalten technisch auf

    Erziehung entscheidet, wann, warum und wie verbindlich es ist


    Ein Hund kann konditioniert sein, zu kommen –

    aber unerzogen, wenn er nur hört, wenn er gerade Lust hat.


    Konditionierung bringt dem Hund bei, was funktioniert.

    Erziehung bringt ihm bei, was gilt.


    Wie oben schon erwähnt, es geht nicht um das entweder/oder.

    Ich möchte jetzt mal hören, ganz genau beschrieben, wie jemand erzieht ohne zu konditionieren.

    Er sagt das so nicht Angie :*
    Ich zitiere mich mal selbst, wo ich ihn zitiere:

    Bei den Basics im Gehorsam oder der Zielobjektsuche ist immer wieder Konditionierung dabei, aber
    höchste Priorität hat immer die soziale-emotional erzieherische Basis.

    Es geht um das gänzliche Fehlen oder die falsche Gewichtung zwischen Konditionierung und dem sozial-emotionalen Aspekt. Im Prinzip ist es das, wo man bei euch Hundesportlern inzwischen Punkte zieht, wenn der Hund nicht freudig (und Freude ist m.E. ein total emotional-soziale Ausdruck der Richtung HH geht) arbeitet.


    Es ist immer schwierig, wenn wir mit schwarz-weiss Argumenten kommen oder die Diskussion dahin abrutscht.


    1 x Klicker = "Maschine an"
    2x Klicker = "Maschine aus"
    Leckerchen rein, und alle sind zufrieden?


    Eben nicht...und davon spricht Baumann.

    Weil es eine andere, viel tiefer sitzende Motivation gerade bei unseren Gebrauchshunden gibt.
    Wofür schätzen wir den "will to please", wenn wir alles rein mit Konditionierung machen können?


    Wenn ich im Raum oder 2h auf dem Tennisplatz bin, schaut Pepper mich an...er ist immer "bei mir".

    Klar, bringt er auch mal jemand anderes den Ball...aber wenn ich mich räusper oder eine Anweisung gebe, macht
    er das, ohne zu zögern.
    Er hat nie ein Leckerchen gesehen, weil die ihn nicht interessieren.
    Spielzeug ok, aber wenn ich sage "liegenlassen, weitergehen" dreht er sich um und geht, ohne einen Blick zurück.


    Ich hab das andere Ende des Themas, nämlich die Konditionierung vernachlässigt 8o

    Einfach weil ich zu faul und ein bisschen zu doof dazu bin.

    Deshalb kann mein Hund auch nix...außer mir jeden Stock im Wald bringen, damit ich ihn wegwerfe oder verstecke :/

    Aber was er macht, macht er für mich und würde das auch wohl für Dich tun, weil er "erzogen" ist und nicht, weil Du den Klicker drückst.
    Und wenn Du jetzt sagst "jaaa aber das er das macht wurde konditioniert. Sicher, er musste irgendwann mal verstehen, was ich von ihm will. Macht er es nicht, gab´s nen Anschiss, machte er es, gab´s nix.
    Das Maline und tanja_and_pets war mein Versäumniss.


    Ich habe dieses soziale, das emotionale zu wenig gewichtet, weil ich als Mensch einfach dazu anfangs noch nicht fähig war. Ich hatte einfach nur Glück, das dieser Hund sich so felsenfest für mich entschieden hat.
    Vielleicht war es auch die klare Linie (Sicherheit, Planungssicherheit), die das bewirkt hat.

    Zerrgeln ohne sozialen Aspekt ist reine Konfrontation.

    So jedenfalls verstehe ich das, was Thomas Baumann da transportiert. :S