Ich glaube viele sehen es eher zweckmäßig und machen sich kaum einen Kopf über Wesensänderung o.Ä.
Wir leben in einer Industriegesellschaft. Was nicht passt, wird passend gemacht.
Moment mal - Nutztierhaltung ist doch kein Phänomen der industrialisierten Gesellschaft! Das Gegenteil ist der Fall, Hunde werden immer mehr vermenschlicht und es wird immer mehr geforscht über den psychologischen Zustand von Hunden etc - was großartig ist! Dass ein Tier, was einen Job hat, auf den Menschen angewiesen sind, "passend gemacht" wird, ist natürlich ökonomisch gedacht, ansonsten würd ich zB auch gern 2 Assistenzhunde nehmen um zB zu hoffen, dass beide dann nicht zeitgleich läufig werden, ansonsten muss eben ein dritter her... oder wie? Wer soll das finanzieren? Oder wir bilden munter aus und stellen nach 2 Jahren fest, Rüde ist leider bissl arg sexuell interessiert, ja dann nehmen wir nen neuen und fangen von vorne an. Das ist halt leider an der Realität vorbei.
Ich bringe mal wieder den Vergleich zu anderen Tieren: Hatte ein krankes Schaf. Find mal einen TA der ein krankes Schaf über Tage behandelt, umfangreiche Diagnostik erstellt und am WE raus fährt. So schnell wie dir geraten wird, es halt "wegzumachen" bevor es noch andere ansteckt, kannste gar nicht gucken. Und ich Idiot renn 5 mal täglich rüber, um Tropfen zu verabreichen, mit einer Spritze Futter ins Schaf zu kriegen weil wenn die Verdauung still steht ist Feierabend und sitz beim kranken Schaf um aufzupassen. Kann ich jetzt aber nicht von jedem Schäfer erwarten, der 200 Tiere oder mehr hat und wirtschaftliche Faktoren berücksichtigen muss, deshalb ist das aber kein schlechter Mensch oder ich bin moralisch überlegen. Schaf hats übrigens trotzdem nicht geschafft.
Ich glaube, dass die Tierhaltung sich in eine bessere Richtung entwickelt, es dauert halt vieles, und eine wohlüberlegte Entscheidung für oder gegen Kastration ist einer der Punkte, die klasse sind, aber Tiere passend zu machen für ihren Zweck ist die Grundlage für das Zusammenleben zwischen Tieren und Menschen, immer gewesen (inwiefern man das gut findet oder nicht ist eine andere Frage). Haustiere, die psychologisch untersucht werden, sind das neue Phänomen. Es geht in eine gute Richtung, aber es gibt, wie in jeder Entwicklung, Fraktionen, die es maßlos übertreiben (Stichwort "Mein Hund darf seine Emotionen jederzeit ausdrücken" - nein, darf er nicht! Zum Zusammenleben gehört gegenseitiges Zurücknehmen.)