Darum geht es:
Ronja Polkowski
Öffentliche Stellungnahme zum grausamen und unnötigen Tod von Ares
Mein Ares wurde durch einen Hund von Hans Bodenmeier getötet - dabei hat dieser absolut…
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Darum geht es:
Axman : ach, nee, ich tausche mich ganz gerne aus und niemand kann hier den anderen sehen oder seine genauen Lebensumstände kennen.
Mir ist ja auch klar " läuft auf dem Hof frei herum" kann alles bedeuten ![]()
Darum habe ich das ein wenig genauer beschrieben.
Ach, der Fall Bodenmeier, das ist in meinen Augen wieder so eine schwieriges Geschichte, die kaum zu beurteilen ist, wenn man nicht dabei war..Auf jeden Fall ganz grauenvoll für alle Beteiligten, denke ich.
Man kann nur froh sein, wenn man nie in so eine Lage kommt..
Axman : der lief ohne Leine aber im gleichen Stil wie mit. Der ist nie allein herumgezogen und beim Spaziergang immer um mich herum. Und er hat schon sehr früh, so um 14 Wochen herum, gelernt, vor jeder Kurve abzusitzen und zu warten, genau gleich, wenn fremde Hunde entgegen kamen. Der durfte nie einfach auf fremde Hunde zuspringen. Was da eine Leine zusätzlich gebracht hätte, ist mir da unklar.
Er hat halt andere Hunde sehr gern. Das bedeutet nicht, dass er losstürmt oder so. Aber Fokus ist da halt eine Weile dann weg.
Und er spielt sehr gern, durfte das aber sehr selten, also alle 6-8 Wochen mal, wenn sich Gelegenheit mit passendem Hund ergeben hat. Ganz jung bin ich sowieso kein Fan von wildem Toben. Es ist ihm halt lange schwer gefallen, andere Hunde nicht anzuglotzen. Ist mit Training und zunehmendem Alter aber besser geworden.
Er darf auf dem Hof frei herumlaufen bedeutet nicht, dass er macht, was er will. Nur, dass er eben nicht an der Leine ist dabei. Aber selbstverständlich ist er immer bei mir, das ist jetzt etwas, das Schäferhunde, zumindest meine mit etwas Unterstützung sowieso von selber anbieten.
Wenn ich auf der Weide ein Pferd hole, dann kommt er mit. Füttere ich, liegt er meist in einer Box oder im Stroh. Bin ich in der Reithalle, liegt er je nach Wärme auf seinem Reithallensofa oder in einer Ecke.
Für mich persönlich ist eine Leine in solchen Situationen völlig unpraktisch und war bei all meinen Hunden eben auch unnötig im Alltagsgebrauch.
Bei gleichem handling waren die
aber Im Sozialverhalten auch total unterschiedlich. Was jetzt für mich eben aber eigentlich egal ist.
Beim weniger freundlichen muss man halt in entsprechenden Situationen lange ein Auge drauf haben, dass der sich beherrscht, beim überfreundlichen genau gleich, wenn auch aus anderen Motiven.
Wobei letztere den Vorteil haben, dass man weniger Gefahr läuft, verklagt zu werden.
Ich sage das ohne Werten. Aber unsere Welt ist so eng geworden, ich kann gar nicht mehr zählen, wieviel 100 Mal der Bassam so aus dem Nichts mit einer fremden Hundenase beglückt worden ist. Das geht oft so schnell, da hast du gar keine Zeit zum reagieren.
Da sitzt du in der TA Praxis, Hund im Platz an der Leine neben dir. Grossmütterchen mit kleinem Bodensurri 3m neben dir an der Theke, plaudert mit Praxisassistentin, hat ihren ebenfalls an der Leine.
Dreht sich unverhofft und lässt blitzschnell und beabsichtigt ihrem die Leine lang und eine Millisekunde später leckt der Kleine meinem das Gesicht. Ich hatte nicht mal Zeit, den Mund aufzubekommen.
Weisst du, was ich meine? Sowas lässt sich heute kaum noch vermeiden.
Man muss ja nur schauen, der Rummel, der jetzt im Fall Bodenmeier losgetreten worden ist.
In der heutigen Zeit ist vieles ganz heikel..
nette: natürlich macht man sich Gedanken und ich kann dich sehr gut verstehen. Aber aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass es wirklich stark genetisch bedingt ist, wie freundschaftlich Hunde miteinander umgehen. Man kann das natürlich in einem begrenzten Rahmen fördern, aber da sind einfach im Endeffekt Grenzen da.
Also manage ich das lieber und zerbreche mir nicht den Kopf darüber.
Einer meiner besten Sportkollegin ist es im übrigen ähnlich gegangen wie dir. Ihre Hündin ist auf den ersten Blick nicht so freundlich wie mein Bassam.
Seit Ewigkeiten versuche ich sie zu beruhigen, da sich die Hündin in meinen Augen völlig normal benimmt.
Sie möchte nicht von übereifrigen Rüden und anderen Hunden belästigt werden und tut das halt, auch Vokal, kund. Sie war nun wegen ihren Selbstzweifeln an einem Kurs und hat dort erfahren, dass ihre Hündin sehr souverän und nicht etwa unsicher ist, wie sie dachte. Und dass sie, was ihr Recht ist, auch klar kommuniziert, mit wem sie Kontakt will und mit wem nicht. Das hat meiner Kollegin sehr gut getan.
Mit Bassam und der Hündin haben wir das so gelöst, dass er zwar in ihrer Nähe war, aber nicht hin durfte. Sie hat die Anwesenheit des fremden Fötzels anfangs lautstark kommentiert. Mittlerweile ist das vorbei und die 2 können auch Körperkontakt haben ohne Probleme. Aber das ging nicht von heute auf morgen und aus meiner Sicht war das Verhalten der Hündin völlig logisch und nachvollziehbar.
Auch dass Hunde den eigenen Besitzer als ihr Eigentum sehen, ist im Zuge der Bindung absolut normal, auch Kinder werden eifersüchtig, wenn sich fremde Kinder oder Geschwister den Eltern zu sehr nähern.
Das Gegenteil würde mir viel mehr Sorgen machen, also, wenn ich dem Hund egal wäre.
Natürlich muss man dieses Besitzergreifen etwas steuern, damit es nicht überfordert, es ist aber eine völlig normale Begleiterscheinung der Bindung.
Das heißt, du bist dem Hund etwas wert und was Wert hat, wird auch verteidigt.
@beide:nervenschwache Hunde hatte ich nie. Aber die ganze Palette von " ich mag kaum einen und den Rest kille ich, wenn auch unbeabsichtigt, weil kleiner und so" bis hin zu " ich liebe jeden, aber wehe, er bezweifelt meine Weltherrschaft, dann kille ich ihn, nicht beabsichtigt, weil kleiner und so"..
Beides hat Vorteile und Nachteile.
Bassam ist der Typ, der alle gern hat. War schon oft ein Vorteil, weil er echt viel mit " ich lasse nur ungefragt schnuppern " zu tun hat. Das Klientel ist zu 100% kleiner ( meist unter 10 kg) und dazu noch älter. Hat mir viel TA Rechnungen erspart.
ABER: bis heute will er jeden kennen lernen und es ist auf dem Hundeplatz manchmal echt anstrengend, ihm zu sagen: ich bin auch noch da, Burschi!
Und da er echt führerhart ist:den kann man prügeln, das interessiert ihn null..
Ach ja, Futter interessiert ihn auch null, man hat da wirklich Arbeit, ihn zu begeistern mit dem Spiel- und Beutetrieb. Nicht, dass er das nicht mag, aber, wenn er den Helfer sieht oder Artgenossen, da hat man echt Arbeit, ihn anderweitig gleichwertig zu begeistern.
Das ist jetzt mittlerweile auch nicht mehr ganz so schlimm ( aber immer noch Arbeit) und liegt sicher auch an meiner Unerfahrenheit und Unfähigkeit, aber ich möchte damit nur aufzeigen, dass das Gegenteil von mit keinem grün sein auch kein Zuckerschlecken ist.
Undwenn meiner dann zupackt, dann auch gradso richtig. Also gnadenlos.
Da er dann aber wirklich im Recht ist, kratzt mich das wenig. Ist in der heutigen Zeit schwer. Hat bisher trotzdem geklappt, da der andere Hund maßlos angegriffen hat und ich da kein Zugeständnis mache.
Genauso wenig, wenn ich einen eher untoleranten Hund habe und jemand einfach riechen lässt. Sein Risiko..
Ich schließe mich da vollkommen Secans an. Sind Schäferhunde und wenn die wen nicht mögen, dann ists halt so. Da grüble ich nicht stundenlang, weshalb und wieso.
Pepper : genauso handhaben wir das ja auch. Bei Antipathie muss mein Hund neutral bleiben. Aber Antipathie wird von mir ohne viel Gedanken akzeptiert
Ich kenne sie auch nur in weich, aber vielleicht sind sie im Herkunftsland anders. Bei unserem SD Kurs war auch eine mit 3 Cattle dogs, da muss man den Schutz- und Beutetrieb mit der Lupe suchen.
Ich schließe mich oben genanntem auch an.
Hunde müssen nicht alle anderen Hunde mögen, das muss Mensch respektieren. Punkt.
Das ust völlig normales Verhalten, bei den Hündinnen sowieso und auch Rüden müssen sich nicht alle grün sein.
Erste Hündin von mir war so, wie schon jemand beschrieben hat: was männlich und größer oder gleich groß war UND von ihr respektiert wurde, das ging. Den Rest hat sie völlig unzimperlich angegriffen.
Bei mir wusste sie, sie darf nicht und hat diese Hassobjekte dann zähneknirschend ignoriert.
Wenn mein Opa hingegen mit ihr spazieren ging, flatterte schon mal eine Tierarztrechnung rein.
Der Rüde danach hatte eine Aversion gegen andere Rüden. Auch hier: war ich in Sichtweite, ist nichts passiert, aber wehe, er war alleine.
Der nächste Rüde und jetzt Bassam sind sehr kollegial, egal, ob gross, klein, männlich, weiblich. Beide ignorieren auch von Haus aus, wenn sie angebellt, angeknurrt, angegiftet werden. Wenn der andere aber tätlich wird, dann kracht es gewaltig. Sind aber beide nicht nachtragend.
Mir ist das auch ehrlich gesagt egal, welcher Typ mein Hund da ist, entscheidend ist das passende Management und natürlich Erziehung, so dass es je nach Charakter nicht zu Problemen kommt. Aber ich stehe zu meinem Hund, so wie er ist und respektiere, dass er allenfalls nicht alle mag.
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Ich drösele das halt gar nicht so auf bzw sehe das auch nicht so kompliziert. Klar, Hunde denken! Sicher nicht in unserem Sinne, aber ja doch, sonst wäre all die soziale Interaktion gar nicht möglich. Tiere lernen nicht nur uns und unsere Sprache kennen und verstehen, sondern auch untereinander lernen verschiedene Spezies kommunizieren. Also der Hund mit dem Pferd, der Katze, dem Vogel usw und zwar gegenseitig. Das setzt schon Denkvermögen voraus.
Auch bei starken Trieben setzt das Denkvermögen nicht automatisch aus. Nur hat das Denken an den eigenen Besitzer da nicht gerade Vorrang. Das kann man natürlich mit geschickter Ausbildung ändern. Dann ist der Trieb nicht mehr das alleinig wichtige.
Und für mich ist das meiste Konditionierung, die aber eben NICHT ohne das Selbständige Denken des Hundes stattfindet. Ist ja immerhin nur schon mal das " soll ich oder nicht, muss ich oder nicht, will ich oder nicht " im menschlichen Sinn darin enthalten. Die sind ja wirklich hochintelligent, das seh ich jaschon bei all meinen Welpen, die ich hatte. Die haben im nullkommanix begriffen, jagen ist tabu ( das dauerte stets nur wenige Wochen) UND konnten ALLE ebenso schnell begreifen, dass Maus und Rabe davon die Ausnahme sind.
Ich hab nicht mal ne Schleppleine und im übrigen wimmelt es hier von Katzen, Hasen, Wild..
Die begreifen was uns wirklich extrem wichtig ist und wo wir unsicher oder, vielleicht unbewusst, nachgiebig sind. Ja, in meinen Augen denken Tiere. Nicht in unseren Worten, aber wir verstehen es trotzdem
Hier noch ein sehr interessantes Gespräch mit Ajay Singh, das sich stark mit Genetik beschäftigt. Äußerst interessant und hörenswert:
Ich denke, da muss jeder individuell seine Lösung finden, die zu ihm und zum Hund passt. Auch meine laufen von Anfang an zu 99% frei ( Ausnahme Verkehr).
Die lernen als erstes ganz jung: Jagen absolut tabu, egal, ob Katze, Hase oder Reh und die lernen ebenfalls ganz früh absitzen oder stehen und warten. Dies müssen sie auf Kommando immer vor uneinsehbaren Kurven ( man macht sich keine Vorstellung, was da alles an Überraschungen lauert), zudem, wenn ein Auto kommt und natürlich, wenn Fußgänger, Biker etc kommen ( bei den letzteren Gruppen aus Höflichkeit, da viele Leute sich verständlicherweise fürchten, wenn da plötzlich ein großer Schäferhund entgegen kommt- und ganz viele bedanken sich dann).
Entsprechend dürfen sich meine Hunde auch auf sehr grossen Radius bewegen.
Die kennen aber gar nichts anderes, wir leben ohne Zaun mit Fuchs und Hase auf dem Bauernhof
Pepper das kann ich absolut nachvollziehen und diese Hunde sind oft ganz tolle Hunde.
Ich kann mit diesen auch gut umgehen, das ist kein Problem.
Nur mein Beuteschema sind halt eher die etwas robusteren, ist neben persönlicher Vorliebe auch berufsbedingt, denn auf dem Hof wird immer mal laut, eine Herde Pferde stürmt auf einen zu oder es geht hektisch zu und her.
Ich denke, für viele hier ist das Verhalten des Hundes völlig normal und das Problem, sofern es denn eines ist, wäre gar nie so aufgetaucht.
Genetisch fahren solche Hunde halt sofort auf Zerr- und Beutespiele ab, der eine mehr, der andere weniger. Dass man da eben von der ersten Sekunde auch grad die Spielregeln festlegt, Grenzen setzt und auch Ruhepausen strikt fordert, ist da eigentlich sonnenklar.
Ist aber nicht passiert, entsprechend haben die 2 Besitzer nun ein Problem damit.
Da reagiert diese Trainerin nun durchaus im Sinne der Besitzer mit ihrem Ansatz ( ob man jetzt noch knurren muss oder Drohgesten ohne substantiellen Hintergrund einbaut und ob das sinnvoll ist, ist eigentlich egal), Ziel ist, den Beutrieb gar nicht gross erwachen zu lassen bzw zu Deckeln, damit die 2 nicht groß Probleme bekommen.
Und da der Hund sehr weich ist, wird das auch klappen.
Sonst wäre er dem unbedarften Pärchen schon längst über den Kopf gewachsen.
Ich verstehe daher auch die Nachfrage nach solchen weichen, führigen Hunden in der heutigen Zucht, obwohl ich persönlich schon Vögel bekomme, wenn ein Hund sich von so wenig Körpereinsatz schon blocken lässt. Für mich persönlich wäre das kein Hund, mit dem ich mich wohl fühlen würde, weil ich da immer das Gefühl hätte, jede Geste, jeden Tonfall auf die Goldwaage legen zu müssen und das stresst mich.
Wenn man dann am anderen Ende der Skala ist, was den Hund anbetrifft, dann hat man halt wiederum einen anderen Blick auf solche Situationen.
Meiner durfte schon als Welpe seine 20min haben und wir haben dann halt einfach fröhlich mitgemacht. Wurde es zu grob, gab's eine Ansage.
Meiner hat bis heute solche Anfälle und bis zu einem gewissen Rahmen blödeln wir gerne mit. Knurren ist nie dabei, soweit darf es nicht mal in Gedanken kommen. Aber er packt halt mal Ärmel, Hosenbein, Taschen whatever..Ist ja sein Trieb und auch gewünscht, nur zu grob werden ist tabu, Auslassen darf auch keine Frage sein. Das ist eine Art ritualisiertes Spiel.
Aber so hat jeder seine Regeln im Umgang mit dem Hund und wenn man nicht sicher sein kann, dassman selber die Spielregeln aufstellt und durchsetzt, ist es besser, das Spiel zu lassen. Und darum geht es hier, denke ich mal