Unser erste Tag im SV

  • Hey Ihr Lieben,


    wir hatten heute unseren ersten Tag im SV. Haben uns dort mal vorgestellt und den Hauptmenschen dort kennengelernt.


    An für sich fand ich es sehr interessant und gut und werde auch die 12 Wochen "Anfänger" buchen.


    Was mich ein bisschen erschrocken hat war, dass der Einsatz von Strom-, Stachelhalsbänder und anderen "Hilfs"mittel befürwortet wird. Das Argument zu diesen Dingen ist, dass man das Tier besser unter Kontrolle hat und bei dem Stromhalsband, dass es besser ist, auf die Entfernung emotionslos, zeitgenau korrigieren zu können und somit bessere und schnellere Erfolge erzielt werden können (Schutzhundeausbildung).
    Er meinte auch, dass der Strom so niedrig eingestellt ist, dass es sich nur anfühlt als würde er den Hund antippen oder aber kurz an der Leine zupfen. Das für mich erklärendste und rechtfertigendste (gibts die Wörter überhaupt ? :-D) Argument war "Wir lieben die Hunde und zudem kosten sie einen Haufen Zeit und Geld, da macht es doch keinen Sinn, dass wir unsere lieben Tiere quälen".
    Er hat eben auch angemerkt, dass es natürlich Leute gibt, die es übertreiben und die Tiere dann leiden.


    Ist der Einsatz davon ziemlich normal? Denn wenn der Halsbereich irgendwann zu abgestumpft ist, dass ein Stachel her muss, ist der Hund dann nicht auch irgendwann zu abgestumpft mit dem Strom und braucht (Theoretisch) dann auch immer mehr?


    Wenn der Hund nicht so springt, packt, stellt etc. wie er soll, vielleicht entspricht dies nicht seiner Ambition. Vielleicht wäre er mit einem anderen Sport leichtführiger?


    Ich habe keine Ahnung. Bin im Hundesport total neu.(Wobei ich mit Buddy natürlich erstmal Grunderziehung und -gerhorsam übe)


    Die Herren die heute dort waren, haben mir erlaubt beim üben noch etwas bei zu wohnen und zu zu sehen. Der eine Hund bekam "zur besseren Kontrolle" eine leichte Kordel um die Lenden. (Um jeden abzusichern) .
    Stellt sich mir die Frage: Warum übe ich riskante Situationen, wo ich nicht weiß ob ich meinem Hund vertrauen kann und muss ihn mit einer weiteren Schnur kontrollieren, um zu verhindern, dass jemand Schaden nimmt...? Weil er nicht jedes Mal das Gelernte gleich umsetzt.
    Hä?


    Jetzt mal ganz ehrlich... Bin ich da zu streng oder ist es tatsächlich irgendwie nicht ganz knusper?


    Freu mich wie immer auf Eure Antworten, Kritiken usw.


    LG

  • Achtung persönliche Meinung:

    Ich würde aus Prinzip einem solchen Verein fern bleiben! Kannst du es mit deinem Gewissen vereinbaren auf einem Platz zu trainieren und von Trainern Tipps anzunehmen, die sogar mit tierschutzwidrigen Methoden arbeiten und es sogar offen zugeben??? :cursing:


    Das Thema über solche Methoden war hier schon des öfteren present...ich versuche gerade mal ein paar alte Threats zu druchstöbern...


    Fakt ist: Es gibt auch SV- Vereine die zumindest auf Strom verzichten...aber den Stachler ist meiner Kenntnis nach überall vergeben...Für die Minimale Korrektur.


    Ich an deiner Stelle würde Beweise sammeln und anzeigen :whistling: Denn wenn dein "neuer" Verein wirklich mit Strom arbeitet, kann das Vet-amt (zumindest theoretisch) eingreifen...

  • Ich bin total gegen solche Maßnahmen. Ich finde auch Stachelhalsbänder ätzend und alles was zu hart ist. Tiere sind weitaus sensibler als der Mensch und ich habe diese romantische Vorstellung, dass es auch ohne schmerzhaften Zwang geht.


    Ich fand ja auch den "Knüppel" beim Schutzdienst total gruselig und die Voraussetzung "der Hund muss 2 Schläge ab können" ging mir total gegen den Strich. Ich habe dem Trainer zu Anfang direkt gesagt, dass ich sowas nicht machen möchte und wenn mir auf der Straße jemand entgegen käme, der meinen Hund schlägt, der hats hinter sich!!!
    Er meinte er würde gerne die Vorurteile beseitigen. Ok. Jeder hat ne Chance verdient. Er hat mir den "Knüppel" gezeigt und ich war leider positiv überrascht, dass er gar nicht hart war. Er meinte ich soll mir mal auf den Oberschenkel schlagen (kurze Hose). Habe ich auch tatsächlich mehrere Male so fest ich konnte gemacht. Es hat bisschen an der Haut gezwiebelt, aber richtig weh getan hat es nicht. Zudem würden die Hunde unter starkem Adrenalin stehen und merken das gar nicht.
    Ich finde die Vorstellung immer noch nicht gut, dass mein kleiner Buddy irgendwann mal an die Stelle dieser Hunde tritt, aber ganz schlimm finde ich es auch nicht mehr.


    Der Trainer/Ausbilder war gestern sehr liebevoll mit Buddy und seine Hunde hatten "Spaß" an der Arbeit und waren richtig arbeitsgeil. Ich denke, wenn sie misshandelt werden würden, würden die Tiere anders aussehen. Die Körperhaltung etc sah nicht danach aus. Auch die anderen Hunde sahen sehr gepflegt aus und hatten Spaß daran. Eine Dobermannhündin war auch mit dabei. Sie schien mir sehr sensibel und ihr Besitzer hat alles ganz in Ruhe mit ihr abgearbeitet.


    Der Ausbilder hat mir auch gesagt (wusste ich schon), dass egal was man mit dem Hund arbeitet oder welche Komandos, Methoden etc benutz, immer an das Tier angepasst sein muss. Wenn man einen sehr nervösen und unsicheren Hund hat, muss man eben auch seine Stimme, Leinenzug usw. daran anpassen. Da kann mann nicht so feste dran ziehen und brüllen, sondern muss ihn ganz behutsam lenken und komandieren. Von daher glaube ich nicht, dass er wie bei dem Link mit den Tieren umgeht.


    Er meinte auch , was definitiv schief läuft, wäre, das die Prüfungsbedingungen bei den höheren Instanzen so hoch wären, dass sich diese ohne Strom nicht erreichen lassen, jedoch um sich vor "Tierschützern zu schützen" nicht zur Prüfung zugelassen sind (Also die Teletaktgeräte).... So könnten die Prüfer und alle die da was zu kamellen haben abstreiten, dass so etwas toleriert würde, jedoch sähe die Wahrheit anders aus.
    Er fragte auch, was denn schlimmer sei: Einen Hund, weil man ihn nicht mehr im Griff hat ständig am Stachel zu ziehen (weil führen unmöglich ist; bedenkend daran, was das gesundheitlich an Halswirbeln, Speiseröhre etc auswirkt) oder ein Paar mal geringe, andere Impulse zu setzen um das Tier wieder "erreichen" zu können, um es wieder auf einen anderen Weg zu bringen. Er hat auch mehrmals betont, dass er nicht von der vollen Drönung spricht, sondern nur von einem leichten "Picken".
    Er benutzt das nicht immer ewig und drei Tage, sondern es ging in den Gesprächen schon eher um Ausnahmefälle.


    Er riet mir auch eine leichtere Leine für Buddy zu besorgen, damit er eben nicht am Hals abstumpft und das evtl. Ziel sein könnte, dass er später ohne Leine geführt werden kann. Die Leine die wir momentan haben, würde, wie jede andere, normale auch, bei jeder Bewegung einen Impuls geben, die ein Hund ja irgendwann lernt zu ignorieren und so würde sich das immer weiter ziehen.


    Und dazu steht eben kontrovers das, was ich im obigen Post geschrieben habe.


    Oder ich picke mir das raus was ich gut finde und lasse die Sachen die mir nicht gefallen weg.


    Bin da wirklich zwiegespalten....

  • Geh da nach deinem Gefühl :)
    Grundsätzlich finde ich es nicht gut, einem Hund über Einwirkungen jeglicher Art etwas beizubringen. die Lernphase sollte doch komplett Zwang- und Druckfrei sein. Jedoch gibt es auch Hunde, die doch etwas stärker und härter sind und die auch mal abgesichert werden müssen und ich denke, darüber hat der Trainer gesprochen.
    Und ja, ein niedriger Impuls ist viel schmerzfreier und schonender für den hund, als ein kräftiger Leinenruck an der normalen Kette.
    Ich habe mir selber öfters verschiedene TIGs angelegt und die ganzen Stufen durchprobiert. Wir Menschen haben zudem kein Fell und dünnere Haut als Hunde, also bei uns kommt da mehr an.
    Worauf der Hund da eher reagiert ist der Schreck, wenn der Impuls ausgelöst wird und da kommt es auch immer auf den Hund an. manche sind so sensibel, da wäre TIG und Stachler usw. Gift für sie...andere da kannste das TIG auf die höchste Stufe stellen, die zucken nicht mal....interessiert die nicht.

  • Das Problem an dem ganzen ist das bei den meisten die Ausbildung schnell gehen soll/muss das der Hund schnell hoch geführt werden soll.


    Ich arbeite mit einer normalen umgeschlagenen Kette. Mit Geduld und Spuke und es funktioniert auch. Wir brauchen zwar immer länger aber geht.

  • @Schoki Eine Sache kann ich dir garantieren: Romatisch ist deine Vorstellung ohne Starkzwang mit deinem Hund zu arbeiten nicht! Wie DU mit deinem Hund umgehst und welchen Weg ihr zusammen geht bleibt ganz alleine dir überlassen.


    Du kannst dich natürlich auch von den einfachen, schnellen Methoden überzeugen lassen, deine Sache.


    Aber (zumindest in der Alltagserziehung) gibt es zwischen Starkzwang und "Watte-Bausch-Werfer" gefühlt 100 Möglichkeiten mit dem Hund zu arbeiten, ohne ihn mit Starkzwang zu tracktieren.

  • Ich habe die OG die mit solchen Mitteln anfing zu arbeiten schon vor fast 10 Jahren verlassen und es wird mich keine wiedersehen die so arbeitet, nicht mal zum Zuschauen.
    Wofür braucht man so etwas? Um ein paar Prüfungen auf OG-Niveau zu laufen. Mehr erreichen doch die Wenigsten, nicht mal mit Starkzwang. Zu oft habe ich Wörter wie Zwangsapport, Zwangsfährt usw. gehört von Leuten die mehr als zwei Jahre für eine BH brauchten.
    Teletakt ist seit vielen Jahren verboten, egal wie es dosiert wird.
    Ich habe mir einiges anhören müssen, von wegen: du hast ja keinen Schäferhund. Da muss man anders dran gehen. - Blödsinn
    Jetzt habe ich einen und der besitzt nicht mal ein Kettenhalsband. :love:


    LG Terrortöle

  • Ich hab mir vor 12 Jahren mit meiner ersten Hündin auch sowas erzählen lassen. Beim OG-Wechsel nach 1 Jahr standen wir dann in voller Montur vor dem neuen Helfer und der sagte "alles ab, nur Ball". Wir haben die Hündin komplett über Spiel ausgebildet und haben die SchH3 mit 280 Punkten gemacht. FH 1 und 2 mit SG.
    Ich hab Leute mit sehr unschönen Methoden an Kleinigkeiten feilen sehen - damit der Hund höher oder weiter springt, noch enger bei Fuß läuft, noch nen Tick schneller rumkommt etc. Möglichst viel rauskitzeln - über die Bereitschaft des Hundes und vllt auch seine Fähigkeiten hinaus. Für ein paar Punkte mehr bei der OG-Prüfung... Warum nicht mit dem Hund durchaus ernsthaft arbeiten und dabei Grenzen akzeptieren?
    Teletak is verboten und Punkt.

  • ...andere da kannste das TIG auf die höchste Stufe stellen, die zucken nicht mal....interessiert die nicht.

    Ja, das meinte er auch. Wobei ich dann denke: Ist dann nicht vorher schon einiges falsch gelaufen? Und das Tier muss es im Endefekt ausbaden.


    Terrortöle:


    Er fragte auch, was denn schlimmer sei: Einen Hund, weil man ihn nicht mehr im Griff hat ständig am Stachel zu ziehen (weil führen unmöglich ist; bedenkend daran, was das gesundheitlich an Halswirbeln, Speiseröhre etc auswirkt) oder ein Paar mal geringe, andere Impulse zu setzen um das Tier wieder "erreichen" zu können, um es wieder auf einen anderen Weg zu bringen. Er hat auch mehrmals betont, dass er nicht von der vollen Drönung spricht, sondern nur von einem leichten "Picken".
    Er benutzt das nicht immer ewig und drei Tage, sondern es ging in den Gesprächen schon eher um Ausnahmefälle.

    Also hätte er gesagt er setzt es ausnahmlos so ein, weil das so muss, dann wäre ich direkt wieder gegangen. Und das die Dinger verboten sind, habe ich jetzt schon verstanden. Ich möchte auch nochmal darauf hinweisen, dass ich das nicht für gut empfinde und auch nicht anwenden möchte und werde. Er sprach von Hunden die schon so abgestumpft waren, dass sogar ein Stachel nix gebracht hat inkl. rumgezerre und fast Strangulation. Dass da im Vorfeld einiges schief gelaufen ist, steht außer Frage. Er meinte halt, dass dann was anderes her muss, jedoch nicht auf 230V oder so (Wenn die Dinger überhaupt so hoch gehen, keine Ahnung). Er hat schon betont, dass das mit dem Stachel für die Tiere ne Qual istn(wenn man so feste dran zerren muss) und man eben einen anderen Impuls geben müsse, so könnte man dann auch wieder den Hund weicher bekommen, damit eben kein Stachel oder Strom eingesetzt werden muss.


    Mit den Wettkämpfen kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Nur um sich selber zu profilieren, das Tier zu maltretieren.....no Way.


    Ich wollte da auch keine Debatte draus machen, ob es gerechtfertigt ist oder nicht. Das ist ein endloses Thema.


    Für mich war es an dem Tag einfach erschreckend, mit solchen Dingen konfrontiert zu werden, von denen ich nichts halte (Die ganzen Hilfsmittel) und aber dazu Argumente höre, die teilweise logisch klingen bzw. auch irgendwo einleuchten. Da ich wirklich keine Erfahrungen mit SVs habe und schon einige "Trainer" da hatte oder angeguckt habe und jeder sagt was anders, war ich einfach verunsichert, ob das tatsächlich so Gang und Gebe ist oder eher die "negative" Ausnahme.


    Ich hatte eine Trainerin da, die ist der Meinung, sobald der Hund Stress hat, müsse ich ihm Futter geben. Situation: Wir gehen um die Ecke, hinter dem Gartenzaun steht ein Hund und bellt sich die Kehle wund, mein Hund fängt auch an (nicht Buddy) und ich soll direkt füttern. Das würde entspannen. Für mich ist das so, dass ich den Hund dann lobe, wenn er kläfft und Theater macht..... Sie ist aber der völligen Überzeugung und meinte, so wie ich das sehe, müsse ich meine Denkweise ganz schnell ändern.
    Nun kam ich damit so gar nicht zurecht, weshalb ich das ziemlich schnell abgebrochen habe.


    Nur so als Beispiel.


    Ich denke ich werde einfach gucken was ich von dort mitnehmen kann und wenn ich vom Bauch her ein komisches Gefühl habe, mache ich es einfach nicht.

  • Stachel und Teletakt ist verboten. Stachel zur gezielter Korrektur für mich ok aber nur auf dem Platz. Dies gilt aber nicht für alle Hunde gleich. Wenn ich einen sehr sensiblen Hund habe mach ich mir mehr damit kaputt. Man braucht Erfahrung im Umgang mit Hilfsmitteln am besten garnicht benutzen. Haben die sich dort mal deinen Hund angesehen?
    Das Thema Schutzdienst ist immer sone Sache für sich. Finde es aber gut das er Dir mal gezeigt hat worum es geht.
    Man muss halt nur verstehen worum es geht.
    Ich würde vorerst BH Prüfung anstreben. Dann hast du den Grundgehorsam gut trainiert. Danach muss man sehen was dein Hund überhaupt braucht. Es gibt so viele Möglichkeiten Fährte Mantrailling etc. Alles super Sache um seinen Hund gut auszulasten. Auf jeden Fall wäre ich vorsichtig mit mit so einer O G die so offen Mit Tierquälerei umgeht. Gibt es denn noch eine OG bei euch in der Nähe? Ich würde die OG auf jeden beim SV melden.