Ein kleiner Bericht aus der Perespektive von Gin + ich als Team und ich + andere Kursläute.
Gin + ich:
Durch meine aktive Mitwirkung im Verein als Azubi Hundetrainer, darf ich nun auf den Platz, wenn es frei ist und keine Kurse sind. Das nutze ich auch. Es läuft meistens so ab, dass ich am Samstag zeitig aufstehe, Gin und ich zuerst 1-2h an Donau entlang gehen. Schwimmen, laufen etc. Dann kommt er kurz in die Box, ich trinke meinen Morgen Kaffee, dann holle ich Gini raus und wir gehen allein auf den Platz.
Ich übe dann gezielt in die Prüfungsrichtung. Mit viel Spiel und Beutetrieb. Ich mache jede UO Übung ein Mal, zumindest bis Gin es perfekt ausgeführt hat. Dann wieder zurück in die Box, kurze Pause und dann haben wir unseren Gruppenkurs, wo Gin und ich in der Gruppe von Hunden und HH UO machen. Danach wieder in die Box (ich spanne jetzte einen nassen weißen Leintuch davor damit keine direkte Sonne reinscheint ) und ich mache dann entweder Welpen oder Junghunde als Trainer.
Zu den Gin seinen Fortschritten und Baustellen:
Ich habe mich in den letzten Wochen auf 3 Sachen konzentriert:
- Fußarbeit mit Steigerung des Triebes -> Spielzeug versteckt, beim Korrekten Ausführen zack Spielzeug fliegt oder ich halte Spielzeug am Schnurr und wir zargeln.
- Hereinrufen: das habe ich sehr intensive gemacht, weil ja im März Gin aus großer Distanz zwar schön triebieg kam, aber schief war. Ich habe wieder in ganz kleinen Schritten geübt. Also auf kleine Distanzen. Zuerst 1m weg. Hereinrufen mit Körperhilfe, war er gerade ( meistens ) im Vorsitz bestätigen. Dann natürlich Distanz gesteigert. Ich habe dann einen gewissen Distanz rausgefunden durch Herantasten, ab wann Gin ab und dann schief(er) sitzt. Da habe ich angesetzt. War er schief, "aa, das kannst du besser! Zurück!". Wir gingen dann zurück zu der Ausgangsposition und wiederhollten es. Machte er es gerade? Dann habe ich es im Vorsitz bestätigt. Das Herumlaufen nach dem Vorsitz habe ich weggelassen derweil. Ich habe es natürlich auch 25 große Schritte wieder gesteifert und mitlerweile kommt Gin zu 98% beim Hereinrufen triebig und gerade in den Vorsitz. Jetzt muss ich wieder langsam die Grundposition aus dem Vorsitz wieder einbringen. Die macht er nicht mehr so exakt.
- Die dritte Sache war Sitz aus der Bewegung. Ich habe mich entschieden auf "weniger ist mehr" Methode. Da Gin bei der März Prüfung (oder davor ) sich nicht hinsetzte oder grobe Körperhilfe benötigte habe ich es natürlich jetzt forciert. Zuerst schaute ich, dass ich Gin ordentlich anheize und in Arbeitsmodus bringe. Leckerli, Stimme, Spielzeug. Erst dann machte ich die Übung (weniger Chancen auf Fehlverhalten bei der Übung). Ich habe zusätzlich die Mimik von mir in die Übung reingebracht und die Distanzen und Abläufe dieser Übung varieert. Zu der Mimik: ich schicke Gin in Sitz aus der Bewegung und gehe weg. Drehe mich dann um zum Hund und dann STRAHLE ich über mein ganzes Gesicht auch beim Rückweg wenn Gin sitzt. Hunde können auch Mimik lesen. Da ich im März sehr angespannt war und frustriert, erhoffte mir dadurch die negativen unbewussten Verknöpfungen die ich so geschaffen habe abzubauen und den Hund allein schon frühzeitig mit der Mimik zu belohnen. Die verschiedenen Abläufe dieser Übung helfen mir dabei es immer noch für den Hund interessant zu halten ( er soll nie wissen was als nächstes passiert, so bleibt er bei mir ), ich wirke dem Abstumpfen entgegen. Zb. Ich sage Sitz und gehe nur 5 Schritte weg und renne zum Hund un bestätige. Oder ich gehe weg, drehe mich zum Hund gehe zum Hund und kurz vor dem Hund gehe ich WIEDER weg. etc.
Kurze Anegdode aus dem Gruppenkurs:
wir machen nun die Übungen in die Prüfungsrichtung, immer aufgeteilt, ein Teil geht , ein anderer tut Ablegen. Die, die gehen führen die Übungen gleichzeitig aus. Es kam Platz aus der Bewegung, alle HH waren weg von dem Hund und wir sollten nacheinander den Hund hereinrufen.
Eine HH hatte wohl eine ähnliche Stimme wie ich. Sie rief ihren Rüden, es kamen aber zwei Hunde angerannt. Ihr und Gin. Jeder aber zu SEINEM HH.
(Gott sei Dank machte Gin keinen Schwenker ). Gin musste ihre und meine Stimme verwechselt haben, da 3/4 des Weges bemerkte er "mooooooment, da stimmt was nicht" ( meine Mimik ). Ich sag förmlich in seinem Hirm rattern. Er drehte sich plötzlich weg von mir, lief wie von Tarantel gestochen zur exakt der Stelle wo er am liegen war, drehte sich um, machte sehr zügig Platz und schaute mich an "Ich war da nieeee weg!". Alles ohne einen einzigen Wort von mir oder Gestik. Na da gabs viel Lachen ![]()
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Wir haben nach dieser Einheit Feedback einzeln bekommen. Bei mir und Gin gab es technisch nichts zum Beanstanden ( gerader Vorsitz, Sitz aus BEwegung und Platz aus der Bewegung, Freifolge etc. super ), außer dem Hoppala von Gin.
Mir wurde gesagt, dass ich aus dem Gin noch mehr raushollen kann, wenn ich mehr mit dem Trieb arbeite und ihn noch mehr pusche. Daher auch jetzt mein Augenmerk darauf.
ich Trainer-Azubi + andere Kursläute
Ich lerne bei jedem Kurs etwas, bei den Welpen und auch Junghunden. Ich werde auch schon sehr oft "auf die Menschheit losgelassen" und ich betreue halt die HH und Hunde die von der Leistung abfallen, oder Anfänger. Jeder Hund ist anders. Es macht aber Spaß. Ich wollte besonders über den letzte WE berichten. Da habe ich die Junghunde mitmachen dürfen. In dem Kurs gab es eine Frau mit einem schwarzen Schäfer Rüden. Er erinnerte mich ein bisschen an Ludwig. Die Frau und der Hund, uiiii ich nahm mir die dann vor, weil es 0 funktionierte, nicht ein Mal Futtertreiben. Außerdem hat die Frau die ganze Zeit am Halsband gezogen. Ich bin dann bei denen bis zum Ende geblieben. Ich habe von den Trainern gehört, dass sie und ihr Ehemann aus Russland sind und halt problematisch mit deren insgesammt 3 Schäfer. So. Zuerst stellte ich fest, dass die Frau nicht so gut Deustch kann und somit die Erklärungen und Anweisungen der Trainerin nicht so gut umsetzten kann. Ich schankte zuerst auf English und dann mixte ich English und polnisch ( ist bissl russich ähnlich ). Es war eine Herausforderung trotzdem! Der Hund reagierte NULL auf Futter und Anfangs NULL auf das Spielzeug. Stattdessen beschäftigte sich der Rüde mit unsichtbaren Grasshüpfer fangen. Die Frau zerrte dabei an der sehr kurz gehaltener Leine ![]()
So, zuerst habe ich dem Hund mehr "Luft" verhollt und ich versuchte mit viel hoher Stimme motivierend den Hund auf "Leckerlis" aufmerksam zu machen (ich wollte der HH es vorzeigen weil bei ihr funktionierte es gar nicht ). Er ging kurz auf die Hand hin aber war nicht interessiert und im großen und ganzen wirkte er unsicher. OK. Sie hat ihn angeblich heute nicht gefuttert. Ich erklärte ihr dass sie ein noch hohwertigeres Leckerli das nächste Mal probieren sollte ( Trockenfutter hatte sie ), wie Extrawurst oder Käse und das es nichts passiert sei, wenn sie jetzt es nicht hat, wir können trotzdem weiter arbeiten, weil sie ein Spielzeug hat. Leute? Es war sooo traurug. Der Hund wusste nicht was mit dem Spielzeug anzufangen.
Bei ihr so und so nicht. Als ich ihr vorzeigte, wie man mit dem Hund mit dem Spielzeug richtig spielt, reagierte der Rüde aber zaghaft, ängstlich. Ich gabs nicht auf. Irgendwann war kurzes Spielen möglich und dann gab ich das Spielzeug der Halterin und sagte ihr: soo jetzt machst du genau wie ich und zwar bis er auch so reagiert. Eine Weile später ging das auch. Dann habe ich ihr gesagt: spiel mit ihm wie vorhin, und wenn er so riiiichtig das Spielzeug will, geh los, so das der Hund links neben dir ist, sag Fuß, geh 3 Schritte und gib ihm das Spielzeug und FREUE dich. Das klappte beim 3 Mal und ich freute mich mit und lobte den Hund um zu zeigen WIE laut die sich freuen kann und damit sie keine Hemmung hat "sich zum Kasperl zu machen"
Dann habe ich kurze Pause im Schatten angeordnet. Hund ablegen und ich fragte sie ein bisschen aus: wie schaut so die Auslastung aus im Altag, was machen die so mit den Hunden?
Sie gehen in der Früh Fahrrad fahren, dann geht der Hund in den Garten allein oder mit den Kindern und am Abend ruft sie den Hund herein. Das wars. Spielen mit dem Hund? Nein. Hat er Spielzeug? Eine ganze Kiste, immer zugänglich.
Ich habe ihr erklärt, dass der Kerle nicht nur physich sondern auch geistig gefördert werden soll, aber vor allem braucht SIE eine Bindung zu dem Hund. Ich habe ihr vorgeschlagen, alles Spielzeug weg, das Spielzeug kommt raus nur wenn SIE es haltet und aktiv mit ihm spielt. Genau aktiv wie jetzt im Kurs. Das Spielzeug wird dann was besonderes und der Hund lernt: Spielen mit Frauli. Sie scheinte zumindest es zu verstehen und bedankte sich gefühlt 10 Mal. Danach machten wir längere Strecken Fuß mit dem Spielzeug. Ich lief mit und lobte lautstark den Hund und Halterin. Sie scheinte zufrieden nach dem Kurs und ich habe nach dem Kurs bisschen Hoffnung gehabt, dass sie die Tipps zu Hause bisschen umsetzt. Ich war heißer von Reden und Freuen und schweißgebadet.
Um es noch zu verstärkern was es bringt, habe ich ihr gesagt das sie nach dem Kurs 5 min bleiben soll, dann gehe ich raus mit dem Gin auf den Platz als Motivation was man erreichen kann wenn man richtig mit dem Hund spielt und bindet und UO übt. Also hollte ich Gin raus und wir machten BgH1 Prüfung vor mit viel trieb.
Ich HOFFE das das Pärchen was ändert. Die Hunde tun mir leid. Das ist der Nachteil bei dem "Job". Wenn sie es nicht umsetzten kann ich nix machen. Und ich habe mir echt besonders den Arsch aufgerissen weil ich einfach einen total überforderten Schäfi sah.