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  1. Das Schäferhund Forum
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Hund knurrt mich an

  • Argos
  • 17. Dezember 2017 um 18:28
  • Lupus
    Gast
    • 28. Februar 2018 um 18:28
    • #91

    Hi,

    vielleicht ist es ja so, dass Quacks schon andere Signale gesendet hat, die (aufgrund der aufgeregten Situation) nicht verstanden wurden. Irgendwann hat er geknurrt, und das hat Wirkung gezeigt - das Streicheln wurde eingestellt. Vielleicht ist daraus dann eine Art Gewohnheit geworden und er wendet jetzt das Verhalten an, das in diesem Sinne zum Erfolg (aus seiner Sicht) geführt hat. Und anstatt zu beißen (da gibt es ja auch zig Abstufungen in der Intensität) hat er sich also quasi zurückgenommen und "nur" geknurrt. Und diese Zurücknahme, die darin besteht, dass er ja kommuniziert hat, ohne zu sehr zu eskalieren, sollte dann belohnt werden.

    Wirklich befriedigend finde ich das aber auch nicht: Den Gedanken, dass man ja, macht man es, wie empfohlen von der Trainerin, genau das Verhalten, das man vermeiden möchte, belohnt, hatte ich auch. Und wenn ich Knickohr verstanden habe, ist das ja sogar die Idee dahinter. Klingt komisch, stimmt schon.

    Denke aber auch, dass die Rangordnungsidee dazu führen kann, dass man sagt "der Hund muss sich jederzeit alles von mir gefallen lassen!", und wenn er sich etwas nicht gefallen lässt, beginnt dann vielleicht eine Eskalationsspirale. Weil, was tun, wenn er auf das Zurück-Knurren nicht reagiert und einfach auch nicht weggeht? Ihn wegdrücken? Und wenn das auch nicht geht? Ihn wieder auf den Rücken legen, um klar zu machen, wo Alpha und wo Omega ist? Mir scheint, da wäre wieder genau der Kreislauf, aus dem sie rauskommen sollten.

    Auch wir Erwachsene wollen ja auch nicht vom Chef oder guten Freunden, einfach jederzeit gestreichelt werden. Würde der Chef dann sagen "dann geh doch weg, wenn Du das nicht willst", würden wir das wohl als unpassend empfinden. Wir würden erwarten, dass er es von sich aus sein lässt, wenn wir ihn darum bitten. Und wenn er die Bitte nicht versteht, würden wir doch auch einen Schritt weiter gehen in unserer Kommunikation der Ablehnung.

    Es scheint ein wenig so, als stehe oder fiele die Interpretation der Trainerin mit der Frage, ob zuvor wirklich Signale gesendet wurden. Ist das der Fall, macht ihr Rat mE schon Sinn. Und wenn man bedenkt, wie subtil hündische Kommunikation sein kann....


    Liebe Grüße

    Lupus

  • twosouls
    Beiträge
    659
    Bilder
    11
    • 28. Februar 2018 um 19:04
    • #92

    @Lupus

    Denke aber auch, dass die Rangordnungsidee dazu führen kann, dass man sagt "der Hund muss sich jederzeit alles von mir gefallen lassen!", und wenn er sich etwas nicht gefallen lässt, beginnt dann vielleicht eine Eskalationsspirale.

    Er muss!

    ABER dennoch ist diese Rangfolge keine Hackordnung. Autorität ungleich autoritäres Handeln! Furcht ungleich Respekt!

    Das bedeutet das es schon Tabusachen gibt. Mundraub ist tabu. Die Ruhephasen der Alten sind tabu (im Grundsatz auch für Welpen!). Gefressen wird gemeinsam. Und trotzdem setzt aber das Alphapäärchen Regeln durch. Sie liegen wo sie wollen (nicht etwa zwingend erhöht). Sie kontrollieren wann und wen sie wollen. Sie fangen Spiel an-mit wem sie wollen und wann sie wollen. Und zumeist werden sie es auch beenden. Und manchmal lebt man einfach auch nur seine Privilegien vor,einfach weil man es kann. Deshalb gibt es aber dennoch Fair Play. Soll heißen das nicht ein Despot gefordert wird der aggressiv jedes Privileg ständig auslebt. Das würde eine immerwährende Stressituation darstellen für das Rudel.

    Tatsächlich ist es aber so,das es lediglich die Alphas sind,welche (ich weis den Namen nicht mehr) eine erhöte Stresshormonausschüttung haben. Verantwortung bedeutet Stress. Damit die anderen stressfrei leben können. Aber genau dafür haben die Alphas Rechte,die sie eben auch wahnehmen können müssen. Die Leitfähe als Beispiel,muss jederzeit kontrollieren können,wenn ihre Primäraufgabe darin besteht darüber zu entscheiden ob und welcher Fremde akzeptiert wird oder nicht.
    Das wäre das Eine.

    Das Andere ist der Umstand,das in einem Canidenrudel es häufig darum geht wer wem beeinflusst. Nochmal. KEINE Hackordnung. Autorität ungleich autoritäres Handeln. Es kann sein das ein starkes,überaggressives Tier sich an die Sitze setzt und andere unterdrückt. Stress für das gesamte Rudel wäre die Folge. Sollte sich aber zusätzlich herausstellen das dieses überaggressive Tier weder das territorium gegen Eindringlinge schützen oder erfolgreich mit dem Rudel jagen kann,dann kann es mit Gewalt abgesetzt werden. Also nicht körperliche Stärke ist das maßgebliche,sondern psychische Stärke UND das Vermögen das Rudel am Leben zu halten. Und an solchen Individien wird sich orientiert. Orientiert man sich an jene,sind jene also auch die,welche den Rest des Rudels beeinflussen. Man kann das manchmal richtigegehen deutlich beobachten wie sich zwei Rüden bei einem Spaziergang versuchen gegenseitig zu beeinflussen. Vielelicht wollen beide spielen.Aber niemand will auf den Anfang des anderen eingehen. Ok. Dann geht man eben mal weg,mal schauen ob der andere folgt. Und sogleich zeigt man da auch betont das man etwas ganz wichtiges erschnüffelt gerade. Der Andere sieht das,will aber nicht folgen. Also geht er seinerseits in eine andere Richtung und schnüffelt auch. Und beide schauen immerweider,in unbeobachteten Momenten,auf um zu sehen was der Andere gerade macht.

    Das mal auf die Situation mit Quacks beziehen:

    Alpha liegt dort wo er will! Andere daneben müssen nicht akzeptiert werden,ist es eng könnte ein drängelndes danebenlegen als Afrfront gewertet werden.--> Knickohr also auf der Couch. Quacks kommt dazu (er darf bleiben,was schon ein Privileg darstellt). Er knallt sich an Knickohr ran.--->

    Vielleicht will er nur Kontaktliegen. Es könnte aber auch die Aufforderung zum streicheln sein. Man kann darauf eingehen. Aber man sollte tunlichst darauf achten das hier nicht der Hund seinen Menschen konditioniert. Also immerwieder etwas aus einer Forderung heraus macht,was er dann auch bekommt. -->

    Wer beinflusst wen? Wenn Quacks fordert und Knickohr streichelt = 1:0 für Quacks. ZUSÄTZLICH dazu das er sich ein Priveleg genehmigt. Nämlich auf dem Platz des Alphas zu liegen und den Platz zwar nicht streitig macht,aber doch Platz wegnimmt.

    Jetzt wird es Quacks zuviel. Er könnte gehen. Auch dann hätte er die Handlung beendet die er vorher gefordert und bekommen hat. Aber wieso gehen wo man gerade einen schönen Platz inne hat?

    Man kann auch Drohen. Streicheln wird eingestellt: 2:0 für den Hund. Denn auf seine Veranlassung hin wurde etwas beendet. Zusätzlich aber verbleibt er auf einen Platz den er sich vorher ungefragt genehmigt hat UND er konnte konsequenzlos drohen. Da noch ein Leckerlie dafür auszupacken ist der worst case in meinen Augen.

    Das gilt aber-das sei nochmal gesagt- für einen normalen Hund unter normalen Umständen. Quacks diente jetzt bloß nochmal als allgemeines Beispiel.

    Und das muss auch nicht bedeuten das Quacks definitiv ein Hierachieproblem hat,nur weil sich die Situation hier so darstellt. Nur weil man mal auf eine Aufforderung des Hundes eingeht,wird der nicht zum Kaiser gekrönt. Dennoch sind aber genau solche Situationen jene wo man sehr Obacht geben muss ,das sich da nicht klammheimlich Fehlverhalten einschleicht.

    "Wer nie einen Hund gehabt hat, weiss nicht, was Lieben und Geliebtwerden heisst."

    Arthur Schopenhauer

  • Knickohr
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    1.130
    • 1. März 2018 um 10:20
    • #93

    Beim letzten Knurren hatte ich es so gemacht, daß ich nur gesagt habe "Nein, lass das" und habe ihn von der Couch runter geschickt. Das scheint er begriffen zu haben. Es ist jetzt eine Woche her, wo er gar nicht mehr geknurrt hat.

    Was das Streicheln betrifft mache ich es jetzt so, daß ich ihn zu mir rufe und ihn kurz streichle, ihm sage, daß er ein feiner Kerl ist und gut ist. Er ist ja eh keine Schmusebacke, im Gegensatz zu Peggy. Bisher klappt es hervorragend. Bin mal gespannt wie es weiter geht.

  • Pinguetta
    Moderator
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    • 1. März 2018 um 12:39
    • #94
    Zitat von Knickohr

    Bisher klappt es hervorragend. Bin mal gespannt wie es weiter geht.

    Das klingt doch gut so :thumbup:. Man kann viele Vermutungen anstellen, wichtig ist, was und wie man es dann macht.

    Ich beobachte seit deinen Ausführungen meinen Hund etwas genauer. Er ist total lieb, verschmust und entspannt. Wenn er nicht mehr bekuschelt werden möchte, dann steht er auf und geht.

    Harras *10.12.2015 / gest. 04.10.2024
    Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit
    stundenlangem Gerede.”
    (Louis Armstrong)

  • Lolu
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    • 1. März 2018 um 16:13
    • #95

    Hört sich super an! ?

    Was die Auslastung betrifft, denke ich ähnlich wie Mäuschen. Als Wachhund trifft Quacks seine eigenen Entscheidenden. Deshalb sollte er genug Gelegenheiten haben, wo er mit dir zusammen arbeitet und tut, was du willst. Ludwig ist ähnlich in der Beziehung. Gehe ich mit ihm allein, checkt er erstmal die Lage. Ludwig ist auch faul bei Sachen, auf die er keine Lust hat. Rally-Obedience, Longieren....bis ein Ball ins Spiel kommt. Wenn man einen Ball statt Leckerlies nutzt, ist er bei der Sache. Er apportiert für sein Leben gern und auch Suchspiele mit seinem Ball macht er gerne. Dann darf auch gerne UO dabei sein. Man muss bei manchen Hunden ein bisschen probieren, was ihnen Spaß macht und wie man sie zum Arbeiten lockt.

  • Lupus
    Gast
    • 3. März 2018 um 15:28
    • #96

    Hi twosouls,

    das ist ein super spannendes Thema, das einen eigenen Faden wert ist.

    Daher nur kurz: Ein Problem der Rudelidee ist doch, dass man gar nicht genau weiß, auf welches Rudel man sich beziehen soll. Wölfe? Wildhunde? Verwildernde Hunde?, etc.

    Man versucht immer wieder, das "natürliche Verhalten von Hunden" zu finden und übersieht dabei, dass es keine natürliche Situation ist, in der unser Hausnhund lebt- Er lebt nicht in einem reinen Wolf- oder Hunderudel, sondern mit Menschen zusammen, die weit weniger intuitiv, also in Simme des Tieres richtig handeln, sondern nachdenken, Theorien haben, etc. und dann handeln. Daher finde ich es schiwerig, selbst wenn es das perfekte Vorbildrudel in der Natur gäbe, aus dem man "das natürliche Verhalten des Hundes" ableiten kann, von einem Alphatier auf einen Alphamenschen zu schließen. Allein schon deshalb, weil das Alphatier sicher weit besser die Zeichen, die andere Tiere ihm geben, verstehen kann als ein Alphamensch das über Artgrenzen hinweg kann.

    Ich finde, Du hast vollkommen recht, wenn Du sagst, dass eine Autorität nicht autoritär zu sein braucht. Aber im dem Moment, in dem man Interaktion vor allem als von (Stellungen im) Rudel abhängig macht und diese Stellungen hierarchisiert, tut man vielleicht etwas, was nicht klug ist, weil man dann vom Menschen auf den Hund schließt: Dann ist Beziehung vor allem auch eine Art Wettbewerb (um Status). Und dann bleibt einem, was ja in der Theorie stimmig ist, nichts anderes übrig, als auch mal autoritär zu sein. Nämlich genau dann, wenn die Autorität alleine nicht ausreicht, um ein erwünschtes Verhalten zu erzielen. Und wenn das geschieht, seitens des "untergebenen" Tieres, das ja nicht wirklich aufbegehren kann, Vertrauen verloren.

    Vielleicht ist es so, dass sich Autorität in der Situation dadurch zeigt, dass derjenige, der sie hat, ein im besten Sinn des Wortes guter Führer ist. Und ein guter Führer hat Dominanzgebaren vielleicht weniger nötig. Daher hatte ich oben auch gefragt, was man tun soll, wenn der Hund auf das emphohlene Zurückknurren nicht reagiert.

    Liebe Grüße

    Lupus

  • twosouls
    Beiträge
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    11
    • 3. März 2018 um 19:30
    • #97

    Hallo Lupus

    War ich früher sehr autoritär,vielleicht anfänglich sogar schon fast ein Despot,halte ich es mittlerweile so das ich nur dann deutlich sauer gegenüber den Hund werde (und notfalls körperlich einwirke) wenn er direkt meine Person "übergeht","missachtet". Das wiederum ist abhängig vom Hund,von dem ich wissen sollte auf was er wert legt,wie er allgemein reagiert,wo er Schwächen sieht und wo nicht.

    Um das mal an einem Beispiel mit Lischie festzumachen. Lischie hat kontrolliert und abgesichert. Aus hundlicher Sicht dies auch hervorragend. Gleichzeitig jedoch hat sie-zum Glück für mich-keine weiteren Ansprüche gestellt. Sie versuchte im allgemeinen nicht mich in Frage zu stellen,maß aber der Aufgabenerledigung die sie betrafen mehr Stellenwert ein. Auch das ist auch hundlicher Sicht richtig. Soll runtergebrochen bedeuten: Ich konnte alles mit ihr machen,konnte alles entwenden,auch Mundraub,sie hörte,sie machte Platz wenn ich kam,sie wollte gefallen,ABER sie führte Dinge erst NACH erledigter Aufgabe aus,wenn es situativ für sie notwendig erschien. All diese Umstände beeinflussen bei mir meine Reaktion. Und das so,das ich mich fair gegenüber ihr verhalten kann OHNE meine eigene Position zu gefährden.

    Das hies bei Lischie: Ich stehe in einer Gruppe. Ihrem Aufgabenbereich entsprechend,lies sie keine Neuen,ihr Unbekannten einfach in die Gruppe hinein. Da sie im urbanen Raum immer an der Leine war und sich nicht einfach zwischen den Neuen und der Gruppe stellen konnte,machte sie ihren Unmut nach nonverbalen Zeichen,auch verbal deutlich. Knurren. Manchmal bellen.

    DIES allein kommentierte ich lediglich so,das sie merken musste das ich Notiz davon nahm. Manchmal bedeutete dies das damit gut war,manchmal aber musste man weiter drohen. Abhängig vom Verhalten derjenigen die gemeint waren. Manchmal bin ich ein Stück weggegangen und stellte mich dann zwischen ihr und den Neuen. Mehr Reaktion gabs meinerseits nicht.

    Warum? Da ich ihr die Aufgabe Kontrolle und Absicherung nicht abnehmen konnte,hat sie sie nun einmal. Ihr Verhalten in jener Situation trug dem Rechnung. Das was sie tat,tat sie für das Rudel,also mich,die Gruppe in der ich stand-auch wenn nicht dem Rudel angehörend-eingeschlossen. Freilich auch hier aus hundlicher Sicht. Aber nichts anderes kann ich als Bewertungsmaßstab heranziehen. Aus menschlicher Sicht könnte ich versuchen das Verhalten zu unterdrücken,weil es andere Menschen als unschön empfinden könnten. Jedoch wäre es a) asozial gegenüber Lischie gewesen,weil ich nun eine eigentlich lebenswichtige Aufgabe für das Rudel,welche sie übernommen hat,von mir sabotiert werden würde und b) ist es nicht notwendig,weil ich ihr Verhalten kenne,sie an der Leine ist und sie eben kein Hund war,der sich mit der Übernahme jener Aufgabe,noch weiter empor arbeiten wollte. Unser Verhältniss war im Grunde tatsächlich dies eines Päärchens,welches sich Aufgaben teilte.

    ABER: Es konnte -und das ist zweimal in den 8 Jahren passiert- auch vorkommen das sie mal so unagehalten war beim verbellen von Eindringlingen,das sie sich mit ihren Vorderpfoten quasie von meinem Schienbein abstützen wollte. oO *!* Und DAS ist eine andere Situation! DAS stellt eine Missachtung meiner Person dar. Quasi im worst case die Vorstufe zum herumschnappen beim einwirken nach dem Motto:" Lass mich meine Arbeit machen!". Das geht über die Teilung von Aufgaben hinaus. Wäre vergleichbar mit einer Situation eines Security Mitarbeiters der einen anderen Kollegen beiseite schubst um den Fall zu übernehmen. Und da gabs sofort eine sehr deutliche Reaktion von mir. Körperlich. Direkt. Blickkontakt mit ihr. Ansonsten sehr führerweich,nahm sie es mir da nicht übel.

    Ich will damit verdeutlichen das man ein und dieselben Situationen bei unterschiedlichen Hunden unterschiedlich bewerten kann.

    Und beim selben Hund ein kleines Detail die Reaktion verändern kann.

    Und so gäbe es auch kein Schema F bei Quacks Situation. Es ist abhängig davon was man von dem Hund weis,wie man ihn empfindet. Kann ich mit wenig Risiko gefahrlos einwirken und ihn von der Couch belzen oder ihn auf den Rücken legen wie Knickohr das getan hat? Ist es notwendig das zu tun? Oder kann ich es ignorieren? Oder SOLLTE ich es gar ignorieren,weil ich damit rechnen muss das die Situation eskaliert und man dann als Mensch mit großer Wahrscheinlichkeit schlecht dasteht?
    Körperliche Zurechtweisungen gibt es auch unter Hunden. Deshalb ist nicht gleich das Rudel gestört. ABER solche sind eben auch immer das allerletzte Mittel und nicht das Übliche. Kann es vermieden werden,wird es in der Regel auch vermieden,es sei denn jemand wagt einen offenen Affront.

    Und diese Umstände verhindern -meiner Meinung nach- auch stets spezielle Antworten in den Foren. Unter normalen Umständen würde ich bei Quaks reagieren wie beschrieben. Da Knickohr sonst alles mit ihm machen kann,sollte es ihn veranlassen zu gehen. Das tat er ja auch-wie sie glaube geschrieben hatte. Tut er´s nicht,würde mein erstes Gefühl sein das hier was ganz im Argen liegen würde. Immer vorausgesetzt das es sich um einen normal kommunizierenden Hund handelt. Und dann würde ich nicht weiter versuchen auf den Hund in dieser Situation einzuwirken,sondern ganz allgemein im alltäglichen Umgang dessen Position unterhöhlern. Nicht weniger subtil wie es Hunde auch machen können.

    Als Lischie mich Anfangs beim fressen schon anknurrte wenn ich nur die Küche betrat, tat ich nichts weiter als ein "Hey!" und in der Küche stehen zu bleiben und irgendwas zu machen. Im selben Abstand. Später näherte ich mich immerweiter an.

    Warum? Der Hund lebte draußen. 1. Ist bei Wildhunden die Futteraggressivität eh hoch. 2. Ist ein knurren beim gemeinsamen fressen bei Wildhunden üblich,ohne das sie sich gleich gegenseitig zerfetzen müssen. 3. Ich kannte den Hund nicht weiter. Ich weis nicht ob sie angreifen würde,wenn ich sie unter Druck setze. Ich weis aber auch nicht ob sie,sollte ich gehen,dies nicht als Schwäche werten würde. Also blieb nur der Mittelweg. Keine Druckerhöhung,aber auch keine "Flucht". Stehenbleiben. Aber gleichzeitige Entspannung indem ich mich desinteressiert zeige. Annäherung entspricht einer Gewöhnung über Zeit. Später gabs Fressbares dazu,wenn ich direkt neben ihr war und mich sogar hinhockte. Meine Nähe beim fressen war also für sie vom Vorteil. Und das löste auch recht schnell die Situation. War also wieder ein anderes vorgehen. Anderer Hund. Andere Situation.

    Aber ich versuche mich stets an meine genannten Grundsätze zu halten. Die sind quasi das Grundgerüst.

    PS.: Was Beziehung Hund-Mensch angeht,so wird ein Hund immer und ausschließlich die hundliche Sicht haben,auch wenn er bemerkt das bei Menschen vieles anderes ist als bei Artgenossen. Der Maßstab für ihn bleibt hundlich. Zu mehr ist er nicht in der Lage,mangels logischem Denken und Bewusstsein über die beiden unterschiedlichen Existenzen. Leider wird bei der Beurteilung von Hunden-gilt übrigens auch für den sogenannten Wesenstest- häufig nur die menschliche Sicht zu Rate gezogen.

    "Wer nie einen Hund gehabt hat, weiss nicht, was Lieben und Geliebtwerden heisst."

    Arthur Schopenhauer

  • Lupus
    Gast
    • 3. März 2018 um 20:17
    • #98

    Hi twosouls,

    wenn Du Lust und Zeit hast, beantworte doch meine Fragen oben, würde mich sehr interessieren:)

    Denn ich rätsele ja selbst darüber, wie Hunde sich eigentlich ("natürlich") verhalten. Stimme dir darin voll zu, dass man sich den konkreten Hund anschauen muss. Und ich denke, dass man grundsätzlich sehr bewusst im Umgang mit Hunden (wie mit Menschen, Katzen, sich selbst) sein sollte. Dann erkennt man am besten, wie und warum der Hund so handelt wie er es tut und man versteht auch besser, wie man selbst auf andere, zB den Hund, wirkt.

    Vielleicht ist es dabei, darauf wollt ich oben hinaus, nicht sinnvoll, Theorien darüber zu haben, wie Hunde sich "natürlich" verhalten. Recht gut untersucht scheinen die Arten der Konditionierung zu sein, auch wenn das nicht alles ist, was eine Mensch-Hund- Beziehung ausmacht. Und da gilt, sehr verlürzt gesagt, dass Hunde (übrigens wie Menschen) durch Lob besser lernen als durch negative Santkionen. Und dass es Zeit braucht, wohingegend negative Santkionen, zumal körperliche, vielleicht schneller Erfolg zeigen. Dieser kann aber unter Umständen teuer erkauft sein (unsichere, ängstliche Tiere, Vertrauensverlust) und ist bisweilen auch nicht unbedingt nachhaltik.

    Natürlich muss ein Hund hören, sehr gut sogar, besonders wenns ein großer ist. Aber ist das gleicjzusetzen mit der Idee, dass der Hund sich immer alles gefallen lassen muss? Vielleicht bin ich da aber auch nur so skeptisch, weil ich inzwischen schon zu lange mit Katzen zusammen lebe;)

    Liebe Grüße

    Lupus

  • twosouls
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    11
    • 4. März 2018 um 20:06
    • #99

    oO Ich dachte eigentlich das ich das getan hätte.:D:D

    Es gibt aber manchmal Dinge die man aus unterschiedlichen Richtungen betrachten sollte,damit auch sehr differenziert und damit wiederum man nicht mit ein zwei Sätzen pauschal beantworten könnte. Oder nur ich vermag es nicht,das kann ja auch sein. Soviel als Entschuldigung meinerseits.^^

    Ich bin bei deinen Aussagen bei dir. Du sagst da nichts Falsches. TROTZDEM (:D) ist es so,das ein Ranghöherer Spiel anfängt und beendet,kontrolliert wie er will u.s.w. und dies auch so akzeptiert werden muss.

    Im Grunde basiert darauf das du deinem Hund Befehle geben kannst. Und zwar dann wenn du es willst und nicht wie der Hund lustig ist.

    Ich versuche mal nochmal ein anschauliches Beispiel zu bringen:

    Meine Schwester hatte mal zwei Hunde. Einen größeren ,stärkeren,aber jüngeren Rüden und eine kleine,ältere Fähe. Die ursprünglich ein Streuner. Die musste also in der Stadt selsbt überleben. Selbst Probleme lösen und war von daher-naja- meine Schwester pflegte zu sagen:" Sie hält sich für ein Bernhardiner.". Das war eine,die stets versucht hat ihren Kopf durchzusetzen und bei kleinsten "Schwächen" versucht hat ihren Dickkopf noch weiter zu vergößern. Zwischen den beiden gab es durchaus öfters mal Streit. Vor allem dann als der Rüde geschlechtsreif wurde und auch gemerkt hat das er körperlich deutlich überlegen ist. Von daher mal als Tipp nebenher: Nach meinen Erfahrungen ist die Konstellation alter,kleiner wesenfester Hund mit neuen jungen Hund der deutlich größer und stärker wird,nie gut. Vor allem nicht bei gleichgeschlichtlichen (gabs bei anderen Bekannten auch einen Todesfall).

    Die Kleine jedenfalls hat sich immerwieder versucht Dingen zu entziehen. Hat man sie beispielsweise mal geknuddelt,freute die sich zwar,versuchte aber dann schnell irgendwas anderes zu machen. Umgekehrt saß man irgendwo,kam die zu einem,zeigte übermäßiges Interesse,knallte sich sofort an einen ran wenn man sie nicht wegschickte und animierte in einer Tour das man streicheln und sich um sie kümmern sollte. Leckte einen dabei leider stundenlang den Arm wund. Wollte man sie wegschicken versuchte sie stur liegenzubleiben und machte einfach weiter,oder versuchte über einen gewissen Charme das man doch weiter streicheln könne. Man mag das als liebenswürdig sehen. Und bei einigen Hunden könnte man das auch als mehr oder weniger charmant durchgehen lassen. Sie aber war eine die sehr wohl bemerkte-und das eben auch auszunutzen versuchte- das sie hier Regeln aufstellen konnte. Nämlich ich gehe wann ich will und ich hole mir Aufmerksamkeit wann ich will.

    Und jetzt kommts.

    DAS wusste eben auch der Rüde!

    Und der schnappte sich regelrecht die kleine Fähe zum spielen. Die wollte oftmals nicht! Man kann sagen schon aus Prinzipgründen nicht,weil ja der Rüde es war der das Spiel einleitete. Und der-Dank seiner körperlichen Überlegenheit- spielte halt auch mit ihr. Die konnte da im Grunde gar nichts dagegen tun. Er ignorierte ihr Ignorieren genauso wie ein eventuelles Herumgiften ihrerseits und machte einfach weiter. Und zwar immer genauso solange,bis die Fähe tatsächlich auf sein Spiel einging. Und ab da,unterbrach er sofort! Und zwar in weiser Voraussicht. Der wusste das die Fähe keinesfalls lange darauf eingehen und versucht sein wird-ähnlich wie wenn man sie mal knuddelte- das Spiel nun wenigstens von sich aus zu beenden. Natürlich hätte der Rüde auch da weitermachen können. Aber der Aufwand wäre größer gewesen und das Konfliktpotenzial ja auch. Also Beendete er sofort als er seinen Willen bereits hatte. Das war zwar nicht böse und für die Fähe auch harmlos,bedauert ,aus einem menschlichen Blickwinkel,habe ich sie ab und an dennoch. Ich wusste aber auch das es bei jener Fähe einfach wegen ihr so notwendig war. Trotzdem kamen die beiden klar miteinander.Und waren die zwei mit meiner damaligen Bea zusammen,war quasi Rom offen,weil sie sich gegenseitig hochpushten.^^


    Die Fähe jedenfalls musste ,wenn sie nicht den die Positin offen hinterfragen will,sich das gefallen lassen. Sie giftete zwar manchmal,aber das war für den Rüden eben nicht genug. Er wollte ja auch keinen Streit,sondern er wollte lediglich etwas klarstellen/darstellen(s.u.). Allerdings,hätte die Fähe dort ernsthaft versucht den Rüden wegzubeißen,wäre das ein Afrfront gewesen der zur körperlichen Auseinandersetzung geführt hätte!

    Ähnliche Situation hast du hier irgendwo im Forum in einem verlinkten Video,wo verschiedene Situationen auf Hundewiesen gezeigt werden und darauf verwiesen wird das HH auf ihre Hunde achten sollten. Dort wurde ein Husky gezeigt der auf dominater Art und Weise versuchte alle Hunde zu kontrollieren. Ein Hund hatte große Angst und wurde von ihm bedrängt. Ein kleiner Terrier kam hinzu und nun bekam dieser die Aufmerksamkeit des Huskys. Der Terrier-ganz ähnlich wie oben die beschriebene Fähe- zeigte sich unbeeindruckt und versuchte über einen gewissen Charme sich der Kontrolle zu entziehen. Er versuchte zum Spiel zu animieren. Der Husky war nicht interessiert. Der Terrier rannte spielerisch davon,der Husky hinterher. NICHT spielerisch! Ausgesagt wurde in dem Video das der Husky den Terrier bejagen würde. Tatsächlich ging es aber darum das der Terrier sich der Kontrolle von jemanden entzog,der Anspruch darauf erhebt. Bleibt der Anspruch bestehen und wird sich von anderer Seite her weiter entzogen, führt das auch hier zu einer brenzligen Situation die leicht eskalieren kann. Und das deshalb,weil es Dinge gibt,die sich rangniedere Hunden eben gefallen lassen müssen(freilich muss ein Hund sich nicht automatisch als niedrig sehen,bloß weil ein Anderer,wir inklusive, das so sieht).

    Wenngleich ein Hunderrudel keine Hackordnung ist,ist es dennoch keine Demokratie.

    Wer beeinflusst wen? Wenn du zu deinem Hund gehst um ihn nach Zecken zu untersuchen und er geht einfach,stets 1:0 für den Hund. Er hat sich das gefallen zu lassen! Da beißt die Maus kein Faden ab. Das bedeutet nicht das du ihn tyrannisieren sollst oder ihn sofort durch die Luft wirbeln,wenn er mal nicht mag.

    EINE der Hauptaufgaben eines Alphapäärchens ist AUCH die Darstellung von hohem sozialen Rang.

    Aber man scheitert daran wenn du-ich glaube du warst Lehrer richtig?- deinen Schülern etwas aufträgst und die während du redest erstmal aufstehen,sich eine Bemme in den Mund stopfen und dann zum Fenster gehen um herauszugucken. Und dann wird eventuell auch ein Beweis erbracht werden müssen. Wie der aussieht hängt dann von den Involvierten und der Situation ab. Aber besser ist es stets schon im VORFELD darauf zu achten das du auch die Privilegien hast,die ein Alpha nunmal hat. Und das darf auch mal dargestellt werden. Denn es verhindert genau jene köperlichen Auseinandersetzungen. Hunde sind Vermeidungskünstler was das anbelangt. Deren gesamtes soziales Verhalten hat in erster Linie die Aufgabe körperliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.Dazu gehört auch die Darstellung b.z.w. das Nutzen von Privilegien.

    Das ein Hund sich im Grundsatz "alles"(was nicht stete züchtigungen,Verletzungen,Tyrannerei betrifft) gefallen lassen muss,hängt also eng damit zusammen das wir überhaupt mit ihm zusammenleben können.Das wir ihm sagen können was er tun soll und was er bitte zu lassen hat. Wäre dem nicht so,gäbe es von Hunden genausoviele Rettungshunde,Polizeihunde,Sporthunde,Blindenhunde,Behindertenhunde,wie es von jene von Katzen gibt.


    Hundliches Verhalten wiederum ist mittlerweile durch Kynologen wie Bloch,Federson-Peterson,von Ziemen u.s.w. sehr gut beobachtet. Einen sehr guten Link stellte ich gerade für Carla rein.

    Wolf-Hund

    http://rudelstellungen-klargestellt.de/?p=1781


    Speziell zu Rudelbindungen

    http://rudelstellungen-klargestellt.de/?p=2977


    Ist die Frage jetzt beantwortet? Ansonsten bitte nochmal stellen bzw sagen was dich nicht befriedigt.^^

    "Wer nie einen Hund gehabt hat, weiss nicht, was Lieben und Geliebtwerden heisst."

    Arthur Schopenhauer

  • Lupus
    Gast
    • 5. März 2018 um 18:31
    • #100
    Zitat von twosouls

    Ich bin bei deinen Aussagen bei dir. Du sagst da nichts Falsches. TROTZDEM (:D) ist es so,das ein Ranghöherer Spiel anfängt und beendet,kontrolliert wie er will u.s.w. und dies auch so akzeptiert werden muss.

    Im Grunde basiert darauf das du deinem Hund Befehle geben kannst. Und zwar dann wenn du es willst und nicht wie der Hund lustig ist.

    Wenngleich ein Hunderrudel keine Hackordnung ist,ist es dennoch keine Demokratie.

    Wer beeinflusst wen? Wenn du zu deinem Hund gehst um ihn nach Zecken zu untersuchen und er geht einfach,stets 1:0 für den Hund. Er hat sich das gefallen zu lassen! Da beißt die Maus kein Faden ab. Das bedeutet nicht das du ihn tyrannisieren sollst oder ihn sofort durch die Luft wirbeln,wenn er mal nicht mag.

    EINE der Hauptaufgaben eines Alphapäärchens ist AUCH die Darstellung von hohem sozialen Rang.

    Aber man scheitert daran wenn du-ich glaube du warst Lehrer richtig?- deinen Schülern etwas aufträgst und die während du redest erstmal aufstehen,sich eine Bemme in den Mund stopfen und dann zum Fenster gehen um herauszugucken. Und dann wird eventuell auch ein Beweis erbracht werden müssen. Wie der aussieht hängt dann von den Involvierten und der Situation ab. Aber besser ist es stets schon im VORFELD darauf zu achten das du auch die Privilegien hast,die ein Alpha nunmal hat. Und das darf auch mal dargestellt werden. Denn es verhindert genau jene köperlichen Auseinandersetzungen. Hunde sind Vermeidungskünstler was das anbelangt. Deren gesamtes soziales Verhalten hat in erster Linie die Aufgabe körperliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.Dazu gehört auch die Darstellung b.z.w. das Nutzen von Privilegien.

    Das ein Hund sich im Grundsatz "alles"(was nicht stete züchtigungen,Verletzungen,Tyrannerei betrifft) gefallen lassen muss,hängt also eng damit zusammen das wir überhaupt mit ihm zusammenleben können.Das wir ihm sagen können was er tun soll und was er bitte zu lassen hat. Wäre dem nicht so,gäbe es von Hunden genausoviele Rettungshunde,Polizeihunde,Sporthunde,Blindenhunde,Behindertenhunde,wie es von jene von Katzen gibt.

    Alles anzeigen

    Hi,

    danke für die Links!

    Da ich leider nicht weiß, wie ich es hinbekomme, dass ich jeweils auf nur ein Zitat von dir antworte und dann das nächste "behandle", nummeriere ich die Antworten hier mal entsprechend der Absätze im zitierten Teil:

    1.) Es ist sicher sinnvoll, grundsätzlich das Spiel zu beginnen und zu beenden. Einfach deshalb, da es bequemer ist und der Hund nicht jedes mal betteln muss, wenn er spielen will. Aber das heißt im Umkehrschluss doch nicht, dass der "Rangniedere" niemals eine Spielaufforderung anbringen darf. Und das beobachte ich auch bei Hunden so. Es bedeutet auch nicht, dass der "Rangniedere" zu jeder Zeit jedes Spiel mitspielen muss, ob er Lust hat oder nicht. Denn dann wäre es kein Spiel mehr....

    2.) Ein Hunderudel ist sicher keine Demokratie, vielleicht auch keine Hackordnung. Vielleicht aber täuschen wir uns grundsätzlich, wenn wir von menschlichen Herrschaftsformen auf tierische schließen. Wer wen beeinflusst? In einer Beziehung beeinflussen sich die Beteiligten gegenseitig. Wenn ein Hund (und das gilt sogar für Katzen) gelernt hat, dass bestimmte Praktiken (Zecken entfernen, Zähneputzen, etc.) ihm nicht schaden, vielleicht sogar belohnt werden, wird er sie sich, auch wenn sie unangenehm sind, gefallen lassen.

    Ich denke, dass dies der richtige Weg ist: Vertrauen aufbauen, Situationen einüben, positiv besetzen und nicht der, dass man sagt "ich bin Alpha, also muss der Rangiedere sich jederzeit alles gefallen lassen!". Denn was tue ich, und darauf bezog sich ja dein letzter Satz in dem Absatz und meine Frage oben, wenn er mein Verständnis von Alpha und Rangniederer nicht teilt? Du sagst "nicht gleich durch die Luft wirbeln". Aber was dann? Ihn anknurren? Umdrehen und festhalten?

    Vielleicht ist es gar nicht sinnvoll, hier in Kategorien von gewinnen und verlieren, also im Sinne von "1:0" zu denken.

    3.) Das mit dem Lehrberuf ist so ne Sache. Zunächst besteht ein Unterschied von Tier und Mensch darin, dass man Kindern unterschiedliche Privilegien mit dem Verweis auf ihre Sinnhaftigkeit (zB Erwachsene dürfen Auto fahren, Kinder nicht) erklären kann.

    Will man bei Kindern ein bestimmtes Handeln erzeugen, ist die beste Methode die des Vorlebens. In deinem Beispiel handelt der Schüler acht- und respektlos. Meine Erfahrung ist: Deine Schüler behandeln dich so, wie Du sie behandelst. Das aber meist nicht bewusst, sondern daher, dass sie gelernt haben, dass die Beziehung zu Lehrer X nunmal von Respektlosigkeit gekennzeichnet ist. Ich sag das mal überspitzt, ohne das auf deine konkrete Aussage zu beziehen: Wenn ich will, dass Kinder den Müll nicht einfach auf den Boden werfen, dann werfe ich keinen Müll auf den Boden. Wenn ich will, dass mein Kind "weniger am Pc hängt", hänge ich nicht die ganze Zeit am Smartphone. Das ist weit wirksamer, als "alphatiermäßig" zu sagen "räum den Müll weg!". Der Schüler macht das dann aus Angst vielleicht. Aber in der nächsten unbeobachteten Situation wird das Papier wieder auf dem Boden landen...

    Oder anders: Wer verstehen will, warum manche Schulen so aussehen, wie sie es tun, der soll sich mal den Raucherplatz der Lehrer anschaun - das erklärt oft mehr als tausend Worte;-)

    Natürlich ist man als Lehrer auch eine Art Alpha, eine Autorität. Eine gute Autorität ist mE eine, die weiß, was in welcher Situation zu tun ist. Im Unterricht ist man Autorität qua Wissensvorsprung. Daran ist auch nichts negativ. Privilegien (zB, dass ich die meiste Zeit vorne an der Tafel stehe, die Inhalte auswähle, etc.) ergeben sich mE daher idealerweise aus der Situation, nicht aus dem bloßen Status.

    Das alles lässt sich, wenn überhaupt, nur bedingt auf Tiere anwenden. Dennoch: Es scheint ja, zumindest bei Wölfen, Alphas zu geben, die Eltern. Ich denke, dass sie in vielen Situationen in diesem Sinne Autorität sind und daher von den älter werdenden Kindern als Autoritäten akzeptiert werden. Dazu gehört bei Wölfen anscheinend auch Dominanz seitens der Elterntiere in Bezug auf begehrte Ressourcen. Aber wir machen vielleicht einen Fehler, wenn wir aus dieser (Rang)-Ordnung ableiten, dass wir als Menschen das Recht haben, uns willkürlich zu verhalten ("Rangniederer muss jederzeit alles machen, was ich von ihm will!"), weil wir die Position des Alphas innehaben.

    4.) Das war gemein - die armen Katzen^^

    Ich denke, wir sind uns auch gar nicht so uneinig in Bezug auf "gefallen lassen". Die Frage ist mE die nach dem richtigen Weg dahin. Da ist es mE so, dass die Idee (sage nicht, dass das auch deine ist) der Rangordnung dazu verleitet, Beziehung als eine Art Wettbewerb um Status zu sehen, den man gewinnen muss. Das kann bis hin zur Gewaltanwendung führen (weil man ja auf keinen Fall verlieren darf). Die Gewaltanwendung ist verführerisch, weil sie vermeintlich schnelle Erfolge zeigt (vor allem, wenns drum geht, bestimmte Verhalten zu vermeiden). Und ich denke, dass manche Menschen mit Tieren oder auch anderen Menschen Schwierigkeiten im Umgang haben, weil sie die jeweilige Beziehung unter dieser Art von Rangordnung sehen.
    Um nochmal kurz die Lehrer zu bemühen: Hatte grad letztens das Gespräch mit einer jungen Kollegin, in deren Klasse es zu laut war während des Unterrichts. Sie meinte danach, sie müsse "autoritärer" werden, sich "mehr durchsetzen". Sinnvoller wäre hier aber, sich selbst und die Schüler beobachten lernen und das Verhalten der Schüler als Spiegelung des eigenen zu erkennen. Das kann viel Reibung nehmen, Energie, die man dann besser ins konzentrierte Arbeiten investieren kann.:)


    Liebe Grüße

    Lupus

  • twosouls
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    • 6. März 2018 um 01:46
    • #101

    Wir sind auch garantiert nicht weit weg. Oder weniger weit weg,wie du glaubst,weil ich den Begriff Ränge,oder Gefallenlassen,verwende.

    Du interpretierst da viel zu sehr aggressives,autoritäres gehabe hinein. Eben eine Hackordnung,von der ich ja ausdrücklich sage das so ein Hunderudel keine solche ist.

    "Alphas" und "Omegas",das sind Bezeichnungen die einfach kurz und prägnant sind. Natürlich aber auch ihren Ursprung in einer ehemals vorhandenen,festen Hierachieordnung haben,dennoch aber so gesehen auch nicht falsch sind. Auch das 1:0 soll lediglich verdeutlichen wie schnell sich ein Ungleichgewicht durch für Menschen völlig harmlose Verhaltensweisen einstellen kann und man sich dann plötzlich wundert: "Wieso ignoriert der Hund mich?", "Wieso knurrt er mich an?","Wieso lässt der sich nicht kämmen von mir?".. Solche Dinge passieren zu 95% NICHT plötzlich,sondern zeichnen sich lange vorher ab.

    Wenn ich also davon rede,meine ich nicht das man sich vor dem Spiegel stellen und "Alphamännchen!Alphamännchen!" wiederholen soll,um dann mit Kühlschränken unter den Armen Frau oder Hund-oder beiden- erstmal das Eingeredete beweisen soll. Ich kann es nun aber auch nicht besser darlegen,als wie ich das bereits versucht habe. Ich kann lediglich darauf verweisen das meine vergangene Fähe ein sehr führerweicher Hund war. Sprich sehr sensibel, die jedwede Art von Druck sehr schnell übel nehmen konnte,die aber dennoch sehr genau das Verhalten in ihrer Umgebung bewertet hat. Und bei Schwächen eben auch geneigt war Aufgaben zu übernehmen,oder aber Anderen auch ohne mit er Wimper zu zucken die Bemme aus der Hand zu klauen!!!

    Bei ihr war das also ein schmaler Grat zwischen Autorität und Entfaltung. Und den hätte ich niemals gehen können mit ihr,wenn ich da so umgegangen wäre,wie du hier aufgrund benutzter Begrifflichkeiten befürchtest.;)

    Da ich dir nicht eindeutig genug rüberbringen kann was ich meine,solltest du in der Tat vor allem mal den Link mit der Rudelbindung lesen. Und da vor allem dir das Geschriebene hinsichtlich der Hund -Mensch -Beziehung vor Augen halten b.z.w. gegenüberstellen. Das meine ich nicht als Warnung-und Bloch meint das auch nicht als Warnung-sondern ,bei allem fair Play,bei allen Versuchen so natürlich wie möglich mit einem Hund umzugehen und ihn auch so zu bewerten (Und ich glaube von mir das ich da weitergehe als die Meisten anderen HH,da ich auch Inkompatiblität für den urbanen Raum in Kauf nehme,wenn ich es als notwendig erachte.)-es dennoch Notwendigkeiten gibt. Ich weis nicht mehr ob das ein Leitsatz von Pawlow oder aus DDR Zeiten der bewaffneten Organe war. Aber der hies:" Liebe und Zwang bilden eine Einheit.". Ich würde nichtmal soweit gehen von Zwang zu reden. Motivation ist immer besser als Zwang. Und Zwang ansich fraglich. TROTZDEM gibt es Notwendigkeiten. TROTZDEM,auch wenn es ein Familienbetrieb ist und zum beispiel Schnauzübergriff ein selten angewandtes Mittel ist,gibt es jenes! TROTZDEM das die Vorstellung von täglichen Rangkämpfen bei (Wild)hunden völlig überholt (und falsch) ist,gibt es aber einen ritualisiertes Verfahren für körperliche Auseinandersetungen (wenn du einmal sich zwei Hunde ernsthaft beißen gesehen hast,wirst du sofort die Unterschiede feststellen/kein knurren,kein brüllen,kein auf die Hinterbeine stellen u.s.w. nur noch schwerer Atem und wild umsichbeißen,oder festhalten).Und das gibt es nur,weil es dazu kommen kann. Und es kommt dazu,wenn zwei Hunde nicht davon abweichen wollen innerhalb eines Rudels dieselben Aufgaben übernehmen zu wollen,wenn sie nicht davon abweichen wollen von dem Platz zu gehen,wo der andere liegt,oder liegen will,wenn ein Adulter die Forderungen der Elterntiere nach Kontrolle immerweiter ignoriert u.s.w.. Fair Play hin oder her. es gibt eben auch Grenzen! Genau wie bei uns. Wo die sind,das legen die Elterntiere ,also die Alphas,fest. Niemand anderes,sofern jene anwensend sind!

    Du stellst abermals die Frage was du machen sollst wenn du angeknurrt wirst. Auch da konnte ich wohl nicht wirklich was näher bringen.^^

    Ich werde es jetzt mit einem Satz sagen-und der wird dich noch viel weniger zufriedenstellen:

    " Das ist situativ und von der Konstellation zwischen dir und dem betreffenden Hund (Kennt ihr euch?Welches Wesen hat der Hund?In welcher Verfassung ist er?Was weist du von ihm?Wie sieht er dich momentan,sollte es deiner sein u.s.w.?) abhängig."

    Die Antwort betrifft auch die Situation wenn deine Reaktion nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Es gibt kein Schema F! Ich habe versucht anhand von Beispielen und Grundsätzen (so wie ich sie sehe) eine mögliche Richtung zu geben. Anhaltspunkte. Aber man kann unmöglich alle Eventualität bedenken und in einer Antwort mit einbeziehen/abdecken.^^

    "Wer nie einen Hund gehabt hat, weiss nicht, was Lieben und Geliebtwerden heisst."

    Arthur Schopenhauer

  • Muriel
    Beiträge
    539
    • 17. April 2018 um 04:15
    • #102
    Zitat von Knickohr

    Ich habe dann, wenn er geknurrt hat, zuerst über seine Schnauze gegriffen und laut: "Nein, Schluß" gesagt. Er knurrte dann nochmals. Dann habe ich ihn mit Schwung auf den Rücken gelegt, ihm an die Kehle gepackt und ihn auch angeknurrt und fixiert. Das hat ihm gehörig Angst eingejagt und er gin sich erst bei Herrchen verstecken, danach ist er mir ausgewichen.


    Der Beitrag ist zwar schon ein paar Wochen alt, aber ich finde das Thema so wichtig, dass ich noch etwas schreibe.

    Ich hätte nicht gedacht, dass es noch diese veralteten Erziehungsmethoden gibt.

    Solche Gewaltaktionen (die Kehle packen) passieren nur unter Hunden, die sich töten wollen.
    Das auf den Rücken werfen ist ein freiwilliger Akt, mit dem einer der Hunde seine Unterwerfung zeigt.

    Zitat von Knickohr

    Auffällig ist, daß er, wenn ich ihn streichle, er ängstlich wird. Wieso???? Ich habe ihm nie etwas getan....

    Er muss davon ausgehen, dass du ihn töten wolltest.

    Zitat von Knickohr

    Gerade eben ist mir wieder aufgefallen, daß Quacks unsicher wird, wenn ich mich ihm nähere.

    Kein Wunder.

    Ein Wunder ist es, dass niemand dich auf diese falsche Erziehung hinweist.

    Sehr schade....

    Einmal editiert, zuletzt von Muriel (17. April 2018 um 05:09)

  • Muriel
    Beiträge
    539
    • 17. April 2018 um 04:34
    • #103
    Zitat von Argos

    Da ging es um einen knapp zweijährigen Rüden der es an Respekt und Umgang hatte mangeln lassen.

    Zudem waren Kommandos wie der Rückruf nicht mehr möglich.

    Ihr wurde geraten den Hund mal eine ganze Woche zu ignorieren. Keine Ansprachen, kein Blickkontackt, keine Berührung.

    Nur Futter und spazieren gehen.

    Den Respekt eines Hundes kann man nicht erzwingen, den muss man sich verdienen.

    Es ist barbarisch, einen Hund eine Woche lang zu ignorieren.

    Das kommt einem Ausschluss aus dem Rudel gleich. Eine harte Strafe.

  • Muriel
    Beiträge
    539
    • 17. April 2018 um 05:07
    • #104
    Zitat von Knickohr

    Unser aktueller Stand mit Quacks: ich war jetzt kurzfristig doch glatt schon bei einer Trainerin. Hatte nicht damit gerechnet, daß man so flott einen Termin bekommt. Ihre Einschätzung: sein Knurren hat nichts mit Rangfolge zu tun. Er hat zwar natürlich in ihrem Beisein nicht geknurrt, sie hat sich den Grundgehorsam angeschaut und sein Verhalten mit anderen Hunden. Sie hat sich sehr genau schildern lassen, wann Quacks uns angeknurrt hat. Daß ich ihn fürs Knurren bestraft habe, war wohl ein großer Fehler! Man sollte Hunde fürs Knurren sogar belohnen und das Verhalten bestärken, da es zur hundischen Kommunikation gehört.

    Knurren ist keine Aggression.

    Wenn ein Hund knurrt, dann kommuniziert er.

    Was er damit ausdrücken will, ist von der Situation abhängig.

    Es kann ihm etwas unheimlich sein, er möchte gerade nicht gestört werden, er ist unsicher, beansprucht etwas für sich, usw.

    Ein souveräner Hundehalter respektiert seinen knurrenden Hund und beschwichtigt den Hund.

    Wer Respekt von seinem Hund möchte, muss zuerst seinen Hund respektieren.

    Das macht auch ein Rudelführer in einem natürlichen Rudel.

    Niemals würde er sich wegen dem Knurren auf eine Auseinandersetzung einlassen.

    In meiner Hundegruppe darf auch ein Welpe seinen Liegeplatz durch Knurren verteidigen.

    Selbst ranghohe Hunde machen beschwichtigend einen Bogen um den Welpen.

    Hunde sind soziale Wesen und wollen nicht die Rangordnung in Frage stellen.

    Von diesem Denken sollte man mal wegkommen.

    Damit der Mensch als Rudelführer angesehen wird, muss er sich wie ein Rudelführer verhalten.

    Er muss souverän, gelassen, liebevoll, berechenbar, sozial kompetent sein und das beste für sein Rudel wollen.

    Dann wird ihm jeder Hund gerne folgen.

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