Ruhe für den Hund

  • Hi,


    bei uns ist immer recht viel los mit zwei kleinen Kindern und zwei Katzen. Gaius nimmt sich zwar ab und an, wenn er Ruhe haben möchte, raus und geht in den Flur, um dort zu schlafen. Oft aber bleibt er auch im Wohnzimmer, obwohl er eigentlich ruhen möchte/sollte, weil er wohl lieber bei uns ist.

    Wir haben uns daher überlegt, ihn quasi zu bestimmten Zeiten zur Ruhe zu zwingen. Gestern haben wir das erstmalig gemacht: Gaius, der im Flur sein Wasser und sein Hundebett hat, wurde für eine Stunde dort angeleint, so dass er natürlich Wasser und Bett jederzeit erreichen konnte. Die Tür zum Wohnzimmer, in dem die Kinder spielten, haben wir zu gemacht. Er war also die gute Stunde lang alleine. Er jammerte anfangs kurz, legte sich dann aber wohl in sein Bett und schlief, bis ich ihn dann wieder abgeleint habe. Wir haben vor, dass jetzt quasi täglich zu machen. Vielleicht zwei mal eine Stunde oder auch nur eine.


    Was haltet ihr (grundsätzlich) davon? Sorgt ihr auch bewusst für eine "Auszeit"? Falls ja, wie setzt ihr das um?




    In dem Video hier wird ähnliches geraten. Allerdings verweist der Trainer hier darauf, dass der Hund schon alle Reize mitbekommen, aber trotzdem zur Ruhe kommen soll. Wir denken aber, dass es anfangs besser ist, wenn er wirklich Ruhe hat und nicht das Gefühl, alles mitbekommen zu müssen. Wie denkt ihr darüber?



    Liebe Grüße

    Lupus

  • Wir haben uns daher überlegt, ihn quasi zu bestimmten Zeiten zur Ruhe zu zwingen.

    Das ist so ein neumodischer Kram.

    Ich musste in 40 Jahren Hundehaltung noch nie einem Hund das Ruhen beibringen.


    Welpen hätten ja einen genetischen Defekt, wenn sie nicht mehr von allein zur Ruhe kommen würden.

    Diese Mode hat sich entwickelt, weil Hundehalter viel zu früh anfangen, ihren Welpen mit Erziehung, Tricks und Kopfbeschäftigung "auszulasten".

    Das Ergebnis ist oft ein überforderter, überdrehter junger Hund, der nicht einfach Welpe sein durfte.


    Anstatt die Ursache zu beheben (die Überforderung), wird der Welpe in eine Box gesperrt, an der Heizung angekettet oder alleine ausgesperrt.

  • Hi,


    auslasten wollen wir ihn nicht, denke, dass ist auch schwer möglich. Ansonsten gehen wir zwei mal pro Woche in die Hundeschule und üben am Tag ca. 10 bis 15 Minuten, zur Zeit viel mit dem Dummy. Er macht das sehr gerne. Er wird ja nicht bestraft, wenn er was falsch macht...

    Eben grad waren wir draußen und er hat ewig Mauseloch gebuddelt, ich hab zugeschaut - jetzt ist er müde, die Kinder sind im Bett. JEtzt hat er seine Ruhe. Tagüber aber ist grad mittags schon viel los, allein wegen der Kinder.

    Wie ihm die Ruhe geben, die er braucht unter den beschriebenen Umständen?


    Liebe Grüße

    Lupus

  • hi ! Habe ein ähnliches Problem wie ich schon in anderen Posts erwähnt habe, Lupin ist jetzt 7 Monate alt und war von klein auf ein echter Wirbelwind- trotzdem wir erst mit Auslastung und so weiter (ausgenommen erziehung) später begonnen haben. Unser labbi ist ein guter vergleich der in meinen Augen beweisst- es kommt sehr wohl auf die rasse/charakter an.


    Ich finde deine Idee ergibt Sinn, auch wenn sie etwas "Arg" klingt mit "anketten". Unser Lupin musste von klein auf an den meisten vormittagen alleine (oder anfangs mit labbi) sein. lustigerweise ist seine entspannte / ruhige Zeit nun auch immer vormittags. Kann Zufall sein, kann auch anerzogen sein.


    Ich musste ihn immer wieder auf den Platz schicken, nun entspannt er von alleine wenn er ignoriert wird- hat aber auch gedauert. Bei Kindern und katzen usw ists natürlich schwer weil da IMMER iwas los ist, Lupin würde nur herumrennen damit er ja nix verpasst- also versteh ich, dass du ihn anleinst da man mit zwei Kindern vlt auch nicht die zeit hat alle 2 Minuten PLATZ zu sagen und den Hund dorthin schleifen kann.


    Die sucht er sich von allein.

    Lupin sucht NIE Ruhe. Woher ich das weiß? Bsp.: Waren zu Besuch, Kinder- Hunde, alles. Er hätte einen ungestörten Raum gehabt, er hätte auch unter der Sitzbank chillen können, die Hunde haben ihn in Ruhe gelassen aber ER hat 6 Std lang das Spiel mit allen gesucht. Durchgehend. Als wir zu Hause waren, wollte er weiter spielen, auf der Fahrt hat er dauernd hinaus geschaut- er war komplett am Ende aber er KONNTE keine Ruhe geben.


    ab dem Tag wussten wir, dass wir ein Problem haben. Vielleicht hab ich was in der Erziehung so dermaßen versaut, dass er keine Ruhe kennt- obwohl wie gesagt, der Labbi war trotz gleicher Erziehung anders, oder es gibt nunmal Exemplare die zumindest in einem gewissen Alter Hummeln im Popsch haben.


    Falls es so ist- Lupus Gratulation,Willkommen im Club. Bier ist im Kühlschrank, Valium steht daneben.

    ****Lupin, 11.11.2017****

  • Lupin sucht NIE Ruhe.

    Dann bist du nicht entspannt.

    Gerade wenn man einen Hund schon als Welpen bekommt, hat mehr sehr viel Einfluss darauf, ob man später einen entspannten Hund hat. Das hat nichts mit Erziehung zu tun (Hund ständig auf den Platz schicken), sondern mit der Gelassenheit, mit der man den Welpen einfach Welpe sein lässt.


    aber ER hat 6 Std lang das Spiel mit allen gesucht.

    Dann hat er davon im Alltag nicht genug.

    Meine Welpen sind auch mit Kindern, Katzen und anderem Getier aufgewachsen.

    Trotzdem haben sie inmitten von dem Trubel einen ruhigen Platz gesucht, wenn sie müde waren.

  • Die sucht er sich von allein.

    Hi,


    manchmal tut er das, aber eben nicht immer. Kinder schreien, spielen Ball, laufen umher - und Gaius macht dann manchmal den Eindruck, auch wenn er sich hinlegt, als müsse er dennoch alles mitbekommen, als hätte er ein Ohr und ein Auge immer irgendwie offen.

    Kleine Kinder können sich nicht selbst Ruhe suchen. Zu denen sagen wir ja auch nicht: "So, nu leg dich mal schön zu deinen spielenden Geschwistern und schlaf!". Selbst wenn das Kind hundemüde ist, wird es das in den wenigsten Fällen schaffen. Warum sollte das bei Hunden so dermaßen anders sein?


    Dennoch auch hier: Danke für den Hinweis! Wir werden es heute mal testen ohne ihn anzubinden und für die Zeit einfach die Tür schließen.



    Liebe Grüße

    Lupus

  • ein Hund kann es.... ein anderer nicht.

    Meine Labbies konnten auch beim Trecker-pulling entspannen oder wenn grade wieder 15 Kinder durch den Garten tobten... Argos nicht.

    Ihm musste ich auch das entspannen und ruhen beibringen.

    Ich würde es ausprobieren wie es für ihn am besten klappt.

    Da gibt es kein Pauschal-rezept.

  • Als Hermann klein war, hatten wir einen großen Zimmerkennel. Das war sein Rückzugsort oder auch der Ort, an dem unsere Althunde vor ihm Ruhe hatten. Diesen Kennel hat er gut und gerne angenommen. Da drin gabs immer die Mahlzeiten, sowie Sachen zum Kauen. Hermann hätte auch pausenlos überall mitgemacht. Wenn sich einer der Althunde bewegte,hieß das auch für Hermann "Aktion!" (Bei insgesamt 4 Hunden im Haus,bewegte sich immer irgendeiner) Mit dem Älterwerden mussten wir die Kenneltür nicht mehr schließen, da legte er sich schon selbständig rein. Wir sind mit den Pausen, zu denen wir ihn verdonnert haben gut verfahren. Generell ist Hermann auch heute noch ein Typ Hund, der im Grunde nichts verpassen will.

    Mein Schweißhund Otte ist und war da ganz anders. Der brauchte keine Box. Ist aber auch vom Typ her eben ganz anders als Hermann.

    "Egal wie wenig Geld und Besitz du hast, einen Hund zu haben, macht dich reich."
    Louis Sabin


    Viele Grüße von Anja mit Hermann und Otte und Sammy im Herzen