Auslastung - von der Notwendigkeit zum Mythos?

  • Und ich meine mich zu erinnern, das Cinja auf den Post von Pepper schon so "sinngemäß" geschrieben hat, das das was Pepper so treibt nicht "Artgerecht" ist und Sport den Neu Haltern ans Herz legt.

    Es ist schon auch immer was man wohl herauslesen WILL. Ich habe das keinesfalls so herausgelesen und ich behaupte jetzt einfach mal (bitte korrigiere mich Cinja wenn ich falsch liege) dass Cinja niemals meinen oder sagen würde, dass Pepper seinem Hund irgendwas Falsches antut. Das glaubt niemand hier, traue ich mich einfach mal so zu behaupten.


    Ich habe das so gelesen, dass es eine generelle Aussage war und sich an die Fälle gerichtet hat auf die es zutrifft.


    Von vielen hier im Forum kennen wir die Hunde und Halter seit Jahren und wir haben ziemlich viel gegenseitig über unser Leben mit unseren Hunden mitbekommen. Es gibt hier eine Vielfalt von Vertretern diverser Linien und Rassen aus der Kategorie Schäfer- und Gebrauchshunde und jeder gestaltet das Leben mit ihnen anders und das ist alles gut und funktioniert.


    Neueinsteigern Hundesport als eine schöne gemeinsame Beschäftigung vorzuschlagen bzw. selber davon zu schwärmen um es schmackhaft zu machen ist genau das: "über den Tellerrand schauen" :) <3

  • ja, das habe ich ja auch geschrieben, ich habe ja selber was auf den Platz gemacht ABER das Achtung, es gibt auch sehr viele Schlechte Plätze, gehört halt auch dazu.

    Ich habe mir vor 6 Jahren einige SV Plätze in meiner Region angeschaut, das war immer noch alles absolut nicht mein Ding, deshalb bin ich in einen anderen Verein (Mainflingen) und war soweit zufrieden.

    Gerade neuen Leuten hier sollte man das mit ans Herz legen, schaut euch genau um und lasst es nicht zu, das euer Hund schlecht Behandelt wird.....euch alten Hasen brauche ich das logischerweise nicht erzählen.

  • Also, wir haben einfach gemeinsam Spaß am Hundesport. Meine wären sicherlich auch mit Gassi zufrieden und glücklich. Hauptsache dabei und zusammen Spaß haben. Aber dann auch was erleben, nur Spazierengehen ist ja schon arg langweilig so auf Dauer.

    Hundesport macht ihnen aber natürlich sehr viel Spaß, es hält geistig und körperlich fit. Wie beim Menschen mit Sport doch auch.


    Ich finde beide Trends irgendwie komisch. Sowohl Hunde die ständig „Auslastung“ brauchen, als auch diesen „Ruhe“-Trend wo die Hunde irgendwie so gar nichts dürfen und bloß nicht aktiv sein.


    Vermarkten wollen sich übrigens alle.


    Einfach etwas Leichtigkeit, schauen was so passt und woran der Hund Freude hat. Der eine liebt Hundesport, dem nächsten taugt es nicht. Ja, solche Schäferhunde gibt es auch.


    Zuhause dürfen sie gemeinsam zocken, baden und Spaß haben und beim Hundesport haben wir eben auch gemeinsam Spaß.

  • ja Flummi , so einfach kann das Leben sein :)

    Wenn ich hier in Ungarn die Möglichkeit dazu hätte, würde ich mit Lika auch was machen.

    Lex ist zufrieden mit spazieren gehen, schwimmen, schnüffeln usw und vor allem auf sein Revier aufpassen, das geht soweit, das er Lika verprügelt, wenn sie vor ihm am Tor ist.

    Lika kommt draußen fast gar nicht zur Ruhe, deshalb kommt sie immer wieder rein, Lex döst einfach Überall, wenn ihm danach ist.

    Jeder ist ein Unikat und das ist gut so.

    Einmal editiert, zuletzt von Kimmo ()

  • ja Flummi , so einfach kann das Leben sein :)

    Muss ich das jetzt verstehen, dass du mich hier erwähnst?

    Wenns kein Versehen war, hol mich bitte ab, was dich dazu bewogen hat.

    Ich hab nämlich kein Stess mit dem Thema und ganz oft ein einfaches Leben :D

  • In all den Jahren mit Hunden, Hundetraining und Pferdetraining (da ist es ähnlich) habe ich immer wieder erlebt, dass es nicht für alle Leute mit allen Hunden und unter allen Umständen immer leicht ist. Wir haben nunmal nicht alle die gleichen Lebensumstände.


    Wir haben es wie bereits erwähnt auch in diesem Forum schon mehrmals erlebt, dass es bei Leuten manchmal nicht so flutscht und wir wären eine schlechte Forums-Community, wenn wir Neulinge nicht wenigstens darauf aufmerksam machen würden, wie Hunde eines bestimmten Types sich entwickeln KÖNNEN und dass man besser früher als später sich damit auseinandersetzt und was für Möglichkeiten man hat.


    Wir wären Träumer wenn wir allen immer sagen würden, ja nee, passt schon, das wird schon, lass einfach laufen und warte ab, sei entspannt dann chillt auch dein Hund 8o 8o

  • Dann gebe ich noch kurz meinen Senf dazu :)

    Cinja, wenn du was über Bindung und Beziehung lernen möchtest, dann kann ich dir Cordt empfehlen.

    Bezüglich der Bindung und Beziehung zu meinen Hunden brauche ich Frau Cordt nicht.

    Bislang hat jeder meine Hunde eine sehr gute Bindung und Beziehung zu mir gehabt. Bei Crazy z. B. stand dies sogar im Protokoll der Wesensbeurteilung und soweit ich das mitbekommen habe, steht das nicht oft unter Bemerkungen ;)

    Und auch Phaja und vorher Cindy waren ganz eng mit mir verbunden.


    Und nein, ich habe nicht gemeint, dass unbedingt Sport mit dem Hund gemacht werden muss und ich habe auch Pepper nicht unterstellt, Pepper nicht genügend zu beschäftigen ;) Was ich meinte ist, dass es gefährlich ist, jemanden zu beruhigen und zu meinen, dass ein Hund aus einer LZ auch grundsätzlich mit ganz wenig (geistiger) Auslastung zufrieden ist und es keine Probleme gibt. Denn das haben wir hier definitiv schon des öfteren erlebt, dass das schiefgeht.


    Es gibt nun mal Hunde, die eine hohe intrinsische Motivation haben und Hunde, bei denen das weniger stark ausgeprägt ist. Hast du einen Hund mit hoher IM, der gerne arbeiten möchten, weil es ihm die Genetik mit in die Wiege gelegt hat, kann es zu Problemen kommen, wenn dieser Hund nicht geistig und körperlich beschäftig wird.


    Mal ein Beispiel für hohe IM: Crazy z. B. liebt (u. a.) die Fährtenarbeit. Ich habe sie mit Futter aufgebaut, um das entsprechende Suchverhalten zu fördern. Sie ist aber beim Suchen so hochmotiviert, dass ich im Grunde im Training kein Futter brauchen würde. Ich kann 10 Fährten (auch lang und schwer) komplett ohne Futter mit ihr machen und bei der 11. würde sie immer noch genauso hochmotiviert loslegen. Ganz einfach, weil es ihr Spaß macht.


    Oder Thema SD. Wären Hunde nicht mit hoher IM bei der Sache, würdest du das sofort sehen (ich sehe es z. B. im Moment bei uns im Verein bei einem DSH). Wenn der Hund keinen Bock hat, hat er keinen Bock. Und bei diesem Hund siehst du das auch in der UO. Da ist es egal, ob mit Futter oder Ball gewedelt wird. Die Ausstrahlung ist gleich Null, weil der Hund nicht motiviert ist.


    Es ist wirklich vollkommen in Ordnung, mit einem LZ-Hund keinen Hundesport zu machen, solange der Hund trotzdem auf seine Kosten kommt und nicht verblödet. Und das ist doch hier bei unserem Hunden im Forum der Fall, Auslastung bedeutet doch nicht immer nur Sport. Aber manche Hunde brauchen halt einfach ein bisschen mehr, um glücklich und zufrieden zu sein :)

  • Ich glaube es hilft in dieser Diskussion über Auslastung, den grundsätzlichen Blick auf die Veranlagungen
    eines LH DSH zu beschreiben, den man hat.
    Pauchal alle über einen Kamm zu scheren ist damit nicht gemeint.

    Für die einen ist ein LH DSH immer gleichzusetzen mit einem triebstarken Gebrauchshund, was ja
    so in der heutigen Zeit - zumindest wird das in anderen Diskussionen hier oftmals beklagt - immer seltener der Fall ist.

    Also müsste man bei der Diskussion über Auslastung immer damit anfangen: Woher ist der Hund und wofür wollt ihr ihn haben.


    Als ich sagte "die Geister die ich rief" meinte ich folgendes:
    Pepper hat eine gut ausgeprägten (ich scheue den Begriff "starken" zu verwenden, weil mir dafür mangels Erfahrung die Referenzen fehlen) Beutetrieb. Wenn ich die Frisbee in die Hand nehme, brennt er! Ja, mag man so gar nicht glauben, ist aber so ;)
    Ich behaupte, wäre ich ein Hundesport Mensch und wäre ich mit ihm früh auf den Platz gegangen um ihn auf den Ärmel zu konditionieren, wäre er heute ein anderer Hund als er ist.

    Gleiches in Bezug auf Fährte. Pepper liebt es, Stöckchen zu suchen.
    Nehme ich ein kleines kurzes Stöckchen, fasse es nur kurz an und schmeiße es in den Wald zu den Millionen anderen (ohne das er es sieht) und sage "SUCH!", dann hat er die Nase tief und findet es zu 95%.
    Man sieht ihm an: Daran hat er Spaß!!!

    Ich behaupte wieder: Währe ich auf dem Hundeplatz geblieben, wäre er sehr warscheinlich ein Hund der supergern Fährte macht, drölfizig Winkel meistert und Punkte abräumt.


    Aber: Bin ich alles nicht, und er jetzt auch nicht. Vermutlich währen wir auch krachend am Verbellen gescheitert :D

    Am Ende sprechen wir bei der Frage, wie hoch eines Auslastung des Hundes sein muss m.E. in erster Linie über
    Genetik und im Nachgang über den Grundcharakter des Hunde.

    Ist er hoch im Trieb aber eher Führerweich, lässt sich die Energie recht leicht umleiten.
    Ist er im Charakter eher hart, ist das schon ne andere Nummer und der Hund wird mehr fordernd sein.


    Macht das Sinn?

  • Jein.


    Ich glaube die wichtigste Eigenschaft die es zu Problemen kommen lässt ist das Energielevel und die Entschlossenheit, die der Hund mitbringt.


    Ein hoher Drang zu Initiative/Eigeninitiative, hohe Bereitschaft zu Interaktion mit (Umwelt)reizen, aktive Suche nach Beschäftigung, niedrigere Frustrationstoleranz, niedrigere Impulskontrolle, Konfliktbereitschaft, hohe Intensität bei Aktionen und Interaktionen, hohe Intensität bei der Ausführung von Aktivitäten, hohe Reaktionsgeschwindigkeit und Umsetzung in Bewegung, hohe Erregungsfähigkeit. Sturheit im Sinne von Hartnäckigkeit. Hohe Toleranz gegenüber unangenehmen Erfahrungen. Emotion in Bewegung bzw. Aktivität umsetzen wollen. Unermüdlichkeit in einer Aktion. Hohe Lernbereitschaft und Wille zu Kooperation mit dem Menschen.


    So würde ich einen LZ DSH oder Malinois beschreiben und klar, die Gewichtung der einzelnen Charakteristika ist unterschiedlich ausgeprägt und bestimmt habe ich ein paar vergessen.


    Ich habe ja schon geschrieben, dass ich auch LZ Schäferhunde und auch Malinois gesehen habe, die nicht triebstark sind. Also nein, man kann nicht pauschal sagen, dass alle LZ DSH "triebstark" sind.


    Aber: Der leistungsgezogene Deutsche Schäferhund SOLLTE oben genannte Eigenschaften haben und wird definitiv auch danach gezüchtet diese Anlagen zu haben. Züchter suchen sicherlich gerne nach bestimmter Gewichtung einiger Anlagen der Liste und legen nicht so grossen Wert auf andere dieser Anlagen aber generell muss man wohl sagen, dass der LZ DSH über die oben genannten Anlagen verfügen sollte.


    Ich gebe dir Recht, Pepper man kann ganz bestimmt nicht wenige LZ DSH einfach so als Alltagsbegleiter erziehen. Bei mir wäre das die Alma gewesen. Da habe ich von Anfang an gemerkt, dass die auch total zufrieden gewesen wäre ohne irgendwas kompliziertes machen zu müssen.


    Es hat ihr sehr wohl Spass gemacht mit mir diese Dinge zu trainieren und vor allem der Schutzdienst aber auch die UO. Fährte hatte bisschen mehr Arbeit gemacht mit ihr aber ich glaube jetzt, dass Hunde die nicht so Futtergeil sind es hier auf unseren staubigen Feldern schwerer haben, weil sie einfach ungerne Staub und Sand fressen, wahrscheinlich wäre das Thema auf grünen Wiesen auch ein anderes gewesen.


    Bei Axel habe ich 100%ig klar, dass er in einer unbedarften Familie ein absoluter Problemhund geworden wäre. Er hätte vermutlich Menschen und Hunde attackiert und wäre den Leuten regelmässig explodiert. Für ihn war der Sport DIE Lösung um seinen Überschaum zu kanalisieren, insbesondere der Schutzdienst der Explodieren in kontrollierter Weise erlaubt. Aber auch die mentale Forderung in den anderen Disziplinen, ganz ganz ganz wichtig. Daher ist er jetzt auch aufgrund seiner Erkrankung (wieder) unausgeglichen.


    Ioshy? Ich weiss nicht. Der hat Temperament und Intensität, hatte ausserdem Resourcenverteidigung und Reaktivität auf Hunde, Kinder (Menschen) sowie tendenziell Autos bzw. Räder oder insgesamt flitzige Sachen. Manchmal glaube ich, dass wenn man bisschen Erfahrung hat, macht man viele Sachen so automatisch, dass es nicht zu Problemen kommt, so dass es scheint man hätte gar nichts gemacht und der Hund wäre von alleine auf der geraden Bahn geblieben. War nicht ganz so, bisschen musste und muss ich noch auch gezielt mit Ioshy an gewissen Dingen arbeiten aber in einer Weise die ich als normal für einen jungen Hund seines Types empfinde. Auch hier wieder die Frage: Wie wäre das bei Leuten mit null Erfahrung?


    Am Ende sprechen wir bei der Frage, wie hoch eines Auslastung des Hundes sein muss m.E. in erster Linie über
    Genetik und im Nachgang über den Grundcharakter des Hunde.

    Da stimme ich voll zu.


    Ist er hoch im Trieb aber eher Führerweich, lässt sich die Energie recht leicht umleiten.
    Ist er im Charakter eher hart, ist das schon ne andere Nummer und der Hund wird mehr fordernd sein.

    Ja, aber kommt darauf an wohin du es umleitest und wie und in welchem Umfang. Was verstehst du unter "führerhart oder -weich"? Für mich existiert das gar nicht und ist normalerweise nur das Unverständnis des Hundeführers wie man mit genau diesem Exemplar Hund umgehen müsste. (Super Thema)

    Abgesehen davon Temperament, Charakter und Veranlagung an 2 Punkten festzumachen ist sehr sehr seeeeehr unzureichend.

    Einmal editiert, zuletzt von Axman ()