Zu Zeiten, als wir etwa gleich viele Malinois und DSHs im Verein im IPO-Sport hatten (geführt bis Bundesebene), lag die gesundheitliche Ausfallquote bei beiden Rassen etwa gleich hoch. Auch Ausbildungsleiter der Diensthundeschule in BW und deren Diensthundeführer (auch aus Hessen) berichteten mir ähnliches. Die Gründe dafür sind rassebedingt teilweise unterschiedlich. Aber z.B. in Bezug auf das Cauda equina-Syndrom ist es letztendlich unerheblich ob der Knackpunkt im Lendenwirbelbereich liegt (DSH) oder ein Stückchen weiter vorne Richtung Brustwirbel (Malinois). Der einzige Unterschied ist der dass die Symptome beim DSH dann eher schleichend über einen längeren Zeitpunkt auftreten, während Dir der Malinois von jetzt auf gleich schreiend (und nicht selten um sich beissend) völlig unerwartet zusammenbricht. Unter'm Strich leidet der betroffene Hund an einem CES und fällt für den Dienst aus. Und bei der schleichenden Form sind die Erfolgsaussichten bei einer OP besser, während ich bei den plötzlich heftig auftretenden Fällen mehrere Diensthunde kannte, die deswegen eingeschläfert werden mussten.
Zudem gibt es beim Mali andere Probleme, wegen denen er als Sport- oder Diensthund ausfallen kann. Immunprobleme, Ataxie, Epilepsie, um nur einiges zu nennen was man als "malinoistypisch" bezeichnen kann.
Soll nicht heißen dass die Population gesundheitlich große Probleme hat. Aber es ist nun mal auch nicht jeder "Belgier" oder "Holländer" ( = X-Mechlaar) kerngesund. Wie beim DSH kann man ein Exemplar erwischen, das gesundheitlich nicht die Voraussetzungen erfüllt für das, was man mit dem Hund vor hatte zu machen. Wie beim DSH kann es gesundheitliche Einschränkungen geben, mit denen der Hund seine Aufgabe trotzdem erfüllen kann. Und wie beim DSH gibt es kerngesunde Hunde. Aus gesundheitlichen Gründen vom DSH zum Malinois zu wechseln kann schief gehen, wenn man dort beim Welpenkauf die selben Fehler begeht die man zuvor beim DSH gemacht hat. Dann hat man vielleicht keinen Hund mit ED oder "Rücken", dafür dann aber vielleicht einen mit Epilepsie oder Ataxie.