Ostdeutsche Linie

  • Mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr mit Ossis habt.

    Wie unterscheiden sie sich von der Westdeutschen Linie bzgl Wesen und Gesundheit.

    Wie seht ihr das Problem mit der Inzucht.

    Suche auch dringend jemanden, der den Zwinger vom Klödener Riß kennt. :!::!::!:

    http://vomkloedenerriss.bplace…nerriss/unsere_hunde.html

    Ich kenne nur den Zwinger vom Altenburger Land, wenn jemand dazu Informationen möchte.IMG_1907.JPG


    Hier ein West-Mädchen (LZ) 8 Monate und ein Ost-Rüde 10 Monate. Die beiden verband eine große Liebe:love:;)

  • Ich habe mich damals vor fast 10 Jahren vom Werbemärchen vom "viel gesünderen Ossi" blenden lassen.

    Mein Ostblut hat mit Müh und Not jetzt seinen 9. Geburtstag hinter sich gebracht, ob es einen 10. geben wird ist fraglich (wir haben zwischendrin gezweifelt, dass er überhaupt seinen 8. erlebt).


    Ich hatte noch nie einen so kranken Hund und kenne auch keinen, nicht einmal unter den Hochzuchten.

    Nach dieser Vollkatastrophe habe ich mich auch mal jenseits der Werbeversprechen mit den "Ostdeutschen" oder "gesunden DDR Linien" beschäftigt.


    Unterm Strich hat man normale Leistungs DSH die in den Leistungsanforderungen jedoch nicht ganz so hoch selektiert werden, wie viele LZ Hunde. Gesundheitlich sind sie auf dem selben Level wie andere DSH, meiner Meinung nach sogar noch eher etwas darunter, eben weil aus der Vorstellung vom "Erhalt der reinen DDR" Linie in weiten Teilen massive Inzucht betrieben wird, mit allen negativen Begleiterscheinungen.


    Hunde aus DDR Linien profitieren von der Ostalgie und der Idealisierung der alten Zeit. Aber wie bei allen Werbeversprechen muss man da einfach genau hinsehen, um die Realtiät dahinter sehen zu können.

    Unterm Strich sind es nämlich auch nur DSH ohne nennenswerten genetischen Vorteil.

    Liebe Grüße

    Raphaela mit Mr Ekko, Cardassia & Azog

  • Mäuschen ist mein 2. Osthund. Mein Rüde zuvor war auch von Anfang an krank. Allerdings zeigte er nur so unspezifische Symptome, dass die Tierärzte es anfangs einfach nur abgetan haben. Schlußendlich wurde er nur 16 Monate alt. Es hat mir das Herz zerbrochen. Die Züchterin hat mich einfach nur beschimpft und gemeint ich wäre an allem schuld.:cursing:


    Ich zweifle auch an der vielgerühmten Gesundheit des Ossis. Ich denke, das ist allein auf Grund des hohen Inzuchtkoeffizienten auch gar nicht möglich.

    Allerdings glaube ich, dass sie grundsätzlich etwas enspannter (jetzt unabhängig von ihrer Individualität und den Haltungsbedingungen) sind als Westdeutsche LZ. Ich denke, dass das auch etwas mit ihrerem viel wuchtigeren Körperbau zu tun hat.

  • Ob unser Harras von Osthunden abstammt können wir aufgrund seines Körperbaus nur vermuten. Das wirklich östlich in ihm ist, dass er aus Ostfriesland stammt :D.

    Wir haben nur die eher kleine Mutter kennen gelernt, sie ist Hofhund auf einem ostfriesischem Bauernhof. Den Vater haben wir gar nicht gesehen und zu Großeltern wissen wir nichts. Aber bei nun 52 kg und über 70 cm Stockmaß liegt die Vermutung zumindest nahe.

    Harras *10.12.2015 :thumbup:“Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.” :thumbup:(Louis Armstrong)

  • HI,


    dass die "Ossis" "viel gesünder" sein sollen, hab ich noch nicht gehört.

    Im Bereich HD waren sie das statistisch mal zu DDR-Zeiten. Was davon geblieben ist, kann ich nicht beurteilen. Ich denke, dass es da doch vor allem auf den Züchter, also auf die konkrete Zuchtpaarung ankommt.

    Es gibt ja auch Züchter, die gezielt Hunde aus West-LZ für die Zucht "einkreuzen". Und wenn man an die "Autobahnkreuzungen" denkt, die es damals wohl vermehrt gegeben hat, ist sowieso fraglich, inwieweit es reine DDR-Linien überhaupt nocht gibt. Man hätte damals einfach seitens des SV vernünftiger mit der Situation umgehen sollen. Dann hätten alle mE profitieren können.


    Für uns war der Hauptgrund für den "Ossi" ein anderer: Wir wollten keinen "Schrägheck-DSH" aus HZ, also blieb nur LZ. Und da wollten wir keine supertriebige Sportskanone. Da uns (mehrfach) gesagt wurde, dass die "Ossis" in der Tendenz ein wenig ruhiger und sturer sind, haben wir uns für diese Variante entschieden. Ich mag einfahc ernsthafte und ruhige Hunde. Hinzu kommt noch der wohl etwas "knochenkräftigere" Körperbau, der uns gefällt, der sich allerdings bei Gaius, dem Dürrapp, noch nicht zeigt. Aber er ist ja auch noch jung.


    Und ich kann nur sagen, dass wir bekommen haben, was wir uns erträumt hatten. Wir hoffen sehr, dass Gaius gesund bleibt! Und sollte es nicht so sein, so werden wir uns gut um ihn kümmern.


    Aber wir sind auch West-LZ-Hunden nicht total abgeneigt. Auch da kommts doch auf den konkreten Züchter an, denke ich.



    Liebe Grüße

    Lupus

  • Hallo Lupus


    Für uns war der Hauptgrund für den "Ossi" ein anderer: Wir wollten keinen "Schrägheck-DSH" aus HZ, also blieb nur LZ. Und da wollten wir keine supertriebige Sportskanone. Da uns (mehrfach) gesagt wurde, dass die "Ossis" in der Tendenz ein wenig ruhiger und sturer sind, haben wir uns für diese Variante entschieden. Ich mag einfahc ernsthafte und ruhige Hunde. Hinzu kommt noch der wohl etwas "knochenkräftigere" Körperbau, der uns gefällt, der sich allerdings bei Gaius, dem Dürrapp, noch nicht zeigt. Aber er ist ja auch noch jung.


    Und ich kann nur sagen, dass wir bekommen haben, was wir uns erträumt hatten. Wir hoffen sehr, dass Gaius gesund bleibt! Und sollte es nicht so sein, so werden wir uns gut um ihn kümmern.

    Ich habe mich aus dem selben Grund für einen Ossi entschieden. Meine Freundin hat eine West HZ, da sieht man deutlich den Unterschied nicht nur im Aussehen, sondern auch im Wesen.

    Wie alt ist dein Gaius? Von welchem Züchter hast du ihn?

  • Hi,


    Gaius wird nächste Woche ein Jahr alt:)


    Was meinst Du mit Unterschied im Wesen? Habe schon gehört, dass LZ-Hunde ab und an etwas "drüber", nicht "ganz klar im Kopf" sind - meinst Du das?


    Ich finds immer schwierig, hier öffentlich über Züchter zu reden, die ja nicht hier sind und nix dazu sagen können. Ich schreib dir ne PN:)


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Man hätte damals einfach seitens des SV vernünftiger mit der Situation umgehen sollen. Dann hätten alle mE profitieren können.

    In wie fern ist man denn "unvernünftig" im SV "mit der Situation" in Bezug auf die ostdeutschen Zuchtlinien umgegangen? Der SV hat den Züchtern und Haltern aus den neuen deutschen Bundesländern damals doch alle Türen und Tore geöffnet. Es hätte ein jeder mit seiner Linie weiter züchten können wie bisher.


    Dass die meisten ostdeutschen Züchter damals ihre Hunde verkauft und sich Hunde aus westdeutschen Zuchtlinien in die Zwinger gestellt haben ist doch nicht die Schuld des SVs. Natürlich ist damals niemand auf der Hauptzuchtschau mit einem DDR-Hund in der Ausleseklasse gelaufen. Nur ist man das mit einem westdeutschen Leistungshund ja auch nie... Aber wie "Wessies" waren es gewöhnt mit unseren Leistungshunden auf den Schauen hinten zu laufen. Bis sich die "Ossies" daran gewöhnt hatten, hatten sie ihre Hunde schon längst verkauft...


    Wie gesagt: Ein jeder hätte seine Hunde damals behalten und diese alten Linien weiter führen können. Nur haben die meisten die schnelle DM gewittert und gedacht wenn sie sich die Zwinger mit Hochzuchthunden voll machen werden sie durch den Welpenverkauf reich. Nachdem sie dann gemerkt haben dass das nicht so ist waren die DDR-Hunde weg und das Gejammere darüber groß... Aber: Der SV ist nicht Schuld daran! Auch wenn auf Schauen der Hochzucht-Hund immer favorisiert wird: Das eine "G", was man für die Zuchtzulassung benötigt, konnte man eigentlich immer laufen! Ausser ein Hund hat nur drei Beine... In vielen anderen Zuchtverbänden wird es Züchtern, die nicht mit dem allgemeinen Mainstream schwimmen, sehr viel schwerer bis hin zu unmöglich gemacht ihre Hunde in die Zucht zu bekommen. Das war aber im SV in Bezug auf die Hunde aus DDR-Linien nie so!

  • In wie fern ist man denn "unvernünftig" im SV "mit der Situation" in Bezug auf die ostdeutschen Zuchtlinien umgegangen? Der SV hat den Züchtern und Haltern aus den neuen deutschen Bundesländern damals doch alle Türen und Tore geöffnet. Es hätte ein jeder mit seiner Linie weiter züchten können wie bisher.


    Dass die meisten ostdeutschen Züchter damals ihre Hunde verkauft und sich Hunde aus westdeutschen Zuchtlinien in die Zwinger gestellt haben ist doch nicht die Schuld des SVs. Natürlich ist damals niemand auf der Hauptzuchtschau mit einem DDR-Hund in der Ausleseklasse gelaufen. Nur ist man das mit einem westdeutschen Leistungshund ja auch nie... Aber wie "Wessies" waren es gewöhnt mit unseren Leistungshunden auf den Schauen hinten zu laufen. Bis sich die "Ossies" daran gewöhnt hatten, hatten sie ihre Hunde schon längst verkauft...


    Wie gesagt: Ein jeder hätte seine Hunde damals behalten und diese alten Linien weiter führen können. Nur haben die meisten die schnelle DM gewittert und gedacht wenn sie sich die Zwinger mit Hochzuchthunden voll machen werden sie durch den Welpenverkauf reich. Nachdem sie dann gemerkt haben dass das nicht so ist waren die DDR-Hunde weg und das Gejammere darüber groß... Aber: Der SV ist nicht Schuld daran! Auch wenn auf Schauen der Hochzucht-Hund immer favorisiert wird: Das eine "G", was man für die Zuchtzulassung benötigt, konnte man eigentlich immer laufen! Ausser ein Hund hat nur drei Beine... In vielen anderen Zuchtverbänden wird es Züchtern, die nicht mit dem allgemeinen Mainstream schwimmen, sehr viel schwerer bis hin zu unmöglich gemacht ihre Hunde in die Zucht zu bekommen. Das war aber im SV in Bezug auf die Hunde aus DDR-Linien nie so!

    Hi,


    ich kann auch das nicht aus eigener Erfahrung berichten, sondern nur darstellen, was ich dazu gelesen habe.


    Z.B.: "Nach der Wiedervereinigung hat der mächtige West-Verband das Sagen. Pressesprecher SV Reiner Voltz dazu: "Es gibt natürlich noch Züchter, die heute gezielt weiter versuchen, diesen Osthund zu züchten, aber wir halten nichts davon, jetzt aus Modegründen vielleicht heraus, aus Historie heraus so einen Hund zu erhalten. Er muss sich letztlich in die gemeinsame Zucht integrieren. Es gibt einen deutschen Schäferhund und das wollen wir auch weiter fördern."

    Quelle: http://www.parchimer-land.de/archi2.htm


    Dieses Zitat spricht schon Bände, mal ganz abgesehen davon, dass es ja schon innerhalb des SV nicht zutrifft (LZ vs HZ), da zB die Gründe für DDR-Hunde allein auf "Mode" und "Historie" reduziert werden. Ein typisches Muster, wenn jemand auf etwas aus der DDR verweist: Damit man sich nicht mit Inhalten auseinandersetzen muss, wird das "Ostalieargument" gebracht. Man könnte den obigen Satz auch wie folgt fortsetzen: "Es gibt einen deutschen Schäferhund....und wie der zu sein hat, bestimmen wir allein!"


    Wäre ja auch seltsam, wenn grad im Bereich Deutscher Schäferhund nicht alles, was aus der DDR kam, abgelehnt worden wäre. Das ist im wirtschafltichen Bereich so, im sozialen und im politischen - es gab eine Konkurrenzsituation. Und die "Gewinner" haben sich dann eben durchgesetzt.


    Dennoch muss ich sagen, dass ich das nicht wirklich beurteilen kann und mich daher gerne belehren lasse!!!


    Liebe Grüße

    Lupus





  • Dieses Zitat spricht schon Bände, mal ganz abgesehen davon, dass es ja schon innerhalb des SV nicht zutrifft (LZ vs HZ), da zB die Gründe für DDR-Hunde allein auf "Mode" und "Historie" reduziert werden. Ein typisches Muster, wenn jemand auf etwas aus der DDR verweist: Damit man sich nicht mit Inhalten auseinandersetzen muss, wird das "Ostalieargument" gebracht. Man könnte den obigen Satz auch wie folgt fortsetzen: "Es gibt einen deutschen Schäferhund....und wie der zu sein hat, bestimmen wir allein!"


    Sorry aber das ist einfach Unsinn.

    Keine andere Rasse umfasst eine so enorme Spannbreite in Optik die dem Standard entspricht, wie der deutsche Schäferhund.

    Man hätte mit den Linien weiter züchten können (kann man auch heute noch), aber statt dessen weint man der alten Zuchtauslese nach und schiebt dem SV den schwarzen Peter zu.

    Ich habe es mit meinem Rüden ja selbst erlebt, mit welcher Gewalt sich die Probleme in diesen Zuchtlinien schön geredet werden. Die CES meines Hundes zB bilde ich mir nur ein, wurde mir mehr als einmal gesagt.


    Dass der SV kein Interesse daran hat, dass man damals mit den Ostdeutschen Hunden ein eigenes Zuchtsystem nach altem DDR Wertmessystem weitermachen wollte, dürfte verständlich sein. Wer im SV mitzüchten will, macht das nach der Zuchtordnung des SV und gut.

    Und wie Antje schon geschrieben hat, das eine G in der Formbeurteilung hat bisher noch jeder DSH geschafft, der alle Zähne und zwei stehende Ohren hatte und sich irgendwo annähernd im Umfeld der Größenwerte bewegte.


    und ja, dass viele Ostblutzüchter sich so ein bisserl in der Rebellenrolle von "wir bewahren den echten alten DSH vor dem bösen großen Verband" gefallen und das auch vermarkten, ist keine neue Erkenntnis, darüber bin ich in den Jahren der Recherche sehr oft gestoßen. Nur muss man da halt dann etwas weiter graben und nicht an solchen Zitaten hängen bleiben.

    Liebe Grüße

    Raphaela mit Mr Ekko, Cardassia & Azog

  • Sorry aber das ist einfach Unsinn.

    Keine andere Rasse umfasst eine so enorme Spannbreite in Optik die dem Standard entspricht, wie der deutsche Schäferhund.


    Dass der SV kein Interesse daran hat, dass man damals mit den Ostdeutschen Hunden ein eigenes Zuchtsystem nach altem DDR Wertmessystem weitermachen wollte, dürfte verständlich sein. Wer im SV mitzüchten will, macht das nach der Zuchtordnung des SV und gut.

    Hi,


    eben. Daher ist die Aussage, es gäbe "nur einen" DSH ja nicht richtig und daher auch kein Argument gegen die DDR-Linien. Du schreibst, was ich sagte, sei "Unsinn" und bestätigst es dann selbst im nächsten Absatz...


    Und warum sollte der SV kein Interesse daran gehabt haben? Weil alles so super lief und läuft, grad in der HZ und grad im Bereich HD?


    Genau dieses "macht, was wir sagen und gut" ist das Problem, auf das ich hinwies und das ich als unvernünftig ansehe. Es zeugt von Vereinsmeierei, von einer fehlgeleiteten Siegermentalität, nicht davon, dass man versucht, für die Rasse insgesamt das Beste zu wollen.


    Wäre es so gewesen, dass die DDR-Zuchten insgesamt keinen Wert hatten und die BRD-Hunde alle super waren, würde die Argumentation ja Sinn ergeben. Nur, nach allem, was ich gelesen habe, war dem nicht so. Es gab doch hiben wie driben gute Hunde.

    Da hätte man schauen können, inwieweit die Population des DSH in Deutschland insgesamt davon hätte profitieren können. Gerade im Bereich DSH als Familienhund.


    Nach allem, was ich dazu gelesen habe, war das nicht der Fall.

    Kann natürlich sein, dass grundsätzlich alle Züchter des Ost-DSH die Leute nur für dumm verkaufen wollen und es zudem gar keine phänotypischen Unterschiede zwischen ost und west-DSH gab und alles nur "Ostalgie" ist, während im SV alles Gold ist, was glänzt.

    Nur, das zu glauben fällt mir schwer....


    Aber da ich das nicht wirklich beurteilen kann, halt ich mich da jetzt raus!



    Liebe Grüße

    Lupus

  • Es waren doch aber nicht die "Wessies", die die DDR-Hunde nach der Wiedervereinigung verramscht haben, sondern die "Ossies"! Im übrigen ist es wirklich so dass wir EINEN DSH haben. Es gibt nur einen gültigen Standard für den DSH in der FCI. Das wurde in der Vergangenheit auch immer in Bezug auf die Aufspaltung zwischen Hochzucht- und Leistungslinien betont.


    Im übrigen sind die DDR-Linien schon immer züchterisch in den westdeutschen Leistungslinien genutzt worden. Schon lange vor der Wiedervereinigung. Und die Leistungslinien der DDR-Hunde wurden ja auch nach der Maueröffnung im Leistungsbereich integriert. Es gab aber auch in der DDR "Schönheitslinien", d.h. Zuchtliniejn, in denen die Hunde mehr durch Showerfolge glänzten als durch Leistung. Aber z.B. die Hunde der Linie XIII findest Du heute in vielen Pedigrees.


    Das Problem in der freien Marktwirtschaft ist allerdings das, dass Du Leistung erbringen musst um auf dem Markt Bestand haben zu können. Ich kann nicht nur allen erzählen dass meine Hunde gesund sind und leistungsstark. Die Hunde müssen das auch zeigen können. Und viele Hunde aus DDR-Linien waren mit den Anforderungen unserer Prüfungsordnung hoffnungslos überfordert. In der DDR hat der Helfer nicht gegen den Hund gearbeitet. Die Hunde haben ausschließlich am flüchtenden Helfer angebissen. Sehr viele Hunde aus DDR-Linien hatten große Probleme "durch den Stock" zu gehen. D.h. den Schutzarm tatsächlich auch dann noch haben zu wollen wenn der Helfer nicht vor ihnen davon läuft ( = das flüchtende Häschen spielt), sondern frontal auf den Hund zu läuft und über dem anbeissenden Hund mit dem Stock droht. Schussfestigkeit war dann noch ein weiteres Thema bei vielen Hunden.


    Wenn die DDR-Hunde damals alle so leiswtungsstark und gesund gewesen wären, dann hätten die diensthundehaltenden Behöden gejubelt nach der Maueröffnung. Es war aber kaum ein Hund "von drüben" in der Lage das Anforderungsprofil, welches die diensthundehaltenden Behörden an die Hunde stellen, zu erfüllen.


    Von daher sehe auch ich es so dass "Ostalgie" kein ausreichender Grund ist, die DDR-Linien als solche zu erhalten. Gesunde und leistungsstarke Vertreter der DDR-Linien gehören mit in die Zucht, so wie auch schon vor Zeiten der Wiedervereinigung. Ein "reines" Erhalten dieser Linien geht aber einher mit einem sehr starken Ahnenverlust. Bei den In- und Linienzuchten, die da derzeit betrieben werden, wird mir ganz schwindelig. Wer den Typ der alten, leistungsstarken DDR-Linien mag (z.B. der Linie XIII), tut gut beraten daran Blutauffrischung zu betreiben. Man sollte bedenken dass die Isolation der DDR-Zuchtlinien ja keine Tugend, sondern eine Not war. Wir züchten Hunde, und das sollten wir nach bestem Wissen und Gewissen machen. Gefällt mir der Typ der Hunde aus einigen früheren DDR-Linien, dann kann ich diesen Typ erhalten indem ich Hunde miteinander verpaare, die einen ähnlichen Typ besitzen. Unabhängig davon ob ihre Vorfahren lückenlos seit dem 07.10.1949 auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone geboren wurden oder nicht.

  • Hi,


    mehr fragend als wissend: Diesen einen deutschen Schäferhund gibts vielleicht auf dem Papier (Standard), in der Realität aber nicht. Mal abgesehen davon, dass es im SV nicht wenige Hunde zu geben scheint, die genau 65cm groß und 40 kg schwer sind.....

    Sonst wurde die Linientrennung ja keinen Sinn machen. Und grad, weil das eben nicht so ist, dass es phänotypisch nur den einen DSH gibt, muss der SV das ja anscheinend immerzu betonen.



    Wenn es keinen Unterschied zwischen den Linien gibt: Warum sind dann auf Schönheitsschauen die HZ vorne und im Sport die LZ-Hunde? Irgendwo scheint es also Unterschiede zu geben. Und es sind doch nicht alles Deppen oder Lügner, die zB behaupten, dass der "Ossi" ne kräftigere Statur hat und nicht selten ein ausgeglichenes Wesen, oder doch?


    Was ich auch nicht verstehe: Du sagst doch im Endeffekt, dass die Masse der "Ossis" im Sport nix taugt, mal auf den Punkt gebracht. Aber woran liegt das? Waren die Züchter in der DDR unfähig und die Hunde Taugenichtse?

    Oder liegt es daran, dass sie eben auf eine andere Prüfungsordnung hin selektiert und trainiert wurden?



    Auch den Punkt mit den Behörden verstehe ich nicht wirklich: Wenn die "Ossis" nicht genommen wurden, lag das dran, dass die Hunde nicht gut waren. Wenn dann aber der Mali dem DSH in dem Bereich den Rang abläuft, ist das alles ein Irrtum. Also einmal wird die (vorhandene oder nicht vorhandene) Kompetenz der Behörden als Merkmal herangezogen, ein andermal nicht.


    Von daher sehe auch ich es so dass "Ostalgie" kein ausreichender Grund ist, die DDR-Linien als solche zu erhalten. Gesunde und leistungsstarke Vertreter der DDR-Linien gehören mit in die Zucht, so wie auch schon vor Zeiten der Wiedervereinigung. Ein "reines" Erhalten dieser Linien geht aber einher mit einem sehr starken Ahnenverlust. Bei den In- und Linienzuchten, die da derzeit betrieben werden, wird mir ganz schwindelig. Wer den Typ der alten, leistungsstarken DDR-Linien mag (z.B. der Linie XIII), tut gut beraten daran Blutauffrischung zu betreiben. Man sollte bedenken dass die Isolation der DDR-Zuchtlinien ja keine Tugend, sondern eine Not war. Wir züchten Hunde, und das sollten wir nach bestem Wissen und Gewissen machen. Gefällt mir der Typ der Hunde aus einigen früheren DDR-Linien, dann kann ich diesen Typ erhalten indem ich Hunde miteinander verpaare, die einen ähnlichen Typ besitzen. Unabhängig davon ob ihre Vorfahren lückenlos seit dem 07.10.1949 auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone geboren wurden oder nicht.

    Ich zitiere diesen Teil nochmal extra, da es genau das ist, was ich ja befürworte: Es kommt nicht auf die Zonenzugehörigkeit, sondern auf den konkreten Hund, auf das Zuchtziel des konkreten Züchters an!


    Du schreibst aus der Position eines Profis, der im SV aktiv ist. Aber versetz dich mal in die Lage von Laien, wie ich einer bin: Da redest du mit SV-Leuten, die dir sagen, dass nur der SV der einzig wahre und richtige DSH-Verein ist. Dann aber sagt dir einer vom RZV genau das Gegenteil. Gilt auch umgekehrt. Dann gibt es Züchter, die den "Ossi" phänotypisch erhalten wollen, die wieder was anderes sagen. Wer soll da durchblicken???


    Ich halte es als Laie mit gesundem Menschenverstand einfach so: Skepsis ist bei allen angesagt, die so tun, als sei ihr Weg (ihr Verein, ihre Zucht) der einzig wahre. Mir gefallen die Atribute, die dem "Ossi" zugeschrieben werden. Also suche ich nach einem entsprechenden Züchter. Was soll man (als Laie) auch sonst machen?


    Liebe Grüße

    Lupus




  • Die Zuchten des SV kann ich nicht beurteilen,da habe ich mich zu wenig mit beschäftigt.(Rote Papiere )


    Gestern wurde unser Hund 6 Jahre alt. Er hat ein gutes Gangwerk und ist gesund bis auf seine

    Pankreasinsuffizienz. Das bekommen wir mit Rohfütterung beim Fleisch und Fett (Gemüse nicht roh )

    und den Almazyme Tabletten aber hin. Gut, das mit der Pankreas ist ein Punkt.

    Gibt es denn noch Schäferhunde ,die komplett von den Knochen her und dem Verdauungstrakt

    gesund sind und 15 Jahre alt werden ? Und ein ausgeglichenes Wesen haben ?

    Ich muß schon sagen,daß Basko auch zur Nervosität neigt.

  • Diesen einen deutschen Schäferhund gibts vielleicht auf dem Papier (Standard), in der Realität aber nicht.


    Der Standard ist bei jeder Rasse die (unerreichbare) Idealvorgabe, keine Blaupause auf die jeder Hund 1:1 passen muss, damit es ein DSH ist.

    Ein bisserl beschleicht einen das Gefühl, dass du nicht verstehen willst. Es gibt einen Standard und nach dem muss sich die Rasse richten. Dass man da beim DSH in der Optik mehr Varianz duldet als in den Arbeitseigenschaften, sollte man eher positiv ansehen.


    Auch den Punkt mit den Behörden verstehe ich nicht wirklich: Wenn die "Ossis" nicht genommen wurden, lag das dran, dass die Hunde nicht gut waren. Wenn dann aber der Mali dem DSH in dem Bereich den Rang abläuft, ist das alles ein Irrtum.


    Das hat weniger damit zu tun, dass es keine guten DSH gibt, sondern mit zwei anderen Dingen:

    Den persönlichen Vorlieben der Ankäufer (es ist auffällig, dass in Regionen in denen zB dein Mali Züchter Ankäufer ist fast nur Malis im Dienst laufen, während bei uns immer noch der DSH vorherrscht) und auch eine Frage des Geldes. Gute DSH bringen in Privathand mehr Geld, als die Behören zahlen.

    Dann gibt es Züchter, die den "Ossi" phänotypisch erhalten wollen, die wieder was anderes sagen.


    Phänotypisch ist es ja auch kein Problem.Schwere, dunkle Hunde mit großen Köpfen bringt man ja auch durch die Körung... arbeiten müssen sie halt und wenn ich mir ansehe mit welchen Minimalstanforderungen bei vielen Züchtern der DDR Linien gezüchtet wird, hapert es halt da oft.

    Dann aber sagt dir einer vom RZV genau das Gegenteil.


    Wer im SV sagt, dass DSH außerhalb des SV die besseren wären? Ist mir noch nicht untergekommen.


    Mir gefallen die Atribute, die dem "Ossi" zugeschrieben werden. Also suche ich nach einem entsprechenden Züchter. Was soll man (als Laie) auch sonst machen?


    Den Unterschied zwischen Realität und Werbeversprechen ermitteln. Wie man es sonst eben auch macht.

    Liebe Grüße

    Raphaela mit Mr Ekko, Cardassia & Azog

  • Hi,

    Ein bisserl beschleicht einen das Gefühl, dass du nicht verstehen willst.


    dito:) Oder wir reden halt aneinander vorbei...


    Daher nochmal anders formuliert: Ein Standard ist eine idealtypische Beschreibung, an die sich realiter nur angenähert werden kann.

    In diesem Sinne gibt es den "einen" DSH (auf dem Papier),

    In der Realität aber gibt es phänotypische Unterschiede, die dazu führen, dass es sogar zwei unterschiedliche Zuchtformen/Ziele (HZ, LZ) gibt. Das ist also kein Argument gegen den Ost-DSH. Es ist noch nichtmal ein Argument gegen den Versuch, bestimmte Ost-Linien weiterzuführen.
    Also stellt sich doch die Frage, warum ein solches Zitat in der Form getätigt wird....


    Bezüglich des Malis gings mir nicht um die tatsächlichen Vor-oder Nachteile, sondern um die Art der Argumentation.


    "Phänotypisch" meint mehr als die reine Physiologie. Aber auch in dem Punkt gings mir um was anderers:


    Wer im SV sagt, dass DSH außerhalb des SV die besseren wären? Ist mir noch nicht untergekommen.


    Nämlich darum, dass oft Menschen in ihrem Sinn argumentieren. Da findet dann jeder das gut, was er macht, findet den Verein am besten, dem er selbst angehört, das Zuchtziel am sinnvollsten, das er selbst verfolgt. So nachvollziehbar das ist: Es kommt ja darauf nicht an, sondern darauf, was der konkrete Züchter draus macht.

    Und auch da unterscheiden sich doch die "Ossis" nicht von anderen: Denn "Werbeversprechen" und "Realität" sollte man doch immer versuchen, zu trennen. Zumindest in dem Punkt sind wir uns einig:)


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Wie immer das geschichtlich gelaufen ist, wahrscheinlich gibt es da wirklich unterschiedliche Sichtweisen. Jetzt ist es wie es ist.

    Das Hauptproblem bei den Ossis ist meiner Meinung nach der hohe Inzuchtkoeffizient (da brauch ich nur in die Papiere meine Hundes schauen, und mir steigen die Grausbirnen hoch), bei den Wessis ist es das Schrägheck. Und, dass man sehr oft hört, vor allem die Hunde aus der HZ wären oftmals nicht mehr ganz klar im Kopf. Ich möchte hier ausdrücklich festhalten, dass ich nicht weiß, ob das auch stimmt, aber das ist es, was die Leute bei uns reden.

    Aber alle haben sie auch Schwachstellen bei den inneren Organen.

    Bei uns in Österreich hatte der DSH in den letzten Jahren bezüglich Gesundheit so einen schlechten Ruf, dass man eigentlich gar keine mehr gesehen hat. Auch die Polizei ist vielfach auf Malis umgestiegen.

    Ich glaube, dass es im Grunde darauf ankommt einen Züchter zu finden, egal ob Ost oder West, der in seiner Zuchtauslese Wert auf die Eigenschaften legt, die man bei seinem Hund finden möchte.

    Ich habe beim Kauf meines ersten DSH einen wirklich tollen Züchter in Thüringen gefunden, der seine Auslese meinen Vorstellungen entsprechend vornimmt.

    Die primäre Entscheidung für einen bestimmten Hund sollte eigentlich immer davon abhängen, was man mit dem Hund machen möchte.

    Mir war es wichtig einen gesunden!!!, wesensfesten und entspannten Hund zu finden, mit dem ich meine Freizeit verbringen kann. Spazieren gehen, wandern, laufen, Radfahren, Apportieren und Suchen. Einfach nur ein netter Familienhund, der lernt seine Triebe kontrolliert auszuleben. Da spielt m.E. nicht nur die richtige Erziehung von Anfang an, sondern auch die Genetik UND die EPIGENETIK eine Rolle. Das heißt für mich, dass auch die Art und Weise wie die Elterntiere geführt wurden, für mich eine Rolle spielen.

    Ich würde mir bei allen Rassen wünschen, dass das Hauptkriterien zur Zuchtzulassung die Gesundheit und in 2. Linie das Wesen ist. Die ganze Selektion nach bestimmten Schönheitskriterien hat genetisch m.E. in eine Sackgasse geführt.

    Gesundheit ist nicht nur beim Mensch das wichtigste Gut. Hast du einen kranken Hund, dann spielt es keine Rolle mehr, was du eigentlich mit ihm vorhattest, das kann man dann alles vergessen.

    Das sagt jemand, der bereits 2 chronisch kranke Hund hatte. ;(

    Nichts ist schlimmer als sie leiden und sterben zu sehen.

  • Elli, Es tut mir wirklich Leid, dass die Geschichte eines besten Hundes der Welt (DSH) so in die Sackgasse gekommen ist. klar, der Mensch hat dabei die Hauptrolle gespielt, und jetzt hat man das, was man hat. ich habe mir die Alternativ gefunden. ( schaue meine Bilder an). Das Leben mit dem Hund muss Spaß machen , es muss nicht nur die Tierartzt Besuche, OP Termine, Leid und Bange beinhalten.

  • Lupus, "Linientrennung" an sich ist kein Selbstzweck. Die hat sich so entwickelt... Es ist niemand gekommen und hat gesagt "Der Hochzuchthund schaut jetzt so aus" und "der Leistungshund schaut jetzt so aus". Es wird auch niemand gewzungen sich einen Hund aus dieser oder jener Population zu kaufen.


    Ganz allgemein formt das Anforderungsprofil, welches über lange Zeit an eine Rasse gestellt wird, deren Exterieur. Und deswegen schaut ein Dackel aus wie ein Dackel, ein Husky wie ein Husky und ein DSH wie ein DSH. Die Rassestandards wurden dann irgendwann festgelegt indem man sich sein Ausgangsmaterial angesehen hat, und nach Erörterung der Vor- und Nachteile für die jeweilige Rasse die Zuchtziele definiert hat. Ändert sich das Anforderungsprofil an eine Rasse, dann ändert sich natürlich auch mit der Zeit deren Erscheinungsbild, weil die veränderten Anforderungen die Wertigkeit der Zuchtziele verschieben. Deswegen kommt es heute, rasseübergreifend, zu Übrtypisierungen des Standards. Die Leute haben ja oft auch gar keine anderen Selektionskriterien mehr als ihre Showerfolge und ein paar wenige gesundheitliche Untersuchungen (wenn überhaupt). Deswegen wirst Du heute z.B. den durchschnittlichen Bernhardiner eher über die Alpen tragen müssen anstatt ihn als ernstzunehmenden Rettungshund in diesem Territorium einsetzen zu können. Und die Englische Bulldogge, die heute ernsthaft einen Kampf gegen einen Bullen durchhalten würde, musst Du mir zeigen...


    Beim DSH gab es diese Entwicklung natürlich auch. Aber im Gegensatz zu den meisten anderen Zuchtverbänden hat der SV es seinen Züchtern ermöglicht in Bezug auf ihre Zuchtziele nach ihrer eigenen Nase glücklich zu werden. So konnten die Leistungszüchter, obwohl in der Minderheit, bis heute im Verband ihre Interessen vertreten und mit ihren Hunden weiterhin züchten. In fast allen anderen Rassehundezuchtverbänden sind solche Züchter durch Mehrheitsbeschlüsse irgendwann untergebuttert worden. Nicht so im SV. Geh doch mal mit einem Boxer, einem Bernhardiner, einem Bullterrier, einem Neufundländer etc., der z.B. ausschaut wie ein Vertreter seiner Rasse in den 60er Jahren, auf eine Zuchtschau und versuche eine Schaubewertung zu erhalten, mit der dieser Hund in jeweiligen Rassehundezuchtverband zuchtfähig ist. Sofern Dein Hund keine eklatanten Fehler aufweist wird Dir das mit einem DSH gelingen. Bei den meisten anderen Rassen wohl eher nicht...


    Sprich bei allen anderen rassen wurde die genetische Vielfalt durch die Zuchtlenkung sehr viel stärker eingeschränkt als beim DSH! Und genau das wirfst Du diesem Zuchtverband jetzt vor? Dass die Varianz innerhalb der Rasse so groß ist? Jeder Populationsgenetiker würde jetzt in großes Gelächter ausbrechen.


    Und zum DSH/Malinois-Vergleich bei den Diensthunden (obwohl wir das schon mehrfach hatten): Hast Du einen gutzen Schäferhund, und bist Du bereit beim Verkauf auf viel Geld zu verzichten, dann nimmt Dir den jede Behörde ab! Sofern der wirklich gut = geeignet ist. Auxch dort, wo die Einkäufer privat eher zum Malinois tendieren. das Problem mit den Hunden aus DDR-Linien war damals (nach der Maueröffnung) dass diese Hunde dazu tendiert haben lange zu brauchen um nach einem Besitzerwechsel wieder ihr seelisches Gleichgewicht zu finden. Und die Probezeit bei den Behörden beträgt nur wenige Wochen. Ich habe das mehrfach selbst gesehen, wenn Aufkäufer zukünftiger Diensthunde Hunde angekauft haben. Am schnellsten haben sich die DSH aus Leistungslinien auf die Veränderungen in ihrem Umfeld umstellen können. Bei denen hat im Schnitt eine Woche gereicht, die man ihnen zur "Aklimatisierung" gegeben hat, bevor mit ihnen ernsthaft gearbeitet werden konnte. Dem Malinois muss man i.d.R. mehr Zeit dafür lassen. Und von den DDR-Hunden sind relativ viele mental erst mal völlig eingebrochen im neuen Umfeld, so dass die dann teilweise entweder sehr lange Vorbereitungszeiten für den Ankaufstest der jeweiligen Behörde benötigt haben (wir reden hier von Monaten), oder aber es hat dann bei dem erneuten Wechsel in die Diensthundeschule bzw. zu ihren Diensthundeführern mit der erneuten Umstellung so lange gedauert, dass sie häufig die Probezeit dort nicht bestanden haben. Man darf nicht vergessen dass die Anforderungen der Prüfungsordnung in der DDR in einigen teilen ganz anders war als die Anforderungen, die unsere PO an die Hunde gestellt hat. Und auch die Arbeit der Hunde bei den jeweiligen Behörden war eine völlig andere. Die Anforderung an einen Hund, z.B. im Rudel an einer flüchteten Person, die keine Bedrohung ausübt, anzubeissen, ist eine ganz andere als z.B. die sich als Hund bei einer Demo oder einem Fußballspiel allein, nur mit seinem Hundeführer, gegen Randalierer stellen zu müssen. Oder gar ohne dessen Unterstützung diesen, wenn der in so einer Situation am Boden liegt, wirkungsvoll verteidigen zu müssen. Ohne dabei ein Hund zu sein, der sich ohne Bedrohungslage sofort jeden Fremden in seinem Umfeld krallt.


    Als Welpenkäufer musst Du wissen was Du willst! Willst Du einen DSH zum Schafe hüten, dann hol Dir einen Welpen aus HGH-Linien. Willst Du Dir Show-Erfolge holen, dann kaufe in den Hochzuchtlinien. Willst Du einen DSH zum Arbeiten, egal ob im Sport, im Dienst, im Rettungshundewesen, dann schau Dich in den Leistungslinien um. Diese Vielfalt, die der SV durch seine Zuchtlenkung erhalten hat, findest Du bei keiner anderen Rasse in diesm Umfang! Beschwer Dich doch nicht da drüber, sondern sein glücklich über diese Situation. Innerhalb dieser Zuchtrichtungen musst Du Dich dann für einzelen Zuchtlinien und einen Züchter entscheiden! Diese Entscheidung nimmt Dir auch niemand ab wenn Du einen Welpen einer anderen Rasse kaufen würdest. Du musst zuerst für Dich definieren, was Du wirklich haben willst. Und dann schau Dir an welche DSH in diesem Bereich zu finden sind. Egal ob Du einen Hütehund suchst, einen Sprothund, einen Diensthund, einen Blindenführhund etc., in all diesen Bereichen arbeiten viele DSHs. Schau Dir die an, sprich mit deren Haltern, und dann findest Du auch ganz schnell die für Dich passende Zuchtlinie, und darüber dann auch einen Züchter, der für Dich passt.

  • Hi,


    total spannend, was Du schreibst! Muss ich nochmal in Ruhe lesen.


    Aber eines fällt mir schon so auf: Du sprichst verschiedene Möglichkeiten an, einen DSH zu unterscheiden. Was bei der Aufzählung fehlt, ist der "DSH als Familienhund". Das suchen wir und viele andere ja auch. Und das war der DSH ja auch immer neben seinem Einsatz im Behördenbereich.


    Kurz zum SV vs "Ossi": Ich kritisiere nicht die Vielfalt im SV! Ich kritisiere, dass der SV so tut, als gäbe es diese ja gerade nicht und auf dieser Basis dann gegen den "Ossi" argumentiert.


    Warum ist da kein (phänotypisch) Platz für die Eigenschaften, die man dem "Ossi" zuschreibt? Ich meine das gar nicht genetisch - mir ist ja klar, dass Varianz da immer ein Vorteil ist!

    Ich meine das eben phänotypisch, was ja zB heißen kann, dass ein Züchter, um dieses Zuchtziel zu verfolgen, auch Hunde aus Westlinien, die diese Eigenschaften haben, einkreuzt.


    Ich kann verstehen, dass "Ossis" oft Eigenschaften haben, die zB bei der Polizei nicht mit denen der West-LZ-Linien konkurrieren können. Dein Beispiel passt da gut. Man kann es auf der anderen Seite auch so deuten, dass die "Ossis" eine besonders enge Bindung zu ihren HH eingehen und sich daher schwerer trennen und langsamer eingewöhnen können. Das wäre eine Eigenschaft, die der Polizist nicht gebrauchen kann, eine Familie oder ein "Ottonormalhundehalter" aber schon.

    Vielleicht sind die "Ossis" nicht ganz so triebig und lernen langsamer, sind sturer, aber eben auch ruhiger. Wieder nichts für reine Sportler und die Polizei, vielleicht aber wieder sehr wohl was für Familien.


    Und äußerlich, sagen zumindest viele und auch ich als Laie meine da Gemeinsamkeiten zu erkennen, haben viele "Ossis" auch was gemeinsam, was mir zB sehr gut gefällt.


    Mir gehts vor allem um die HH, die weder Sportler sind und da erfolgreich sein wollen, noch um die, die auf Schauen gewinnen wollen, sondern um die HH, bei denen der Hund keine dieser Funktionen erfüllen muss. Mir scheint, da ist eine Art Lücke beim SV...


    Das heißt ja nicht, dass es nicht einzelne Züchter gibt, die auch diese Zuchtziele haben. Aber wie soll man die finden als DSH-interessierter Anfänger? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das eben nicht so leicht ist, wie Du es beschreibst. Klar haben wir zig DSH-Leute gerfagt, auch innerhalb des SV. Aber wir haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass viele anscheinend vor allem ihre Sicht, ihren Weg gut finden und einen nicht objektiv beraten. Aktuell machen wir diesbezüglich dieselbe Erfahrung beim Hovi...


    Liebe Grüße

    Lupus