Ich habe halt auch schon von Leuten gehört, dass bei ihren Hunden die Leinenaggression bis zum Schluss nicht besser wurde. Jetzt weiß ich natürlich nicht, wieviel die unternommen haben, wieviel sie trainiert haben usw.
Dass sich unser Leben mit Hund ändern würde, das war uns schon klar. Das ist auch gut so. Dass wir uns keinen Pudel holen, war uns auch klar... Aber ich dachte, wenn ich mir nur genug Mühe gebe, krieg ich alles gut hin... Dass wir einen leinenaggressiven Hund bekommen haben, das hat mich so ein bisschen aus der Bahn geworfen.
Ich habe mich vor kurzem mit einer Frau unterhalten, die einen sehr verträglichen Dobermann hat. Als ich erzählt habe, dass ich mit Angst spazieren gehe, meinte sie "Warum? Was soll denn passieren, wenn der Hund an der Leine ist?" Ja, das stimmt natürlich. Es ist irgendwie die Angst vor der Situation.
Heute waren wir mal wieder beim Training auf dem Schäferhundeplatz. Bisschen Gruppe, aber nur kurz, dann ein bisschen Einzel. Die restliche Zeit waren wir mit ihr auf einer angrenzenden Wiese und haben den anderen beim Training zugeschaut. Wir wollen da jetzt wieder regelmäßig hin. Zuerst dachten wir, es würde zu viel werden, da wir ja schon 2x pro Woche woanders trainieren. Aber so hat sie halt nochmal mehr Hundekontakt. Nächstes mal wollen wir Halti-Training machen, versuchen möchte ich es jetzt doch mal.
Das Seminar, das wir besuchen werden, hat eigentlich eine ganz andere Philosophie. Keine Auslastung, kein Hundeplatz, keine Leckerlis... Aber ich denke, dass wir dort für uns selber etwas mitnehmen können, also Arbeit an unserer Führungsrolle.
Hi,
weißt Du, das Problem mit deiner Unsicherheit ist, dass sie sich auf den Hund überträgt. Versetz dich mal in seine Lage: Du bist für ihn sein ein und alles. Er will sich an dir orientieren, dich zur Not auch schützen. Und dann geht ihr raus in eine (für ihn) per se unsichere Umgebung. Dann kommt vielleicht ein fremder Hund, der immer zuerst mal eine mögliche Bedrohung darstellt. Und dann spürt er, dass Du unsicher bist, ohne wirklich zu verstehen, warum. Er weiß dann einfach nicht, was er machen soll, ist ja auch noch so jung. Eine Handlungsvariante ist, auf jede mögliche Bedrohung selbst mit Drohen ("Leinenaggression") zu reagieren. Das muss also gar keine echte Aggression sein, die in deinem Hund "steckt"! Habe schon Hunde erlebt, die sehr "aggressiv" waren - bis sie einen HH an der Leine hatten, bei dem sie glaubten, das nicht sein zu müssen...
Daher würde ich den Rat der "Dobermannfrau" mal überdenken: Denn wenn deiner an der Leine ist, kann ja wirklich nichts passieren! Mach dir das immer wieder bewusst während Du mit ihm gehst, wenn "ängstliche" Gedanken aufkommen. Lass diese negativen Gedanken nicht die Kontrolle über dich übernehmen! Lache innerlich über deine Unsicherheit, nimm dich selbst in dieser Unsicherheit nicht zu ernst. Das sind ja nur Gedanken....
Das ist sehr wichtig! Und wie könnte man das besser üben, als in Situationen, in denen der Hund durch die Leine gesichert ist? Nicht falsch verstehen: Ich denke grundsätzlich nicht, dass solche Schwierigkeiten eine Frage des Trainingsstandes des Hundes sind. Das sind mE alles Beziehungsschwierigkeiten. Aber das Trainieren kann DIR helfen, sicherer zu werden und daher durchaus sinnvoll sein.
Dahe teile ich, soweit ich das verstehe, auch den Ansatz aus dem Seminar, zu dem ihr geht: Ein Hund führt sich an der Leine ja nicht so auf, weils ihm an Auslastung fehlt oder weil man ihn mit Leckerli besticht, es nicht zu tun.
Schaut euch das an, verzweifelt nicht - das wird besser werden! Allein die Zeit hilft dabei schon![]()
Edit: Was auch oft zu Unsicherheit führt: Denk nicht darüber nach, was andere Leute denken, also zB der HH mit dem anderen Hund, wenn deiner sich aufführt! Denn erstens ist es schlicht irrelevant, was andere denken und zweitens ist das ein Baustein mehr, der dazu führen kann, dass Du unsicher bist!
Liebe Grüße
Lupus