Gründe einen Hund abzugeben

  • Beim Lesen des Strangs mit dem Boxer der abgegeben werden soll, weil die Familie Nachwuchs bekommt ist mir aufgefallen, dass die meisten sich negativ zu dem Grund der Abgabe äussern. Keiner hat irgendwie ansatzweise den Gedanken geäußert, ob die Frau nicht vll. auch darunter leidet, aber vll. keinen anderen Weg für sich sieht?


    Ich finde das zwar auch nicht sonderlich berauschend, kann aber durchaus nachvollziehen, dass man an einen Punkt kommt wo man für sich feststellt das geht so nicht bzw. das will man so nicht mehr. Bei der Anschaffung des Hundes hat man sich vll. noch nicht so Gedanken über Kinder gemacht. Jetzt kommt eins oder ist da und man stellt fest man ist vll. damit überfordert. Ich meine das weiss man manchmal vorher nicht. Dinge ändern sich. Ist es da nicht besser eine neue Familie für den Hund zu suchen? Was wäre denn die Alternative, der Hund wird irgendwo (weg-)eingesperrt und kommt auch nicht mehr vernünftig raus?


    Warum wird im Gegensatz zum z.B. Pferd beim Hund so viel emotionaler über einen Verkauf oder Abgabe diskutiert? Bei Pferden hab ich das noch nie gehört. Geschweige denn bei einem anderen "Haustier" wie z.B. Meerschweinchen oder Schlangen.


    Warum klingt bei der Diskussion um die Abgabe eines Hundes oft so viel Verurteilung darin mit?

    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”


    Dalmatiner Dustin <3 2004-2016; Schäferhundmix Dolly 201?-2018 (;( viel zu früh)

    :saint: DSH/Mali Lexy 2018

  • Ich habe schon als Kind einen Hund haben wollen, aber meine Eltern eben nicht.

    Später als ich in der Ausbildung und dann im Beruf war ging es zeitlich nicht. Alternativ kamen Katzen ins Haus und ich war viele Jahre Gassigänger im Tierheim. Ich mach mir nun mal viele Gedanken und wenn ich eine Anschaffung plane muss es passen. Egal ob Haustier, Urlaub oder Auto usw.

    In meinem Umfeld werde ich oft belächelt. Ich wäre nicht spontan. Tja, darin nicht.

    Der erste Hund kam ins Haus als meine Tochter 10 Jahre war und ich Teilzeit gearbeitet habe. Es blieb nicht der einzige, denn meine Tochter erwies sich als zuverlässiger Tierliebhaber. Das es Urlaub nur mit Hund gibt war auch klar. Fernreisen waren alle schon soweit gemacht.

    Vorher wäre mir das alles zu viel gewesen, da ich auch sportmäßig viel unterwegs war. Da war die spontane Unterbringung des Kindes oft eine Herausforderung. Mein Mann war mit Hunden einverstanden, aber sagte das er sich nicht kümmern wird. Vielleicht mal kurz raus zum Geschäft erledigen. Er kann eben auch ohne Haustiere.

    In der Regel ist es aber wohl nicht so und man schafft sich mal eben ein Haustier an ohne viel darüber nach zu denken. Wenn man dann feststellt das alles doch anders ist und auch einiges an Zeit und Geld kostet und es vielleicht anders läuft als geplant ist guter Rat teuer.

    Durch meine Tätigkeit im Tierheim habe ich wirklich viel erlebt in den letzten 30 Jahren. Da kann man sich vieles gar nicht vorstellen.

    Ich denke es ist auf jeden Fall die beste Entscheidung ein Tier zeitnah ab zu geben bevor es unter der Situation leidet.

    Schade finde ich das es viele Menschen gibt die sich wenig Gedanken machen aber das ist wohl der Lauf der Zeit. Was man sieht und was andere haben muss man auch haben und die Möglichkeiten des Erwerbs sind ja heute vielfältig. Dazu kommen noch die tollen Fernsehsendungen wo alles so einfach dargestellt wird.

    Habe hier Nachbarn die schon so einige Haustiere durch haben. Da hilft leider auch keine Beratung. Als sie mir vor zwei Jahren erklärten das sie ihre Katze decken lassen wollen damit die Kinder (damals 2 und 5 Jahre) mal erleben wie das so läuft ist mir fast der Kragen geplatzt. Habe ihnen dann die Situation im Tierheim geschildert und sie gebeten da doch regelmäßig vorbei zu kommen um die vielen Katzenbabies zu pflegen. Da könnten die Kinder auch was lernen.


    Warum jetzt bei der Abgabe eines Hundes mehr diskutiert wird weiß ich auch nicht, aber ich denke ein Hund hat für viele einen sehr großen Stellenwert als Familienmitglied. Er ist auf Menschen angewiesen und passt sich viel besser an als Katzen und Kleintiere.


    LG Terrortöle


    Dogs leave paw prints on our hearts. :*

  • nette mag sein, dass ich zu hart geurteilt habe oder Urteile, aber ich seh da nicht ein mal einen wirklichen Versuch beides unter einen Hut zu bringen. Und wenn es zur Not mit Tagespension und oder Gassi Service versucht wird bis sich die Versorgung des Kindes eingespielt hat. Kann sein das ich Unfair bin, aber ich finde es nicht richtig.

    Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019

  • es muss sicherlich immer jeder "Fall" einzeln betrachtet werden.

    Bei dem Boxer ist es aber ja so, das die Frau keine Hilfe möchte.... alles von vornherein ablehnt.

    Letzte Woche habe ich hier eine Frau getroffen die eine Gelbbracke/Bordermix von einem Schäfer übernommen hat. Der Hund wollte nicht hüten.... 10 Monate alt.

    Nach ein paar Tagen stellte sich heraus das sie auf diesen Hund (sie hatte vorher auch schon Hunde... Allergie war bekannt, war aber nie richtig heftig) sehr allergisch reagiert. Sie versucht jetzt alles um den Hund behalten zu können und lebt zur Zeit mit Medikamenten bis sie eine Lösung hat. Falls es nicht klappt wird sie den Hund wieder abgeben müssen. Da habe ich volles Verständnis.

  • Bei guten Gründen würde ich mich auch nicht aufregen, sondern nach der bestmöglichen Lösung suchen. Wenn beispielsweise der Hund eine Gefahr für das Baby darstellt, hätte ich weniger Probleme für eine Abgabe, allerdings auch da würde ich erst mal auf Training und Absicherung des Hundes setzen vor einer Abgabe. Oder aber wenn der Arbeitgeber einen nach sonst wo versetzt, dann den Hund mitzunehmen kann schwer werden. Oder aber das Baby eine Allergische Reaktion zeigen würde auch kein Problem. Aber meistens wird es gar nicht richtig versucht weil es ja aufwändig ist oder man wie jeden Sommer feststellen kann, das der Hund nicht zum Lifestyle passt.

    Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019

  • Meine Meinung: es gibt nur lediglich einen einzigen Grund einen Hund abzugeben, wenn man Gesundheitlich nicht mehr in der Lage dazu ist.

    Kann ich nachvollziehen finde ich aber dann doch recht hart. Was ist mit plötzlicher Arbeitslosigkeit und hartz vier. Oder aber man wird Rentner und hat nicht mehr genug Geld im Monat übrig?

    Auch da mag es Wege geben und auch dort finde ich es wichtig Lösungen zu finden um den Hund zu behalten. Aber Gründe einen Hund abzugeben wären das schon.

    Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019

  • weil man weniger Geld hat?

    das seh ich nicht so ! Dann muss man halt sparsam leben. Wieviele Arbeitslose, Hartz 4 oder Obdachlose haben einen Hund?

    Okay die Krankenversorgung bei den Obdachlosen für den Hund wird wahrscheinlich kaum existent sein, aber dennoch .

  • In der Regel ist es aber wohl nicht so und man schafft sich mal eben ein Haustier an ohne viel darüber nach zu denken. Wenn man dann feststellt das alles doch anders ist und auch einiges an Zeit und Geld kostet und es vielleicht anders läuft als geplant ist guter Rat teuer.

    ...

    LG Terrortöle


    ich denke selbst mit viel darüber nachdenken vorher kann man manches trotzdem falsch abschätzen - was man nicht selbst erlebt hat ist oft wirklich schwer zu beurteilen

    bevor ich mir den ersten hund geholt habe, habe ich bücher vorher gelesen, war auf hundeausstellungen und hab mich über die rasse infomiert hab mit züchtern gesprochen usw. - aber als der hund dann da war, war es anders als ich es mir vorher vorgestellt habe

    das hüten eines kleinen hundes für ein paar stunden am tag ist eben doch was anderes als 24/7 für einen eigenen hund verantwortung zu haben (vor allem auch die verantwortung für sein verhalten draussen)


    nette mag sein, dass ich zu hart geurteilt habe oder Urteile, aber ich seh da nicht ein mal einen wirklichen Versuch beides unter einen Hut zu bringen. Und wenn es zur Not mit Tagespension und oder Gassi Service versucht wird bis sich die Versorgung des Kindes eingespielt hat. Kann sein das ich Unfair bin, aber ich finde es nicht richtig.


    es muss sicherlich immer jeder "Fall" einzeln betrachtet werden.

    Bei dem Boxer ist es aber ja so, das die Frau keine Hilfe möchte.... alles von vornherein ablehnt.


    ja ich würde auch vorher alles probieren ggf. sogar über meine grenze hinaus (und vll. auch die des hundes), aber manche wissen vll. schon vorher wo ihre grenzen sind?




    was wären denn gründe die eine abgabe des hundes "aktzeptabler" machen würden?


    plötzlich auftretende Allergie

    Krankheit (körperliche unmöglichkeit der hundehaltung)

    verhalten des hundes

    jobwechsel

    unfreiwilliger umzug

    kinder - also im sinne von hund und kind vertragen sich nicht? und nicht weil nun ein kind kommt


    ?

    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”


    Dalmatiner Dustin <3 2004-2016; Schäferhundmix Dolly 201?-2018 (;( viel zu früh)

    :saint: DSH/Mali Lexy 2018

  • sehe ich ähnlich LuckySt aber nehmen wir mal an der Hund wurde sich vor der Rente angeschafft. Man hat noch verdient und nun für viele urplötzlich der Schock ich habe viel weniger Geld als vorher. Du hast ja Recht aber ich habe das Gefühl, dass viele Menschen sich bewusst nicht mit so etwas beschäftigen. Oder aber die ganzen Käufe auf Pump und dann muss Erkan plötzlich weil sein Pitbull Erdogan aus Versehen auf einem Spielplatz an den Ball von Vitali wollte jetzt auch noch weil das doofe Ordnungsamt vom Hund Wind bekommen hat die teure Hundesteuer zahlen. Aber das geht doch nicht schließlich muss Erkan doch den Mercedes SLK xxy irgendwas abbezahlen und das neuste I phone natürlich auch. Ich habe absichtlich überspitzt. Namen sind natürlich flexibel austauschbar.

    Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019

  • ach ich weiss nicht ...


    ein mir bekanntes pärchen hatte immer mehrere hunde, großer garten keine kinder, beide voll berufstätig und damit zusammen ein ausreichendes einkommen

    dann erst die eine hündin krank ... nach x untersuchungen und 2 op`s gings der wieder besser ... aber in der zwischenzeit sind da 2 monatsgehälter drauf gegangen und danach kamen monatliche kosten für medikamente die nicht so billig waren

    kurze zeit darauf fing der zweite hund an zu humpeln ... die kosten von röntgen, ct, mrt, fahrten zu verschiedenen ärzten, futterumstellung, medikamente bis hin zu 3 operationen und innerhalb eines halben jahres waren alle ersparnisse aufgebraucht und man lebte quasi nur noch von einem gehalt, weil das andere nur für die hunde drauf ging jeden monat

    danach kam irgendwann die scheidung und damit der hausverkauf - weil das getrennt sein aber gemeinsam wohnen nicht funktionierte ...

    alles versucht - wohnung mit mehreren hunden ist keine zu bekommen, geld ist auch keins mehr da und plötzlich ist man vollzeitarbeitend allein ohne ersparnisse sondern mit schulden an der backe - von dem ganzen stress ist die gesundheit des hundemenschens dann auch auf der strecke geblieben

    ich hatte vollstes verständnis als hier neue besitzer für die hunde gesucht wurde, denn alles andere wäre für beide seiten untragbar gewesen

    und keiner hätte sich vorher dieses szenario vorstellen können

    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”


    Dalmatiner Dustin <3 2004-2016; Schäferhundmix Dolly 201?-2018 (;( viel zu früh)

    :saint: DSH/Mali Lexy 2018

  • nette so etwas ist ein Szenario welches oftmals vorkommt. Aber auch dort könnte man wieder knallhart sein nämlich den Hund krankenversichern. Oder wirklich nur mehrere Hunde halten wenn man es finanziell auch krisensicher wirklich kann. Ich habe extra lange gewartet bis ich mir meinen Hund geholt habe. Ich habe für Elli auch 2000 Euro für Untersuchungen ausgegeben zeitgleich brauchte ich ein neues Auto und der Urlaub war auch schon gebucht. Nicht vergleichbar mit deinem Beispiel geht aber in diese Richtung.

    Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019

  • nette ... das ist wirklich schlimm und niemandem zu wünschen.

    Aber ich finde das in dem Fall die Hunde nicht aus Egoismus oder einfach nur so abgegeben wurden. Wenn nix mehr geht und man selber unter der ganzen Situation leidet finde ich es gut ein tolles neues zuhause zu suchen.

    Was aber mM nach nicht in Ordnung ist, den Hund weggeben weil sich die Lebensumstände ändern ohne vorher nach Lösungen zu suchen.

    Menschen sind so verschieden... ein Bekannter von uns hatte sich einen ausgedienten Schutzhund als Wachhund für seine Firma gekauft mit den Worten: wenn er nervt oder nicht mehr in mein Leben passt wird er eingeschläfert. Hat er aber nicht gemacht... wir haben dann immer den Hund gesittet wenn er keine Zeit hatte.

    Arbeitskollegen von mir aus Portugal mit zwei Hunden hatten nach dem Umzug das Problem das die Hunde immer wenn die beiden Nachtschicht hatten, das ganze Haus wach gehalten haben.

    Sie haben dann die Hunde abends ins Auto gepackt, sind zur Arbeit und haben abwechselnd Pause gemacht um sich um die Hunde zu kümmern. Hat Monate gedauert bis sich die Situation gebessert hat.

    Für mich einfach gesagt: habe ich ein Kind bekommen und es ist heftig allergisch.... schweren Herzens ein neues zuhause suchen. Aber nicht wenn ich vermute das mein Kind allergisch sein könnte.

  • Das Thema Abgabe ist bei vielen extrem emotional aufgeladen, in vielen Köpfen spukt der Vergleich "mein Hund ist mein Kind/meine Familie" herum und schon wird aus dem Verkauf eines Hundes ein moralisches Dilemma, das in der selben Liga spielt, als würde man sein 5jähriges Kind aus dem Haus werfen.


    Ich sehe das ganze etwas rationaler. Wenn man nicht glücklich bzw zufrieden ist, sollte man sich trennen.

    Auch der Hund hat nichts davon, wenn man an ihm festhält, nur weil FB Memes und Poesiealbensprüche einen dazu emotional erpressen. Ein jeder Hund hat das Recht auf ein Zuhause in dem man au seine Bedürfnisse eingehen kann und auch will. Ich weiß, da stehe ich ziemlich alleine da, aber ich sehe in einer wohl überlegten Abgabe in passende Hände oftmals wesentlich mehr Verantwortungsbewusstsein, als am krampfhaften "bis das der Tod uns scheidet" festhalten, wenn Hund und Halter nicht zusammen passen.

    Dabei spielt es für mich keine Rolle, ob sich die Lebensumstände derart geändert haben, dass es nicht mehr passt oder ob man sich einfach nach einer gewissen Zeit eingesteht, dass es nie gepasst hat und man (Mensch wie Hund) so nicht wirklich glücklich werden kann.


    Die Vorstellung, die Trennung vom Herrchen/Frauchen würde dem Vierbeiner das Herz brechen, ist romantisierter Quark. Passt das neue Zuhause zu den Ansprüchen des Hundes, werden die alten Bestzer sehr schnell vergessen sein.

    Liebe Grüße

    Raphaela mit Mr Ekko, Cardassia & Azog