Trends und Fakten zur Hundeernährung

  • Ich hätte zu dem Thema Ernährung mal eine Frage als Anfänger. Basierend auf dem Statistiken-Thread, welchen ich nicht weiter ins Off-Topic führen mag.


    Warum genau sollen Getreide und Zucker eigentlich ungesund sein?

    Habt ihr da irgendwelche wissenschatlichen Hintergründe für mich?

    Gerne aktuelle Paper, oder auch echte Fachbücher in denen ich mich informieren kann (also keine Bücher, welche sich sowieso nur mit einer Ernährungsart beschäftigen - sondern eben Grundlagenbücher). Ich habe das schon häufiger gelesen aber wirklich vorstellen kann ich mir das ehrlich gesagt nicht. Es wurde aber auch nie wirklich belegt.


    Die Hunde mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, welche ich kenne, regieren alle empfindlich auf Fleisch(-arten). Nicht auf Getreide oder Zucker. Einer bekommt nur noch ganz wenig Fleisch und hauptsächlich Gemüse sowie Getreide.

    Ich frage, weil auch bei uns in wenigen Monaten endlich ein DSH einziehen kann und ich mir natürlich Gedanken mache. Und ich würde eine getreidelastigere Ernährung aus ökologischen Gründen bevorzugen. Bislang habe ich auch noch keine überzeugenden Belege gelesen, wieso Getreide weggelassen werden sollte.

    Der momentane Plan ist mit dem Futter vom Züchter weiterzufüttern. Dann auf Josera umzusteigen und nach und nach für den Hund einfach mit zu kochen. Das wäre dann eben eine Mischung aus allem, ohne sich allzuviele Gedanken zu machen (natürlich nichts giftiges!). Fleisch, Getreide, Gemüse, Trockenfutter, etc.. Momentan ist mein Ziel ausdrücklich nicht meinen Hund optimal zu ernähren (dazu unten mehr).


    Bitte versteht meine Frage nicht als Stichelei. Mich würde wirklich interessieren, wieso genau Getreide ungesund für den Hund sein soll oder ob es sich dabei um einen Trend handelt. Und vorallem würde mich auch interessieren was genau daran so ungesund ist, dass es komplett weggelassen wird.

    Ungesund ist für mich so ein schwammiger Begriff der wenig aussagt - was genau sind die Auswirkungen einer Fütterung mit Getreide. Und wie wahrscheinlich sind Diese überhaupt? So wie ich hörte nehmen die Unverträglichkeiten bei Hunden immer mehr zu, ist es da wirklich der richtige Weg die Ernährung immer optimaler zu gestalten? Und es dem Hund immer "einfacher" zu machen - sprich den Organismus immer weniger zu belasten. Das klingt für arg nach einer Abwärtsspirale...


    Basierend auf welchen Fakten, Ereignissen und/oder Quellen habt ihr euch dafür entschieden kein Getreide mehr zu füttern?

    Wieso habt ihr euch für "eure" Fütterungsweise entschieden?

    Was bedeutet für euch "ungesund"?

    Wieso es dir so ein Anliegen ist, dass dein Hund optimal ernährt wird?


    Das Thema beschäftigt mich sehr, da es auch in der Familie hochaktuell ist. Über ein paar Anregungen und Informationsquellen würde ich mich sehr freuen :)

  • bei uns war der Auslöser eine Pankreasinsuffizienz des ersten Hundes, seither haben wir das beibehalten das wir auch die nachfolgenden hunde recht wenig mit getreide füttern

    lexy bekommt ab und an mal was mit getreide/haferflocken, aber nicht regelmäßig und dann auch nur kleine mengen


    getreide finde ich per se keinesfalls schlimm - ich esse fast täglich haferflocken

    ich meine mich erinnern zu können, das uns mal ein schlittenhundebesitzer der aktiv in dem sport ist und meist zwischen 12 und 18 hunde hat, das er regelmäßig haferflockensuppe verfüttert

    Annett mit Lexy


    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”

  • Meiner juckt sich sobald er Getreide bekommt wie verrückt. Und auch sonst kam er mit keinem fertigfutter über längere Zeit zurecht. Fellgeruch, maulgeruch, riesige Haufen 4 mal am Tag , magengrummeln, kein Appetit usw..

    Seit ich barfe sind alle Probleme verschwunden.


    Zum Rest werde ich nichts mehr sagen es muss jeder selbst wissen was er füttert.

    Wobei ich denke das bei den meisten bzw vielen Leuten der Kostenfaktor eine erhebliche Rolle spielt was gefüttert wird.


    Ich merke es an mir selber. Ich bin Vegetarier und mir geht es am besten mit wenig Kohlenhydraten und ohne Zucker in der Ernährung. Da blüht der Körper auf.

    Hunde sind Engel, die zu uns kommen um uns zu zeigen was wahre Liebe ist!


    Wilson von der Rheinbrücke, intakter Rüde, 4 Jahre 7 Monate, 70 cm 45 kg

    Einmal editiert, zuletzt von Asnea ()

  • Waschbär hatte das ganz gut beschrieben, wenn Hunde über Tage oder Stunden dauerhaft laufen/springen müssen brauchen sie halt mehr Kohlenhydrate. Ist ja bei uns auch nicht anders (Tour de France)

    Unser Körper braucht Kohlenhydrate um zu arbeiten. Die Frage ist welche man verwendet. Auch beim Getreide gibt es enorme Unterschiede.

    ]Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019



    Loki mein kleiner Chaot geboren April 2019


  • Habe in der aktuellen Partner Hund (oder Hunde Reporter) einen interessanten Artikel zum Thema Getreide freies Futter gelesen.


    Fazit: es gibt gute Getreide für Hunde, die diese auch brauchen

    Alex mit

    Dina 08.03.2017 & Basko 27.07.2019

    :love:

    <3Aiko 2008-2019, Kimba 2005-2017, Kira 2000-2005, Irko 1996-2007,Varko 1994-1996, Aki 1985-1994, , Hasso II &Hasso I 1971-1986<3


  • Nur mal Rudolph als Beispiel: Fast ausschließlich mit Frischfutter aufgezogen und in ihren ersten 10 Jahren gefüttert worden. Bis auf eine Verletzung immer kerngesund gewesen (2 x durchgeröngt, 1x MRT von der Wirbelsäule und 1 x CT von den Ellenbogen gemacht; alle Befunde bestens bzw. unauffällig,)


    Hat 10 Jahre lang alles vertragen. Nach ihrem 10. Geburtstag bekam sie Probleme mit Sodbrennen... Die Fütterung wurde entsprechend umgestellt, die Fütterungszeiten verändert. Trotzdem haben wir das nicht wieder in den Griff bekommen. Seit fast 2 Jahren frisst sie 2 x am Tag (plus zwischendurch als Leckerchen) zu 90% (hauptsächlich eingeweichtes) Trockenfutter von Josera. Ab und zu auch mal Pansen oder etwas Huhn. Sodbrennen ist seitdem nicht wieder aufgetreten.


    Jeder Hund ist anders!

  • Warum immer wieder diese Fragen ? Dürfte doch bekannt sein,daß Hunde Fleischfresser sind und große Mengen Getreide nicht

    vertragen,weil ihr System nicht dafür ausgerichtet ist. Genauso wenig würde ich ein Pferd "barfen",das ist der Umkehrschluß.

    Daß kleine Mengen Getreide, besonders Reis, etwas Haferflocken okay sind,ist auch klar. Den Kohlehydratanteil für den Hund kann man aber

    in der Gegel sehr gut mit gekochtem Gemüse und gekochten Kartoffeln decken, wenn Getreide nicht vertragen wird. Ich finde da den Rübenmix

    von Lunderland,verfeinert mit Öl und frischen Blattsalaten durchpüriert nach dem Quellen prima.

    Etwas Kohlehydrate außer dem Fleisch sollten schon dabei sein, nur nicht so viel.

  • Nur das Hunde Allesfresser und keine ausschließlichen Fleischfresser wie Katzen sind. Selbst Barflektüren weisen darauf hin. Obst und Gemüse enthalten übrigens auch Zucker.

    ]Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019



    Loki mein kleiner Chaot geboren April 2019


  • ich denke es ist doch mittlerweile klar das ein Getreideanteil (hochwertiges Getreide) im Futter nicht schadet solange es der Hund verträgt. Trotzdem sollte der tierische Anteil deutlich überwiegen!
    Und ich glaube 190 Gramm Karotten und 60 Gramm Apfel die er in sein Futter bekommt sind um etliches besser als industrieller Zucker ;)


    Getreide insbesondere Weizen und Zucker (auch Fruchtzucker) ist ein Krankheitsfaktor auch bei den Menschen, es macht Fett, Faul und träge und krank. Aber obwohl man es weiß wird es trotzdem konsumiert als ob es kein morgen gäbe :whistling:

    Hunde sind Engel, die zu uns kommen um uns zu zeigen was wahre Liebe ist!


    Wilson von der Rheinbrücke, intakter Rüde, 4 Jahre 7 Monate, 70 cm 45 kg

  • ich denke es ist doch mittlerweile klar das ein Getreideanteil (hochwertiges Getreide) im Futter nicht schadet solange es der Hund verträgt. Trotzdem sollte der tierische Anteil deutlich überwiegen!
    Und ich glaube 190 Gramm Karotten und 60 Gramm Apfel die er in sein Futter bekommt sind um etliches besser als industrieller Zucker ;)


    Getreide insbesondere Weizen und Zucker (auch Fruchtzucker) ist ein Krankheitsfaktor auch bei den Menschen, es macht Fett, Faul und träge und krank. Aber obwohl man es weiß wird es trotzdem konsumiert als ob es kein morgen gäbe :whistling:

    Asnea das bezweifelt doch auch niemand. Gerade beim Zucker gibt es viele Unterschiede. Aber gerade Menschen die Hochleistungen bringen müssen greifen in der Regel zu schnell Verwertbaren Zucker, in Form von Weißmehlprodukten. In Milch ist übrigens auch relativ viel Zucker, trotzdem werden Milchprodukte ja durchaus empfohlen.;)

    Es geht immer um die Dosis um den ollen Paracelsus frei zu zitieren.

    Und wenn du einmal jemanden hattest der voll in die Unterzuckerung rein knallt versorgen musstest weißt du das das null witzig ist. Dem gibt man auch mehr oder weniger Industriezucker (Traubenzucker)

    ]Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019



    Loki mein kleiner Chaot geboren April 2019


  • jop damit hast du Recht. Frage wäre jetzt an die Experten wie Honig/Ahornsirup oder Kokosblütenzucker von Hunden verarbeitet werden.

    Wobei ich weder Getreide noch Zucker verfüttere, aber wenn wir mal wirklich Stundenlang unterwegs wären würde ich das nicht ausschließen.

    ]Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019



    Loki mein kleiner Chaot geboren April 2019


  • Ein wenig Honig ist sicher okay. Ich habe ihn noch nie verfüttert, weil mein Hund nicht so auf süß steht.

    Also Zucker würde ich meinem Hund aktiv nicht geben. Wie gesagt,ein gewisser Kohlehydratanteil ist gut und wichtig, aber nur ca

    10 bis 15 %. daraus wird dann auch Energie gebildet.

  • Besonders Weizen steht ja in Verdacht, entzündungsfördernd zu sein und Allergien auszulösen. Deshalb würde ich da beim Futter schon drauf achten, dass kein Weizen vorhanden ist.


    Und auch wenn wohl nachgewiesen ist, dass Hunde Kohlehydrate besser verwerten können als Wölfe, so ist das kein Freifahrtschein, Hunde größtenteils mit Getreide zu füttern. Der gesunde Hund zieht seine Energie vornehmlich aus Fett. Will ich getreidelastig füttern, kaufe ich mir ein Kaninchen.


    Ich hatte meine vorherige Hündin ab ca. 1,5 Jahre komplett gebarft, Trofu gab es als Leckerlie zwischendurch. Umgestellt habe ich sie, nachdem ich beim Röntgen die Diagnose schwere HD bekommen hatte. Damals hatte ich mich mit dem Thema Fütterung etwas intensiver auseinandergesetzt und mich für getreidefreies Barf entschieden, was von TA und Physio deutlich befürwortet wurde. Sie hat auch mal Haferflocken oder Hirse bekommen, was ihr gut bekommen ist und beides auch im Hinblick auf ihre Gelenke empfohlen worden ist. Ich habe stundenlange Touren mit ihr gemacht und hatte nicht den Eindruck, dass ihr KH fehlen, sie hatte reichlich Energie, auch als ihre Hinterbeine nicht mehr so konnten, wie sie wollte.


    Crazy habe ich nach Einzug bei mir sofort auf Barf umgestellt. Auch hier gibt es (hochwertiges) Trofu als Leckerlie und zur Belohnung und auf der Fährte. Es gibt auch mal ein paar Nudeln oder Reis, das aber eher selten, eher mal eine gekochte Kartoffel. Sie bekommt regelmäßig Obst und Gemüse, KH sind also auch im Futter vorhanden. Die Erfahrung mit Phajas HD und auch das Wissen, wie gut ihr die Futterumstellung getan hat, hatte mich bewogen, bei Crazy gleich umzustellen.


    Für mich würde ungesund bedeuten, wenn der Hund deutlich getreidelastig ernährt wird (sofern keine medizinische Notwendigkeit vorliegt und der Hund z. B. Unverträglichkeiten hat) oder er nur Essenreste bekommt. Ungesund ist dann, wenn auf die Bedürfnisse des Hundes keine Rücksicht genommen wird.

    Wenn ich mir einen Hund anschaffe, dann habe ich auch die Verantwortung dafür, ihn vernünftig zu ernähren. Daraus ergibt sich auch mein Anliegen, ihn optimal zu ernähren, denn ich möchte schließlich einen gesunden Hund haben.


    Heutzutage ist es so einfach, sich umfassend zum Thema Hundeernährung zu informieren. Meine erste Hündin habe ich damals mit Pedigree gefüttert und dachte, das wäre ein gutes Futter. Würde mir heute nicht mehr passieren :-)

  • Dass der Hund im Laufe der Evolution die Fähigkeit gewonnen hat Kohlenhydrate sehr viel besser zu verdauen als der Wolf sollte inzwischen zumindest den Hundehaltern bekannt sein, die sich für die Fütterungsthematik interessieren. Evolutionsabhängig sollte dabei bedacht werden dass das Ganze natürlich auch rasseabhängig ist. Abhängig davon wie sich die einzelnen Hundetypen und daraus entstehend die Rassen entwickelt haben. Die Genetik z.B. von Grönlandhunden oder Alaska Huskys schaut im Bezug auf die Gene, die eine Verwertbarkeit von Kohlenhydraten begünstigen, ganz anders aus als z.B. die Genetik von Hütehunden. Es ist noch gar nicht so lange her dass die Dorfschäfer ihren Lohn überwiegend in Form von Brot erhalten haben. U.a. für die Fütterung ihrer Hunde. Fleisch kam in Mitteleuropa in den vergangenen Jahrhunderten und -tausenden bei der Normalbevölkerung nur sehr selten bis gar nicht auf den Tisch. Wie sollte es dann in die Näpfe ihrer Hunde gelangen? Anders z.B. der Grönlandhund: Wo der Mensch kein Getreide in der traditionellen Ernährung verwendet, kommt auch keines durch die Essenreste in den Hundenapf. Logisch dass Rassen wie der Grönlandhund oder der Alaksa Husky etc. dadurch schlechter an eine Ernährung mit höherem Kohlenhydratanteil angepasst sind als die diversen mittel- und westeuropäischen Hütehundrassen oder auch orientalische Windhunde (deren Ernährung nicht selten auf der Grundlage von Hirse basiert).


    Das ganze ist ähnlich wie die Debatte darüber ob Milch und Milchprodukte in der menschlichen Ernährung gesund sind oder nicht. Auch hier wird von den Gegnern des Verzehres von Milch/Milchprodukten angeführt dass es nicht gesund ist wenn adulte Säugetiere Milch verkonsumieren, weil der Organismus adulter Säugetiere darauf gar nicht ausgerichtet ist. Vergessen wird dabei auch in diesem Fall die Evolution. Wenn man mal die Landkarte betrachtet, auf welcher der Weg der Domestikation des Rindes und der anschließenden Verbreitungsgebiete der domestizierten Rinder aufgeführt wird, und diese mit einer Karte vergleicht, auf welcher der Ursprung und die Verbreitungsgebiete eines bestimmten Gendefektes des Menschen verzeichnet sind, wird man feststellen dass diese Entwicklung parallel verlaufen ist. Dieser Gendefekt ( = Mutation) verursacht dass auch adulte Säugetiere Milchzucker abbauen können und dieser somit bei ihnen keine Verdauungsbeschwerden verursacht. In der westeuropäischen Bevölkerung ist er so weit verbreitet dass diese Genetik als "normal" gilt, weswegen Westeuropäer Milch und Milchprodukte i.d.R. gut vertragen und eine "normale" diesbezügliche Genetik eher die Ausnahme als die Regel ist ( = dass kein Milchzucker vertragen wird). In anderen Gebieten dieser Erde sieht das aber ganz anders aus.


    Genau so ist das mit der Adaption der Haushunde an eine kohlenhydrathaltige Ernährung verlaufen. Der Weg der Domestikation des Rindes (und damit der Sesshaftwerdung des Menschen) zeichnet auch hier den Weg ab, wie sich der Hund durch die veränderte Ernährungs- und Lebensweise des Menschen an eine veränderte Ernährung angepasst hat. Die Genmutation, die beim Menschen dafür sorgt dass dieser den Milchzucker auch als Erwachsener verdauen kann, hat dazu geführt dass sich für diesen die Nahrungsgrundlage stark erweitert hat. Diese Menschen waren gesünder, wurden älter, bekamen mehr Kinder und konnten diese erfolgreicher aufziehen als die, die diese Mutation nicht im Erbgut trugen. Wodurch sich diese Mutation in der Population verbreitet hat. Ähnlich wird das bei den Hunden verlaufen sein. Auch hier waren die Individuen im Vorteil, die sich an die veränderte Ernährungsweise angepasst haben, wodurch sie, im Vergleich zu den anderen, mehr Nachkommen aufziehen konnten als die, die nicht mehr optimal an die Ernährungslage angepasst waren


    Insofern sind derartige Diskussionen immer abhängig davon über welche Population man eigentlich spricht. Wenn man z.B. die japanische Bevölkerung in den Fokus stellten würde, dann wäre das in Bezug auf eine "Milch-Debatte" (d.h. ob Milch in der Ernährung gesund ist oder nicht) eine ganz andere Ausgangslage als wenn man z.B. die mongolische Bevölkerung in den Fokus stellt. Und in Bezug ob und welche und wie viele Kohlenhydrate in der menschlichen Ernährung gesund sind ist es ein Unterschied ob z.B. die Inuit in Alaska im Fokus stehen oder z.B. die Japaner.


    Genau so ist es mit den Kohlenhydraten im Hundefutter. Es gibt Rassen, bei denen es tatsächlich besser ist sie ähnlich des Futterspektrums eines Wolfes zu ernähren. Andere aber sind aufgrund einer veränderten Genetik durchaus in der Lage problemlos unterschiedlich große Mengen an Kohlenhydraten in der Nahrung zu verwerten.


    Ganz klar ist: Wenn ein Mensch oder Hund irgend etwas schlecht verträgt, dann lässt man diese Komponenten möglichst weg in dessen Ernährung. Beim einen Menschen kann das z.B. Cholesterin sein oder bestimmte Arten an Getreide, Milchzucker oder was weiß ich alles (ich z.B. vertrage Amylase schlecht). Das bedeutet doch aber nicht dass Menschen, die eine entsprechende Genetik für derartige Problematiken nicht tragen, das dann auch alles meiden müssen in ihrer Ernährung. Das selbe ist es mit dem Hudnefutter: Bei "normalen" Hunden, die sich inzwischen an ein entsprechendes Futterspektrum längst angepasst haben, kann man einen mehr oder weniger hohen Kohlemhydratanteil im Futter durchaus tolerieren. Obwohl es bei manchen Hunden besser ist darauf zu verzichten. Aber nur weil Hund A nur mit speziellem Futter klar kommt muss man doch Hund B, der diesbezüglich keine Probleme hat, auch mit diesem ernähren.


    Wenn ich pro Hund 150 Euro im Monat für's Futter ausgeben würde, dann wäre ich damit bei 750 Euro im Monat. Nur für Futter... Sorry Leute, mit so viel Geld weiß ich etwas besseres anzufangen. So lange meine Hunde auch für weniger Geld satt werden und dabei gesund sind, fit und langlebig. Und ich spare nicht um des Sparens willens, sondern verfüttere vieles von dem andere Hundehalter denken dass ich mein Geld damit zum Fenster heraus werfe. Aber ich werfe mein Geld nicht für tatsächlich völlig überflüssige Sachen auf dem Fenster, sondern spende das dann lieber an Organisationen Equiwent und Schmiede ohne Grenzen, wo davon dann in Ostrumänien Hündinnen kastriert und Kinder ernährt und in die Schule geschickt werden.


    Bei den ganzen Diskussionen, ab welchem Preis ein Fertigfutter "hochwertig" ist oder nicht: Manch einer, der solche Diskussionen lieben gerne führt, würde sich wundern was seine favorisierte hochpreisige Futtersorte direkt ab Hersteller kostet. Allein schon die Züchterrabatte sind teilweise der Wahnsinn. Wenn man dann bei Importfutter noch den Zoll und die Frachtkosten und ggf. Gewinnanteile von Zwischenhändlern abzieht ist man bei einigen hochpreisigen Sorten fast schon im Billigsegment. Ich habe z.B. neulich ein Futter (deutscher Hersteller) für den Kilopreis von um die 1,30 Euro angeboten bekommen. Der Preis für "Otto Normalverbraucher" liegt bei 3,67 Euro pro Kilo (im 15 kg Sack). Und selbst an mir würde der Händler noch etwas verdienen. In diesem Futter sind insg. 34,9% getrocknetes Fleisch und Fisch sowie 2,5% Fleisch/Protein von der Grünlippmuschel, und als Getreidekomponenten Vollkornreis, Vollkornmais, Hirse und Amaranth (also jetzt nicht gerade die billigsten Getreidekomponenten). Hier kommen wir dann wieder zurück zur Discounter-Debatte, und warum in den Discounter-Tüten und -Dosen nicht zwangsläufig Sorten minderwertigerer Qualität enthalten sein müssen. Natürlich möchte kein Hersteller dass seine Kunden wissen dass seine Sorte XYZ auch für sehr viel weniger Geld im Discounter zu erhalten ist. Würde er sonst das Original ja nicht mehr kaufen. Die Discounter sind ganz klar ein zusätzliches Geschäft, welches viele Hersteller gerne mitnehmen und trotzdem noch daran verdienen. Und ganz klar: Eine "offene" Deklaration gibt es deswegen i.d.R. nicht auf dem Discountertüten und -dosen. Und schon als nur "halboffene" Deklaration kann sich ein- und dasselbe Futter schon ganz anders lesen. Zumal auch die Aufführung der analytischen Bestandteile etwas verändert werden kann (in einem Futter, das z.B. mit 25% Rohfett deklariert wird, müssen diese 25% dann auch drin sein; der tatsächliche Rohfettgehalt darf aber ach darüber liegen, in Bezug auf Rohfett, Rohprotein und Rohfaser sind diese Angaben immer Mindestangaben, die enthalten sein müssen).


    Unter'm Strich: Probiert einfach aus was Euren Hunden gut tut! Und "teuer" muss nicht immer passend sein für Euren Hund. So wie "günstig" nicht immer schlecht für ihn sein muss.

  • Vielen Dank für die Antworten. Ich hatte die Tage leider noch keine Zeit um zu antworten. Es war nicht meine Absicht eine emotionale Diskussion anzuzetteln, sondern ich hatte gehofft dass jemand gute, aktuelle Quellen hat. Die eigenen Unverträglichkeiten des Hundes sind natürlich ein guter Grund entsprechend zu füttern. Ich habe mich nun dazu entschlossen mich mit dem Buch "Ernährung des Hundes" von Meyer, Zentek einzulesen. Darüber habe ich beim recherchieren viel Gutes gelesen.


    Den Vergleich mit Pferden finde ich nicht gut gewählt. Ich war lange im Reitsport aktiv und wenn ein Pferd das Falsche frisst kann es recht leicht eingehen (zb an einer Kolik, Schlundverstopfung, Magengeschwüre). Das Thema interessiert mich einfach und ich weigere mich die Fütterung von Hunden so statisch zu sehen. Schließlich ist eine der größten Vorteile von Hunden ihre Anpassungsfähigkeit - u.a. durch die Fähigkeit Stärke verwerten zu können.


    Die Diskussion um Getreide kenne ich auch beim Menschen sehr gut. Schon vor Jahren hat mich dies dazu bewegt mir eine kleine Getreidemühle zu kaufen und mein Brot frisch aus Roggen, Dinkel und auch Weizen zu backen - mit eigenem Sauerteig natürlich. Da wir uns in Richtung Selbstversorger entwickeln wollen kommt das Thema für mich eben auch ökologisch und auch ökonomisch nochmal anders zum tragen. Außerdem kam das Thema eben in der Familie beim Barfen auf - die Tierklink sagte, dass die Unverträglichkeiten bei Hunden immer schlimmer werden und stetig zunehmen.


    Ich finde das die Informationen zu vielen Themen sehr chaotisch sind. So habe ich grade für den Hundeführerschein zB. gelernt, dass der Hund eben nicht vom Wolf abstammt - sondern sich beide paralell entwickelt haben und einen gemeinsamen Vorfahren gehabt haben sollen. Die Forschung im Bereich Hund steht ja nicht, sondern entwickelt sich stetig weiter und bietet neue Erkenntnisse - und einstige Fakten veralten. Veraltetes Wissen hält sich aber sehr, sehr lange. Mein Wissenstand ist, dass der Hund ein omnivore ist und eben so erfolgreich geworden ist, weil er eben kein reiner Fleischfresser ist.

  • Und direkt darunter schöne Werbung für das super gute Royal Canin :S


    ich möchte den Artikel damit nicht! schlecht machen aber ein fader Beigeschmack bleibt für mich zumindest

    Hunde sind Engel, die zu uns kommen um uns zu zeigen was wahre Liebe ist!


    Wilson von der Rheinbrücke, intakter Rüde, 4 Jahre 7 Monate, 70 cm 45 kg

    Einmal editiert, zuletzt von Asnea ()

  • Meine weitere Internet-Recherche ergab ebenfalls wieder nur, dass Hunde Allesfresser sind und nicht zu den Fleischfressern gehören.

    Den Vergleich mit Nagetieren, Pferden und co finde ich nach wie vor unpassend, da es sich dabei um gänzlich andere Ordnungen innerhalb der Säugetiere handelt (der Darm funktioniert zB ganz anders und es gibt zig ernährungsbedingte Krankheiten: Hufrehe, Schlundverstopfungen, falsch abgeriebene Zähne, etc).

    Wenn ein Vergleich, dann doch eher in der Gruppe der Raubtiere (den Carnivora) selbst. Dort ist bei den Hundeartigen zum Beispiel auch die Gruppe der Bären angesiedelt. Neben der Gruppe der Hunden. Bären sind ebenfalls Allesfresser und gehören zur Gruppe der Raubtiere.


    Momentan komme ich nicht zu dem Schluss, dass Getreide nicht ins Futter gehört. Vielleicht steht im Fachbuch nochmal mehr dazu.

  • Momentan komme ich nicht zu dem Schluss, dass Getreide nicht ins Futter gehört.

    Und wenn jemand seinen kranken Hund wegen einer Getreideallergie oder Übergewicht bei HD getreidefrei füttert, muß es doch nicht jeder andere Hundehalter mit seinen gesunden Hund auch so machen.

    VG
    Klaus und die Bea