Familienhund mit Problem der Leinenführigkeit wenn er hinten gehen muss.

  • Hallo zusammen,


    Ich habe ein Problem mit meinem weißen Schäferhund Diego.

    Erstmal ein paar Worte zu meinem Kumpel.

    Er ist ein rüde 8 Monate alt und seid er 9Wochen ist bei mir.

    Es ist einfach ein super Hund. Der Kerl ist klasse. Hat Spaß am Training lernt schnell, besser als ich 😅

    Wir haben jedoch eine Baustelle die mir Kopfzerbrechen macht.

    Wenn wir mit den Kindern spazieren gehen ist er sehr gestresst, wenn er mit mir hinten gehen muss und die Kinder vor laufen. Er junkt, bellt, hüpft. Lässt sich nur sehr schwer ablenken.

    Ohne Leine ist das alles kein Problem. Er läuft mal nach vorne, läuft mal nach hinten, interessiert sich für seine Umgebung, schnüffelt alles kein Problem.

    Sobald er an der Leine ist geht das Schauspiel wieder von vorne los.

    Er ist an die Leine gewöhnt und geht auch entspannt an der Leine wenn wir alleine sind. Alles kein Problem. Nur sobald die Kids dabei sind macht er das.

    Ich habe schon probiert einfach die Richtung zu wechseln, stehen bleiben, warten bis er sich beruhigt, loben weiter gehen und auf Spannung der Leine das selbe von vorne. Stehen bleiben, warten bis die Spannung raus ist loben weiter gehen. Einen Erfolg sehe ich leider nicht. Zeitraum ca 2 Monate. Habt ihr noch Ideen was ich machen kann?


    Liebe Grüße Björn

  • Ich glaube, ich habe dieses Problem auch. Also wenn ich mit ihm an der Leine hinten gehe. Er will eben immer vorn mitmischen, immer zuerst sehen was kommt.

    Ich arbeite auch an der Leinenführigkeit (LF) und will dass er auf Kommando (Ich nehme "Ran") an lockerer, kurzer Leine läuft. Das geht hier auch ganz gut wenn keine großartige Ablenkung vorhanden ist.


    Einhängepunkt der Leine im "Ran"-Modus ist die Halskette.


    Meine Trainerin sagt, dass LF ziemlich lange dauert. Sie ist der Meinung, dass der Hund erstmal mindestens ca. 20 Minuten in diesem Modus ordentlich laufen können sollte. Also bei mir im "Ran" Modus. Erst dann sollte man Ablenkungen einbauen. Ich vermute mal, dass der Reiz, vorn mit dabei zu sein, noch zu groß ist und er dadurch die LF nicht mehr packt.


    Ich bin derzeit bei ca. 5 Minuten im "Ran"-Modus. Danach hänge ich ihn wieder in die Freizeit-Position ein (hintere Öse der Geschirrs). Ich übe das jetzt ernsthaft sein 4 Wochen oder so. Witus ist jetzt 10 Monate alt.


    Also derzeit renne ich immer mit Hund nach vorn zu Frauchen, damit das Zerren aufhört.


    Kann es sein, dass der Hund (etwas) weniger an Dir hängt und (etwas) mehr an den Rudelmitgliedern welche vorn laufen (also die Kinder)? Aber beim Spazierengehen musst Du ja immer den Hund nehmen, weil der eben schon viel Zug generieren kann?

    Dann ist es kein Wunder dass er so zerrt und Spektakel macht um zu seinen geliebten Kindern zu kommen.

    Dann musst Du jetzt erstmal nachgeben, denke ich.

    Ich denke, da hilft nur weiter üben, aber evtl. haben ja andere hier noch einen Tipp.

  • Erstmal danke für deinen Tipp. Bin froh über jede Möglichkeit die mir als Idee gegeben wird.

    Das mit dem Halsband Wechsel ist natürlich auch bei den Spaziergängen möglich. Hatte das bis dato immer nur wenn er sein eigentliches Training hat. Training - Halsband, Spaziergänge - Geschirr. Die Frequenzen die ich hinten verbringe werde ich ihn auch mal Umhängen.

    Ja ich denke auch es braucht etwas Zeit. Junghund. Natürlich will er vorne dabei sein. Ich gestalte es derzeit so, dass er immer mal wieder mit mir vorne ist damit es nicht so stressig ist und mein Arm nicht länger wird :S. Aber auch immer wieder trainieren, dass die Kids halt vorne sein dürfen. Ich versuche ihn abzulenken und hoffe es wird besser.

  • Same here...


    Kobi ist 9 Monate alt, wenn die Kinder voraus laufen ist das die volle Katastrophe. Da entziehen sie sich seiner Kontrolle, das erträgt er kaum.

    Ich mach es derzeit so, dass ich ihn in den Momenten wirklich auch gezielt zu mir rufe und ihn bei mir gehen lasse um ihm zu zeigen: ich hab es gesehen und ich hab es unter Kontrolle. MEINE Verantwortung, nicht deine.

    Das klappt ganz gut.

    Ansonsten....weitermachen...

    Ich mach mir da grad keinen Druck mehr.

    Der Hund ist ja selber noch ein Kind. ;)


    Edit: ich habe den Eindruck, es wäre in den letzten ein, zwei Monaten auch schon etwas besser geworden. Es gibt also Hoffnung. ^^

  • Ein Schäferhund möchte die Herde zusammen halten, wenn jemand wegläuft ist es sehr schwer für den Schäferhund das einfach so hinzunehmen.....da ist wirklich Geduld gefragt, das zusammen Treiben liegt in den Genen.

    Lex zieht nur etwas an der Leine wenn ein Familienmitglied wegläuft, das ist sehr schwer zu Ertragen für ihn....und bei meinen anderen Schäferehunden war das nicht anders.

  • Hallo Björn ... und herzlich Willkommen hier ! Ich habe genau das gleiche Problem ... und zwar massiv. Ganz schlimm wird es, wenn meine jüngste Tochter noch "aus den Augen" ist ... also z.B. im Wald schon mal um die Kurve voraus ist ... Katastrophe !


    Ich habe wieder vermehrt die Wasserflasche dabei ... oder aber die Kinder müssen hinten laufen. Dann zieht er allerdings trotzdem, bleibt aber öfter stehen und schaut.


    Aber ganz ehrlich: Ich vermeide es derzeit so gut es geht ... und geh' allein. Es strengt mich einfach zu sehr an. Ich habe momentan andere Sorgen :(

  • Ein Schäferhund möchte die Herde zusammen halten, wenn jemand wegläuft ist es sehr schwer für den Schäferhund das einfach so hinzunehmen.....da ist wirklich Geduld gefragt, das zusammen Treiben liegt in den Genen.

    Lex zieht nur etwas an der Leine wenn ein Familienmitglied wegläuft, das ist sehr schwer zu Ertragen für ihn....und bei meinen anderen Schäferehunden war das nicht anders.

    Genau so kenne ich das auch. Unser damaliger Schäferhund wollte immer vorne sein, keiner durfte vor ihm sein, sonst zog er so lange, bis er wieder vorne war.


    Mein jetziges Hundekind mit 4 Monaten ist da deutlich "schlimmer". Entfernt sich jemand, dann wird alles zusammengeschrien und er ist dann so gestresst, dass er den gesamten Spaziergang nicht mehr ruhig an der Leine laufen kann, sonst läuft er quasi immer schon an lockerer 2m-Leine (wenn ich mit ihm alleine bin). Er orientiert sich immer zu mir nach hinten und guckt, ob ich auch wirklich noch an der Leine hänge :D

    Beruhigt mich irgendwie, dass so viele andere das auch haben, das scheint ja dann irgendwie "normal" zu sein. Ich denke, mit dem Alter wird dann irgendwann auch weniger gebellt, gejault, gebrüllt... ist halt nur eine Zeitfrage, denke ich :/


    Meine Idee war, ihn an die Flexi zu machen, da die sich ja auch länger stellen lässt als die normalen Leinen (ich empfehle aber dringend eine in auffälliger Farbe mit Band, nicht mit Seil, und direkt die für große schwere Hunde, damit sie nicht auseinander in 100 Teile zerspringt, wenn sie mal hinfällt). Und ich empfehle auch dringend damit zu üben, damit man den Hund binnen Sekunden zu sich holen kann, selbst wenn der 10m weg ist, damit niemand drüber fällt und damit sich Hunde und Menschen nicht miteinander verheddern, sonst kann das Ding nämlich auch gefährlich sein. Dann kann der Hund nämlich auch mal ein paar Meter vor, wenn sich jemand mal ein paar Meter entfernt, ohne gleich in Panik zu verfallen.

  • Das Problem kommt mir auch bekannt vor. Leinenführigkeit dauert einfach länger, vor allem wenn so starke Ablenkung dazu kommt wie ein Familienmitglied, das das Rudel verlässt. Tilli hat auch ein gigantischen Theater veranstaltet, wenn wir in irgendeiner Gruppe unterwegs waren, sie angeleint und nicht vorne. Da hilft nur weiterüben, weiterüben und Geduld haben.


    Beruhigt mich irgendwie, dass so viele andere das auch haben, das scheint ja dann irgendwie "normal" zu sein. Ich denke, mit dem Alter wird dann irgendwann auch weniger gebellt, gejault, gebrüllt... ist halt nur eine Zeitfrage, denke ich :/

    Wenn ich noch mal einen Welpen erziehen würde, würde ich eher sofort darauf achten, dass er nicht den Eindruck bekommt, seine Gesänge würden irgendwie zum Erfolg führen. Ich hab da erst nicht so drauf geachtet und mir eine passionierte Sängerin rangezogen X/ zugegeben, ich hab mich da etwas sehr doof angestellt, jedesmal wenn Welpi gefiept hat bin ich losgerannt, könnte ja ein Bedürfnis haben, die arme Kleine. Ein Erzfehler, wie mir jetzt klar ist. Da ging leider nix weg mit dem Alter, ganz im Gegenteil, das Repertoire wurde größer, die Stimme voller, der Hund ausdauerender. Wir haben inzwischen eine Hymne für jede Gelegenheit, die dem geneigten Publikum inbrünstig vorgetragen wird. Irgendwann, wenn ich viel Nerv habe, gehen wir das noch mal an. Nochmal so weit kommen lassen, würde ich es nicht.


    Die Flexi halte ich an der Stelle für eher verwirrend für den Hund, er muss ja erst mal lernen, wie groß sein Radius ist, wenn der sich dann auch noch andauernd verändert, könnte das vielleicht den Erfolg mit der Leine eher verzögern. Zudem, wenn ich das richtig verstanden habe, willst da ja, dass die Kids vorlaufen können, ohne dass Diego gleich hinterher will, also ungestresst weiter bei dir läuft. Denke da vermittelt die Flexi eher das Gegenteil. Er könnte ja jederzeit wieder vor, damit hast du das Problem umschifft, aber nicht wirklich gelöst.

  • Die Frage ist halt, in wie weit man das "stresslos" bekommt für den Hund, dass der lockerflockig hinten läuft. Denn wenn das wirklich genetisch ist - und ich kenne sehr viele Schäferhunde, die das machen (nur nicht so lautstark wie unserer derzeit) und es scheint ja auch hier mehrere Leute zu geben, die das kennen, dann bekommt man das evtl. nie weg und selbst wenn der Hund nicht mehr zerrt oder brüllt - er wird gestresst sein und das den kompletten Spaziergang lang.


    Als wir Kinder waren, gab es deswegen auch die Regel "Nicht vor den Hund laufen, nie". Nicht, weil man den Hund nicht erziehen wollte oder sonst was, der hat das nie aufgegeben, der war sonst immer gestresst und das wollte man vermeiden. Wenn man es dann "umschifft", indem der Hund einfach mit vor kann, dennoch angeleint ist durch die Flexi, dann sehr ich das zumindest nicht als dramatisch. Die gabs damals noch nicht, als wir Kinder waren.


    Zumindest für mich wäre das eine Option - wobei er dringend lernen muss, dann nicht rumzuschreien, das geht echt nicht und muss auch nicht sein :D

  • Hat unserer auch, das hat aber nix mit Weltherrschaft oder unerzogen zu tun, er bemüht sich nämlich selber immer zu korrigieren und wieder zurück an meine Seite zu gehen, sondern unserer ist tatsächlich sichtlich besorgt und gestresst. Übrigens bei JEDEM Kind das mit uns spazieren geht oder dazu stößt. Bei Erwachsenen macht er das selten. Ich denke auch das das genetisch bedingt ist. Ist er nämlich frei, umkreist er alle und ist entspannt.

    Da ich ihm gelernt hab auf die Kinder zu achten, will ich da auch nicht viel dran ändern. Wir festigen eigentlich nur immer wieder das nicht ziehen und das Kommando nein, also egal was er macht das zu lassen. Und was gut klappt ist einfach die Kinder hundertmal vor und zurück rennen zu lassen bis es selbst ihm mal zu blöd wird und dann loben wenn er entspannt bleibt.

    Liebe Grüße

  • Tilli konnte das bei Erwachsenen auch ganz gut, mangels Kinder....das jüngste "Kind" in unserem Dunstkreis war ja schon 17 als sie eingezogen ist. Ne nix mit Weltherrschaft, die sind einfach so. Tilli will ja bis heute noch als erste um Ecken gucken ^^ .