Wir würden gern im September für ein paar Tage verreisen. Da unser vierbeiniger Anhang nicht ausgesprochen Fremdhund kompatibel ist, möchten wir auf Promenadengänge wie in Grömitz, Timmendorfer Strand o.ä. eher verzichten. Wer hat einen Tip, wo man den Hund auch mal frei laufen lassen könnte?
Urlaub an Nord-oder Ostsee
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Tatsächlich gefällt uns deshalb die Ostsee im Osten besser, wenn man das so sagen kann. Zingst oder Usedom ist mit Hunden die nicht unbedingt mit jedem spielen wollen deutlich entspannter. Zum einen sind die Strände deutlich breiter als in Grömitz und Umgebung. Zwischen Oktober und März eventuell April dürfen die Hunde mit an alle Strände, wenn sie gut abrufbar sind, gab es bisher auch nie Probleme ohne Leine.
Ganz große Katastrophe fand ich Nordsee, wir waren in Norden, extrem hundeunfreundlich.
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Zwar nicht Ost oder Nordsee, aber in Schleswig kann man abseits der Hotspots fast alleine laufen und nach Eckernförde oder Flensburg kann man gut fahren.
Ansonsten könnte Sylt im September etwas lehrer sein.
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Ich kann die Gegend um Kappeln und Gelting , speziell das Naturschutzgebiet Geltinger Birk empfehlen. Da ist viel Platz….aber ganz ohne andere Hunde ist es auch da nicht. Wir hatten so ein Glück, ein Ferienhaus fast in Alleinlage mit eingezäuntem Garten….
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Wir werden Mitte September nach Sankt Peter Ording fahren. Ich werde berichten.
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Für Urlaub mit Hund können wir Sankt Peter Ording (SPO) uneingeschränkt empfehlen. Hinweis : wir waren im September, also Nebensaison, dort. Im Sommer wird's sicher voller sein. Berücksichtigen sollte man, daß die Hundedichte, gerade in den Einkaufsstraßen, schon hoch ist. Aufgrund der Ortsgröße ( SPO besteht aus mehreren ineinander übergehenden Ortsteilen) verläuft sich das aber etwas. Im Gegensatz zur Lübecker Bucht mit Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Grömitz u. Co. Grundsätzlich hat man das Gefühl, daß Hunde und Besitzer gern gesehen sind. Gefühlt gibt es alle paar hundert Meter einen Mülleimer und Kottütenspender. Alle Spender, die wir gesehen haben, waren mit kostenlosen Tüten aufgefüllt! Grundsätzlich gilt überall Leinenpflicht, die auch eingehalten wird. Hunde können fast überall mit auf den Strand genommen werden (eine Ausnahme: der FKK Strand ist für Hunde Tabu😎).
Absolutes Highlight sind die beiden riesigen Auslaufflächen, in denen für alle mehr als genügend Platz ist. Wer mag, kann hier ganz alleine gehen oder an der Wasserlinie Kontakt mit anderen Hunden/Besitzern aufnehmen. Die Auslauffläche in SPO Bad ist über einen mehrere hundert Meter langen und etwa 6 Meter breiten Holzsteg zu erreichen. Der Hund sollte dafür also einigermaßen sozialverträglich sein, sonst wird's anstrengend. Die zweite Auslauffläche in SPO Ording befindet sich von der PKW Überfahrt auf den Strand in etwa 1000 Meter Entfernung. Grundsätzlich sollte man also gut zu Fuß sein, oder mit Rad und Hänger. Haben wir recht oft beobachtet. Parken auf dem Strand kostet 12€ am Tag, auf dem Parkplatz davor 3€ je Stunde. Einige hundert Meter vorher wird man aber auch in den Seitenstraßen fündig.
Preise für FeWo und Gastro sind vergleichbar mit Lübecker Bucht:
Weizen ca. 5,50€
Fischbrötchen ab 4,00€
Cappu 3,20€ bis 4,50€
Tip: alles mit Fisch in der Räucherscheune, gute Portionen zu fairen Preisen.
Unbedingt mal reinschauen: Hundeladen Hund von Eden. Dort kann man auch Lastenräder leihen. 40€ am Tag finde ich allerdings schon sehr teuer.
Nächstes Jahr geht's für uns wieder hin.
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Vielen lieben Dank für den guten Bericht. Mehrere Nichthundehalter schwärmen von SPO, aber aus Sicht eines HH ist es doch interessanter

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Noch eine Ergänzung: in Sankt Peter Ording darf an Silvester nicht mit Raketen und Böllern gefeiert werden. Grund sind mit Reet gedeckte Häuser. Bezahlbares wohnen gibt es zu diesem Jahreswechsel allerdings nicht mehr dort....
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Sylt hat auch ein entsprechendes Verbot. Wie voll es da im Winter wird weiß ich aber nicht
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Vor einer Woche sind wir von einem vierzehntägigen Urlaub an der nordholländischen Nordseeküste zurückgekommen, acht Stunden Fahrt bis hin und genauso viel zurück nach Thüringen. Ich hatte das Ziel gewählt, weil die Strände dort breit und menschenleer sind, wenn man vor und nach der Saison bucht. Diese Erwartungen wurden auch erfüllt, zwischen Ebbe und Flut konnte man dort oft stundenlang laufen, ohne dass einem jemand auf den Sack ging wie in Deutschland. Richtung früher Vormittag freilich füllte es sich auch Ende April schon und sehr viele Einheimische waren mit ihren Hunden zugange.
Diese Niederländer lassen ihre Hunde am Strand ausnahmslos alle frei ohne Leine laufen und oft genug sind diese fünfzig bis hundert Meter weit entfernt. In Gedanken oder im Gespräch begriffen, bemerkten die meisten nicht einmal, wenn ihre Hunde ihre großen Geschäfte verrichteten, machten diese also auch nicht weg. Mir gefiel, dass nicht einer dieser Hunde aggressiv war, ich habe keinen einzigen Streit gesehen oder irgendwelche Rangeleien. Es handelte sich natürlich oft um sogenannte Familienhunde wie Labradore und Retriever, Pudel, Fußhupen und irgendwelche Mischlinge. Dennoch war es für Gamba und mich eine ernste Herausforderung, als uns beim ersten Strandspaziergang eine Meute von tobenden Hunden entgegenkam. Ich habe Gamba dann von der Leine gelassen, damit sie ungehindert reagieren und agieren konnte. Aber nach ein paar Tagen, als sie den Strand kannte als Revier, wäre das nicht mehr so glimpflich abgegangen.
Das Problem ist einfach, dass wir in Deutschland der Prämisse folgen; dass ich als Hundehalter entscheide, wer mit meinem Hund Kontakt aufnimmt. Auch wenn praktisch alle Hunde freundlich waren, sind viele von ihnen doch neugierig, kommen angerannt und unterschreiten mal eben so die Individualdistanz. Das ist unangenehm und lästig und letztlich eigentlich eine Zumutung. Die Niederländer aber verstehen das Problem gar nicht. Natürlich bin ich auch ein wenig neidisch, wenn zwei ältere Damen mit zwei Collies unterwegs sind; der eine hat einen Ball, der andere eine Frisbeescheibe im Maul; beide ignorieren alle anderen Menschen und Hunde und sind mit sich selbst beschäftigt. Aber das ist nicht die Regel, viele Artgenossen kommen einfach zu nahe heran und ich muss dann meinen Hund an der Leine bändigen.
Was mich dabei stört, ist die naive Vorstellung, dass alle Hunde dieser Welt so familienfreundlich und harmlos sind wie viele der dort zu sehenden. Aber das ist nicht so: Meine Schäferhündin ist auch nicht gefährlich; aber sie ist rassetypisch nicht dafür gemacht, dass frei herumlaufende Hunde im Schweinsgalopp auf das eigene Rudel zupreschen. Da greifen dann uralte Instinkte und einhundert Jahre Züchtung. Im öffentlichen Raum halte ich so ein Gebaren für zumindest naiv und letztlich. Den negativen Höhepunkt erlebte ich, als ich einen schmalen betonierten Weg oberhalb des Strandes lief, Gamba bei Fuß an der kurzen Leine: Da schießt von hinten ein junger Mann auf dem Lastenbike mit zwei Kleinkindern auf der Ladefläche und zwei freilaufenden Hunden rechts von hinten ohne Klingel an uns heran, dass ich das erst mitbekomme, als der erste Hund den meinigen seitlich streift. Wir waren beide total erschrocken, Gamba fährt herum, packt den ersten am Genicke und schleudert ihn in die Luft, den zweiten, der sich auf uns stürzt, konnte ich mit meinen schweren Stiefeln wegkicken. Erst dann reagiert der Holländer und auf seinen Ruf hören die Hunde auch sofort, das muss man sagen. Ich versuchte ihm klarzumachen, dass das nicht geht; er kann doch nicht in so einem Affenzahn so dicht an einem fremden Hund vorbeirasen, ohne sich vorher bemerkbar zu machen; das hätte auch mit einem Wesenstest nichts zu tun. Da wir nur auf englisch sprachen, weiß ich nicht, ob er mich verstand; aber er schien sich weder einer Schuld bewusst noch nahm er mir etwas übel. Ich dachte nur, um Himmels Willen, zwei Kinder und drei Hunde, Jesus, was da passieren kann.
Aber, das muss man auch sagen; überwiegend war das für Hundehalter eine perfekte Location. Nach mehreren Stunden am Strand bei Sonnenschein und klarer frischer Luft fühlt man sich wie neugeboren und der Hund schläft den Rest des Tages. Während man an der Ostsee oft genug gegängelt wird, scheint in Holland eher Laissez-faire angesagt. Wie so oft ist wohl der Mittelweg der beste. In Dänemark soll es wohl ähnlich „hundefreundlich“ zugehen.
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Ja deinen letzten Satz kann ich bestätigen und aus Erfahrung mit Urlaub in den Niederlanden und auch durch Bekannte von da auch den Rest des geschriebenen. Die Holländer nehmen alles was das Thema Hund betrifft sehr sehr locker.
Wir haben in Dänemark am Strand bisher zwar immer frei laufende Hunde unsere und die der anderen, aber die allermeisten achten auf genügend Abstand und das der eigene Hund eben nicht in andere einfach reinrennt. Ist uns letztes Jahr einmal passiert und er Besitzer hat sich auch sofort entschuldigt.
In Dänemark gibt es Hundewälder, die sind umzäunt und man kann die Hunde ohne Leine laufen lassen, selbst da ist uns bisher noch nicht passiert das einer ungefragt Kontakt zugelassen hat.
Wir können Dänemark im Spätherbst empfehlen - beste Zeit für Urlaub mit Hund am Strand

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Dieses Phänomen gibt es auch bei uns in der Schweiz. Da trifft man alle Sorten Hundehalter.
Da wir regelmäßig nach Spanien gehen: dort ist je nach Region sogar gehäuft.
Ds bleibt im Endeffekt nur den eigenen Hund abhärten oder ggf einen Maulkorb anziehen. Aber ja, es kann sehr lästig sein. Wobei ich da mittlerweile pragmatisch bin.
Meine haben stets gelernt, ohne meine Intervention wird still gehalten. Damit sind 90% der übergriffigen aber nicht aggressiven Hunde abgehakt. Bei den aggressiven, die angreifen lass ich meinen Hund selber walten. Das hat auch in Spanien sehr gut geklappt. Im Endeffekt müssen wir in der heutigen Zeit mit dem Phänomen leben. Da stell ich mich lieber drauf ein
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Früher, also schon vor ganz langer Zeit
war das in Deutschland auch so. Aaaaber wenn sich mal zwei Hunde gezofft haben, dann war das so und basta. Heutzutage wird der Schäferhund täglich von Mops und Co angekeift, irgendwann reicht es ihm und er packt zu. Dann geht es aber Rund: Tierarzt, Ordnungsamt, Überprüfung durch Vet-Amt, Leinenzwang, Maulkorbpflicht etc.Ich denke da ist es in Holland so, wie in den 70er in Deutschland
