Alles rund um das Thema BestĂ€tigung 😀

  • Also es ist schon ein Unterschied zwischen Marker und Kommando.


    Ein Marker markiert den genauen Moment in dem der Hund etwas richtig gemacht hat. Da der Hund den Zusammenhang zwischen diesem Marker und einer Belohnung gelernt hat, hat der Marker fĂŒr ihn die selbe Bedeutung wie die Belohnung selbst bzw. wissen wir heute, dass die Vorfreude auf Belohnung wirkungsvoller ist als die Belohung selbst.


    Wenn der Hund einen Marker gesagt bekommt wird von ihm kein konkretes Verhalten erwartet, ausser dass er Belohnung bekommt oder sie sich holen darf.


    Der Marker ist also genaugenommen die Folge eines Verhaltens, die Konsequenz.

    Im Gegensatz dazu ist ein Kommando der Reiz der ein Verhalten auslöst also vor einem Verhalten.

  • Zugegebenermassen kann es tricky werden, wenn man betrachtet, dass es prinzipiell möglich ist ein gelerntes Verhalten in ein selbsbelohnendes Verhalten zu verwandeln. TatsĂ€chlich sollte das so weit wie möglich auch das Ziel sein.


    Das heisst, wenn der Hund z.B. wahnsinnig gerne Fuss lÀuft aber nicht so gerne ein Platz Bleib macht, kann man mit dem Kommando FUSS im Prinzip das Platz Bleib belohnen und so wÀre in diesem Fall quaaasii das Kommando zu einem Marker geworden oder hÀtte jedenfalls einen Àhnlichen Effekt.


    Manche Leute bringen ihren Hunden Verhalten bei, die dem Hund besonders grossen Spass machen und nutzen dieses dann als Belohnung anstatt eine materielle Belohnung. Da wĂ€re dann auch das ursprĂŒngliche Kommando vom Effekt her wie ein Marker verwendbar.


    Okay, sorry, jetzt halt ich wieder die Klappe..... :D

  • Ich habe hier auch der letzten Woche auch nochmal ein gutes Beispiel, weshalb es echt sinnvoll sein kann verschiedene Marker zu verwenden.

    Ich habe ja fĂŒr Spielzeug zwei Marker einmal ein Spielzeug bei mir "Packs" und ein Spielzeug, dass ich werfe oder halt irgendwo liegt, mit "hols".

    Jetzt hat sich folgendes Problem ereignet: Mila rennt mitlerweile ganz gerne hinter einem fliegenden Spielzeug her. FĂŒrs Agility trainieren wir ja auch oft dynamisch und ich habe dann oft den Marker "hols" benutzt und das Spielzeug so geworfen, dass ein entsprechd geforderter Laufweg vollendet oder halt beschleunigt wird.


    (Beispiel ich gebe ihr das Kommando fĂŒr eng rechts, wenn ich sehe, dass sie das kommando angenommen hat und eng um den rechten Ausleger kommt, gebe ich den Marker und werfe, so dass sie die Linie schnell bis zum ende durchzieht und quasie nicht direkt bei mir bestĂ€tigt wird, weil ich irgendwo ganz anders stehe; ich hoffe man kann es verstehen, immer schwierig das zu erklĂ€ren)


    Habe ich ein Spielzeug bereits auf dem Boden ausgelegt, hat sie es auf den Marker "hols" nicht mehr angenommen und gewartet, ob ich noch ein Spielzeug werfe, weil sie das zum einen mit diesem Marker verbindet und zum anderen fĂŒr sie hochwertiger ist, als ein Spielzeug, dass ruhig auf dem Boden liegt.


    Ich habe also einen neuen Marker eingefĂŒhrt "get it" bezieht sich ausschließlich auf, auf dem Boden liegende Spielzeuge. Aufgebaut habe ich es, indem ich die Spielzeuge nicht so weit entfernt ausgelegt habe und mit ihr ein wettrennen zum Spielzeug gemacht habe.

    Dann habe ich es immer weiter in Form von anderen Spielen ins Training eingebaut. Mila fÀllt es jetzt viel leichter auch ein spielzeug auf dem Boden als BestÀtigung anzunehmen.

    Und ich finde es ist ein gutes Beispiel dafĂŒr, was Axman schon gesagt hat:


    Ein guter Effekt ist auch, dass verschiedene Belohnungsformen sich im Wert angleichen können. Z.B. der Hund hat weniger Futtermotivation als Beutemotivation. Was wenn ich eine Futterbelohnung mit einer Beutebelohnung belohne? Jap, die Futterbelohnung steigt im Wert weil die Möglichkeit besteht, dass eine Beutebelohnung folgt.

    Sich ĂŒber diesen Effekt bewusst zu sein und dementsprechnde Marker zu "installieren" kann eine riesige Hilfe fĂŒrs Training sein und es immer ein riesen Spaß fĂŒr den Hund und dadurch dann auch irgendwie fĂŒr einen selbst.

  • Quinto und ich starten ja im Rallye Obedience, eine der Übungen ist z.B. im Slalom um SchĂŒsseln mit Futter und Spielzeug zu laufen und sich davon nicht beeindrucken zu lassen. Je nach QualitĂ€t des Inhaltes ist das eine ziemliche Herausforderung fĂŒr ihn.

    Zu Hause lege ich beim Training viel Spielzeug aus, klappt einwandfrei, interessanterweise reagierte er letztens auf den Brausekopf einer Gießkanne ganz fasziniert, hatte er so noch nicht gesehen ^^


    Was haltet ihr lerntechnisch fĂŒr besser:

    1. Nie dran lassen, dafĂŒr hochwertig mit anderem Spielzeug und Leckerli belohnen?

    2. Belohnung wie bei 1, aber bei Beendigung des Trainings freien Zugriff auf alles was da so rumliegt?


    Ich habe mir da so einen Gedanken gemacht und möchte vorher eure Meinung wissen ;)

  • ich bin klar fĂŒr die 1. nie dran lassen, obwohl das Risiko wohl in Richtung "Verwehren weckt Begehren" da ist, aber ich versuche bei solchen Sachen so oft wie ich kann (und die Hunde nicht schneller sind) sie gar nicht zum Tabu hinzulassen, Tabu ist Tabu.

  • Es gĂ€be noch eine weitere Möglichkeit:


    NĂ€mlich: Hochwertig mit anderen Spielzeug und Leckerli belohnen UND bei Beedigung des Trainings Zugriff geben.


    Evtl. könnte man sowas wÀhlen und es variabel gestalten, so dass Quinto nicht genau weiss ob er in diesem Training Zugriff bekommt oder anders hochwertig belohnt wird oder tatsÀchlich beides, nÀmlich erst hochwertig bei dir belohnen und zum Abschluss noch auf die Spielsachen freigeben. Aber wie gesagt immer unterschiedlich. Einmal nur Belohnung, ein ander mal nur Freigabe und noch wann anders Belohnung und danach Freigabe.


    Insgesamt ist es aber nicht so einfach zu entscheiden ob die Freigabe eine gute Idee ist. Es kommt auf den Hund und dein Training an. Auf jeden Fall muss man gut beobachten wie der Hund mit den Gegebenheiten umgeht und wie es sich entwickelt.


    Da du auf einer PrĂŒfung keine Möglichkeit einer sonstigen hochwertigen Belohnung hast wĂŒrde ich wirklich genau abwĂ€gen ob ich ihm Zugriff auf die Spielsachen gĂ€be. Es kĂ€me darauf an ob du die Spielsachen als Motivatoren fĂŒr IntensitĂ€t oder so in der PrĂŒfung nutzen willst etc. und es mĂŒsste wirklich sicher und stabil sein.


    Ich persönlich hĂ€tte ein Markerwort fĂŒr die Spielsachen und eines fĂŒr die Belohnung mit mir ^^

  • Coole Frage! :D


    Also meine Wahl wĂ€re eine konkrete Freigabe fĂŒr diese SchĂŒsseln.

    Ich denke, ich wĂŒrde dem Hund nie die freie Wahl lassen, ob oder was er sich jetzt da nach dem Training einfach mal nehmen kann.

  • NĂ€mlich: Hochwertig mit anderen Spielzeug und Leckerli belohnen UND bei Beedigung des Trainings Zugriff geben.

    Ja, das meinte ich mit 2.

    Ich habe es jetzt schon lÀnger so gemacht, dass ich auf die Pylonen jeweils einen Keks gelegt habe, meinen Slalom mit ihm dadurch, dann direkt an der Pylone Sitz, Steh, warte etc. etwas besonderes gutes geclickert habe und ihm den Keks von der Pylone aus der Hand gegeben, nicht selbst nehmen lassen.

    Bei der Übung mit Spielzeug habe ich durchaus meine 10 Minuten durch trainiert, also auch andere Sachen wie abrufen, HĂŒrden, Fußarbeit und belohnt mit seinem Lieblingsball. Dann das "fertig " Signal gegeben und abgebaut und weggerĂ€umt und ihm gezeigt, dass er jetzt alles andere haben kann. Ich habe jetzt ein wenig das GefĂŒhl, dass die AttraktivitĂ€t des rumliegenden Spielzeuges dadurch abnimmt. Da Training und Action vorbei ist, er richtig belohnt wurde und das andere nur tot rumliegt, hoffe ich langfristig auf eine Art Desensieblisierung :/

    Beim Training auf dem Hupla ist mir heute zu einer SchĂŒssel mit Fleischwurst entwischt, durch die Abdeckung kann er nicht ran, aus dem Effekt habe ich ihn mit dem Clicker beworfen, das fĂŒhrte dazu, dass er sich erschrak und anschließend alle SchĂŒsseln mied. WĂ€hrend des Parcours belohnte ich deshalb extrem hĂ€ufig mit seiner Hundewurst und Beißwurst. Beim Abbau gab ich ihm schließlich fĂŒr ein Sitz oder Platz noch ein paar Bröckchen von der tollen Fleischwurst :rolleyes:

    Also Àhnlich wie oben beschrieben mit dem Spielzeug hoffe ich, dass er beim Turnier nicht jedes Mal an die "einmalige" Gelegenheit denkt.

    So richtig durchstrukturiert hört sich das leider nicht an ||