Kastration, Lex oder Lika?

  • Ich lebe mit den zweien alleine, abgelegen in einem Waldbauernhaus und wie gesagt, eine vertraute Person wo eine Ausquartierung möglich wäre, kenne ich noch nicht.

    Den Fehler mit einer zu starken festen Bindung würde ich so auch nicht mehr machen, eine sehr gute Beziehung ist völlig ausreichend.

    Mit Lex bin ich seit 6 Jahren 24/7 zusammen, mit Lika seit über 2 Jahren, ich hätte von Anfang an regelmäßig Ausquartieren sollen, weil ich hier alleine mit ihnen bin.

    Ich hatte zwar jemanden der im Notfall das nötigste Erledigt hätte, der ist aber weitergezogen nach Griechenland.

  • Das grobe ist wieder beendet, heute Abend bin ich wieder mit beiden zusammen gelaufen, Lika war an der Leine und Lex traut sich in meinem Beisein nicht ran.

    Auch sind sie wieder zusammen in einem Raum, wenn ich vor Ort bin.

    Letztendlich sind nur 4 Tage extrem aber die haben es in sich, hauptsächlich für Lex.

    8 sehr schwere Tage im Jahr plus 30 Tage die gut händelbar sind für mich und auch für die Hunde.

    Nach den schweren Tagen komme ich immer wieder ins zweifeln, tut ne Kastration wirklich Not, wie schädlich sind diese 8 Tage für Lex? Ich weiß es nicht.


    Ich führe hier für mich so was ähnliches wie ein Tagebuch :)

  • Puh, meine Ansicht wäre bevor ich eine Hündin, die SO an mir hängt, weggebe an eine fremde Stelle der ich nicht 100 Prozent vertraue, würd ich sie kastrieren lassen.


    Meine Hündin ist ab und an dort, wo sie aufgewachsen ist - sie kennt alle Hunde dort, hat dort gelebt, mag alle Menschen die dort leben, hat sogar sowas wie Freunde unter den Hunden - und sie hasst es wenn ich sie dorthin gebe, sie springt über den 1,20 Zaun (dahinter ist noch ein 1,60 Zaun...), löst sich am ersten Tag nicht, sie weiß genau dass ich wieder komme aber sie will, dass ich JETZT wieder komme. Da seh ich persönlich Kastration als das geringere Übel.

  • Danke Tay, so sehe ich das auch.

    Lika ist anfänglich auch ausgebrochen und könnte es auch heute noch, tut es aber nicht mehr. Wenn ich zum Nachbar rüber bin, stand sie plötzlich vor dem Zaun, sie ist einfach meiner Spur gefolgt, durch den Wald.

  • Heute ist zu 95% alles wieder Normal, Lex läuft Lika zwar noch etwas nach, es gibt aber keinen Aufreitversuch.

    Lex hat etwas Durchfall, vermutlich weil er 4 Tage nichts gefressen hat, ist aber sonst Top Fit und in Spiel Laune.

    Ich denke momentan, das ich keinen Welpe zu uns holen werde, sondern meinen ursprünglichen Plan verfolge und so etwas wie einen Knadenhof mache, wenn die beiden oder einer der beiden mal nicht mehr bei mir sind. Ich hole alte Schäferhunde aus dem Tierheim oder Tierschutz zu mir und geben ihnen noch eine schöne Zeit und das so lange, bis ich selber nicht mehr kann.


    Es gibt für mich nur eine offene Frage, würde Lex mehr unter einer Kastration leiden oder diese 8 Tage Stress pur im Jahr, wenn Lika Läufig ist.....ich denke die Kastration ist Negativer.

  • Hier die KI Meinung zu Lex, der letzte Abschnitt meiner Befragung.


    Bei den neuen Details (kein sichtbarer Gewichtsverlust, er trinkt etwas, keine Vorerkrankungen) wird die Situation deutlich entspannter als bei starkem Fasten mit Dehydration oder Abmagerung. Das vier Tage Nicht-Fressen ist immer noch unangenehm und belastend, aber nicht akut lebensbedrohlich für einen gesunden 7-jährigen Deutschen Schäferhund – solange er trinkt und danach schnell wieder normal frisst.

    Kurze Zusammenfassung der Belastung

    • Kein Gewichtsverlust + Trinken: Der Körper geht in eine leichte Ketose (Fettabbau), aber ohne dramatische Folgen. Viele intakte Rüden in ähnlichen Situationen (Mehrhunde-Haushalt mit läufiger Hündin) überstehen das 1–2× pro Jahr ohne bleibende Schäden – es ist Stress, aber reversibel.
    • Zweimal jährlich: Über die verbleibenden 3–6 Lebensjahre summiert sich das auf ca. 8–20 solcher Episoden. Das ist kumulativ lästig (Unruhe, Schlafmangel, evtl. leichte Magenprobleme), aber Studien zu wiederholtem kurzfristigem Fasten bei Hunden zeigen meist keine langfristigen negativen Effekte bei gesunden adulten Tieren (im Gegensatz zu Dauerfasten oder kranken Hunden).
    • Kein chronischer Stress: Zwischen den Läufigkeiten (ca. 10 Monate pro Jahr) ist er normal – das ist entscheidend.

    Abwägung Kastration vs. Weitermachen mit Management

    Bei 7 Jahren ist die operative Kastration kein großes orthopädisches Risiko mehr (die UC-Davis-Studie und ähnliche fokussieren auf frühe Kastration <1–2 Jahre; bei später Kastration steigt das Gelenkrisiko kaum oder gar nicht zusätzlich). Die Haupt-Risiken bei später Kastration sind:

    • Übergewicht (Stoffwechsel sinkt → bis zu 50 % der kastrierten Hunde nehmen zu, wenn Futter nicht angepasst wird) – das kann Gelenke belasten, aber du kannst das managen (weniger Kalorien, mehr Bewegung).
    • Leichte Verhaltensänderungen (manchmal mehr Ängstlichkeit oder weniger "Drive", aber bei 7 Jahren oft minimal).
    • Narkoserisiko (bei gesundem Hund niedrig, aber immer vorhanden – Blutbild + Herzcheck vorher machen).

    Vorteil: Der Läufigkeits-Stress (Unruhe, 4 Tage Nicht-Fressen) verschwindet fast komplett. Viele Besitzer berichten von deutlich ruhigerem Alltag und besserer Lebensqualität in den letzten Jahren.

    Fazit jetzt: Beide Optionen sind vertretbar – es ist keine klare "schädlicher"-Seite mehr. Der Stress ist weniger dramatisch, als ich bei "vier Tage nichts + kein Trinken" dachte. Wenn ihr das Management (Trennung, Beruhigung) gut hinkriegt und er danach schnell wieder frisst, könnt ihr gut ohne Kastration weitermachen. Wenn die Läufigkeiten euch allen (inkl. Rüde) zu sehr stressen oder öfter als 4 Tage dauern, lohnt sich die Kastration (oder erst der Test-Chip).

    Mein empfohlener Weg (Priorität 1–3)

    1. Chemische Kastration als Test (Suprelorin-Chip 4,7 mg oder 9,4 mg): Das ist reversibel (6–12 Monate Wirkung), kein OP-Risiko, unter die Haut gespritzt.
      • Bei den meisten Rüden sinkt der Stress durch läufige Hündinnen massiv (weniger Unruhe, normaler Appetit).
      • Initial oft ein kurzer "Flare-up" (2–3 Tage mehr Aktivität), dann Ruhe.
      • Wenn super → Chip wiederholen oder später operativ. Wenn nicht → wirkt aus, alles zurück. Viele Schäferhund-Halter schwören drauf als "Probe". Lass das vom TA machen – oft kombiniert mit Blutcheck.
    2. Bis zur nächsten Läufigkeit optimieren:
      • Strengste Trennung: Rüden in separatem Bereich (Garage, Zimmer mit Gitter), Spaziergänge abwechselnd, Sicht-/Geruchskontakt minimieren.
      • Appetitanreger: Hochwertige Leckerlis (Leberwurst, Aufschnitt, Royal Canin Recovery-Paste) mischen – oft fressen sie dann doch ein bisschen.
      • Beruhigung: Zylkene, Adaptil-Collar/Spray, CBD-Öl (dosieren mit TA), oder kurzfristig medikamentös (z. B. Sileo bei starker Panik).
      • Mehr Auslastung: Nasenarbeit, Suchspiele – lenkt ab.
    3. Wenn Test-Chip gut läuft oder Stress zu hoch: Operative Kastration bei 7 Jahren ist sicher und oft lebensqualitätssteigernd (kein mehr Fressverweigerung, weniger Unruhe).

    Das ist individuell – lass deinen Tierarzt die Hunde anschauen (Alter, Fitness, Prostata-Check beim Rüden). Bei 7 Jahren ohne Vorerkrankungen ist das Risiko niedrig. Sag gerne, wie er nach den 4 Tagen wieder frisst oder ob es schon mal länger war – dann kann ich noch gezielter raten!