Ich bin der Meinung, bei guter Veranlagung ist es völlig egal, solange die Methode korrekt umgesetzt wird. Oft ist das Problem ja nicht die Methode, sondern der Anwender ![]()
Beim DSH gibt es ja auch genug Linien die einfach Spätentwickler sind. Aber auch einen gut veranlagten Hund macht man mit Helfertreiben nichts kaputt, mMn.
Ich arbeite gerne anfänglich Triebwechsel und Beuteverteidigen als Basics. Helfertreiben, Beuteschlagen, Ruhe finden in den Griffen, der Hund aktiviert den Helfer, an Leinen oder auf dem Tisch. Unsicher sind meine Hunde nicht und ganz normal veranlagt. Wir übertreiben es aber auch nicht, es gibt immer wieder Pausen und wir Stressen uns nicht.
Futtertreiben ist da ja auch so eine kontroverse, generell das arbeiten mit Futter. Da kann ich auch nur sagen, es kommt doch auf die Erwartungshaltung drauf an. Meine Erwartung ist hier auch gar nicht, dass ich rein über Futtertreiben das Fuß oder gar die UO schon ausbilde. Ich möchte Spaß, Stimmung, Takt und Bewegungsabläufe schulen. Ähnliche wie Kinderturnen. Man verdeckt da mMn auch keine Anlagen, sondern im Gegenteil man sieht da schon ganz viele Stärken und auch Schwächen.
Die Merkmale die mir wichtig sind merke ich da schon und ich bin ehrlich, ich will nun auch nicht erst 2 Jahre warten um zu entscheiden ob ich Freude an einem Hund habe oder ob es nicht passt. Der Ernst in der Arbeit kommt trotzdem erst viel später dazu und ich führe relativ spät Prüfungen. Aber die Charakterzüge die mir wichtig sind, die merke ich schon in den Basics ob das passt mit uns. Ob da ne Einstellung ist, eine Beständigkeit, wie viel Übersprungsverhalten da so kommt, wie viel Frust kommt, wie die Nerven so sind, ob ein Hund kopflos wird, laut wird, wie wird mit Zwängen umgegangen, usw. Aber ja, bei Welpen und Junghunden muss man sich anpassen können und selbst Nerven haben. Man sieht ja auch ganz oft, wie direkt die Welt untergeht weils mal einen Tag nicht so klappt, die mal verbaut sind, whatever. Da muss man dann schon gelassen bleiben können und auch ganz viel beobachten.
Und manchmal hat man plötzlich Typen an der Leine, wo man dann merkt dass manche Sachen super gut klappen von denen man eigentlich gar nicht viel gehalten hat. Und trotzdem sind das gute Hunde und nicht unsicher oder sowas. Ist doch immer recht unterschiedlich in den Rassen und Linien.