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DSH: Leistungslinie und Alltagstauglichkeit – passt das zusammen?

  • 5moony
  • 23. Dezember 2024 um 20:38
  • nette
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    • 29. Dezember 2024 um 06:24
    • #181

    Mich hat im Eingangsbeitrag das mit der "harten Hand" gestört muss ich sagen, weil ich glaube, dass es nicht das ist was manchmal gebraucht wird, sondern viel ehern eine eigene gewisse sture Konsequenz und nicht Härte!

    Das heisst aber nicht, dass der Hund nicht auch mal ne Ansage kassieren kann, ich finde es nur nicht hilfreich im Zusammenhang LZ und Alltagstauglichkeit von Härte und Strafe zu sprechen. Nicht das der Eindruck entsteht, der braucht harte Strafen um im Alltag zu hören.

    Die Diskussion um Strafe und konsequente Erziehung sollten wir hier aber nicht vertiefen glaub ich. Dafür haben wir ja diverse andere Fäden.

    Aber ich stimme Secans insoweit zu, dass es Halter des beschriebenen Typs mit einem DSH vermutlich schwer haben werden.

    Annett mit Lexy und Carma

    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”

  • Indigo1601
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    • 29. Dezember 2024 um 08:37
    • #182

    Danke.

    Die Sache mit "Härte", "harter Hand" etc stört mich auch. Ist wohl ein Relikt aus dem letzten Jahrtausend. Ich hoffe dass es meist nur eine altertümliche Sprache ist wenn ich dann aber lese dass man seinem Hund Zitat "mit Anlauf in den Hintern tritt" weil er ein Fuß ignoriert dann bin ich mir da nicht sicher. Das man das auch noch lustig findet ist für mich ein Armutszeugnis. Ehrlich ich hätte da der andere HH sein können. Nein es redet keiner davon den Hund in Watte zu packen und immer nur mit lieblich säuselnder Stimme zu beschallen. Aber Härte? Nö. Konsequenz unbedingt. Klares Regelwerk was geht und was Tabu ist. Auch Korrekturen wenn was nicht sitzt. Und dafür bieten unsere Hunde eine derart breite Palette, weil sie vorallem eines sind - Meister der Kommunikation.

  • Axman
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    • 29. Dezember 2024 um 09:21
    • #183

    Das geschriebene Wort im Internet bietet ein breites Interpretationsspektrum.

    Meist versteht man das was man verstehen WILL, deshalb bin ICH beim Lesen solcher Worte davon ausgegangen, dass jemand hier in unserem Forum seinen Hund nicht in beschädigender Absicht schmerzende Fusstritte verpasst.

    Für MEINE Ohren hörte es sich heisser gekocht als gegessen an, weil ich es nachvollziehen kann, dass man mal mit "häh? wtf, Halloooooo??" auf seinen Hund reagiert.

    ICH kann meine Hunde tatsächlich mal mit dem Fuss kicken, was extrem selten vorkommt aber ohne Scheiss, das ist ein Anstubsen, Wegschubsen. Also ehrlich.

    Una ja, mit gefiel der Ausdruck "harte Hand" auch nicht aber ich habe es als Ausdruck von jemandem interpretiert, der sich nicht so viel damit auseinandergesetzt hat und meint, dass man halt mit manchen Hunden strenger sein muss als mit anderen.

    LG Angie

    Axel geb 2019

    Ioshy geb 2025

  • Secans
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    • 29. Dezember 2024 um 09:22
    • #184
    Zitat von nette

    Mich hat im Eingangsbeitrag das mit der "harten Hand" gestört muss ich sagen, weil ich glaube, dass es nicht das ist was manchmal gebraucht wird, sondern viel ehern eine eigene gewisse sture Konsequenz und nicht Härte!

    Was würdest du denn als Härte bezeichnen? Konsequenz heißt ja erstmal nur, etwas durchzuziehen und hat keinen Zusammenhang zu Einwirkungen. Man kann die Dinge auch sehr konsequent falsch machen, konsequent unerwünschtes Verhalten belohnen, usw.

    Härte, ja schwieriges Thema. Ich würde schon sagen das MEINE Schäferhunde eine gewisse Härte brauchen um durchzukommen. Da bin ich ehrlich, war es auch bei jedem Welpenkäufer. Die sind einfach recht stumpf und lassen sich nur schwer beeindrucken, bei gleichzeitig sehr kreativen bis grenzwertigen Verhaltensideen. Angepasst finde ich da eher den passenden Ausdruck. Die sind nicht alle bösartig dabei, aber einfach stumpfer sodass es im Vergleich zu anderen Charakteren schon mehr Härte braucht um überhaupt was zu erreichen. Ja, wie soll man das beschreiben? Hunde sind halt individuell, für einen Border Collie wäre das sicherlich alles viel zu viel und unpassend. Meine DSH sind da eher so „ach so, sag das doch gleich. Ok“.

    Zitat von nette

    ich finde es nur nicht hilfreich im Zusammenhang LZ und Alltagstauglichkeit von Härte und Strafe zu sprechen. Nicht das der Eindruck entsteht, der braucht harte Strafen um im Alltag zu hören.

    Für mich ist es genau das was es auf den Punkt bringt. Der DSH ist meiner Meinung nach mittlerweile zu einfach und simpel für den normalen, ambitionierten, aber unsicheren Hundehalter mit allerlei guten Vorsätzen und NoGos bei fehlender Erfahrung. Die lassen sich mittels Strafreizen und Pragmatismus wunderbar erziehen und lenken (ich spreche nicht von Ausbildung!), das können/wollen viele nicht mehr und mit dem Trainingsmarathon gehts dann in die Grütze weil Selbstbelohnendes Verhalten immer schlimmer wird. Gewöhnung wird da auch absolut unterschätzt und das Ergebnis sind Hunde die ihren Haltern über den Kopf wachsen.

  • Secans
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    • 29. Dezember 2024 um 09:28
    • #185
    Zitat von Axman

    der Ausdruck "harte Hand"

    Ich denke letztendlich beschreibt es auch nur das, was hier einige unter „Konsequenz“ verstehen.

    Wobei ich zugeben muss, dass ich dabei immer etwas schmunzeln muss.

    Im echten Leben erlebt man doch viele Hundehalter die sich als konsequent bezeichnen, wo ich mir denke „da wäre nun aber noch massig Spielraum nach oben im Bereich Erziehung…“. Nett formuliert. Wo der Hund halligalli spielt aber genau das eben nie folgt: eine Konsequenz. Da ist schreien meist die verzweifelte Wahl und den Hund interessiert es wenig.

  • nette
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    • 29. Dezember 2024 um 09:48
    • #186

    ja vll. ist es einfach nur eine sprachliche Unterscheidung von dem selben was wir meinen

    die einen sagen "Härte" die anderen meinen "Nachdruck" in dem Durchsetzen von dem was man gefordert hat

    Das mit der Konsequenz und man könnte auch etwas konsequent falsch machen - ist ja bei Härte und Strafe nicht anders - man kann alles falsch machen mit entsprechendem Ergebnis. Aber zu aller erst fängt es ja bei meiner eigenen Konsequenz an wenn ich einen Hund erziehe und nicht sofort mit "Härte" und daher ist das doch erstmal das mit dem ich anfange die eigene Konsequenz. Und hier scheitert es ja auch schon bei vielen, oftmals merkt man es ja selbst auch gar nicht. Wenn man dann einen lernwilligen Gebrauchshund hat macht sich das ggf. schneller bemerkbar das was nicht passt als bei einem Hund der nicht so schnell lernt.

    Aber ja der Begriff "angepasst" bzw. wir hatten es in einem anderen Faden schonmal "angemessen" sollte das Verhalten dem Hund gegenüber sein.

    Annett mit Lexy und Carma

    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”

  • nette
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    • 29. Dezember 2024 um 09:50
    • #187
    Zitat von Secans

    Wo der Hund halligalli spielt aber genau das eben nie folgt: eine Konsequenz. Da ist schreien meist die verzweifelte Wahl und den Hund interessiert es wenig.

    Schreien hilft bei meiner auch nicht, ruhiger Nachdruck war hier bisher auch immer die bessere Wahl

    Annett mit Lexy und Carma

    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”

  • Axman
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    • 29. Dezember 2024 um 11:51
    • #188

    Ich sehe es absolut wie Secans

    Was bedeutet Konsequenz?

    Konsequenz ist die Folge eines Verhaltens (in diesem Zusammenhang) aus der das Individuum Rückschlüsse ziehen kann und daraufhin entscheidet ob das Verhalten sich gelohnt hat oder nicht. In Folge dessen wird das Verhalten in der Zukunft häufiger oder weniger häufig gezeigt.

    Jede Konsequenz wird von jedem Hund anders gewertet. Wenn ich den Rottweiler vom Nachbarn an seinem Textilhalsband rucke, hat das so viel Konsequenz wie wenn das Halsband an einer Marmorstatue wäre.

    Wenn ich mit dem Halsband am Hals von einem italienischen Windspiel rucke, habe ich sicherlich eine gewisse Reaktion.

    Oder die Friesenpferde vom Nachbarn hier, die mein Mann versorgt. Der Tierarzt hat uns erklärt, dass die Friesen ausgesprochen stoische Pferde sind bei denen man z.B. Kolikanzeichen oft erst merkt wenn es schon zu spät ist. Was bedeutet das? Glaubt ihr, dass Tiere, die eine dermassen "dicke Haut" auf Reize haben, ja, auch Schmerzreize, genauso trainiert werden können, wie deutlich dünnhäutigere? Im Vergleich hier ein Araberchen oder ein hochnerviges Englisches Vollblut?

    So ist es auch mit Hunden. Gerade die Vertreter der Gebrauchshunderassen (v.a. gewisse Linien) werden darauf gezüchtet einiges wegstecken zu können, resilient zu sein, stoisch und unbeeindruckt von Umwelteinflüssen und Schmerz.

    Was heute auch vielen passiert, ist, dass durch falsch verstandene Korrektur ein Verhalten beim Hund verstärkt wird anstatt dass es weniger wird. Da ist das als "Korrektur" verstandene eigentlich negative Verstärkung, der Hund wurschtelt sich da durch und das Verhalten wird nicht weniger sondern wird gestärkt und gefestigt. Bestes Beispiel Leinenführigkeit.

    LG Angie

    Axel geb 2019

    Ioshy geb 2025

  • Flummi
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    • 29. Dezember 2024 um 12:24
    • #189
    Zitat von Axman

    Wenn ich mit dem Halsband am Hals von einem italienischen Windspiel rucke, habe ich sicherlich eine gewisse Reaktion.

    Wenn du genauso stark ruckst wie beim Rotti, auf jeden Fall. ;) Dann hast du das Windspiel nämlich auf dem Arm. :D

  • Maline
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    • 29. Dezember 2024 um 14:17
    • #190

    Mir gefällt folgende Definition:

    Konsequenz ist, dass ein "Sitz" immer auch mit einem "Sitz" ausgeführt wird.

    Härte ist, wenn man 5 mal "Sitz " sagt und nichts passiert und beim 6ten mal dann der mega Leinenruck erfolgt und Hundchen völlig irritiert ist. Gerne begleitet von den Worten, dass der Hund einen heute verarscht. Dabei hat er nie gelernt immer zu folgen.

    Wegen der etwas dickfelligeren Art vom DSH wurde mir beim SV deshalb schon öfters gesagt, die Malis seien viel zu sensibel.

  • nette
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    • 29. Dezember 2024 um 14:34
    • #191

    Och das dickfellig können die Malis auch, nur anders 😂

    Das finde ich z.b. eine interessante Eigenschaft, das eben nicht stumpf auf Härte reagiert wird, sondern sich der Halter durchaus selbst an die eigene Nase fassen muss bevor er den Mali zusammenfaltet der dann nämlich erst recht bockig wird 😂

    Annett mit Lexy und Carma

    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”

  • Pepper
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    • 29. Dezember 2024 um 14:51
    • #192
    Zitat von Maline

    Konsequenz ist, dass ein "Sitz" immer auch mit einem "Sitz" ausgeführt wird.

    Gefällt mir sehr gut!

    Ich erlebe auch oft, das der Mensch "hier" sagt, und "bleib meint"...also "geh nicht weiter" oder "lauf nicht so weit vor".
    Wenn der Hund dann stehen bleibt und sich umdreht und nicht kommt ("hier"), reicht es seinem Menschen schon.

    Solche Unklarheiten beim Menschen bringen ganz viel in der Stellung des Menschen zum Hund durcheinander.

    Zitat von Maline

    Härte ist, wenn man 5 mal "Sitz " sagt und nichts passiert und beim 6ten mal dann der mega Leinenruck erfolgt und Hundchen völlig irritiert ist. Gerne begleitet von den Worten, dass der Hund einen heute verarscht. Dabei hat er nie gelernt immer zu folgen.

    So ein Hund ist dann schnell der Meinung, das sein Mensch mal so gar nichts durchsetzt und ihn somit auch nicht beschützen kann (Schutzversprechen für Gefolgschaft).

    Also übernimmt ER diese Rolle und "folgt" somit nicht mehr sondern führt!

    Und das letzte was man brauchen kann ist ein Hund der meint, seinen Menschen gegen alles und jeden beschützen zu müssen.

  • Axman
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    • 29. Dezember 2024 um 15:27
    • #193
    Zitat von Maline

    Mir gefällt folgende Definition:

    Konsequenz ist, dass ein "Sitz" immer auch mit einem "Sitz" ausgeführt wird.

    Härte ist, wenn man 5 mal "Sitz " sagt und nichts passiert und beim 6ten mal dann der mega Leinenruck erfolgt und Hundchen völlig irritiert ist. Gerne begleitet von den Worten, dass der Hund einen heute verarscht. Dabei hat er nie gelernt immer zu folgen.

    Wegen der etwas dickfelligeren Art vom DSH wurde mir beim SV deshalb schon öfters gesagt, die Malis seien viel zu sensibel.

    Ich finde im obigen Beispiel ist das nicht Härte sondern schlicht unfaires Handeln oder falsches Handeln. Weil die physische Stärke von solchem Handeln nicht unbedingt das ist was den Schaden macht, sondern das zusammenhanglose Handeln und dass der Hund die Konsequenz nicht vorhersehen kann.

    Härte ist ja nicht per se was Schlimmes. Wenn ein Hund klar hat worum es geht und warum eine Konsequenz erfolgt ist, dann ist die physische Stärke der Einwirkung nicht der springende Punkt. Ich denke Härte ist ein Ausdruck für naja eben die Stärke einer Einwirkung im Sinne von "ein Friesenpferd braucht mehr Härte als ein Arabisches Vollblut" einfach weil beim Friesen weniger Reiz ankommt als beim Araber.

    LG Angie

    Axel geb 2019

    Ioshy geb 2025

  • Ruebchen
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    • 29. Dezember 2024 um 15:42
    • #194

    Ich sehe es wie Axman "Härte" hat für mich garnichts mit Korrekturen zu tun, sondern beschreibt allgemein den Umgang mit einem (dem) Hund, und der "Härtegrad" von 0 - XY muss eben dem Naturell des Hundes angepasst werden.

    Man kann einen Hund auch hart und fair führen/ausbilden, ob (oder wie weit) es das braucht entscheidet im Idealfall der Hund, und nicht der HF. Der muss sich auf seinen Typ Hund eben einstellen.

    Liebe Grüße,

    Nina mit A.J. & Ero 

  • Secans
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    • 30. Dezember 2024 um 09:06
    • #195

    Härte ist mich auch nicht gleichzusetzen mit schlechtem Training. Der Zusammenhang macht überhaupt keinen Sinn. Hab auch schon genug schlechtes Training gesehen wo nur „nett“ gearbeitet wurde.

    Wie gesagt, im Endeffekt meint es doch genau das selbe wie „konsequent sein“ klingt nur angenehmer aber das ist ja mittlerweile sehr wichtig und anstrengend.

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