Bass23
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Beiträge von Bass23

    maike : ich habe so einen Hund, der extrem hochfährt, wenn er den Beissärmel/Helfer sieht. Also Typ absoluter Beutegeier in Kombination mit ebenfalls extremer Führerhärte, die er natürlich bei dem Thema ( nämlich sein Lieblingshobby) auch am stärksten zeigt.

    Ich habe gerade deswegen mit dem Hund schon ganz bewusst früh angefangen. Weil ich weiß, dass das eine Geduldsarbeit ist, die kleinschrittig und überlegt gemacht werden sollte.

    Und so lernt ein derart veranlagter Hund auch frühzeitig, sich mit Triebwechseln auseinander zu setzen, also genau das, was ihm schwer fällt.

    Hätte ich später angefangen, wäre due Problematik dieselbe, aber man hat dann weniger Zeit und der Hund hat sein Selbstbewusstsein schon ganz herausgebildet, die Auseinandersetzung kann also stärker ausfallen.

    Man braucht für so einen Hund aber auch einen sehr erfahrenen Helfer, der behutsam und umsichtig vorgeht.

    Auf den Alltag hatte das bei uns nur positive Auswirkungen, da eben gerade an der Schwachstelle des Hundes frühzeitig gearbeitet wurde.

    Zudem freut er sich immer wie Bolle aufs Training, das hat auch geholfen, ihn fürs Autofahren zu begeistern.

    Desweiteren kann er dort wirklich Energie absetzen, was zur Ausgeglichenheit beiträgt.

    Es ist derselbe Hund, der äußerst rücksichtsvoll mit kleinen Kindern, Katzen und Wild umgeht, sogar, wenn sie vor seiner Nase wegrennen

    Also bei uns haben wir mit 4 Monaten begonnen. Grund war auch bei uns: einfach mal kennenlernen, auch das wegfahren auf einen Platz, die Atmosphäre usw. SD an sich war nicht so wichtig.

    Beim ersten Mal war der Kleine durch die Gerüche auf dem Rasen derart abgelenkt, dass er den Helfer gar nicht richtig wahrnehmen konnte.

    Was haben wir gelacht..aber nach dem 2. Mal ging die Post ab.

    Und seine Griffe lassen die Helfer stets strahlen, wir hätten also Training diesbezüglich nicht nötig.

    Aber ich finde, wenn man früh anfängt, hat man auch gemütlich Zeit zum üben ( also nicht die Griffe, sondern das Drumherum).

    Und meiner ist halt der absolute Beutegeier. Da nutzt mir UO bis jährig oder länger gar nichts,ohne SD macht der das ganze schön artig, aber sobald er Helfer/ Beute sieht, ist er weg vom Fenster.

    Was ich damit sagen will: Unser "Problem " ist genau das. Und das muss ich vor Ort lösen bei dem Typ Hund, weil es, unabhängig, ob ich mit 4 Monaten oder 14 Monaten mit dem Schutz beginne, es ist rasant da. Quasi wie Junky nach den ersten 3 Spritzen, der Hund ist süchtig und ich inexistent. Und das muss vor Ort geübt werden, Trockenübungen nutzen bei meinem Hund nix.

    Das tönt jetzt dramatischer als es ist.

    Der erste Helfer war sehr feinfühlig und hat nichts übertrieben. Helferteiben hat er bei Bassam völlig gelassen, weil dessen Genetik quasi aus SD besteht. Aber er macht halt nur Schutz und überlässt die UO dem Besitzer bzw baut die gar nicht im Schutz ein.

    Wir haben dann zu einem PolizeiSD Helfer gewechselt, der das Problem sofort erkannt hat und angegangen ist. Er fordert beides und das ist genau, was Bassam braucht.

    So können wir das, was Schwierigkeiten macht auch an dem Ort angehen, wo die Schwierigkeiten überhaupt entstehen. Gleichzeitig kann der Hund sich eben auch auf seine Stärke und Talent ausleben.

    Das Thema wäre bei ihm dasselbe gewesen, wenn ich erst mit 2 Jahren mit dem Schutz begonnen hätte. Der Trieb ist bei ihm derart stark. Doch das Ausleben können vom Trieb in Kombination mit UO ist bei ihm der Königsweg. Braucht natürlich bei so einem Hund einen sehr, sehr erfahrenen Helfer.

    Würd ich bei dem Typ Hund, der mit seinem irren Trieb quasi sagt: aufgeschoben ist nicht aufgehoben immer wieder so machen. Für mich ist Zeit der Faktor. Fang ich früh an, kann ich viel und ohne Zeitdruck üben

    Secans : ich finde es sehr interessant, mit dir auszutauschen, danke dafür! Ich verstehe deine Argumente sehr gut und kann es ja auch nachvollziehen.

    Ich kann aber auch nachvollziehen, dass man den alten Hundeschlag ( wenn man so sagen will) nicht aussterben lassen will aus diversen Gründen. Und dann muss man auch aufpassen, dass man bei beiden Hundetypen nicht nur das Extrem vor Augen hat, sondern sich bewusst ist, dass es da alle Abstufungen gibt.

    Ich habe ja zum Beispiel ganz bewusst einen in deinen Worten kernigen gesucht. Einfach weil dieser Hundetyp zu mir passt und ich die Herausforderung mag.

    Nicht gerechnet habe ich allerdings mit dem immensen Interesse der Polizei an meinem Typ Hund. Für diese wird offenbar die Auswahl immer kleiner. Es braucht also für gewisse Sparten das halt schon noch.

    Secans guck mal, da geht es um Kommunikation mit @Korbi, der oder die eben keinen SD machen möchte. Natürlich lieben die meisten Schäfer den SD, aber wenn Mensch das nicht machen kann oder will, dann kann Mensch immerhin Zerrspiele machen. Dass das den SD ersetzt behauptet keiner. Spaß macht es dem Hund trotzdem.

    Mir ging es desweiteren nur um die Grundzüge des rechtslastigen Hundes. Und der neigt nun mal zu mehr Souveränität und eben auch zu Diskussionen und " ja aber". Das führt dann eben in der UO gern zu weniger " gefallen wollen".

    Genauso neigen sie eher dazu eine höhere Aggressionsschwelle zu haben ( da kommt es halt jetzt auch drauf an, was man sich da situativ vorstellt), mir ging es darum dass sie sich weniger schnell provozieren lassen, weil sehr selbstsicher. Macht aber jeder andere Beobachtungen, das ist mir auch klar

    Secans : was hat das mit unserem SD zu tun?

    Da ging es um Korbi und wenn jemand keinen SD machen will, kann er zuhause durchaus mit seinem Hund etwas Zerrspiele machen, davon geht die Welt nicht unter.

    @Korbi : dann würde sich ein Hund wie Bassam bei dir sehr wohl fühlen.

    Und nein, Schutzdienst ist nicht zwingend nötig ( auch wenn das SD- Training für meinen jeweils wie Weihnachten und Geburtstag am selben Tag ist). Einfach genug körperliche und geistige Auslastung und Zusammensein mit dir und Hund ist glücklich. Das sind Arbeits- und Leistungshunde, die Arbeit macht sie glücklich und da ist die Art der Arbeit zweitrangig, solange sie dem Hund gefällt. Zerrspiele und ähnliches kann man ja auch zuhause privat machen Just for fun, dafür muss man nicht zu einem Helfer.

    Gibt bei uns im Verein auch viele, die machen keinen Schutz, sondern nur Fährten, UO, Sanitätshund, Lawinenhund, Wasserrettung usw.

    Meiner hat noch eine weitere ganz große Leidenschaft, nämlich das Schwimmen. Der schwimmt bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit, Wellengang und Strömung liebt er ganz besonders ( natürlich unter meinen Argusaugen, damit es nicht gefährlich wird).

    Da dies auch gut für Muskulatur und Kondition ist, fahren wir ab Frühjahr abends mehrmals wöchentlich an den See und Wassern das Tier und glücklich ists, der verwöhnte kleine Prinz.

    Ich denke, ist auch wichtig, sich einerseits klar zu werden, was zu einem selber passt und andererseits sich mal mit den unterschiedlichen Hundetypen auseinander zu setzen, damit man gut auswählen kann.

    Eher linksstehende Hunde sind tendenziell unsicherer, bellen schneller, sind oft nicht so umgänglich mit Mensch (den eigenen Meister himmeln sie aber oft an)und Artgenossen und oft auch hibbeliger. Ist aber im IGP kein Nachteil, hier wirkt der SD wie ein Ventil zum Luft ablassen und eben auch zum nervlich stabil werden.

    Auch in der UO sind diese Hunde von Vorteil, da sie die Kommandos mit der gewünschten Schnelligkeit ausführen und meist nicht so führerhart sind.

    Nach meinen Beobachtungen tun sich aber viele Halter mit der Hibbligkeit und der niedrigen Aggressionsschwelle schwer.

    Der rechtsstehende Hund ist tendenziell selbstsicherer bis hin zur Sturheit und diskutiert die Führung gerne, wenn es ihm wichtig ist, auch mal sehr vehement.

    Aggression zeigt er eher spät, also dann, wenn die Hütte schon anfängt zu brennen, dann löscht er aber grad richtig. Das ist der Typ Hund, der in der Regel mit Besuch kein Problem hat. In der UO will er dir nie so gefällig sein bzw muss man als Besitzer viel mehr daran arbeiten, dass er es motiviert und triebig ausführt.

    Das als grobe Anhaltspunkte und es gibt natürlich viele Mischformen.

    Und jeder Typ hat seine Vor- und Nachteile.

    Aber je klarer man sich über diese Punkte ist, umso besser kann man auswählen und auch bei Züchtern gezielter nachfragen und beobachten.

    @Korbi : was genau sind deine Vorstellungen vom.Hund? Was kannst/ willst du mit ihm machen?

    Es ist halt immer schwierig, den eigenen Hund ganz objektiv zu beschreiben, will meinen, ich höre halt oft genug, dass der bei mir so ist..Und da ich häufig fremde Tiere bei mir habe und die dann schnell sich anpassen, will ich den Vorwurf nicht ganz von mir weisen. Ich versuche es trotzdem:

    meiner ist extrem hoch im Beutetrieb ( im SD ist er eine Granate, hier die Führigkeit zu behalten ist die Kunst).

    Aggression zeigt er erst, wenn gefordert, dann aber uU richtig stark.

    Was ich damit meine: bellt selten, auch nicht, wenn er aus zig Autos angebellt wird, auch bei Spaziergängen zeigt er pöbelnden Hunden die kalte Schulter.

    Aber wenn du ihn mal anfasst oder auch der Helfer, kann es sein, dass du Gnadenlos seine Zähne siehst- und das mit sichtbaren Spuren ( das kann Die Antwort auf ein kurzes Schütteln sein oder beim Helfer das leichte Straffen der Leine, Herr Hund gibt dann ganz klar seine Meinung kund). Für uns und für den Helfer kein Ding, er macht vor allem Polizeihunde und natürlich ist er dann situativ auch trieblich hoch.

    Wenn man das, wie Pepper auslässt, mindert das natürlich die Problematik ( so es denn eine ist).

    Im Alltag weitgehend unproblematisch, wobei ich halt Ungehorsam und Jagdtrieb von klein auf rigoros deckle ( hier bin ich mit Secans : Erziehung!) Und da es mir wichtig ist und der Hund viel Freiheit haben soll, bin ich da nicht zimperlich.

    Radfahrer, Jogger, Kinder, Höhe, Schüssfestigkeit und glischige Böden sind genetisch schon unproblematisch und abgehakt. Sprich: da musste ich wenig bis nichts tun, das war schon da. Genauso eine Souveränität gegenüber Menschen und Artgenossen. Da ist er stets freundlich und selbstbewusst, knurren oder bellen ist für den King unter seiner hohen Position.

    Er kann aber in ganz seltenen Fällen, wenn ein Artgenosse sich wirklich komplett daneben benimmt auch mal kurz entschlossen rigoros durchgreifen ( in meinen Augen verständlich, trotzdem trenne ich das(.

    Er hat aber auch sehr viel Energie, ohne nervös zu sein.

    Er braucht also seine 1,5 bis 2h Bewegung täglich ( bei mir ohne Leine) und zusätzlich Kopf Aufgaben.

    Zwei kleine Mankos: er braucht mehr ( oft DEUTLICH MEHR ) ähem körperliche Ansagen, dasser etwas NICHT tun soll. Sprich, laute Stimme, Leinenrucker oder auch einen Hieb und Co bemerkt der nicht mal. Die feinfühligen verzeihen mir..

    Zweites Manko: er hat Kraft wie ein Stier. Leinenführigkeit in den ersten 2 Lebensjahren ist nicht garantiert und er hat im Schutz 2 Geschirre und 2 Seile zerrissen.

    Dafür ist er seit Kindesbeinen mit Hühnern,Katzen, Kindern, Behinderten ( aufgrund der anderen Laufweise) und Hunden, Wild etc absolut unproblematisch. Wer also fähig ist, mit so einem kleinen Macho ab und zu Tacheles zu reden und ihn zu bewegen, sollte kein Problem damit haben.

    Das einfach als klares Bild zu meinem Typ Hund

    Für mich immer wieder interessant, wie schnell sich Genetik verändern kann je nach Zuchttrend. Und die entsprechende Auslese beeinflusst halt stark die Gene, die dann weiter gegeben werden oder auch nicht.

    Das sind so Dinge, die bei Hunden wie bei Pferden beobachte.

    Sieht man auch beim Warmblutpferd, das immer spezialisierter, reaktiver, elastischer und mit grosser Beweglichkeit gezüchtet wird. Bedienbarkeit, Belastbarkeit, Gesundheit, Vielseitigkeit bleiben da immer mehr auf der Strecke.

    Daher halte ich persönlich ein zu starkes Trend nacheifern und ursprüngliche Rassemerkmale vernachlässigen für eine schlechte Idee.

    Das ideale Tier, ob Pferd oder Hund wird es in der Masse nie geben. Es gab also schon immer Exemplare, die stärker vom Zuchtziel abgewichen sind als andere.

    Aber der Grundtenor einer Rasse war früher bei vielen Rassen noch da. Was heute leider oft nicht mehr der Fall ist.

    Warmblutpferde sind heute zum grossen Teil überelastische, ausser vom Profi kaum noch bedienbare Pferde geworden, deren Haltbarkeit oft kurz ist. Klar, die sehen auf dem Bildschirm toll aus, aber im eigenen Stall geht dann das Drama los.

    Ich persönlich findenden es immer erschreckend zu sehen, wie schnell sowas geht. Dass also die ganze Genetik eine neue Richtung einschlägt und wie schnell dann alte Genpools verschwinden.

    Ich muss ehrlich sein, diese Malinifizierung des deutschen Schäferhundes, wie man sie aktuell oft sieht, halte ich daher für keine gute Idee.

    Das sind so Fazite, die ich aus der ganzen Sache ziehe

    Secans da bin ich völlig bei dir. Von Familienhund für Durchschnittsfamilie habe ich auch nie geredet. Aber durchaus an Private, die dem Hund genug Bewegung verschaffen und Grosshund- erfahren sind.

    Der Schäferhund wurde schon zu meinen Jugendzeiten nie anders beschrieben als " für erfahrene Hundehalter".

    Secans ich wäre jaauch wieder für härtere Anforderungen bei den Prüfungen. Bei triebig ist halt die Frage, welche Triebe dominieren. Ein nervöser unsicherer Hund mag triebig erscheinen, doch für viele Leute ist so ein Nervenbündel nichts und für den Dienst ist das auch nichts. Ein ruhiger, souveräner Hund kann genauso arbeitswillig sein, er zeigt dabei nur nicht diese Nervosität. Ein in sich ruhender Hund kann auch viel Temperament haben, dies lässt sich aber mit Arbeit und Bewegung steuern. Verstehst du, was ich meine? Es gibt Hunde mit viel Trieb, die kann man aus oben genannten Gründen auch zu erfahrenen privaten geben, ohne dass diese deswegen zwangsläufig Hundesport machen müssen.

    Ich erlebe es halt auch noch aus einer anderen Perspektive, nämlich dass die heutigen, eher adaptiven Sporthunde zwar weicher und somit leichter erziehbar, aber auch tendenziell unsicherer und oft mit einem schwächeren Nervenkostüm ausgestattet sind. Sprich, sie neigen auch eher zu nervösen Getue, sind oft Viel-Beller und Schnappen schneller.

    Der eher stoische, härtere Hund braucht zwar manchmal eine strengere Hand und mehr Konsequenz, ist aber meist auch selbstsicherer und weniger schnell reizbar, sei es durch andere Hunde, sei es auf Menschenbegegnungen.

    Entsprechend sehe ich diesen älteren Schlag Hund auch eher geeignet, auch ohne Sport, dafür aber mit genug Bewegung und Kompetenz für die Erziehung grosser Hunde, in sogenannter Privathand geführt zu werden.

    Es gibt natürlich in beide Richtungen extreme, was nie gut ist, wichtig ist aber auf jeden Fall den richtigen Typ für sich selbst zu finden.

    Dass aber dieser härtere Schlag immer mehr verschwindet, ist mir auch stark aufgefallen und finde ich persönlich sehr schade, weil hier eben auch viel Qualität verloren geht.

    @Korbi : für den nächsten Hund allenfalls mal in die Richtung überlegen, ich denke, da könntest du was passendes finden, sofern du mit dem Hund aktiv bist ( was ja auch Wandern und nicht nur Sport bedeuten muss). Und ja, ich bin der Meinung, der deutsche Schäferhund muss zwingend alltags- und privattauglich bleiben, weil das ist einer der Eckpfeiler der Zucht. Was nicht bedeutet, dassjeder Dödel einen halten soll, aber er sollte auch kein reiner Sportidiot werden, den nur noch Spezialisten führen können.

    Ich fand das Video auch sehr interessant, gerade auch der Teil , der sich mit dem IGP und Gebrauchshund auseinander setzt.

    Die Tendenz, in den Prüfungen die Härteselektion immer milder ausfallen zu lassen und viele Bewertungsschwerpunkte auf für Gebrauchshunde eher unwichtige bzw sogar kontrainduzierte Sachen zu legen, führt auch in meinen Augen dazu, dass die Hunde immer weicher, führiger, aber eben auch immer dienstungeeigneter werden.

    Ich denke auch, die IGP ist zwingend nötig, doch sollte die Punktvergabe vermehrt sich nach den Gebrauchseigenschaften richten. Auch gehört für mich zwingend eine Erhöhung der Sprünge und Wände dazu, wenn man wirklich tauglich Hunde haben möchte