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Unser erste Tag im SV

  • Schoki
  • 30. August 2015 um 22:38
  • Waschbär
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    • 21. Dezember 2015 um 17:41
    • #46

    Lolu: Danke. Wenn ich weniger Zeit habe, dann kommen halt erst die Hunde und danach erst das Internet.

    @all: Zum Teleimpulsgerät/"Stachelhalsband"/Kettenwürger: Das ist alles so "böse" oder auch so "gut" wie derjenige, der es anwendet. So wurde die Anwendung dess Teleimpulsgerätes am Hund ja nicht deswegen verboten weil es per se Tierquälerein ist. Sondern allein deswegen weil es für die VetÄmter schwierig ist im Nachhinein den Missbrauch vom sachgerechten Gebrauch unterscheiden und beweisen zu können. Bei sachgerechter Anwendung kann es die Lebensqualität von Hunden merklich erhöhen, und bei sachgerechter Anwendung besitzt es auch einen sehr hohen Lerneffekt. Beides wurde übrigens durch wissenschaftliche Studien der TiHo Hannover unter Prof. Dr. Hackbarth (Leiter des Tierschutzzentrums der TiHo Hannover) nachgewiesen. Unter'm Strich aber ist die Arbeit mit dem Gerät am Hund in Deutschland verboten (die Begründung steht oben), und nein, auch angeblich gute Quellen aus dem Tierschtz liegen falsch wenn sie verbreiten dass "Jäger" mit dem Gerät arbeiten dürfen. Dafür müsste das betreffende Bundesland eine Ausnahmegenehmigung erteilen, und kein Politiker zieht sich diesen Schuh an. Nicht mal für die Diensthundeausbildung, und auch nicht für die Ausbildung von Jagdhunden.

    Beim Stachelhalsband muss man differenzieren: Verboten sind Halsbänder mit scharfen Stacheln (die wurden früher sehr häufig in der Ausbildung von Jagdhunden eingesetzt). Die handelüblichen "Erziehungshalsbänder", "Schüttelruck-Halsbänder" oder wie sie sonst noch genannt werden fallen in Deutschland nicht unter das Verbot (sofern sie vom Anwender nicht nachträglich ngespitzt werden). Richtig eingesetzt sind sie für den Hund weniger schädlich als ein handelsübliches Würgehalsband.

    Es ist nicht schön wenn ein Hundehalter, anstatt seinen Hund entsprechend auszubilden, permanent mit einem Stachelhalsband spazieren führt. Wenn der Hund dadurch aber nicht starkt zieht, dann ist das besser als wenn er, mit einem Kettenwürger bestückt, ständig stark in der Leine hängt.

    Wobei das aber bereits eine nicht sachgerechte Anwendung wäre. So ein Halsband kann, punktuell eingesetzt, beim Hund einen sehr grossen Lernerfolg haben. Wenn man z.B. beim Fährten einen Hund hat der in schnellem Tempo über die Fährte rast hat man zwei Möglichkeiten: Entweder legt man die Fährten entsprechend schwer, so dass der Hund langsam arbeiten muss um sein Triebziel zu erreichen. Oder er bekommt halt mal den "Stachler" drauf (bei dem der Druckpunkt dann übrigens im Nacken auf der starken Halsmuskultur sitzt, und nicht an der empfindlichen Kehle), der einen rein physikalischen Reiz darstellt (also nicht mental). Der Hund ist es, der selbst den Druck auf das Halsband ausübt. Nicht der Mensch. Der ruckt nicht an dem Halsband herum, sondern hält nur gegen. Der Hund kann den Reiz durch das halsband völlig selbstständig regulieren.

    Wenn man die Suchgeschwindigkeit über den Schwierigkeitsgrad der Fährte reguliert hat man spätestens in der ersten Prüfung ein Problem. Normalerweiswe versuchen die Fährtenleger nämlich es ihren Sportkollegen so einfach wie möglich zu machen. Zudem soll der Hund lt. PO eine gleichmässige Suchgeschwindigkeit über den gesamten Fährtenverlauf beibehalten. Naturgemäs wird ein Hund auf der Fährte aber, wenn er sich sicher fühlt, schneller, um dann dort, wo er konzentrierter arbeiten muss, langsamer zu werden. Die Winkel sind ein typisches Beispiel dafür, denn nach diesen nehmen die meisten Hunde Tempo auf.

    Man muss nicht permanent und bei jedem Hund mit einen Stachelhalsband suchen. Aber für den einen oder anderen Hund kann es im Verlauf der Ausbildung sinnvoll sein ihn damit mal "zu versammeln" (ähnlich einem Dressurpferd, dass ja auch mit Kandarre geritten wird und nicht mit der Wassertrense, ohne dass man die Kandarre dazu braucht um dem Pferd im Maul herum zu reissen). Zug auf ein normales Halsband oder gar Geschirr sorgt dafür dass der Hund noch mehr Trieb aufbaut und dadurch noch schneller wird. Am Stachelhalsband nimmt der Hund von sich aus die Geschwindigkeit zurück, und es spricht nix dagegen das dann mit dem Clicker zu bestätigen. I.d.R. arbeitet man dann auch mit zwei Leinen, so dass eine Einwirkung durch das Stachelhalsband wirklich nur dann erfolgt wenn sie wirklich sinnvoll ist. Und der Hund bestimmt ob die Intensität zu- oder abnimmt. Nicht der Hundeführer.

    Auch im Schutzdienst kann es Situationen geben in denen das Stachelhalsband dem Hund hilft Lösungswege zu finden. Aber auch hier ist es der Hund, der dann an der Leine agiert, nicht der Mensch. D.h. Leine und Halsband grenzen den Hund nur ein, es wird nicht an der Leine herumgeruckt. Und i.d.R. arbeitet der Hund dann auch hier an zwei Leinen, wobei die Leine mit dem Stachelhalsband nur punktuell eingesetzt wird.

    Das Würgehalsband: Das ist in allen Punkten nur Scheisse... Zum einen quetscht es ganz empfindliche Bereiche des Halses ein, zum anderen hat es keinen ausbildungstechnischen Nutzen, ganz im Gegenteil. Der Hund wird dem Druck des Würgehalsbandes nicht ausweichen (also Richtung Hundeführer gehen), sondern sich viel mehr mit aller Kraft hinein legen. Selbst wenn mit der Technik des "am Halsband rucken" gearbeitet werden sollte, an einem Würgehalsband kann man nicht rucken, sondern nur ziehen. Und Zug erzeugt Gegenzug, sprich der Hund strebt dann vom Hundeführer weg. Ausser das Halsband sitzt ganz eng auf den ganz empfindlichen Ohrspeicheldrüsen. Und da hat ein Halsband nix verloren.

    Jeder Hund ist anders, und es kommt immer auf das "wie" an. Wenn man beim eigenen Hund etwas nicht braucht in der Ausbildung, bedeutet das nicht zwangsläufig dass es bei einem anderen Hund prinzipiell Tierquälerei ist, wenn dessen Ausbilder anders arbeitet. Und nicht nur unangemesene Einwirkungen auf den Hund sind tierschutzrelevant. Auch Stress kann einen Hund quälen, bis hin zu gesundheitlichen Folgen. Nicht selten sieht man es ausgerechnet bei Hundeführern, die ihrem Hund nie "was tun" wollen, dass gerade deren Hunde sich spätestens in Prüfungssituationen extrem unwohl fühlen, so dass es manchmal ausschaut als würden sie daheim nur geprügelt werden. Auch das ist tierschutzrelevant, und zwar stärker als wenn ein Hund mal eine stärkere kurze Einwirkung bekommt und danach seine Welt wieder in Ordnung ist.

  • Olaf2005
    Gast
    • 21. Dezember 2015 um 17:57
    • #47

    genau Waschbär so ist das

  • TightForest820
    Gast
    • 21. Dezember 2015 um 19:01
    • #48

    Super Waschbär!!!
    Ich sehe das genau auch so !

    Ich hatte vor 20 Jahren zwei Rottis ausgebildet . In der " Lernphase " wurde auch mal ein Stachel eingesetzt .
    Das gute an den Dingern war, man kann sie von beiden Seiten benutzen!!

  • ostholstein
    Beiträge
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    • 21. Dezember 2015 um 21:15
    • #49

    @WaschbärDu hast schon recht, aber bevor ich einen Stachler einsetze suche ich erst mal nach Alternativen. Mein Hund ist im Hundsport mein Team-Partner und ich quäle nicht gerne meinen Team-Partner, wenn es nicht unbedingt nötig tut.
    Einen Stachler muß man auch wieder abbauen. Was nützt mir ein Hund, der mit Stachler gut arbeitet und ohne Stachler ist er nicht zu gebrauchen.


    Mit meinem vorigen Hund habe ich auch ein wenig gefährtet und bin absolut kein Fährten-Profi.
    Um die Suchgeschwindigkeit zu verringern habe ich in den Tritten des öfteren Filmdosen mit besonders leckere Wurst eingebuddelt, so dass es sich immer für den Hund lohnte jeden Tritt genau abzusuchen, auch wenn kein offenes Futter im Tritt lag.
    Für mich war dieses eine Alternative zum Stachler und sie funktionierte bei uns.

    Auch im Schutzhundesport gibt es Alternativen zum Stachler, man muß sie bloß suchen.
    Wenn man alle Möglichkeiten ausprobiert hat und nicht weiter kommt würde vielleicht auch ich zum Stachler greifen.
    Wenn allerdings jemand gleich mit dem Stachler ankommt, weil es die bequemste und einfachste und schnellste Ausbildungsmethode ist, ist dieser für mich ein fauler Sack der mit seinem Hund nicht vernünftig trainieren will.

    Etwas anders sehe ich es im Alltag, wenn z.B. jemand körperlich eingeschränkt ist und einen großen Hund hat. Aber auch dieses hätte man durch ein entsprechendes Training in den Griff bekommen können, oder sich einen kleineren Hund anschaffen können.
    Im Alltag gibt es sicherlich noch andere Situationen, wo ein Stachler gerechtfertigt ist.

    VG
    Klaus und die Bea

  • ostholstein
    Beiträge
    1.556
    • 21. Dezember 2015 um 21:19
    • #50
    Zitat von Michael Kliess

    Ich hatte vor 20 Jahren zwei Rottis ausgebildet . In der " Lernphase " wurde auch mal ein Stachel eingesetzt .


    Auf dem Hundeplatz befinden sich die Hunde ständig in der Lernphase. Also haben deine Rottis immer einen Stachler getragen, oder?

    VG
    Klaus und die Bea

  • Waschbär
    Moderator
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    1
    • 21. Dezember 2015 um 22:37
    • #51
    Zitat von ostholstein

    Einen Stachler muß man auch wieder abbauen. Was nützt mir ein Hund, der mit Stachler gut arbeitet und ohne Stachler ist er nicht zu gebrauchen.

    Na, das ist immer das obercoolste Argument.... Was nützt es denn wenn mein Hund mit dem Ball, der Beisswurst, mit Futter, dem Clicker gut arbeitet??? Kann ich auch alles in der Prüfung nicht verwenden...

    Es ist schön dass Du ins Fährtensuchen mal reingeschnuppert hast. Aber wenn die altbekannte Filmdöschenmethode bei Deinem Hund dazu geführt hat dass der, wenn dann keine Filmdöschen liegen, auf leichter Fährte hinter den Winkeln nicht schneller wurde, bedeutet das nicht dass das bei jedem Hund so ist.

    Zudem redest Du von "quälen". Quälen darfst Du in Deutschland keinen Hund. Das heute handelsübliche "Stachelhalsband" gibt einen anderen Impuls als ein Leder- oder Kettenhalsband. Es quält den Hund aber nicht, wenn Du nicht sinnlos daran herum reisst. Ich teste alles an mir aus bevor ich meinen Hund damit arbeite. Und der Reiz, der durch das Stachelhalsband ausgelöst wird in der Intensität, mit dem meine Hunde bisher in die Fährtelnleine gegangen sind, liegt von Schmerzen weit entfernt. Er ist anders, und er ist vielleicht auch unangenehm(er als am Lederhalsband). Hund kann ihn aber vermeiden, "versammelt" sich dabei und *voila* wird in seinem Verhalten sofort bestätigt.

    Klar kann ich im Schutzdienst auch mit einem Gitter arbeiten um einen Hund zu öffnen, der sich bei Beutereiz total dicht macht. Aber das Gitter ist bedeutend schwieriger wieder abzubauen als wenn ich das selbe Konfliktverhalten mit der erwünschten Übersprungshandlung beim Hund mit dem Stachelhalsband erzeuge. Zudem bezieht der Hund das Konfliktverhalten beim Gitter dann sehr stark auf die Stelle, an der das Gitter verwendet wurde. Und obendrein habe ich es leider schon zweimal erlebt dass sich ein Hund in der Situation am Gitter ziemlich stark verletzt hat. Und 3 m hoch darf es nicht sein, denn der Helfer muss dem Hund ja über das Gitter hinüber den Anbiss ermöglichen.

    Man sollte für jeden Hund den Weg suchen, der es ihm am einfachsten macht.

  • ostholstein
    Beiträge
    1.556
    • 22. Dezember 2015 um 00:04
    • #52
    Zitat von Waschbär

    Na, das ist immer das obercoolste Argument.... Was nützt es denn wenn mein Hund mit dem Ball, der Beisswurst, mit Futter, dem Clicker gut arbeitet??? Kann ich auch alles in der Prüfung nicht verwenden...


    Die Beute (Ball, Beißwurst) wird doch auch abgebaut. Zum Schluß arbeitet man nur noch mit versteckter Beute, die der Hund nicht sieht. Ich habe auch öfters einen Fußball am Rand des Platzes abgelegt, den der Hund sich bei der Bestättigung abhohlen durfte. Bei der Prüfung sieht der Hund doch nicht, daß meine Taschen leer sind und am Platzrand kein Ball liegt.
    Auf einer Obedience-Prüfung habe ich schon mal gesehen, daß der Prüfling nach seiner Prüfung die Mütze abnahm und mit seinem Hund spielte. Der Hund hatte die ganze Prüfung über nach seiner Beute, der Mütze, gelauert.

    Beim Stachler merkt der Hund sofort ob es ein Stachelhalsband oder ein normales Halsband ist. Hier stelle ich mir den Abbau nicht so einfach vor.


    Zitat von Waschbär

    Zudem redest Du von "quälen". Quälen darfst Du in Deutschland keinen Hund. Das heute handelsübliche "Stachelhalsband" gibt einen anderen Impuls als ein Leder- oder Kettenhalsband. Es quält den Hund aber nicht, wenn Du nicht sinnlos daran herum reisst. Ich teste alles an mir aus bevor ich meinen Hund damit arbeite. Und der Reiz, der durch das Stachelhalsband ausgelöst wird in der Intensität, mit dem meine Hunde bisher in die Fährtelnleine gegangen sind, liegt von Schmerzen weit entfernt. Er ist anders, und er ist vielleicht auch unangenehm(er als am Lederhalsband). Hund kann ihn aber vermeiden, "versammelt" sich dabei und *voila* wird in seinem Verhalten sofort b

    Das mag auch alles stimmen, nur beim Schutzhundtraining habe ich so viel Scheiße mit dem Stachler gesehen. Da haben die Hunde vor Schmerz geschrien. Ich bin allergisch geworden gegen Stachelhalsbänder.

    VG
    Klaus und die Bea

  • Shari
    Gast
    • 22. Dezember 2015 um 05:28
    • #53

    Wir machen auch Fährte FH1 mit 97 Punkten. Meine Hunde kennen alle das Kommando langsam vom spazieren gehen habe im Aufbau schon immer darauf geachtet das sie nicht schneller werden und meine Leine habe ich auch nicht zum Spaß in der Hand.

    Einen Stachel besitz ich gar nicht und es ging immer so.
    Viele benutzen den Stachel einfach weil alle anderen ihn auch benutzen.
    Zu mir hat einer im Aufbau von meinem jetzigen FH Hündin gesagt setzt einen Stachel drauf. Brauche ich nicht bekommen wir so hin. Einer der sich von anderen reinschwaetzen lässt hätte es gemacht.

    Das ist mein erste Hund den ich komplett selbst aufgebaut und ausgebildet habe. Ich habe jahrelang mit den Augen geklaut und wusste zwar nicht genau wie ich es machen werde wusste aber genau was ich nicht will.
    Grüße Shari

    2 Mal editiert, zuletzt von Shari (22. Dezember 2015 um 05:40)

  • Birger
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    16
    • 22. Dezember 2015 um 06:56
    • #54

    Jeder kann darf und soll seine Meinung haben, aber vielleicht sollte man auch in der Lage sein seine Meinung zu überprüfen.

    Es gibt immer für jede Lebenslage irgendwelche "Hilfsmittel" nur deshalb muss man sie nicht anwenden. Man kann sich wie Wasser verhalten und den Weg des geringsten Widerstand wählen, aber man kann sich auch anstrengen.

    Ich bin weder mit unendlichem Wissen gesegnet noch bin ich Hundeexperte, aber ich bilde mit ein einen gesunden Menschenverstand zu besitzen. Im Umgang mit meiner Elli sehe ich jeden Tag ob mein Tun und Handeln richtig oder falsch ist bzw. ob sich Lernerfolge einstellen. Darüberhinaus nutze ich alle möglichen Quellen (wie dieses Forum) um mich selbst zu überprüfen und eventuell Dinge zu übernehmen. Das Perfekte gibt es glaube ich nicht. Jedoch ist es für mich eine Frage der Haltung wie man mit einem Tier (Hund) umgeht.

    Egal wie wenig Geld und Besitz du hast,
    einen Hund zu haben,
    macht dich reich.
    Louis Sabin

  • Philo
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    1
    • 22. Dezember 2015 um 07:09
    • #55

    Ich finde die ganze Diskussion hier grade schwierig weil sich deutlich zeigt das es sehr unterschiedliche Ansätze gibt wie und wofür man seinen Hund hält. So ist es scheinbar nicht ok wenn jemand seinen Junghund am Stachel mit in Menschenmengen nimmt ,möglicherweise aber schon wenn er im Sport geführt wird,weil der Hund zu schnell in der Fährte ist...Vielleicht braucht man auch eine Mindestgrösse um um einen Schäferhund zu führen...
    Jeder von uns hier hat zu Hause sehr unterschiedliche Bedingungen und auch Vorstellungen.Auch die Hunde sind sehr unterschiedlich ,nicht nur in ihrem Charakter sondern vielleicht auch in ihrer Vorgeschichte.
    Nehmen wir nur mal das Leben außerhalb des Hundeplatzes als Beispiel:
    Ich kenne viele Leute die mit ihren Hunden zum Gassigehen fahren,will sagen man geht aus der Haustür und schmeisst den Hund ins Auto und fährt zum Wald oder ins Feld.Diese Leute werden mit Fug und Recht sagen das es keinen Grund gibt ,auch nur kurzzeitig einen Stachel privat einzusetzen,weil man alles in Ruhe trainieren kann und notfalls ,solang es nicht zuverlässig klappt, kann man ja über Distanz schaffen das Problem entschärfen,dabei kann sicher auch ein kleiner Mensch einen grossen Hund händeln.
    Andere starten von zu Hause zu Fuss und müssen erst auf dem Weg zum Gassigebiet einiges an bewohntem Gebiet durchqueren.Hierbei wird es viele Situationen geben die sehr brenzlig sein können mit einem Hund der (noch) nicht perfekt im Gehorsam steht.Ausweichmöglichkeiten gibt es z.T. nicht etc.
    Manche hier wollen evtl ihren Hund gerne überall dabei haben ,für andere ist es normal das der Hund seinen Auslauf bekommt und mit auf den Platz kommt und gut ist...
    Manche sind gross und stark andere eher nicht...
    Der Schäferhund ist ein Allrounder in meinen Augen und in der Lage sich mit (fast) jeder Menschenidee der Haltung abzufinden, aber auch definitiv ein grosser starker Hund mit dem Potential Schaden zu machen.Außerdem noch in der Gesellschaft eher schlecht angesehen.
    Wir sind alle angehalten unsere Hunde kontrollieren zu können weil es ,grade bei Schäferhunden, sonst schneller zu einer Anzeige kommt als man "Stop" rufen kann.
    Wichtig finde ich den Punkt das hier doch jeder das Ziel hat seinen Hund gut und ,so scheint mir,auch liebevoll zu erziehen.
    Wenn es dafür erforderlich ist ,für einen gewissen Zeitraum, ein Hilfsmittel zu nutzen und den Hund und seine Umgebung vor Schaden zu bewahren kann ich damit Leben.

  • angieblau
    Beiträge
    267
    • 22. Dezember 2015 um 11:02
    • #56

    nur mal so bemerkt: Grundsätzlich halte ich nichts davon einem Hund ob jetzt "Jung oder Alt" immer mit Stachler zu führen. Aber Waschbär hat es im 1. Posting sehr gut geschrieben, was der Unterschied ist.

    Ich Differenziere sehr wohl, wo stehe ich, was mache ich etc. pp. Das tuen meine Hunde ebenso! In der UO bin ich der Meinung braucht man keinen Stachler auch nicht in der Ausbildung. Es ist klar einfacher, weil die "Einwirkung" direkter und schneller erfolgt, wie im normalen Gliederhalsband (um Himmelswillen nicht im ZUG!!!) Hier ist Geduld und Spucke gefragt und Aufbau der Bindung zwischen Hund und Hundeführer. Das braucht bei dem einen Hund mal weniger bei einem anderen Hund das ganze Leben Zeit ...

    Im Schutzdienst nutze ich es in der Zwischenzeit ebenfalls, damit mein Britte sich nicht so "hochschraubt" und ich gleich dazu. Wenn wir uns BEIDE "hochschrauben" ist der Schutzdienst für die "Katz". Bei Britte liegt in der Ruhe die Kraft und das entspricht nun mal gar nicht meinem Charakter ;) . Da hilft mir es einzusetzen bzw. hier arbeite ich mit 2. "Mann" an der Leine. Gauner ist jetzt über 1 Jahr alt er hat noch NIE einen Stachler gesehen geschweige denn ein anderes Hilfsmittel. Klar trägt er ein Gliederhalsband, wenn ich Draußen unterwegs bin. Gerade mein Gauner war ein sehr große Herausforderung und ist es auch Heute noch unter Ablenkung, seine ungeteilte Aufmerksamkeit zu erhalten und die Bindung bei mir zu behalten. Mein Hunde ob jetzt zu Hause im Alltag oder auf dem Hundeplatz baue ich grundsätzlich über Bindung zu MIR auf! Ich will das SO! Andere wollen die Bindung zum Spielzeug oder sonst was. Aber ich möchte das meine Hunde für MICH arbeiten und nicht für Futter, Spielzeug und CO. Auszubilden ist das oft viel schwieriger und dauert in der Regel auch länger. Wenn es aber "sitzt" können meine Hund mir Vertrauen und vor allen Dingen ich kann meinen Hunden VERTRAUEN!

    Noch was zur Fährte: Es ist zwar komisch, aber ich hatte bis jetzt noch keinen Hund der auf der Fährte zog. Hing vielleicht auch damit zusammen, dass ich von Anfang an Rituale eingebaut habe, das ich den Hund von Anfang an geblockt habe, damit die Futteraufnahme wirklich Tapser per Tapser erfolgt, oder weil ich einfach ruhig blieb und auch am Ansatz von Anfang an darauf bestanden habe, das der Hund ruhig sucht, wenn es heißt SUCH? Vielleicht auch, weil ich den Begriff SUCH erst mal zu Hause im Garten mit Futterwerfen beigebracht habe und nicht auf der Fährte? Ehrlich ich weiß es nicht. Was ich weiß, dass viele HF tatsächlich das Problem haben mit dem über die Fährte "stürmen" und da schon manche böse Blessur vom Hund abbekommen haben. Trotzdem würde ich auf der Fährte kein Stachler benutzen. Hier wäre ich einfach konsequent im "Sperren" oder ich würde Gegenstandsfährten zum erbrechen machen, damit das unterbrochen wird.

    Angelika

  • Bronxter
    Beiträge
    947
    • 22. Dezember 2015 um 11:34
    • #57

    Zum Thema fährten....da hatte ich bisher nur einen, der wirklich über die Fährte gerannt ist. Dem war das auch immer zu einfach. Ich hab da verschiedene Sachen probiert bis ich ihn endlich ausbremsen konnte. Futter überrannte er in seiner Hektik auch ganz oft.
    Ein Stachler führte da auch nicht zum Erfolg, solche Dinge interessieren diesen Hund nicht, da ist er doch sehr hart im Nehmen.
    Erfolg hatten wir nachher übers "sperren". Er dürfte erst weiter, wenn er das Futter aufgenommen hat und das befand sich wieder in jedem Schritt. Das ging auch nur mit einer 2.Person, da ich ihn kräftemäßig nicht händeln konnte. Auch an den Gegenständen wurde er so lange blockiert, bis er entspannte. Da dauerte eine 200 Schritt Fährte auch mal ne gute Stunde :D
    Nach 3 Einheiten hat es dann aber einigermaßen funktioniert. Ich konnte zwar noch keinen Kaffee auf der Fährte trinken, wurde aber auch nicht mehr hinterher gezogen.
    Was die UO betrifft, sehe ich es wie Angelika. Die UO führe ich eigentlich von Welpe an ohne Leine durch und das funktioniert ganz gut, möchte da aber auch kein Weltmeister werden. Eine freudige UO mit Ausstrahlung um die 90 Punkte reicht mir vollkommen aus (und wenn es mal 85 sind, ist es auch okay).
    Im SD...hm....kommt ganz auf den Hund an. Aber ich denke, mit einem vernünftigen Team kann man jeden Hund so aufbauen, dass es nicht nötig sein wird.
    Im Alltag braucht man das in der Regel auch nicht, aber zur Gefahrenvermeidung kann es schon angebracht sein (zB. großer Hund, kleiner Besitzer. Plötzlich kommt eine Katze aus dem Busch gesprungen...)
    Nach meiner OP hat es mir sehr geholfen, den Hund dann auch zu halten, wenn etwas war.
    Von daher würde ich es nicht ganz verteufeln. Es kommt immer auf den Hund und die Umstände an und auch, wie man welches Hilfmittel einsetzt. Mit einem Halti kann man viel mehr Schaden anrichten als mit einem Stachler, wenn man es nicht richtet anwendet. Genauso die Würger, Schlingen usw.

  • Waschbär
    Moderator
    Beiträge
    3.785
    Bilder
    1
    • 22. Dezember 2015 um 16:02
    • #58

    ostholstein: Abbauen muss ich nur was für den Hund zur Gewohnheit geworden ist. Wenn ich etwas nur ein- oder zweimal einsetze, merkt sich das der Hund nicht für sein ganzes Leben. Zumal man dann von der Teilnahme an Prüfungen, dem Einsatz im Dienst oder an der Herde etc. noch meilenweit entfernt ist.

    Dass Du auf Hundeplätzen schon viel Mist gesehen hast bedeutet doch nicht dass jeder dort schlecht arbeitet. Ich hab auch schon viel Unsinn gesehen, u.a. auch mit dem Clicker (mit dem kann man Hunde in die Verzweifelung treiben). Trotzdem unterstelle ich nicht dass es niemanden gibt der damit richtig umgehen kann.

  • Wolfskralle
    Gast
    • 23. Dezember 2015 um 00:33
    • #59
    Zitat von Waschbär

    Und Du meinst alles ist anders nur weil jemand statt eines Schäferhundes z.B. einen [lexicon='Malinois'][/lexicon] an der Leine führt???

    Nein, sicherlich nicht. Die Mali-Szene dürfte im Grunde beim Sport nicht viel besser wegkommen, als beim DSH. Aber hier auch wieder das Problem des Images: Hund = Sportgerät.

    Da dies aber nichts daran ändert, dass hier so viele User einen Beitrag liken, der Starkzwangmittel im selben Beitrag mit "sachgerechter und dosiertem Umgang" in den Himmel loben, verabschiede ich mich hier...sonst muss ich mich übergeben. <X

  • ostholstein
    Beiträge
    1.556
    • 23. Dezember 2015 um 10:39
    • #60
    Zitat von angieblau

    Mein Hunde ob jetzt zu Hause im Alltag oder auf dem Hundeplatz baue ich grundsätzlich über Bindung zu MIR auf! Ich will das SO! Andere wollen die Bindung zum Spielzeug oder sonst was. Aber ich möchte das meine Hunde für MICH arbeiten und nicht für Futter, Spielzeug und CO. Auszubilden ist das oft viel schwieriger und dauert in der Regel auch länger.

    Ich möchte auch gerne, daß mein Hund für mich arbeitet. Aber wollen wir doch mal ehrlich sein, die meisten Hunde sind Egoisten und arbeiten nur für die Beute oder das Leckerlie.
    Bei Hunde, die ein ausgeprägtes "Will to please" zeigen, reicht auch ein Lob.
    Hunde, die unter Zwang ausgebildet bzw. geführt werden, arbeiten damit sie den Zwang entgehen.


    Bei einem Hund , den man schon als alten Hasen bezeichnen könnte, kann man schon eher annehmen das er für mich arbeitet.
    Sogar Drogenspürhunde im Polizeidienst werden mit der Beißwurst bestättigt.

    VG
    Klaus und die Bea

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