Lolu: Danke. Wenn ich weniger Zeit habe, dann kommen halt erst die Hunde und danach erst das Internet.
@all: Zum Teleimpulsgerät/"Stachelhalsband"/Kettenwürger: Das ist alles so "böse" oder auch so "gut" wie derjenige, der es anwendet. So wurde die Anwendung dess Teleimpulsgerätes am Hund ja nicht deswegen verboten weil es per se Tierquälerein ist. Sondern allein deswegen weil es für die VetÄmter schwierig ist im Nachhinein den Missbrauch vom sachgerechten Gebrauch unterscheiden und beweisen zu können. Bei sachgerechter Anwendung kann es die Lebensqualität von Hunden merklich erhöhen, und bei sachgerechter Anwendung besitzt es auch einen sehr hohen Lerneffekt. Beides wurde übrigens durch wissenschaftliche Studien der TiHo Hannover unter Prof. Dr. Hackbarth (Leiter des Tierschutzzentrums der TiHo Hannover) nachgewiesen. Unter'm Strich aber ist die Arbeit mit dem Gerät am Hund in Deutschland verboten (die Begründung steht oben), und nein, auch angeblich gute Quellen aus dem Tierschtz liegen falsch wenn sie verbreiten dass "Jäger" mit dem Gerät arbeiten dürfen. Dafür müsste das betreffende Bundesland eine Ausnahmegenehmigung erteilen, und kein Politiker zieht sich diesen Schuh an. Nicht mal für die Diensthundeausbildung, und auch nicht für die Ausbildung von Jagdhunden.
Beim Stachelhalsband muss man differenzieren: Verboten sind Halsbänder mit scharfen Stacheln (die wurden früher sehr häufig in der Ausbildung von Jagdhunden eingesetzt). Die handelüblichen "Erziehungshalsbänder", "Schüttelruck-Halsbänder" oder wie sie sonst noch genannt werden fallen in Deutschland nicht unter das Verbot (sofern sie vom Anwender nicht nachträglich ngespitzt werden). Richtig eingesetzt sind sie für den Hund weniger schädlich als ein handelsübliches Würgehalsband.
Es ist nicht schön wenn ein Hundehalter, anstatt seinen Hund entsprechend auszubilden, permanent mit einem Stachelhalsband spazieren führt. Wenn der Hund dadurch aber nicht starkt zieht, dann ist das besser als wenn er, mit einem Kettenwürger bestückt, ständig stark in der Leine hängt.
Wobei das aber bereits eine nicht sachgerechte Anwendung wäre. So ein Halsband kann, punktuell eingesetzt, beim Hund einen sehr grossen Lernerfolg haben. Wenn man z.B. beim Fährten einen Hund hat der in schnellem Tempo über die Fährte rast hat man zwei Möglichkeiten: Entweder legt man die Fährten entsprechend schwer, so dass der Hund langsam arbeiten muss um sein Triebziel zu erreichen. Oder er bekommt halt mal den "Stachler" drauf (bei dem der Druckpunkt dann übrigens im Nacken auf der starken Halsmuskultur sitzt, und nicht an der empfindlichen Kehle), der einen rein physikalischen Reiz darstellt (also nicht mental). Der Hund ist es, der selbst den Druck auf das Halsband ausübt. Nicht der Mensch. Der ruckt nicht an dem Halsband herum, sondern hält nur gegen. Der Hund kann den Reiz durch das halsband völlig selbstständig regulieren.
Wenn man die Suchgeschwindigkeit über den Schwierigkeitsgrad der Fährte reguliert hat man spätestens in der ersten Prüfung ein Problem. Normalerweiswe versuchen die Fährtenleger nämlich es ihren Sportkollegen so einfach wie möglich zu machen. Zudem soll der Hund lt. PO eine gleichmässige Suchgeschwindigkeit über den gesamten Fährtenverlauf beibehalten. Naturgemäs wird ein Hund auf der Fährte aber, wenn er sich sicher fühlt, schneller, um dann dort, wo er konzentrierter arbeiten muss, langsamer zu werden. Die Winkel sind ein typisches Beispiel dafür, denn nach diesen nehmen die meisten Hunde Tempo auf.
Man muss nicht permanent und bei jedem Hund mit einen Stachelhalsband suchen. Aber für den einen oder anderen Hund kann es im Verlauf der Ausbildung sinnvoll sein ihn damit mal "zu versammeln" (ähnlich einem Dressurpferd, dass ja auch mit Kandarre geritten wird und nicht mit der Wassertrense, ohne dass man die Kandarre dazu braucht um dem Pferd im Maul herum zu reissen). Zug auf ein normales Halsband oder gar Geschirr sorgt dafür dass der Hund noch mehr Trieb aufbaut und dadurch noch schneller wird. Am Stachelhalsband nimmt der Hund von sich aus die Geschwindigkeit zurück, und es spricht nix dagegen das dann mit dem Clicker zu bestätigen. I.d.R. arbeitet man dann auch mit zwei Leinen, so dass eine Einwirkung durch das Stachelhalsband wirklich nur dann erfolgt wenn sie wirklich sinnvoll ist. Und der Hund bestimmt ob die Intensität zu- oder abnimmt. Nicht der Hundeführer.
Auch im Schutzdienst kann es Situationen geben in denen das Stachelhalsband dem Hund hilft Lösungswege zu finden. Aber auch hier ist es der Hund, der dann an der Leine agiert, nicht der Mensch. D.h. Leine und Halsband grenzen den Hund nur ein, es wird nicht an der Leine herumgeruckt. Und i.d.R. arbeitet der Hund dann auch hier an zwei Leinen, wobei die Leine mit dem Stachelhalsband nur punktuell eingesetzt wird.
Das Würgehalsband: Das ist in allen Punkten nur Scheisse... Zum einen quetscht es ganz empfindliche Bereiche des Halses ein, zum anderen hat es keinen ausbildungstechnischen Nutzen, ganz im Gegenteil. Der Hund wird dem Druck des Würgehalsbandes nicht ausweichen (also Richtung Hundeführer gehen), sondern sich viel mehr mit aller Kraft hinein legen. Selbst wenn mit der Technik des "am Halsband rucken" gearbeitet werden sollte, an einem Würgehalsband kann man nicht rucken, sondern nur ziehen. Und Zug erzeugt Gegenzug, sprich der Hund strebt dann vom Hundeführer weg. Ausser das Halsband sitzt ganz eng auf den ganz empfindlichen Ohrspeicheldrüsen. Und da hat ein Halsband nix verloren.
Jeder Hund ist anders, und es kommt immer auf das "wie" an. Wenn man beim eigenen Hund etwas nicht braucht in der Ausbildung, bedeutet das nicht zwangsläufig dass es bei einem anderen Hund prinzipiell Tierquälerei ist, wenn dessen Ausbilder anders arbeitet. Und nicht nur unangemesene Einwirkungen auf den Hund sind tierschutzrelevant. Auch Stress kann einen Hund quälen, bis hin zu gesundheitlichen Folgen. Nicht selten sieht man es ausgerechnet bei Hundeführern, die ihrem Hund nie "was tun" wollen, dass gerade deren Hunde sich spätestens in Prüfungssituationen extrem unwohl fühlen, so dass es manchmal ausschaut als würden sie daheim nur geprügelt werden. Auch das ist tierschutzrelevant, und zwar stärker als wenn ein Hund mal eine stärkere kurze Einwirkung bekommt und danach seine Welt wieder in Ordnung ist.