Schattenspiele

  • Ich habe mal eine Frage an euch.

    Argos ist jetzt 6 Monate alt und langsam finden wir gut zusammen. Ich hatte ja vorher schon Hunde... aber ich hatte noch keinen solchen Hund ||

    Folgendes Problem:

    Sobald er Schatten sieht dreht er voll auf und steigert sich rein ohne Ende. Oder wenn wir Lagerfeuer machen wollen... oder der Ofen an ist.... hochgradig erregt.

    Beim Lagerfeuer müssen wir ihn reinbringen. Wir versuchen es immer ein paar Minuten, aber sobald er hochdreht und fixiert bringen wir ihn wieder weg. Das lässt sich ja noch regeln ist aber schade, da wir gerne am Feuer sitzen und ich ihn auch gerne bei mir hätte.

    Wenn wir mal die Kinder besuchen und der Ofen an ist können wir ihn... wenn es zu schlimm wird... in seine Box setzen... obwohl ich natürlich viel lieber mit ihm vor dem Ofen sitzen würde...

    ABER... Abends gehen die Straßenlaternen an und schon sind überall Schatten. Das ist dann kein Spaziergang mehr sondern artet in Stress aus.

    ich habe auch schon Wege gefunden ohne Laternen... aber wenn er einen Haufen macht brauche ich eine Taschenlampe um den einzusammeln.... und schon geht die jagerei wieder los.

    Er ist dann so fixiert das er sich durch nichts ablenken lässt.

    Kennt von euch jemand so ein Verhalten oder hat jemand eine Idee wie ich das in den Griff bekommen kann???

    Oder gibt sich das irgendwann mal???

  • Ich kannte solch ein Verhalten von einem Hund der geistig total unterfordert war. Der war viel Gassi und hat ständig nur den Ball geworfen bekommen und Kopfmäßig total unterfordert.

    Der hatte das so massiv den konnte man nicht von der Leine lassen der ist seinem eigenen Schatten nachgerannt und war weg.


    Kann aber bestimmt auch ein Zeichen von Überforderung sein, Zwanghaft, Unruhe usw.

    Schwer auf Entfernung zu sagen was die Ursache ist


    Aber das es sich von alleine legt da würde ich mich nicht drauf verlassen.

    Ich würde es definitiv unterbinden und daran arbeiten, den von selber wird es nicht besser werden sondern eher schlimmer.


    Eventuell sogar professionelle Hilfe suchen die vor Ort sehen kann was eventuell der Auslöser ist den das ist eine richtig blöde Macke die man eventuell nicht so leicht wieder in den Griff bekommt

    Hunde sind Engel, die zu uns kommen um uns zu zeigen was wahre Liebe ist!

  • Man oh man, solches Verhalten muß man sofort im Keim ersticken.

    Viele Leute finden es lustig, wenn ihr kleiner Welpe Schatten jagen will und hetzen ihm noch auf. Und wenn der Hund dann groß ist , dann soll es nicht mehr sein. Nur hat sich dann dieses Verhalten beim Hund so gefestigt, daß man es nicht mehr raus bekommt.


    Das gleiche gilt auch für Jogger jagen, Skaterfahrer jagen, Radfahrer jagen usw.


    Ich würde meinen Hund sofort in den Gehorsam rufen, z.B. Fuß oder Platz, und den Gehorsam auch durchsetzen.


    Ansonsten kann man nur hoffen, daß sich der Hund irgendwann an die Schatten gewöhnt und sie ignoriert.

    VG
    Klaus und die Bea

  • Muss ehrlich sagen das mir auch sofort Asneas Gedanke in den Sinn kam. Geistige Unterforderung. Was nicht so sein muss. Was nun auch kein Weltuntergang wäre wenn das passiert.

    Mal verschen Kopfarbeit/Schnüffelarbeit einzubringen,dem Hund vielelicht direkt Aufgaben geben. Was tragen zum Beispiel,was eine leichte Aufgabe wäre,aber eben irgendeine. Das unterbinden versucht ihr ja schon,wenn ich das richtig herauslese.

    "Wer nie einen Hund gehabt hat, weiss nicht, was Lieben und Geliebtwerden heisst."

    Arthur Schopenhauer

  • Danke für eure Antworten.

    Ich fülle jeden Tag mit Bewegung und auch mit Kopfarbeit . Er hat Hundebegegnungen ca 4 mal die Woche. Jeden Tag natürlich seine Bewegung und spielen mit mir... was er sehr gerne macht und dafür sogar andere Hunde links liegen lässt. Und ich baue auch immer uo.... Suche... Apportieren und neuerdings auch clickertraining (sein absolutes highlight) mit ein.

    Immer nicht zu lange und dann Ruhezeit. Er ist ansonsten ein sehr entspannter und angenehmer Begleiter. Und auch sehr ausgeglichen. Nur halt nicht im Dunkeln wenn irgendwo Schatten auftauchen.

    Ich halte die Runden im dunklen auch mittlerweile recht kurz, damit er nicht zu hoch fährt.

    Meine Trainerin hatte ja am ersten Tag schon gesagt das ich eine Granate an der Leine habe... ein toller Mix.... und hat mich herzlich für die nächsten Jahre willkommen geheißen ^^

    Ich glaube mittlerweile das sie recht hat.

    Ich werde nachher mal damit beginnen ihn immer wenn er loslegen will bei Fuß zu holen. Das ist ein toller Tipp ?

  • Ich werde nachher mal damit beginnen ihn immer wenn er loslegen will bei Fuß zu holen.

    Du kannst ihn ja auch mit Spielzeug und Leckerlie ins Fuss locken, damit du interessanter bist als der Schatten. Nur wenn er auf das Locken nicht reagiert, würde ich das Fußkommando auch mit Gewalt durchsetzen.

    VG
    Klaus und die Bea

  • ich versuche es mit dem clicker... den mag er wirklich gerne ?

    Bin gespannt ob das klappt. Wir stehen grade in einem Gewerbegebiet mit Laternen ohne Ende. Schatten in vier Richtungen ??

    Und ich kann nicht mal mit suuuuuperleckerlie aufwarten da er grade Probleme mit Durchfall hat und im Moment nur trofu ohne Getreide bekommt.

  • Ich würde das Problem nicht meiden (keine Laternen), sondern suchen. Durch die Meidetaktik wird es nicht besser.

    Du kannst es auch zu Hause üben: mach den Schatten, zB. Ofen an. Bewaffne dich mit einem Leckerli das er sonst nicht so bekommt aber total gerne hat. Oder wenn er etwas mag, ganz besonders, dann gib es ihm ab sofort nicht mehr, nur beim "Schattenüben".

    Also, Ofen an, du bewaffnest dich mit Leckerchen. Holst die Leine ( am Anfang ist es leichter so, den Hund zu kontrollieren ). Du gehst rein in den Raum wo der Ofen ist mit dem angeleinten Hund. Nur ein paar Schritte. Er bemerkt die Schatten, die Entfernung ist aber noch recht groß. Er wird sicherlich anfangen sich anzuspannen oder halt Anzeichen geben, dass er den Schatten sieht. Du schickst ihn ins Sitz oder Platz, was für dich einfacher ist. Macht er es, gibst du ihm die Leckerlis, mit sanfter stimme zusprechen und schaut euch die Schatten gemeinsam an. Du kannst ihn beruhigend streicheln. Bleibt er ruhig, wieder eine Hand voll Leckerlies. Bleib du ruhig und entspannt, mit der Leine kannst im Keim die ersten Versuche sich auf die Schatten zu fixieren ( also lospirschen, Unruhe ) unterbinden. Versuche es nach einer großen Runde wo dein Hund voll ausgepowert ist.

    Für das erste Mal belasse es mit einem größeren Abstand. Du kannst dich dann neben Hund setzten und gemeinsam es beobachten. Wiederholen mehrmals.

    Dann ein paar Schritte mehr usw. bis du vor dem Kaminfeuer mit dem angeleinten Hund sitzt.

    Ich würde es so angehen.

  • cuki... das hört sich sehr gut an. Könnte mir in den Hintern treten das ich das nicht gleich so gemacht habe.

    Wie immer hängt das Problem am anderen Ende der Leine ;(

  • Wie zeigt er sich denn allgemein wenn es darum geht etwas (auf Sicht) zu jagen/hetzen?

    Hast du das Gefühl das er sich da auch reinsteigert oder er besonders schnell reagiert wenn er da irgendwo was langhuschen sieht (Bewegungen hinter Gestrüpp,Bälle,Frisbee,Stricke u.s.w.)?

    "Wer nie einen Hund gehabt hat, weiss nicht, was Lieben und Geliebtwerden heisst."

    Arthur Schopenhauer

  • Sowohl Cesar Millan als auch Martin Rütter hatten es schon mit Schattenjägern zu tun. Leider sind die Videos online nicht mehr verfügbar. In Millans Fall waren es 2 schwarze DSH, die sogar ausgebildete Rettungshunde waren. Dort wurde dann erfolgreich mit Abbruchsignal gearbeitet. Und wie Cuki geschrieben hat, nicht meiden.

    Rütter hat mit Umlenkung gearbeitet (Ball). Beides hat funktioniert. Es ist halt immer auch Typsache. Bei Ludwig funktioniert sehr viel über den Ball. Wenn ihr gerne clickert, kann man damit auch gut arbeiten. Wichtig ist nur, dass der Hund versteht, dass diese Art von Zeitvertreib nicht geduldet wird.

  • Puh... da hab ich ja ein großes Stück Arbeit vor mir.

    Morgens sind ihm die Schatten vollkommen egal.... habe ich heute mal festgestellt.

    Steht auf... wir gehen Gassi... rein ins Wohnmobil und legt sich wieder hin.

    Da verstehe jemand den Hund.

  • Sowohl Cesar Millan als auch Martin Rütter hatten es schon mit Schattenjägern zu tun.


    Das Video von Cesar Millan hatte ich auch gesehen. Soweit ich mich erinnern kann, war das Ende aber offen. Cesar Millan war wohl auf dem richtigen Weg, aber ob man dem Schäferhund auch wirklich das Schattenjagen abgewöhnen konnte und er noch als Rettungshund zu gebrauchen war, wurde nicht mehr berichtet.


    Jedenfalls bei einem richtigen Schattenjäger hat man viel Arbeit vor sich.

    VG
    Klaus und die Bea

  • wir machen Fortschritte ??

    In seinem Kopf scheinen immer mehr Dinge anzukommen... voll cool.

    Wenn wir im dunklen spazierten gehen will er zwar immer noch Schatten jagen aber wenn ich Nein sehe gibt er erstmal auf. Danach folgen noch kurze versuche die ich aber auch recht schnell unterbinden kann.

    So eine tolle Entwicklung auf allen Ebenen gleichzeitig hätte ich nie für möglich gehalten.

  • Ich finde toll, wie du dich um deinen Hund sorgst und kümmerst. Weiterhin viel Spaß miteinander!

    Harras *10.12.2015 :thumbup:“Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.” :thumbup:(Louis Armstrong)

  • danke schön ?

    Ich hatte ja mit meinen labbies auch schon viel Spaß... Sie waren familienhunde und wirklich wichtig für die Kinder. Gut erzogen aber nicht ständig mit uns unterwegs.

    Argos hingegen soll ja mein ständiger Begleiter im Wohnmobil sein. Fast überall dabei sein. Und da er ein Schäferhund ist und viele Menschen Vorurteile haben ist es mir sooo sehr wichtig das er ein toller Hund wird.