Lupus
Wobei mir schon auch klar ist, dass Anleinen ein dem Hund gegenüber kommuniziertes Misstrauen ist, nach dem Motto "ich vertraue dir nicht, dass du hier bleibst, daher leine ich dich an!".
Hallo Lupus
Ich denke an der Stelle vermenschlichst du viel zu sehr. Und ich meine damit nicht "verweichlichen"!
Sondern ich meine das du deine Empfindungen und Überlegungen,auf den Hund überträgst und glaubst das er dieselbe Schlussfolgerung zöge. Und darin liegt oft großes Potenzial für Fehler. Der wird das so garantiert nicht denken. Denn Hunde sind zu Szenariodenken-und aus diesem folgenden logischen Schlussfolgerungen-nicht fähig. Sie haben keine menschlichen Werte und betrachten und bewerten folglich auch nicht Situationen nach menschlichen Wertvorstellungen.
Leinen sind kein Teufelszeug! Sie sind Hilfsmittel genauso wie ein Mittel für Sicherheit. UND auch ein Bindeglied. Schlussendlich macht es keinen großen Unterschied für den Hund ob du in mittels Körpersprache und Abdrängen begrenzt,oder ob du kurzen,leichten Zug auf die Leine ausübst b.z.w. eine Leine Aufgrund ihrer Länge den Hund begrenzt. Der Hund wird darin keine moralische Unterschiede entdecken können. Weil er keine hat. Ja,im übertragenem(!) Sinne hält er sich an Fair Play. Er wird nach seinen Instinkten,nach seinem ererbten wie erlernten Verhalten auf und nach (notwendiger)hundliche Weise auch "Fair Play" geben und auch erwarten. Aber das basiert NICHT auf einem erdachten,bewussten moralischen Wertesystem,welches zudem noch-wie beim Menschen-variierbar wäre.
Wenn Du sagst "bleib bei mir!" - woher weiß der Hund, was er tun soll, wenn er die Worte nicht kennt?
Weil Hunde extrem gute Beobachter sind und damit, sie sehr gut raten können. Dazu eine Würze "will to please",entsprechendes korrigieren und voilá....
Wenn du mit deinem Hund redest versteht der genausoviel wie wir wenn er "wau!" sagt. Ist das Gleiche. Nur das wenn du eine Stunde mit ihm redest,wir umgekehrt so einen Hund Kläffer nennen würden. ![]()
Allein entscheidend ist WIE du es sagst. Dazu deine Körpersprache. Wenn Muriel in einem langen Satz ihren Hund auffordert bei ihr zu bleiben und dabei von Anfang an mit dem Finger gerade nach unten zeigt,dann wird diese Armhaltung mit Finger für den Hund viel viel (schneller) einprägsamer gewesen sein,als der lange Satz,dessen Vielzahl an Silben (und dessen Abfolge) viel schwerer zu merken ist. "Wau!"(mit entsprechender Konjunktion/Betonung/Stimmlage),oder eine einedutige Körpersprache ist eben einfacher zu merken wie "Wau? WAU! Waaaau.Wauuu!.WaaUU!" ,was kaum unterscheidbar von "Wau? WAU! Waau.Wauuu!.WaaUU!" wäre,stimmts? Dennoch könnten vermutlich Hunde auch über die Zeit längere Sätze identifizieren. Tatsächlich werden sie sich wohl mehr an der Situation,und Körpersprache bei unter solchen Bedingungen orientieren.
Was im übrigen nicht bedeutet das man nicht mit seinem hund reden sollte. Darf man. Sollte man! Genauso wie körperliche Zuwendungen. Aber das sind dann halt tatsächlich (eben auch wichtige) soziale Bekundungen die nicht dem direkten Lenken einer Situation geschuldet sind.