Barf und Keime

  • Ich barfe Askja nun seit mehr als 4 Jahren und bin sehr zufrieden. Der Punkt, der mich immer wieder sehr verunsichert, ist die potentielle Keimbelastung. Derzeit geht wieder ein Test durch die Medien, der auf Grundlage von 47 Proben bei einem sehr hohen Prozentsatz eine hohe Keimbelastung nachgewiesen hat, darunter auch ein multiresistenter Keim.

    Die Untersuchung bezieht sich augenscheinlich auf "Barf-Menüs".

    Ganz davon abgesehen, dass meine eigene Hündin krank werden kann, hat sie ja auch Kontakt zu Kleinkindern. Das hat mich doch sehr beunruhigt.

    Askja vom Haus Fuchsgraben

    * 18.06.2014

    Banja vom Wogenfeld - mein Mädchen im Herzen

    * 12.04.2002 - gegangen am 08.09.2014

    • Hilfreich

    Hunde besitzen eine ca. 10-fach höher konzentrierte Magensäure als wir Menschen. Zudem ist ihr Verdauungstrakt vergleichsweise kurz. Weswegen bei Fleischfütterung der Output bereits nach ca. 7 Stunden schon wieder ausgeschieden werden kann. Bei uns Menschendauert das aufgrund des sehr viel längeren Darms mind. 24 Stunden.


    Sprich a) werden beim Hund Keime, die er aufnimmt, deutlich besser im Magen abgetötet. Für einen Beutegreifer und Aasfresser in der Natur überlebensnotwendig! Und b) haben Keime, sollten sie doch vom Magen in den Darm gelangen, nicht so viel Zeit um sich zu vermehren.


    Zudem wird bei derartigen Diskussionen vergessen dass Fleisch in der Küche prinzipiell mit Disziplin zu händeln ist. Z.B. der Befall mit multiressistentzen Keimen beschränkt sich ja nicht nur auf die Teile vom Schlachttier, mit denen der Hund gefüttert wird. Oder Salmonellen: Wenn, dann ist das gesamte Huhn damit kontaminiert. Und nicht nur die Teile, die der Hund bekommt.


    Leider wird beim Handling von Fleisch heutzutage generell die Hygiene oft nur unzureichend beachtet. Früher hatten die Mädels das Schulfach "Kochen", da hat dann jede schon mal zumindest gehört was man beim Handling von Fleisch in der Küche beachten sollte. Ich habe in der Küche einen "sauberen" Bereich und einen "nicht sauberen" Bereich. Im "sauberen" Bereich werden z.B. keine Hundenäpfe auf die Arbeitsplatte gestellt, die schon mal benutzt worden sind. Sondern ausschließlich pikobello gespült und abgetrocknete Näpfe. Im "sauberen" Bereich lege ich z.B. auch kein schmutziges Geschirrtuch ab, sondern nur ganz saubere. Links von der Spüle ist der "nicht saubere" Bereich. Dort stehen auch schon mal Näpfe, die schon mal auf dem Fußboden gestanden haben. Dort stehen die Näpfe, wenn ich sie mit Frischfutter für die Hunde zubereitet habe. Dort händel ich das Fleisch, für Mensch und Hund. Dafür habe ich auch extra Schneidunterlagen (für Hund und Mensch getrennt) und einen zweiten Messerblock. Und auch bei den Messern habe ich spezielle, die nur für das Hundefutter verwendet werden. Obst und Gemüse oder Brot wird bei mir ausschließlich mit Messern und auf Schneidunterlagen geschnitten, die nicht für Fleisch (egal welches) verwendet werden. Und Behälter für alle Abfälle für die "grüne Tonne" befinden sich im "nicht sauberen" Bereich.


    Außerdem gibt es bei mir keine Schwämme in der Küche und die Spülbürsten (farbig unterschiedlich für Mensch und Hund) liegen nicht herum, sondern hängen in der Luft (so dass sie schnell trocknen können). Zudem kommen sie häufig (bei Frischfütterung täglich) mit in die Spülmaschine (meine Minna spült sehr heiß). Mit Trockentüchern und Wischlappen bin ich sehr verschwenderisch, die benutze ich meist nur einmal für Geschirr oder den "sauberen" Bereich, und dann kommen sie direkt in die Wäsche oder aber befinden sich im "nicht sauberen" Bereich, wo sie dann (je nach vorheriger Benutzung) noch mal für die Hundenäpfe verwendet werden o.ä.


    Ein weiteres Kriterium ist der Kühlschrank. Dessen Hygiene wird auch oft vernachlässigt. In ihm ist es wichtig dass Behälter, in denen sich Fleisch befindet oder verderbliche Lebensmittel, an der Außenseite nicht mit Fleischsaft etc. kontaminiert, sondern außen herum picobello sauber und abgedeckt sind. Auch sollte man die Sachen innerhalb der jeweils richtigen Temperaturzone lagern.


    Wenn ich das so durchlese hört sich das an als wäre meine Küche picobello sauber und aufgeräumt.... ^^ Ist sie aber meist nicht... 8) Weswegen es für mich wichtig ist diese Hygieneregeln zu beachten. Damit nichts passieren kann und alles einen gewissen Automatismus besitzt.


    Und auch Kleinkindern kann man bereits an wichtige Hygieneregeln heran führen. Im Flur meiner Großeltern, in der Nähe der Badezimmertüte, hing ein Holzschild mit folgendem Text: "Nach dem Klo und vor dem Essen Händewaschen nicht vergessen!". Den Spruch hat mein Opa mit mir geübt lange bevor ich lesen konnte...

  • Danke, Waschbär, für diese vor allem sehr praktischen Hinweise!

    Askjas Mahlzeiten werden im Keller zubereitet, aber natürlich lagert ihre Tagesportion in unserem Kühlschrank und auch Näpfe, Fleischschüsseln usw kommen in die Spülmaschine.

    In einem Radiobericht war die Rede davon, dass gebarfte Hunde Keime ausscheiden durch Kot (bringt Umwelt in Gefahr) und Kleinkinder oder andere Menschen im Umgang gefährden (zB wenn der Hund jemanden leckt). Und deswegen sei beim Umgang mit gebarften Hunden besondere Vorsicht geboten.

    Askja vom Haus Fuchsgraben

    * 18.06.2014

    Banja vom Wogenfeld - mein Mädchen im Herzen

    * 12.04.2002 - gegangen am 08.09.2014

  • das problem liegt ja nicht im grundsätzlichen barfen, sondern a) in der qualität des fleisches welches der hund bekommt und b) in der eigenen hygenie zuhause bei der zubereitung


    ich würde jetzt die päckchen vom barf-lieferservice auch nicht gern in meiner küche verarbeiten

    beim fleisch vom bauern bei dem ich es noch am tag der schlachtung abholen kann und das fleisch für mich auch gleich mitnehme, hab ich da jetzt kein problem mit

    Annett mit Lexy


    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”

  • Ja, da gebe ich dir Recht. Nur kann ich das ja so nicht erkennen. Ich kaufe Askjas Fleisch bei einem Barfhändler hier vor Ort. Alles was ich sehe ist, dass es sauber zugeht, die Ware einen guten Eindruck macht. Aber das war's auch. 🤷

    Askja vom Haus Fuchsgraben

    * 18.06.2014

    Banja vom Wogenfeld - mein Mädchen im Herzen

    * 12.04.2002 - gegangen am 08.09.2014

  • Als dieser BARF-Hype los ging, waren es ja anfangs immer die Salmonellen, an denen angeblich alle barfenden Hundehalter samt Familien erkranken würden. Es gab vor einigen Jahren mal eine Studie der Uni in Kiel, bei welcher die Hunde an drei "Militär-Standorten" mehrere Monate lang regelmäßig untersucht worden sind. Dazu muss man anmerken dass die Diensthunde der Bundeswehr ihre Standorte nicht verlassen, also nicht in den Familien der Diensthundeführer leben. Sie erhalten also überwiegend das Fertigfutter, welches dort verfüttert wird, und nicht großartig zusätzlich irgend etwas.


    Ca. 2/3 der Hunde waren über den gesamten Zeitraum der Studie Salmonellenausscheider! Da Hunde, die mit dem Futter Salmonellen aufnehmen, anschließend nur wenige Tage lang Salmonellen ausscheiden, müssen diese mit Fertigfutter gefütterten Hunde folglich die ganze Zeit über mit dem Trockenfutter Salmonellen aufgenommen haben. Wer also einen 15 bis 25 kg schweren Sack Hundefutter zu Hause stehen hat, welcher mit Salmonellen kontaminiert ist, der hat wochen- bis monatelang (ja nach Größe des Hundes und somit dessen Futterverbrauch) einen Salmonellenausscheider im Haus. Während ein Hund, der mal zwischendrin salmonellenkontaminiertes Geflügel frisst, nur für ein paar Tage Salmonellen ausseidet.


    Im GesundeHunde-Forum haben sie dann über lange Zeit eine Salmonellenstudie betrieben. Wer seinen Hund u.a. auf Salmonellenbefall hat testen lassen, hat diese Ergebnisse Swanie Simon zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis war dass ca. 5% der ausgewerteten Kotproben positiv waren. Und das war genau der selbe Durchschnitt wie ihn eine Universität als üblichen Durchschnitt (für alle Hunde; überwiegend mit Fertigfutter ernährt) angegeben hatte.


    Nun muss sich die Industrie halt was Neues suchen, wodurch sie die Kunden zurück gewinnen kann...


    Aber natürlich bedarf es einer gewissen Hygiene! Im Umgang mit Hunden generell... Und die scheint meiner Auffassung nach inzwischen verloren gegangen zu sein. Im Haushalt wie auch im Umgang mit den Tieren. Wir sind als Kinder früher immer angehalten worden uns die Hände zu waschen. Generell vor dem Essen, aber auch zwischendrin wenn wir ins Haus gekommen sind (und vorher bei Hund/Pony/Kaninchen & Co. waren. Was ich heute manchmal bei YouTube & Co. oder auch im wirklichen Leben sehe gruselt mich manchmal. Muss man sich absichtlich vom eigenen Hund den Mund ablecken lassen? Oder seinem Hund im Restaurant den Teller hinhalten, damit er diesen ableckt? Und ich wasch mir auch immer erst die Hände, bevor ich z.B. am Hundeplatz nach dem Training etwas esse. Notfalls haben ich dafür, je nach Hundeplatz, immer etwas Wasser und ein sauberes Handtuch oder eine Küchenrolle im Auto.

  • super, erst schlampern die futtermittelhersteller beim eigenen futter um dann kampagnen zu starten ums den barfern in die schuhe zu schieben <X

    Annett mit Lexy


    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”

  • laut dem barf shop hier in meiner Nähe werden es immer mehr Leute die barfen. Ihr Umsatz steigt kontinuierlich an.

    Irgendwie muss die Industrie ja versuchen ihre Kunden zurück zu bekommen wenn immer mehr Abwandern.


    Waschbär hat eigentlich alles gesagt was wichtig ist.


    :thumbsup:

    Hunde sind Engel, die zu uns kommen um uns zu zeigen was wahre Liebe ist!

  • mh aber an den testergebnissen diverser untersuchungen ändert das ja auch nix


    das problem ist - wie auch bei lebensmitteln für menschen - die industrielle bzw. die massenverarbeitung die nicht streng genug kontrolliert wird und unternehmen denen die qualität egal ist, sondern nur der gewinn zählt

    Annett mit Lexy


    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”

  • Ich kenne mittlerweile mehrere Fälle von Neosporose und bin froh das ich nicht barfe.

    Der Border meiner Tochter hat um Ostern herum fast nicht überlebt. Er hatte plötzlich hohes Fieber, war apathisch und hatte hohe Leberwerte. Er hat mehrere Klinikaufenthalte gehabt und Unmengen Medikamente bekommen weil nach anderen Ursachen gesucht wurde. Tipp der Tierklinik war letztendlich das Fleisch vor dem Verfüttern mindestes 3 Tage ein zu frieren. Meine Tochter holt das Barf frisch und portioniert dann selbst. Hat davon immer 1 bis 2 Portionen frisch gefüttert. Macht sie nie wieder.

    Nur mal als Hinweis.


    LG Terrortöle

    Dogs leave paw prints on our hearts. :*

  • ich habe immer gefrorenes Fleisch. Fühle mich damit sicherer als wenn ich Frisch holen würde.

    Scheint ja auch was dran zu sein in dem Falle


    Aber sonst weiss man auch nicht was alles für Krankheiten durch Industrie futter hervor gerufen werden. Wird man vermutlich auch nie erfahren :|

    Hunde sind Engel, die zu uns kommen um uns zu zeigen was wahre Liebe ist!

  • Das Einfrieren finde ich auch sehr wichtig. Größtenteils bestelle ich eh Frostfleisch, welches auch nach dem Einpacken der neuen Lieferung ungefähr eine Woche eingefroren bleibt. Wenn ich frisches Fleisch aus dem Supermarkt mitbringe, portioniere ich das und friere es auch für ungefähr eine Woche ein. Tötet zwar wohl auch nicht alles komplett ab, wie ich mal gelesen habe, aber ich denke, daß man so schon auf der sicheren Seite ist.

    Wenn man dann noch einige Regelen in der Küche und beim Auftauen beachtet , wie Waschbär geschrieben hat, dann kann man einfach auch nicht mehr tun.

    Was auch sehr wichtig ist: niemals in der Plastikverpackung auftauen oder sonstwie luftdicht verschlossen, immer in einer offenen Dose.

  • Aber man muss ja sagen die Panik die in den Artikeln gegen barf gemacht wird ist teilweise echt übertrieben.

    Da könnte man echt meinen das alle barfer, ihre Hunde und die ganze restliche Familie an

    barf sterben werden :rolleyes:


    Ganz wichtig finde ich allerdings die Herkunft des Fleisches. Ich verfüttere nur österreichisches oder deutsches Vieh. damit ist gewährleistet das gewisse Hygiene und prüfstandards eingehalten werden , anders als wenn man Fleisch sonst wo her bekommt.

    Da zahle ich dann auch gerne etwas mehr.

    Hunde sind Engel, die zu uns kommen um uns zu zeigen was wahre Liebe ist!

  • Es gibt immer mal wieder Berichte, die den Barfern Angst machen wollen. Nach meiner Erfahrung sind die gefährlichsten Orte Krankenhäuser.

    Dort hatte mein Mann nach den Operationen diverse Keime, und ich bekam gleich noch den Noro Virus dazu.

    Unser Basko wird im Januar 7 jahre alt,und wir (bzw. ich ) haben ihn dann gebarft, nachdem er diverse Industriefutter absolut nicht vertragen

    hat.

    Was ich auch sehr wichtig finde, ist die Lagerung des Fleisches. Nach dem Tipp von Swanie Simon taue ich es im Wasserbad auf und lege es dann

    in extra Behälter ,die nur für den Hund sind. Die kommen dann in den Kühlschrank, die Deckel sind leicht geöffnet, damit Luft dran kommt.

    Das Fleisch ist dann im Kühlschrank, bis ich es zum verfüttern in Schalen portioniere und zum Verfüttern eine Stunde ca auf Zimmertemperatur bringe. In den Behältern habe ich immer Fleisch für 2 Tage ca, und bei Bedarf wird ein neues Kg im Wasserbad aufgetaut. So habe ich immer

    aufgetautes Fleisch zum Portionieren. Ich glaube,die Keime entstehen besonders, wenn das Fleisch nach dem Auftauen nicht zügig aus den luftdichten Plastiktüten herausgeholt wird.