[Erledigt :) ] (Altdeutscher Schäferhund)

  • UPDATE: Hey ihr Lieben. Ich musste ziemlich schmunzeln, als ich mir die Nachrichten hier durchgelesen habe. :) Wow, ich krieg grad Gänsehaut, wo ich hier den ganzen Frust sehe. xD

    Mit Sonja läuft es inzwischen nach monatelanger harter Arbeit sehr gut und sehr entspannt. Die aktuelle Lage findet ihr in meinen letzten Posts auf der Seite 3. Ich hatte erst überlegt, hier zu zu machen, aber lasse es dann doch weiter offen, in der Hoffnung, dass es vielleicht anderen Usern helfen könnte, die in einer ähnlichen Lage stecken wie wir "damals" mit Sonja. :) Frust und Ärger gehören mittlerweile der Vergangenheit an. <3



    Hallo alle miteinander,


    mein Name ist Alex und ich bin 20 Jahre alt und studiere. Im Juli 2019 habe ich mit meiner Familie nach langem Suchen einen weiblichen Welpen "Altdeutscher Schäferhund" mit schwarzem Fell, hellen Pfoten und weiten Abzeichen (?) gekauft. Wir haben uns im Voraus in einer Hundeschule angemeldet, uns beraten lassen und Bücher gekauft. Wer sich jetzt fragt, warum man sich einen deutschen Schäferhund als Ersthund fragt, fragt sich das zurecht.


    Nun, in den "Fachbüchern", die wir hatten und die uns empfohlen wurden, war auch der deutsche Schäferhund dabei. "Ausgeglichen", "Friedlich", "Besonnen", "Nervenstark", "Souverän". Auch Gespräche mit Hundeschulen und Schäferhundebesitzern wurden geführt. Und der "altdeutsche Schäferhund" wurde als Langhaarversion des "Schäferhunds" beschrieben. Wir dachten, wir hätten uns sehr detailliert und ausreichend informiert. Haben ein Jahr lang recherchiert, gefragt, besprochen. Und schließlich nach langer Suche einen Welpen gefunden, der zu uns passte. Kam als einziger immer wieder zu uns, wollte schmusen und was unternehmen. Voller Freude nahmen wir sie im Alter von 8 Wochen mit und machten bereits den ersten Fehler. Denn erst ein halbes Jahr später erfuhren wir, dass 8 Wochen viel zu früh waren.


    Nun begann das Training in der Hundeschule und die ersten Schwierigkeiten traten auf. Sonja, so heißt sie, war deutlich größer als die Gleichaltrigen und es gab erstmal Spielstunden. Sie wurde von kleineren Hunderassen gejagt, getriezt und ständig belagert. Irgendwann wollte sie nicht mehr hin. Ein großes Problem war das Gassigehen. Sonja bellte alles und jeden an, nichts half. Kein Ignorieren, kein Loben, kein "Präsentsein"... Danach gingen wir zu einem Schäferhundeverein. Dort wurde uns gesagt, Sonja sei unsicher und müsse ihren Platz finden. Damals machte alles, was man uns sagte, für uns Sinn. Die Würgehalsbänder, das Anschreien, das in Entfernung Festbinden und Alleinlassen (Gott, wenn ich das so hinschreibe, kriege ich schon Gänsehaut) und sehr striktes Training. Anfangs wurde es besser, dann aber rapide schlechter. Sonja zog wie bekloppt, sobald wir das Gelände betraten und bellte alles und jeden an. Und die anderen Hunde bedrängten sie auch. Als dann einer der "Trainer" selbst mit ihr üben wurde, eskalierte es. Der Trainer schlug ihr auf die Schnauze und brüllte sie an und Sonja baumelte an der Leine herum. Danach war Schluss. :cursing::thumbdown:


    Schließlich versuchten wir es mit einer Privattrainerin. Dieser kam immer einmal wöchentlich für Gespräche und widersprach allem, was wir im Verein gelernt hatten. Und wieder machte alles, was gesagt wurde, Sinn. Sie ist sehr freundlich und gibt uns hilfreiche und verständliche Ratschläge und nimmt sich viel Zeit für uns.


    Wir versuchten nun zig Methoden. Wir ersetzten das Futter durch über den Tag verteilte Portionen zum "Verdienen". Wir schafften eine Box heran, in die sie gehen sollte, wenn es klingelte. Bellte sie, wurde sie ignoriert. War sie still, wurde sie gelobt. Das funktionierte zwei Tage. Dann fielen wir ins übliche Muster zurück. Dann die nächste Methode. Mit Gehstock dazwischen grätschen, wenn sie vorging. Vor sie stellen, wenn sie angespannt war. Sie am Passanten oder Hund wortlos "vorbeischleifen". Ging auch die ersten Tage gut, dann war alles beim Alten.

    Schließlich wurde ein Geschirr mit Doppelleine angeschafft. Erst zog sie nicht, dann fing es wieder an. Und viele weitere Methoden. Münzenflaschen, Auslastung durch Geduldsspiele, "Konfrontation" mit Menschen in der Stadt, etc. Nichts, absolut nichts funktioniert.


    Wir sind wirklich verzweifelt, aber noch schlimmer: frustriert. Jeder Gassigang ist Stress, für beide. Sie ist permanent angespannt. Sie zieht, sie bellt und knurrt Passanten an und bei Hunden blockt sie völlig ab. Hört auf nichts, bellen, knurren, volles Programm. Die Trainerin hat uns geraten, sie mit Futter abzulenken. Sie ignoriert es. Dann sollten wir ihr die Sicht versperren. Sie schaut richtig mit Gegendruck an uns vorbei, schiebt den Kopf an Beinen und Händen weg und das mit Kraft. Mit Ausweichen und im günstigen Moment Losstürmen. Sie wiegt bereits über 30 Kilogramm.

    Dann das ewige Ziehen. Hechelt wie bekloppt und schnauft. Zieht sie mal nicht, wird sie sehr ausgiebig gelobt. Aber das scheint ihr am Hintern vorbeizugehen, weil es gleich danach wieder losgeht.


    Sie schaut ständig nach allen Seiten, ist sehr triebhaft, blockt völlig ab und ständig angespannt. Im Haus bellt sie, sobald es klingelt und kommen Leute rein, wird sie richtig laut. Dann wird sie teilweise hysterisch (WUWUWUWUWUWU!!!!!). Die Trainerin hat uns geraten, sie immer in die Box schicken, dann darf sie irgendwann raus und schnuppern. Nach Wochen des Trainings wurde es auch besser. :thumbsup:

    Meine beste Freundin z.B. weicht mal zurück, wenn Sonja sie anbellt. Verstehe ich auch. "Früher" hat Sonja dann weitergemacht. Mittlerweile schnuppert sie, dann ist Ruhe. Teilweise kommt sie schwanzwedelnd an. Und was auch besser wurde, war die stürmische Begrüßung. Früher hat sie uns angesprungen und immer geschnappt zum Knabbern, heute kommt sie schwanzwedelnd und mit angelegten Ohren zum Kuscheln an und schleckt und fiept. Das ist wirklich viel besser geworden. ^^


    Dann aber seit einer Woche wieder Rückschlag. Fremde kommen rein, und bämm! Lautes Bellen, Knurren und sie beruhigt sich nicht. Die Trainerin meinte, wir sollen ruhig mit den Gästen reden, aber Sonja peilt das nicht. Wir sollten uns auch vor die Box stellen und sie loben, sobald sie still war. Bringt nix. Bellt einfach weiter und die ganze Box klappert mit. X(


    Sind wir alleine zuhause, ist sie völlig anders. Lieb, verspielt, freundlich, verschmust und hört wirklich top auf Kommandos. Sitz, Platz, Fuß, Pfötchen, Los, Box, ...alles sitzt prima. Beim Spielen im Garten ebenso (nur mit Schleppleine). :love:


    Aber bei Fremden im Haus blendet sie alles aus, hört auf nichts und ist permanent angespannt. Und beim Gassigehen geht gar nichts. Wir sind auch gestresst, wie sie. Und es ist so unangenehm, sich bei jedem Passanten zu entschuldigen und wenn man sich abends mit Rückenschmerzen und Muskelkater aufs Sofa fallen lässt, will man auch nicht mehr mit dem Hund kuscheln. Der Frust wird immer größer, das Geld fliegt gefühlt zum Fenster raus und keine Fortschritte. ;(


    Ich bin gerade wieder von einem frustrierenden Gassigang zurück und musste jetzt erstmal alles aufschreiben. Jetzt geht's mir aber besser. :S


    Was wir jetzt vorhaben, ist ein anderer Trainer, genauer in einem Jagdverband. Einzeln mit Leinenführung. Aber ich wollte doch erstmal unsere Geschichte hier mit euch teilen, in der Hoffnung, dass uns jemand helfen kann. Sei es mit einem Tipp oder Vorschlag. Wir haben schon so viel ausprobiert, was erst funktionierte, dann aber quasi gelöscht wurde und auch nach wochenlangem Training nicht mehr funzte. Oder kann uns jemand einen Trainer empfehlen, der sich mit solchen Hunden auskennt und diesen auch mal an der Leine führt? Wir würden durchaus auch für 2-3 Wochen mit ihr zu jemandem hinfahren, falls es was bringt.


    Wir wissen, dass wir sehr viele Fehler gemacht haben. Aber zu dem Frust kommt Ratlosigkeit dazu, weil jeder Trainer, jede Hundeschule und jeder Verein was anderes empfiehlt, macht, sagt und ablehnt. Wir haben uns auch schon darauf vorbereitet, im schlimmsten Fall einen Maulkorb anzuschaffen. ;(


    Sonja ist sehr, sehr unsicher und nicht aggressiv. Zumindest laut den Trainern. Weil sie beim Bellen den Hintern "fluchtbereit" erhoben hat, sich bei Schreck oder Störung selbst in die Box verzieht (dann aber sofort wieder rauskommt) und bei Fremden nach dem Bellen meist schnuppert. Nur wer lässt sich schon gerne von einem Hund beschnuppern, der vorher einen angebellt und anknurrt und sich in die Leine wirft?? Und sichtbar nicht auf den Halter hört?


    Wir verstehen auch nicht, warum Sonja nicht kapiert, dass sie nicht bellen muss? Dass wir die Lage im Griff haben? Dass sie sich selbst nicht stressen muss und soll? Einfach nix funktionierte, um ihr das zu vermitteln.


    Bitte, kann uns jemand helfen? Wir möchten wirklich alles versuchen, um einen ausgeglichenen, souveränen Hund zu haben, der nicht unsicher, sondern selbstbewusst ist. Wir sind uns über unsere Fehler im Klaren, wünschen uns aber v.a. endlich einen klaren Leitfaden. Es ist mehr so ein Hin und Her, wisst ihr, was ich meine?


    Danke vorab und auch vielen Dank an diejenigen, die sich diesen ganzen Roman durchgelesen haben! DANKE! :whistling:

    LG

    Einmal editiert, zuletzt von Caprica Six () aus folgendem Grund: UPDATE :)

  • Das das frustrierend ist , glaube ich dir.


    Aber damit dir jemand einen Trainer empfehlen kann, rate ich dir dich und Sonja (gerne mit Bilder von ihr) im Vorstellungsthread vorzustellen.

    Wenn wir wissen in welcher Ecke ihr wohnt ist das leichter

    Alex mit

    Dina 08.03.2017 & Basko 27.07.2019

    :love:

    <3Aiko 2008-2019, Kimba 2005-2017, Kira 2000-2005, Irko 1996-2007,Varko 1994-1996, Aki 1985-1994, , Hasso II &Hasso I 1971-1986<3


  • und dann die obligatorische Frage nach dem Alter, von eurer Sonja. Von einem ängstlichen Hund kann ich ein Liedchen trällern. Habe ich hier zu Hause liegen.

    ]Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019



    Loki mein kleiner Chaot geboren April 2019


  • Hallo ihr Beiden,


    erstmal danke für die Antworten. :) Ich hab mich hier einmal kurz vorgestellt, auch mit Fotos:


    Grüße aus dem Harz


    Sonja ist Anfang Mai 2019 geboren, jetzt also knapp 10 Monate alt. Und ihre erste Läufigkeit hat sie bereits hinter sich, müsste im Januar gewesen sein (ich bin wegen meines Studiums meist in einer anderen Stadt). :)


    LG

  • Erstmal herzlich Willkommen, Alex und Sonja - auch wenn die Verzweiflung aus deinem Bericht tropft. 🥺

    Askja vom Haus Fuchsgraben

    * 18.06.2014

    Banja vom Wogenfeld - mein Mädchen im Herzen

    * 12.04.2002 - gegangen am 08.09.2014

  • Hallo Peppermint,


    dankeschön. :) Ich habe schon länger überlegt, mich hier anzumelden, auch, weil wir länger Schwierigkeiten haben. Aber in letzter Zeit gab es Fortschritte mit ihr während des Trainings, bis es krachwumm machte und es wieder so schlimm wie vor paar Monaten wurde.


    Der letzte Gassigang war nur Frust. Es waren Passanten und Hunde da, sie hat gezogen, gebellt, geknurrt, auf nichts gehört, lief mir zwischen und vor die Beine, warf sich in die Leine und meine Mama war mit dabei. Dann war sie permanent angespannt, sah ständig in der Gegend rum und hörte nicht einmal mehr auf "Guck". Das kam die letzten Tage häufiger vor. :(

    LG

  • Hallo Peppermint,


    dankeschön. :) Ich habe schon länger überlegt, mich hier anzumelden, auch, weil wir länger Schwierigkeiten haben. Aber in letzter Zeit gab es Fortschritte mit ihr während des Trainings, bis es krachwumm machte und es wieder so schlimm wie vor paar Monaten wurde.


    Der letzte Gassigang war nur Frust. Es waren Passanten und Hunde da, sie hat gezogen, gebellt, geknurrt, auf nichts gehört, lief mir zwischen und vor die Beine, warf sich in die Leine und meine Mama war mit dabei. Dann war sie permanent angespannt, sah ständig in der Gegend rum und hörte nicht einmal mehr auf "Guck". Das kam die letzten Tage häufiger vor. :(

    LG

    kenn ich alles und kann ich ein Lied von singen. Nur Geduld meiner war sehr extrem und nun ist er schon entspannter in der Gegenwart von Fremden

    ]Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019



    Loki mein kleiner Chaot geboren April 2019


  • Hey Ellionore,


    das tröstet mich doch, es ist schlimm, sich damit alleine zu fühlen.


    Wie können wir was dagegen machen? Gegen ihre Unsicherheit? Wir kommen einfach nicht zu ihr durch. Die Trainerin meinte, Sonja ist unsicher, überfordert und muss auf uns vertrauen. Und seit über einem halben Jahr sitzen wir daran. Körperliche Präsenz, Training, Konfrontationskurs, Futter durch Portionen ersetzen, Loben/Ignorieren, Münzenflasche, etc.


    Nichts, absolut nichts funktioniert. Es ist genau wie am Anfang. Sie ist immer angespannt, scannt die Gegend ab, sehr leicht abzulenken, dann dieses ewige Ziehen und bei jedem Passanten und jedem Hund geht das Bellen, Knurren und Springen los.


    Es ist zum Mäusemelken. ;_;


    LG

  • Na Ja meiner lässt sich von niemanden außer mir oder meiner Freundin anfassen, er mobbt/ bellt eine Eltern/ Bruder an und stürmt auf sie zu. Meine Eltern haben es verstanden, aber ich kann euer Problem absolut nachvollziehen. Ich habe einen 10 Monate alten Rüden, wo ich immer schauen muss. Als erstes akzeptiere, dass sie keinen Kontakt zu anderen Hunden unbedingt will/ braucht. Weicht aus, wir gehen durchaus in den Wald oder aufs Feld wenn uns ein Hund entgegen kommt. Je mehr Abstand desto ruhiger wird sie. Bei Menschen studiert den Hund, ich weis bei Loki, jemand torkelt, ich muss mir den Hund schnappen und den Fokus holen, sonst bellt er und würde auch hin springen. Und auch wenn es hart ist, derjenige der euren Hund ausführt muss Krafttraining machen um ruhiger zu werden. Wenn du weißt du hälst den Hund egal was er veranstaltet wirst du entspannter.

    ]Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019



    Loki mein kleiner Chaot geboren April 2019


  • Kann man das überhaupt in den Griff bekommen? Wir sind da irgendwie...weiß nicht.


    Dass wir irgendwann entspannt mit ihr rausgehen können, dass sie auch entspannt bleibt? Sie kann sich ja ruhig alles anschauen, aber wir wollen, dass sie das Agieren auf eigene Faust unterlässt. Nur das scheint sie nicht kapieren zu können (oder wollen).


    Es wäre so schön, wenn sie in Anwesenheit fremder Hunde souverän bleibt, uns vertraut, Fremde in Frieden lässt und sich selbst nicht stresst.

  • sie muss nicht souverän bleiben, es ist ein Wunsch Zustand. Sie ist ein territorial veranlagter Hund. Sucht euch ein tollen ruhigen und großen Rüden, und ihr werdet sehen, dass eure Sonja nichts macht. Fremde in Frieden lassen liegt an euch, ihr müsst sie lesen. Loki lese ich und weis genau jetzt muss ich ihn ablenken oder ihn ins Sitz bringen.

    ]Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019



    Loki mein kleiner Chaot geboren April 2019


  • Ich denke, mit Eurem Herumexperimentieren mit tausend Methoden habt ihr den Hund nur verunsichert.

    Sie kann Euch nicht einschätzen, denn sie weiß nicht, was als nächstes kommt. Ihr müßt , denke ich, grundlegend daran arbeiten,

    daß sie wieder Vertrauen zu euch faßt. Grundsätzlich sollte es bei einem Hund nur "schwarz und weiß" geben.

    So wie Du das schilderst, lebt euer Hund immer in einem Graubereich, weiß also eigentlich nicht, was macht sie richtig und was falsch.

    Sie fühlt sich für die ganze Welt verantwortlich, ist damit aber völlig überfordert.

    Ich würde mit so einem Hund viel arbeiten, z.B. Fährtenarbeit, Clickern, Dummytraining usw. ,damit sie merkt, es macht Spaß etwas mit Dir zu tun.

    Wenn Du interessant genug für den Hund bist, kannst Du ihn auch mit den schwierigen Situationen Schritt für Schritt konfrontieren.

    Das braucht aber sehr viel Zeit und Geduld, denn das, was eurer Maus in den ersten Lebensmonaten alles widerfahren ist, hat sie natürlich entsprechend geprägt, das gibt sich nicht in ein paar Wochen.

    Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Hunde

  • xannina... bin ganz deiner Meinung. Zu viel in zu kurzer Zeit. Sonja hat wahrscheinlich in der ganzen Zeit nur eines gelernt: die Zweibeiner wissen nicht was sie tun und nun übernehme ich.

    Caprica Six... eure Maus, die übrigens sehr hübsch ist, ist 10 Monate alt.

    Da haben so einige hier im Forum täglich das große Heulen gehabt... ich auch.

    Ihr wünscht euch eine gut erzogene, souveräne Hündin und habt euch bisher so viel Mühe gegeben. Aber sie ist noch ein Kind und muss doch erst erwachsen werden.

    Sucht euch einen wirklich guten "Trainierenden"(Ist das genderneutral so richtig?:D<X oder eine Schule und fangt ganz von vorne an mit jeder Menge Zeit.

    Wie habe ich andere Schäferhalter immer beneidet wenn ich die beobachtet habe. Die Hunde stolz und sicher, arbeitswillig, auf den HH fixiert.

    Und meiner hat sich eher so benommen wie eure Sonja.

    Ich war halt das Problem. Erstens bin ich nicht souverän und zweitens habe ich nicht wirklich viel Geduld.

    Also wird mein Schäfertier nie so werden wie die toll ausgebildeten.

    Aber das ist so, ich habe mich damit abgefunden und erziehe das nötigste um einen Familienhund zu haben.

    Es deprimiert mich immer noch etwas wenn wir bei unserem Bekannten (Diensthundeführer) sind.

    Da erkenne ich Argos nicht wieder. Wenn der was sagt dann flitzt mein Hund. Der Mann kann halt Hunde führen... ich nicht.

    Argos, geb. 16.07.2017, intakter Rüde, 70 cm und 45 kg

  • ach komm schon Argos ich wäre froh wenn Loki so wie deiner wäre.;(8o Aber jo die Pubertät ist Scheiße.

    ]Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019



    Loki mein kleiner Chaot geboren April 2019


  • Da habt ihr wirklich schon einiges durch. Ich schließe mich aber auch an, dass ihr mit eurem ständigen Methodenwechsel den Hund immer mehr verunsichert habt. Sonja weiß wahrscheinlich gar nicht mehr, woran sie bei euch ist. Wenn ihr euch für eine Methode entschieden habt, solltet ihr auch dabei bleiben, wenn ihr Fortschritte gesehen habt. Wenn es zwischendurch mal wieder schlechter ist, trotzdem dranbleiben und nicht wieder was anderes ausprobieren. Es wird jetzt natürlich immer schwerer, denn Sonja weiß ja nicht mehr, woran sie bei euch ist. Ob nicht wieder irgendwas anders wird, wenn sie sich daran gewöhnt hat.


    Dazu kommt, dass ihr natürlich nicht wisst, ob die Eltern wesensmäßig sicher sind. Gerade beim Weißen gibt es leider noch viele Hunde, die nicht umweltsicher sind.


    Dass ihr Sonja mit 8 Wochen geholt habt, ist übrigens nicht zu früh gewesen, sondern ein normales Alter für den Einzug in ein neues Zuhause.


    Was macht ihr sonst noch mit Sonja außer Spazierengehen? Wie beschäftigt ihr sie?

  • vor Loki hätte ich das mit den vielen nicht Umweltsicheren weißen verneint. Leider ist da was dran.

    ]Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019



    Loki mein kleiner Chaot geboren April 2019


  • Hallo Alex auch noch einmal an dieser Stelle.


    In deinen Schilderungen habe ich vieles gelesen, was mich an meinen Hund erinnert: vor allem das laute Bellen (aber wie heißt es so schön: "Warum bellt der Hund? Singen kann er nicht!")

    und das starke Ziehen (mein Hund wiegt 52 kg und hat mich bereits merhfach umgezogen, so dass ich der Länge nach hingefallen bin).


    ABER: mein Hund ist mittlerweile 4 Jahre alt, ich war lange Zeit krank und leider ist Konsequenz nicht meine große Stärke. Dennoch arbeite ich weiter, damit ich auch wieder entspannt mit meinem Hund spazieren gehen kann.


    SONJA IST ERST ZEHN MONATE ALT!!!!!!!! Das sollten du und deine Familie euch bitte einmal verinnerlichen. Und ja, sie kommt nun auch noch in die Pubertät. Da hat ein Hund tatsächlich alles bisher gelernte wieder

    vergessen, selbst Hunde, die konsquent nur nach einer Methode erzogen worden sind. Und soweit ich weiß, macht auch die erste Läufigkeit vielen Hündinnen mehr oder minder Probleme.


    Sonja hat bei euch in ihrem kurzem Leben leider bisher keine Konsequenz und Verlässlichkeit in der Erziehung und bei ihren Menschen kennen gelernt. Ich denke, sie ist wirklich leider ein sehr, sehr unsicherer Hund.

    Wichtig ist meiner Meinung nach eine verlässliche Bezugsperson für Sonja. Und dann ein einziger, guter, verlässlicher Erziehungsansatz, den alle Familienmitglieder (möglichst) gleich vertreten. Und dann üben, üben, üben.

    in gaaaaaaaaaaanz kleinen Schritten. Ein Hund lernt aus den Wiederholungen. Und das können und müssen viele Wiederholungen sein; nicht 10 x, nicht 100 x, eher 1000 x! NIcht zu viel auf einmal wollen. Das aus dem Haus

    gehen, ohne dass der Hund die ganze Gegend voll bellt. Und wenn das gemeistert ist, dann erst die nächste Aufgabe angehen.


    Ich selbst habe gerade erst gelernt, Hundekontakte sind für die Sozialsierung schön und gut. Aber das Wichtigste ist die Prägung auf SEINEN Menschen. Alle und alles andere müssen unwichtig und uninteressant für den Hund werden. Meinen Hund kann ich zum Glück sehr gut mit Futter unter Kontrolle bringen. Dann wird eben am Tag keine Frühmahlzeit serviert, sondern das ganze Futter wird während des Trainings als Belobigung gegeben. Der

    Hund muss sich sein Futter regelrecht verdienen, erarbeiten.


    Und wie schon vorgeschlagen, sucht euch einen kompetenten Trainer, der am besten auch zu euch nach Hause kommt und den Hund unter euren realen Gegebenheiten kennen lernt. Auf dem Hundeplatz, quasi in

    geschützter Umgebung, ist alles anders.

    Harras *10.12.2015 :thumbup:“Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.” :thumbup:(Louis Armstrong)

  • Wie Pinguetta schon geschrieben hat, wäre es wichtig zu klären wer die Bezugsperson ist, bzw. wer mit Sonja raus geht und sie erzieht und ob wirklich alle das gleiche machen.

    Dann braucht ihr einen guten Trainer vor Ort, der euch weiter hilft.

    Bis das verlorene Vertrauen (und wenn ich da deinen Beitrag von dem Hundeplatz lese, kann ich mir nicht vorstellen, dass noch viel Vertrauen zu euch da ist) wieder aufgebaut wird und das wird dauern.

    Für einen unsicheren Hund ist schon der Umstand das ihr zulasst, dass fremden Personen in ihre Individualdistanz eindringen, ein Vertrauensverlust.

    Versucht soviel Abstand wie möglich zu fremden Menschen und Hunden zu halten. Überlegt, ob die Box im Haus an einem Ort steht, wo sie ausreichend Distanz zu fremden Besuchern hat um sich dort wirklich sicher fühlen zu können.

    Und habet Geduld, das wird sicher einige Zeit dauern.

    Viele Grüße aus Bayern
    Silvia mit Hank (*2008)+ Arik (*2015)
    (Jacky +29.12.2015, Cora 30.07.2001-04.08.2016, Rusty 2000-09.04.2019)
    Natürlich kann man ohne Hunde leben, aber es lohnt sich nicht (Zitat: Heinz Rühmann)

  • Moin Leute,


    danke für eure zahlreichen und detaillierten Antworten, ich war heute viel auf Achse und konnte mir diese jetzt erst durchlesen. :)


    Also das, was ihr schreibt, deckt sich auch mit dem, was wir denken und den Aussagen der Trainerin, also dass Sonja nicht aggressiv, sondern vielmehr sehr unsicher ist. Es beruhigt mich übrigens auch sehr zu lesen, dass es nicht schlimm war, sie mit 8 Wochen mitzunehmen. Uns wurde von Seiten der Hundeschule gesagt, dass dies zu früh gewesen sei und Sonja möglicherweise verhaltensgestört sein könnte. Das war ein ziemlicher Schockmoment.


    Die Frage, die wir uns stellen, ist halt, ist ihr Verhalten für einen Junghund normal? Auch dieses "Löschen" aller erlernten Dinge bzw. dieses mit richtig Gegendruck reagieren?


    Das Problem mit allen bisher versuchten Methoden war, dass dies für eine kurze Zeit deutlich besser ging. Dann aber BUMM und wir standen wieder am Anfang. Beispielsweise haben wir versucht, ihr Futter im Austausch für Arbeit anzubieten. D.h., die täglichen Futterrationen wurden als Belohnungen über den Tag verteilt. Lief erst super. Anfangs lief sie beim Gassigehen sehr entspannt neben uns her, guckte gelegentlich rauf, schaute häufig zur Hand und ignorierte Passanten, bzw. wuffte und dann war Ruhe. Nach 2 Wochen dann aber fing sie an, das Futter zu ignorieren, sie zog wieder und das Knurren und Bellen fing wieder an. Kommen Passanten, versuchen wir im Voraus, auszuweichen und sie mit Futter abzulenken.

    Sie ignoriert es aber! Weicht aus, zieht mit Gegendruck und aller Kraft und bellt und knurrt und hört auf nix mehr. Schafft man Distanz zum Passanten, zieht sie noch mehr. Die Trainerin meinte dann, Sonja würde Grenzen austesten und bräuchte jetzt das stur durchgezogene Training. Das haben wir über Monate hinweg gemacht, ohne Besserung. Es wurde wieder frustrierend und nervenzehrend.


    Erziehung funzt nicht. Im Haus ist es definitiv besser geworden, sie ist viel ruhiger, ausgeglichener und gehorsamer. Aber außerhalb des Hauses ist es, als wäre ein Hebel umgelegt.


    Nach der Sache mit dem Schäferhundeverein haben wir die Art des Trainings komplett umgestellt. Von "Anschreien" und "Würgehalsband" zu Geschirr, Arbeit mit Sprache und Worten und Leckerchen. Aber das Problem ist ja nicht bloß, das Ziehen und Anschnauzen. Wenn wir Passanten sehen und ausweichen und sie ablenken (Leckerchen und Worte), ignoriert sie das, bzw. weicht aus und setzt alles daran, ihren Krawall durchzuziehen. Da hilft dann meist nur am Geschirr packen und vorbeischleifen.


    Wir beobachten sie natürlich auch und "lesen" sie. Sie spannt sich fast bei jedem Passanten an und bei jedem fremden Hund (die übrigens alle NICHT erzogen sind! Die bellen und knurren und ziehen ebenfalls, aber daran stört sich natürlich keiner, weil das Fußhupen und überdimensionierte Handtaschen sind. Bei einem Schäfer, der das Gleiche macht, denken alle gleich an einen aggressiven, verhaltensgestörten Hund. Wir ignorieren dabei stets Passanten, entschuldigen uns manchmal, aber sonst liegt die Konzentration, bzw. der Fokus, bei/auf Sonja.


    Bzgl. der Beschäftigung wollten wir eine Fährtenausbildung auf Anraten der Trainerin machen. Keine Schutzhundeausbildung, höchstens Begleithunde (geht aber erst ab 1 Jahr). Allerdings trauen wir uns kaum zu sowas hin, aufgrund der Tatsache, dass die Erziehung null sitzt.

    Ansonsten machen wir zuhause viele abwechslungsreiche Übungen, mit anschließendem Spielen und natürlich mit viel Lob, Aufmerksamkeit und Leckerchen. Dazu gehören "Gehirn"-spiele, Geduldstraining, "Suchen" (im Haus oder im Freien, wenn wir auf ein Feld fahren), etc. Auf einen Hundeplatz wollten wir erstmal nicht gehen.


    LG