in welchem Rhythmus mit Welpen üben

  • Hallo Ihr Fellnasenliebhaber,


    Wenn man das so liest und sieht in den Medien dann soll man ja viele Dinge dem Weplen beibringen:


    Seinen Namen, Nein, Sitz, Platz, Komm, Clicker konditionieren, an der Leine laufen, im Platz liegen bleiben.

    Man soll spielen, toben, Umwelt zeigen.

    Das schafft man ja kaum alles, wenn man bedenkt, dass es viele Wiederholungen braucht für die Kommandos. Und man soll ja immer nur 2 oder 3 Minuten üben. Und zwischen den Übungen soll er fressen und viel schlafen. Und in der Woche ist man arbeiten, also bleibt ja nur der Morgen kurz und dann der Abend.


    Ich habe ständig das Gefühl, dann viel wertvolle Welpenzeit verstreicht ich aber gar nicht so viel machen kann mit ihm. Nun ist er schon Anfang 11. Woche.

    Aber ich will den Welpen auf keinen Fall überlasten.


    Wie macht Ihr das mit all den kleinen Übungseinheiten und der Zeit? Wie lange wartet Ihr zwischen den Übungen?


    Danke für Eure Hinweise.

    Einmal editiert, zuletzt von Micha369 ()

  • mach dich doch nicht so verrückt.


    Lass den Welpen doch lieber viele Eindrücke positiv kennenlernen und die Umwelt "erforschen"


    Klar spricht nichts gegen das kurze spielerische üben von sitz Platz usw. Und das sollte man auch immer mal wieder kurz einbauen aber einen Plan braucht man da nicht für. Wenn es passt übt man halt spielerisch kurz und fertig


    das kann man in einigen Wochen später immer noch "ernsthafter" angehen.


    Viel wichtiger ist das der Zwerg eine gute Bindung aufbaut und selbstsicher wird und seine Regeln kennt



    Also einfach mal druck raus nehmen und alles ein wenig entspannter nehmen, auch dem Hund zu Liebe ;)

    Hunde sind Engel, die zu uns kommen um uns zu zeigen was wahre Liebe ist!

  • Im ersten Jahr habe ich mit Rae gar nicht nach Plan irgend etwas geübt. Wir haben das Leben genossen und viel waren viel unterwegs und sie konnte viel mit unserem Border Collie spielen.

    Übungen gab es je nach Lust und Laune und auch nur ganz kurz und niemals wenn sie oder ich keine Lust hatten. Meine Tochter hat mit ihr ein wenig geclickert, aber so richtig motiviert war der Zwerg da nie, nicht mal für Essen. Da war vieles interessanter und ziemlich bockig war das Hundekind auch. Der Züchter meinte die Ossis sind Spätzünder und so haben wir das akzeptiert. :huh:

    Sie war am Hundeplatz dabei, durfte mit den anderen Hunden agieren und viele Menschen kennen lernen.

    Als sie 4 Monate alt war haben wir mit Agility "angefangen". Nicht so richtig, aber mal ab und zu über eine Wippe oder den Steg laufen und zwischen zwei Auslegern ohne Hürde abrufen. Sie hat dabei automatisch Kommandos gelernt, konnte ganz schnell warten und bleiben. So Dinge wie Sitz und Platz habe ich auch ohne großen Plan geübt, wenn es eben angesagt war. Warten vor dem Futternapf auf Freigabe war eine der ersten Übungen. Das machte Sinn bei 3 Hunden. Das hat sie aber so verinnerlicht das es auch bei anderen Gelegenheiten super klappte.

    Was ich völlig vernachlässigt habe war das ordentlich an der Leine laufen, leider. Hier war das nie wirklich wichtig weil wir nur 3 Minuten zum nächsten Feld haben und in der Stadt lief sie recht ordentlich. Alles gut.

    Tja, ich hätte mehr machen können. ;) Trotzdem bereue ich nichts.

    Als sie dann fast ein Jahr war stand Üben für die BH auf dem Plan. Ich bekam Ehrgeiz das so schnell wie möglich hinter uns zu bringen, aber es kam ihre Ellbogen-OP dazwischen. Zum Glück war es Winter. :) Wir haben dann wochenlang nicht viel machen können. Im März ging es dann wieder auf den Platz und wir haben echte Vorschritte gemacht beim Üben obwohl die anderen direkt daneben Agility machten. Die haben mich alle für völlig bekloppt erklärt, aber so bin ich. ^^

    Im April habe ich uns dann spontan zur Prüfung angemeldet. Die war bei uns auf dem Platz und ich dachte nur "Versuch macht kluch".

    Tja, wir haben`s gerockt und waren richtig gut und hatten viel Spaß. Ich war soooo stolz auf das Schäfertier. Dabei ist mir erst eine Woche vorher eingefallen das es bei der Prüfung auch einen Leinenteil gibt. :rolleyes: Asche auf mein Haupt, aber meine letzte BH lag mehr als 10 Jahre zurück.

    Was ich sagen will: Mir war es das Wichtigste dass das Hundebaby mir vertraut und ganz viel kennen lernt, vor allem andere Hunde und Kinder. Bei dem was ich ihr an Kommandos abverlangt habe war ich allerdings sehr konsequent.

    Ich würde es wieder so machen und vor allem erst einmal auf mein Bauchgefühl hören.

    Wenn ich manche anderen Welpenbesitzer so höre frage ich mich immer ob deren Hunde auch mal "Kind" sein dürfen. Da gibt es richtige Trainingspläne und dann wundert man sich das so manches Hundebaby am Rad dreht?


    LG Terrortöle

    Dogs leave paw prints on our hearts. :*


    Raven - 21.10.2013 / 58,5 cm, 27 kg (DDR-Leistung)

  • Wie macht Ihr das mit all den kleinen Übungseinheiten und der Zeit? Wie lange wartet Ihr zwischen den Übungen?

    Wir machen eigentlich kaum so etwas wie spezielle Übungseinheiten. Nur gelegentlich etwas Sitz, Platz, Bleib, ... im Garten. Und die wöchentliche Gruppenstunde natürlich.

    Die wichtigste Übung ist bei uns "Alltag". Also neben normalen eher kurzen Spaziergängen gibt es immer wieder mit dem Auto irgendwo hin, alleine bleiben während ich einkaufe, Essen gehen bei der Döner Bude, Bahnhof besichtigen und Zug fahren, Maschinen beim Krach machen zusehen, ....

    Da baucht es nicht mehr extra zur Auslastung...

  • Und neben allen kleinen Spielen und Unternehmungen immer genug Zeit fürs Schlafen lassen!

    Harras *10.12.2015 :thumbup:“Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.” :thumbup:(Louis Armstrong)

  • ich hab das immer so gehandhabt, dass wenn der tag nicht so viel alltagskram hatte, dann hab ich kleine übungseinheiten von 5-10 minuten vormittags und nachmittags eingebaut

    wenn der tag viel erlebnis hatte - supermarkt, fahrstuhl fahren usw. dann gabs nix extra an übung, dann wurde der rest des tages ehern ruhig gestaltet

    Annett mit Lexy


    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”

  • Ich glaube am Anfang ist das Wichtigste Alltagssituationen entspannt kennen lernen und die Bindung bzw. das Rufen/Kommen. Sitz und Platz läuft dann eher nebenher. Die Leinenführigkeit habe ich bei meinen leider auch immer vernachlässigt, da wir nur über eine Straße auf die Feldwege müssen. Aber das kann man ja auch auf einem Spaziergang zwischendrin einbauen. Am besten wenn der Welpe noch ganz klein oder der erste Power schon raus ist.

    Wenn man mit dem Klicker arbeiten will, ist das anklickern von Anfang an schon gut, aber das einmal am Tag ganz kurz (ich nehme max. 8 Leckerlis).

    Die Pausen sind mindestens genauso wichtig wie das üben.

    Also keinen Stress machen, bei dem was man macht liebevoll, geduldig und konsequent sein dann wird das schon.

    Viele Grüße aus Bayern
    Silvia mit Hank (*2008)+ Arik (*2015)
    (Jacky +29.12.2015, Cora 30.07.2001-04.08.2016, Rusty 2000-09.04.2019)
    Natürlich kann man ohne Hunde leben, aber es lohnt sich nicht (Zitat: Heinz Rühmann)

  • Die Pausen sind mindestens genauso wichtig wie das üben.

    Da hast du m.M.n. etwas sehr, sehr wichtiges geschrieben, Silvia! Leider wird das zu oft vergessen und nur gefragt "Ist es normal, dass mein Hund so viel schläft?"


    Bei Harras denke ich immer wenn er träumt, wann hat er denn das alles erlebt, was er der hör- und merkbar (durch Bewegung der Beine) verarbeitet. Aber es scheint doch eine Menge zu sein.

    Harras *10.12.2015 :thumbup:“Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.” :thumbup:(Louis Armstrong)