Wie macht ihr das beim Fährtentraining?

  • Ich lese im Moment vermehrt nach wegen der Fährtenarbeit. Und je mehr ich lese, umso verwirrter und unsicherer werde ich, da es so viele Trainingsansätze und -wege gibt. Jetzt frage ich euch um Rat.


    Mir wurde empfohlen, den Hund in der Nähe anzubinden und ihn beim Legen der Fährte zusehen zu lassen. Und ich soll einen Kreis mit maximal 1m Durchmesser im hohen Gras treten, mit ganz kleinen Schritten und mit viel Trockenfutter(ganz klein). Wenn er sucht, unauffällig(Seeeehr schwierig)Futter nachstreuen wo er es gefunden hat und am Ende einen Jackpot mit einem größeren Futterhäufchen belohnen. Das Kommando „Such“ kennt er und ist kein Problem. Allerdings freut er sich so irre, dass er trotz Futter in der Hand zum Futtertreiben, dieses kaum annimmt. Gut, daran kann man arbeiten, ich möchte ihm anfangs aber nicht die Freude verderben, er soll ja gerne suchen. Das mit der Geduld wird schon mit der Zeit besser werden.


    Mein Problem ist aber dieses: Boss läuft erstmal den halben Kreis ab und beginnt dann erst mit tiefer Nase und ruhig zu suchen. Wie kann ich das korrigieren, ohne ihm den Spaß daran zu verderben?


    Meine Überlegungen dazu:

    Anstatt des Kreises ein Quadrat auszutreten und ihn rauszunehmen, wenn noch Futter darin liegt damit das Suchen immer spannend bleibt. Wenn er das Quadrat verlässt, soll ich dann auf die Leine steigen und es verhindern oder soll er selbst herausfinden, dass es nur da Futter gibt, wo ausgetreten wurde?


    Und weitere Fragen: Geschirr oder Halsband? Wenn Geschirr worauf muss ich achten, wenn Halsband eines mit einem Drehwirbel, aus welchem Material? Leine nehm ich vorerst meine gummierte 4m Leine ohne Handschlaufe.

    Welches Futter und überhaupt Futter? Welche Gründe sprechen für und welche gegen das Futter in der Fährte? Mir raucht echt der Kopf🙈😖😅


    Ein Böttcher Geschirr möchte ich eher nicht verwenden, mir gefällt dieses hinten an der Hüfte korrigieren nicht und Boss hat da auch eins seiner Probleme(Kreuzdarmbein). Eine Kettenhalsband auch nicht, denn das ist mit dem Thema „ Unterordnung“ aufgebaut.


    Ich weiß, es ist noch Zeit bis zum Fährten denn im Schnee fang ich damit nicht an, aber wenn es dann losgehen kann, möchte ich seine Ausrüstung zusammen haben und wissen, was zu tun ist und wie.

  • Ich kann dir nur beschreiben, wie ich es aufgebaut habe.


    Ich habe zuerst auch Vierecke ausgetreten, in die ich Futter gestreut habe. Crazy habe ich dabei aber nicht zusehen lassen, da sie trieblich eh schon hoch ist. Damit hätte ich sie nur noch mehr gepuscht. Zugucken würde ich also eher einen Hund lassen, der richtig motiviert werden muss.


    Ich habe sie dann mit Futter in das Viereck geführt und sie dann einfach machen lassen. Ist sie aus dem Viereck raus, hat sie halt keine Bestätigung in Form von Futter gefunden. Von dem her habe ich da nicht viel gemacht, sondern sie gelassen. Durch die Leine war sie eh etwas begrenzt. Ich habe sie dann auch mit Futter aus dem Viereck herausgeführt. Kurze Pause und dann noch ein zweites Viereck aussuchen lassen.


    Das habe ich ein paar Mal gemacht und dann ein Viereck, das eher einem Dreieck ähnelte, mit ein paar Schritten zum nächsten Viereck gelegt.


    Mir wurde damals gesagt, dafür einen Schritt vor den anderen zu machen, so dass eine Linie entsteht. Man kann aber auch die Schritte schon leicht versetzt voreinander zu setzen. Der Hund soll ja möglichst das Pendeln lernen. Und ich habe in jeden Schritt Futter gelegt.


    Korrigieren würde ich am Anfang wohl noch nicht so viel, ich denke, wenn du ein paar Vierecke gelegt hast, weiß Boss genau, was Sache ist und immer schneller mit der Suche beginnen.


    Futter habe ich geguckt, welches gern genommen wird. Wichtig ist, dass es schnell gefressen werden kann und der Hund nicht lange darauf rumkaut. Ganz am Anfang habe ich ein Bockwürstchen klein geschnitten und das für die Vierecke und zunächst auch für die Fährte genommen.


    Ich habe dann aber auf Platinum umgestellt, da Würstchen und Käse auch gern von Ameisen belagert werden.


    Ob Halsband oder Geschirr musst du gucken, was besser ist. Ich habe das Kettenhalsband auch für die UO, lege es aber auch für die Fährte an. Denn wenn du mal Prüfung machen möchtest, muss, soweit ich weiß, der Hund ein Kettenhalsband tragen, auch wenn du mit Geschirr suchst.


    Bei Befestigung am Halsband und Leine unter dem Bauch durch weist die Leine schon mal den Weg nach unten, birgt aber die Gefahr, dass sich die Leine auch mal um die Hinterbeine legen kann.


    Wenn noch Fragen sind, gerne fragen. Ich sehe mich zwar auch noch als Anfänger auf dem Gebiet, aber wenn ich helfen kann, mache ich das gerne :-)

  • Danke für deine ausführliche Antwort und dein weiters Angebot zu helfen, darauf komme ich sehr gerne zurück❣️

    Ich bin blutiger Anfänger und möchte keine Fehler in den Hund bringen, vermeiden lässt es sich wahrscheinlich nicht ganz wegen meiner fehlenden Erfahrung.


    Hmmm, wegen nicht zusehen lassen ist etwas schwierig, da ich vorhatte, das mit unseren Spaziergängen zu verknüpfen. Ich kann aber vorweg schon mal daran arbeiten, dass Boss sich kurz außer Sicht anbinden lässt und die Zeit dann immer weiter steigern. Danke für diesen wertvollen Tipp👍


    Also bist du für Futter auf der Fährte. Ja, den Ameisengedanken hatte ich auch und deshalb Käse und Würstchen gleich von der Futterliste gestrichen, da die Liegezeit der Fährte ja immer weiter verlängert wird.

    Boss ist ein sehr unproblematischer Hund, er frisst und verträgt alles. Hast du denn ein Futter, das dein Hund nur auf der Fährte bekommt oder ist das sein normales Futter? Ich hab vor, das wirklich intensiv zu machen, deshalb sollte sein Fährtenfutter auch ein wirklich gutes, leicht verdauliches und sehr verträgliches Futter sein. Und wird aus diesem Grund wahrscheinlich auch sein „normales“ Futter sein. Boss wird ja zur Zeit gebarft, das geht aber beim Fährten nicht, deshalb diese Teilumstellung. Da bin ich auch auf der Suche nach dem richtigen Futter. Morgens Trockenfutter auf der Fährte, abends dann seine um das reduzierte Barfration.


    Danke wegen der Aufklärung zur Prüfungssituation zu Kettenhalsband und Geschirr. Das heißt, ich kann mit Geschirr trainieren aber bei der Prüfung muss dann an der Kette gesucht werden? Da würde ein Geschirr ja gar keinen Sinn machen und den Hund nur verwirren, wenn es gerade in der Prüfungssituation anders ist. Wie machst du das?

    Ich möchte unbedingt Prüfungen machen, das hatte ich ja auch beim Schutzdienst vor, ich möchte wissen, was wir können, wo wir stehen und immer weiter dazulernen. Im Frühjahr ist ein Fährtenseminar geplant, aber ich will jetzt schon was tun😅

    Verweisen wird fleißig geübt, das kann man Indoor sehr gut.


  • Das Halsband wird zusätzlich zum Geschirr getragen. Also die kommt bei der Prüfung auch ganz normal an das Geschirr und das Halsband ist auch angezogen.


    Ich barfe ja auch. Ich hatte mich für das Platinum für die Fährte entschieden und das gibt es auch nur auf der Fährte. Als ich noch in jeden Schritt Futter gelegt habe, habe ich die einzelnen Brocken in der Mitte durchgeschnitten, weil es sonst zu viel geworden wäre. Ich habe Crazy übrigens morgens vor der Fährte immer normal gefüttert. Sie ist eh schon schnell und ich muss am Tempo mit ihr noch arbeiten. Würde sie hungrig auf die Fährte gehen, wäre sie wohl noch schneller.


    Das Buch ist gut, das war auch meine erste Lektüre. Dann habe mir noch das Trainingsbuch Fährtenarbeit gekauft, was ich auch sehr gut finde.

  • Ach, jetzt versteh ich. Die Leine wird am Geschirr befestigt, das Kettenhalsband muss aber auch getragen werden.


    Dann hat die Eile mit dem Hunger zu tun? Boss kann immer fressen, auch sofort nach dem Füttern, da wäre wahrscheinlich nie ein Ende🙈

    Ich könnte seine Morgenration splitten, einen Teil so und den anderen auf der Fährte erarbeiten. Er ist an der Obergrenze seines Gewichtes, mehr soll er wirklich nicht bekommen.

    Bekommt Crazy also morgens ihre normale Barfration? Dann das Platinum auf der Fährte? Fütterst du grundsätzlich 1x am Tag? Sorry, so viele Fragen nebenher aber es hängt so viel zusammen.


    Das Buch werde ich mal bestellen. Ich hoffe, da kommen auch viele Antworten und nicht nur wieder dieses „jetzt weiß ich erst recht, dass ich nichts weiß“😅😅


    Schade, dass wir so viel Schnee haben.

  • ich hab im prinzip ihm schnee mit fährten angefangen - geht auch :-) und ich fand das geht sogar ganz prima :-) (denn ich brauch keine extra markierung der spur die ich sonst noch brauche)

  • wir haben auch mit einem viereck angefangen, was dann nach mehreren versuchen in ein dreieck überging und aus einer dreieckspitze dann den übergang in eine fussspur

    am anfang tatsächlich die füsse etwas näher beieinander und in jede fussspur ein leckerchen

    erstmal nur gerade kürzere strecken, dann länger und dann irgendwann bögen und dann winkel


    wie gesagt war schnee gelegen und ich fand das tat dem ganzen keinen abbruch, kann aber sein, dass es wenn der schnee weg ist erstmal wieder ein rückschritt gibt - war bei uns aber nicht so


    anfangs hab ich lexy auch zuschauen lassen, aber mit der zeit dann nicht mehr ...nur wenn ich alleine unterwegs bin und kein auto dabei hab, dann bind ich sie an und sie muss warten wärend ich in einiger entfernung und mit sichthindernis zu ihr die fährte lege .... danach gehen wir in die andere richtung und erst ne runde spazieren und dann erst auf die fährte


    als leckerlies nehme ich trockenfutter, das ist von der motivation her genau richtig ... ich habs mit fleisch oder würstchen probiert, aber da nimmt sie die nase nicht tief genug und fängt an mit den augen zu suchen

    lexy bekommt eh nur einmal am tag futter, da gibts halt an einem fährtentag weniger fleisch im napf


    wir fährten nur mit geschirr - aber ich hab dafür keins extra, da ich das bisher nicht für nötig hielt (ich weiss aber das es immer empfohlen wird)

  • nette

    Wie hast du das aufgebaut? Futter sieht der Hund im Schnee, er sucht ja dann auf Sicht, was er nicht soll. Oder hast du die Fährte ohne Futter getreten.


    Ist es nicht zu kalt zum Suchen? Kann der Hund da nicht krank werden oder ist das nur bei langer intensiver Suche so. Kann der Hund da auch genug riechen? Es gibt da ja keine Bodenverletzung der Erde oder der umgeknickten Pflanzen. Alleine der Individualgeruch der Stiefel. Reicht das aus?


    Bin gespannt auf deine Antwort 😉

  • nette

    Welches Geschirr verwendest du?

    Ich hab da Bedenken, dass das Futter gesehen und nicht erschnüffelt wird.

    Abgesehen von den gesundheitlichen Bedenken. Vielleicht mach ich mir aber auch zu viele Sorgen, bin da etwas gebrandmarkt.


    Super wäre es natürlich, dann könnten wir bald mal loslegen. Wie lange war denn dein Spaziergang?

  • ehm wieso sollte es dem hund zu kalt zum suchen sein? versteh ich grad nicht


    geruch im schnee - meiner beobachtung nach scheint der geruch im schnee kein problem zu sein, lexy kann z.B. exakt die mäuswege unter einer 30 cm schneedecke mit der nase oberhalb der schneedecke langfahren ... da kann sie auch fährten

    ich nehme an, die geruchspartikel bleiben an den schneekristallen welcher ja von staubpartikeln durchzogen ist genauso hängen wie auf gras

    und bei der bodenverletzung wäre ich mir nicht ganz so sicher, ob durch die veränderung der struktur durch den druck des fusses auch im schnee eine ähnliche auswirkung zeigt wie ein fussabdruck im gras


    ich hab mir da vorher keine gedanken drüber gemacht, ich wollte fährten, es lag eben schnee und ich wollte nicht warten und mir kam es ganz gelegen, dass ich die spur selbst sehen kann


    mit der spur auf sicht ist es da vll. schon tatsächlich auch vergleichbar mit einem feuchten acker, da sieht man letztlich den stiefelabdruck auch wenn man genau hinschaut

    die leckerlis verschwinden ja im schneeabdruck, daher muss ja doch die nase eingesetzt werden



    wie gesagt ich hab für mich keinen negativen unterschied festgestellt, aber ich bin auch kein profi und merk das vll. auch gar nicht ?