Leistungszucht Empfehlung

  • Hallo Zusammen,


    ich wende mich mit folgender Fragestellung an euch, ggf. kann mir jemand einen Tipp zum weiteren Vorgehen geben.


    Wir (mein Partner und ich) haben uns vor ca. 1,5 Jahren unseren ersten DSH als Welpen aus einer Leistungszucht geholt. Ich wollte von Anfang an IPO/IGP mit ihm machen und wir sind auch glücklich bzw. zufrieden mit ihm. Er ist 100% DDR Blut.


    Jetzt ist es allerdings so, dass mein Partner ebenfalls Gefallen an dem Sport gefunden hat und wir einen zweiten Hund möchten.


    Wenn ich mich im Verein umschaue, dann stelle ich fest, dass wir scheinbar wirklich Glück mit unserem Hund haben. Wir geben uns zwar viel Mühe, aber das tun andere sicher auch. Unser Hund ist äußerst triebstark und will unbedingt gefallen, er setzt Dinge sehr schnell um. Damit will ich sagen: Das empfinde ich nicht zwangsläufig als unsere Führerleistung.


    Wir möchten nun bei dem zweiten Hund (so weit möglich) wieder einen absolut leistungswilligen und selbstbewussten Hund. Wir könnten uns DSH oder Mali vorstellen.


    Meine Frage:

    Wie am besten einen Züchter suchen? Auf working dog habe ich bereits gesucht. Ist dieser Weg der übliche? Oder könnt ihr mir etwas anderes, ggf sogar eine Zucht empfehlen?


    Viele Grüße

    Dingo

    Einmal editiert, zuletzt von Dingo85 ()

  • Falls es kein Welpe sein muss: ich hätte einen Rüden von Bekannten, der sehr leisstungswillig ist und ganz dringend ein neues Zuhause sucht. Er ist derzeit in einer Pension untergebracht, seit Monaten, da Herrchen verstorben ist und Frauchen mit dem Hund gar nicht klar kommt. In der Pension geht er kaputt, er will unbedingt arbeiten - hat sein Herrchen auch mit ihm gemacht. Falls Ihr Interesse an Rex hättet, meldet Euch einfach bei mir, ich stelle dann den Kontakt her. Der Hund lebt derzeit in PLZ 4 in Wassenberg, Kreis Heinsberg.

  • Falls es kein Welpe sein muss: ich hätte einen Rüden von Bekannten, der sehr leisstungswillig ist und ganz dringend ein neues Zuhause sucht. Er ist derzeit in einer Pension untergebracht, seit Monaten, da Herrchen verstorben ist und Frauchen mit dem Hund gar nicht klar kommt. In der Pension geht er kaputt, er will unbedingt arbeiten - hat sein Herrchen auch mit ihm gemacht. Falls Ihr Interesse an Rex hättet, meldet Euch einfach bei mir, ich stelle dann den Kontakt her. Der Hund lebt derzeit in PLZ 4 in Wassenberg, Kreis Heinsberg.

    Evtl. Kennt Annika232 die ja aus Heinsberg kommt wen. Mir tut dieser Hund extrem Leid und ich hoffe es findet sich wer.

  • Warum fragt ihr nicht mal dort nach wo ihr auch den ersten Hund geholt habt? Offenbar seid ihr mit ihm doch zufrieden.

  • Ich schließe mich Jogy an. Wenn ihr mit dem ersten Hund zufrieden seid, dann nehmt doch Kontakt mit dessen Züchter auf, vielleicht hat er demnächst einen passenden Wurf.


    Ansonsten ist working dog bestimmt die umfangreichste und auch einfachste Informationsquelle, wenn man einen Sporthund sucht, ja.
    Um dir eine Zucht zu empfehlen, müsste man wissen woher ihr kommt, bzw. wie weit ihr bereit wärt zu fahren. :)

  • Die Entfernung spielt für uns keine Rolle. Für den ersten Hund sind wir auch weit gefahren.


    Die Frage, weshalb wir nicht wieder einen Hund von dem Züchter nehmen, drängt sich natürlich auf. Ich zweifle deshalb, weil die Hunde - nach eigenen Angaben des Züchters - zwar für den Sport, aber nicht für den Hochleistungssport gezüchtet werden. Die Zuchttiere besitzen eine Ausbildung, jedoch - wenn ich dies teilweise mit Zuchten auf working dog vergleiche - nicht ganz so ambitioniert. Dies wohl auch deshalb, weil die Tiere in Familien mit Kindern leben sollen können.


    Ist es hier im Forum verpönt, konkrete Zuchtstätten zu benennen? Ich möchte gegen keine Nettiquette verstoßen. Ich bin bei meiner Recherche auf die ein oder andere gestoßen, aber ich bin, wie gesagt, Laie.


    Von Malizuchten habe ich noch überhaupt keine Ahnung.


    Schöne Grüße

    Dingo

  • Dingo85


    Was versteht ihr denn unter hochleistungssport?

    Ob du mit deinem Hund auf eine WM fährst, hängt eher von deinen Fähigkeiten als Ausbilder ab, und weniger davon ob der Hund jetzt aus einer Leistungszucht oder einer "Hochleistungszucht" stammt.

    (Ich wusste garnicht, dass man da nochmal unterscheidet :S )


    Die Zuchttiere des Züchters können ja nichts dafür, dass dieser es mit der Ausbildung vielleicht nicht so genau oder ernst nimmt, das können trotzdem klasse veranlagte Hunde sein.

    Oder ist euch euer Hund, den ihr schon habt "zu wenig"?


    Bei den Malis muss ich passen, da kenn ich mich kein Ding aus.

    An eurer Stelle würde ich mir aber erstmal klar darüber werden ob es nun ein DSH oder ein Mali werden soll, es gibt da ja doch nicht unerhebliche Unterschiede. :/

  • Unser Hund ist uns nicht „zu wenig“, aber ich habe beobachtet beim letzten Treffen des Wurfes (Züchter lädt einmal pro Jahr ein), dass die anderen des Wurfes nicht so „arbeitswillig“ sind wie unser Hund. Und das führe ich nicht auf unsere Leistung als Führer zurück, ich glaube wir hatten einfach auch ein bisschen Glück.


    Nicht falsch verstehen, wir geben uns große Mühe und investieren viel Zeit, aber das machen andere bestimmt auch.


    Ich möchte bei einem weiteren Hund (soweit es mir möglich ist) vermeiden, dass er kein Interesse an der Beute zeigt und er nicht „willig“ ist zu arbeiten. Dass es so etwas gibt bei Schäferhunden, sehe ich im Verein. Die haben z.T. Probleme den Hund zu motivieren und bei uns funktioniert das vollkommen unproblematisch.


    Insofern wollte ich mich nun auf die Suche nach geeigneten Zuchten begeben bzw erhoffe mir Vorschläge, mit welchen ich mich dann im Anschluss genauer beschäftigen kann.


    Viele Grüße

    Dingo

  • Die Entfernung spielt für uns keine Rolle. Für den ersten Hund sind wir auch weit gefahren.


    Die Frage, weshalb wir nicht wieder einen Hund von dem Züchter nehmen, drängt sich natürlich auf. Ich zweifle deshalb, weil die Hunde - nach eigenen Angaben des Züchters - zwar für den Sport, aber nicht für den Hochleistungssport gezüchtet werden. Die Zuchttiere besitzen eine Ausbildung, jedoch - wenn ich dies teilweise mit Zuchten auf working dog vergleiche - nicht ganz so ambitioniert. Dies wohl auch deshalb, weil die Tiere in Familien mit Kindern leben sollen können.

    Das eine schließt doch das andere nicht aus. Ich würde vielmehr die Finger von einem Züchter lassen, dem die sozialen Kompetenzen der von ihm gezüchteten Hunde NICHT wichtig sind.


    Du solltest doch selbst beurteilen können ob Dein Hund für den "gehobenen" Sport ausreichend Qualitäten mitbringt oder nicht. Und die Hunde "Deines" Züchters somit dafür geeignet sind oder nicht. Wenn Du das nicht erkennen kannst, dann brauchst Du auch keinen Hund mit Qualitäten für den Hochleistungssport... 8)


    Es gibt viele "hochleistungsambitionierte" Züchter, die teilweise mit IPO1-Hündinnen züchten. Denn die in Prüfungen erreichten Punkte vererben sich nicht. Hundezucht und Hundesport sind beides sehr zeitaufwendige Hobbys. Wenn Züchter selbst im Leistungssport aktiv führen, dann bilden sie oft nur die Hündinnen, die sie überregional führen (teilweise bis zur WM) bis zur IPO3 aus. Die anderen werden, obwohl sie beste Veranlagungen besitzen, dann oft auf der IPO1 "stehen gelassen". Weil neben dem Beruf, dem Sport, der Welpenaufzucht, der tagtäglichen Versorgung aller Hunde des Züchter gar nicht genug Zeit zur Verfügung steht auch noch diese Hündinnen weiter auszubilden.


    Zudem ist es inzwischen auch ein Problem ein gutes Trainungsumfeld mit guten Schutzdiensthelfern zu haben. Ich selbst bilde meine Hündinnen deswegen nur noch so weit aus dass ich mit ihnen die IPO3 machen.


    Zur Eignung von Hunden für den "gehobenen" Sport, deren Züchter u.a. auch Wert auf soziale Kompetenzen legen: Aus meinem vorletzten Wurf ist eine Hündin Dualhund bei der (deutschen) Polizei. Einer wird im Ringsport geführt. Diese beiden Hunde müssen dafür einiges mehr mitbringen als viele Hunde, die überregional im IPO-Bereich geführt werden, mit sich bringen. Einer ist bei einer älteren Dame, die IPO-Sport auf Vereinsebene betreibt und ihre Hunde mit an die Arbeit nimmt, die Hunde dort u.a. mit psychisch nicht so ganz einfachen Jugendlichen arbeiten. Auch die anderen beiden Hunde werden "nur" auf Vereinsebene gearbeitet, bei beiden war aber ihre "Familienkompetzen" wichtig. Qualitativ hätte es bei allen für die "gehobene" IPO-Laufbahn gereicht.


    Aus meinem letzten Wurf gingen drei Welpen in Hände, die IPO- und/oder FH-orientiert sind, aber bei denen auch die sozialen Kompetenzen im Vordergrund standen. Gerade wenn die Hunde ihre Halter im Job begleiten, u.a. in Bereichen mit Kundenkontakt, darf da später nichts passieren. Eine Hündin ging in Anfängerhände an eine Familie mit Kindern, die eine spätere Ausbildung im Rettungshundebereich in Betracht gezogen haben. Inzwischen sind die Eltern aktive SV-Mitglieder in einer Ortsgruppe und arbeiten auch auf IPO hin. Gerade solche Welpenkäufer brauchen einen wirklich gut veranlagten Hund, sonst verlieren sie ganz schnell den Spaß an der Sache (da sie Defizite des Hundes ja nicht oder nur unzureichend kompensieren können). Der aber natürlich sozialkompetent sein muss. Und eine Hündin aus diesem Wurf habe ich diese Woche an die (deutsche) Polizei verkauft. Auch hier bei diesem Wurf sind Gesundheit und Instinktverhalten die Basis, in Verbindung mit sozialen Kompetenzen, für den jeweiligen Einsatzbereich der Hunde. Und gerade im Dienst und im Ringsportbereich bist Du als Hundeführer darauf angewiesen dass Deine Hunde auch selbst entscheiden, dabei aber trotzdem nicht "entgleisen" dürfen.


    Mir als Züchter ist die ganze Bandbreite der Leistungsfähigkeit wichtig. Hohe Punktzahlen interessieren mich dabei weniger. Ich nehme auch schon mal einen älteren ausländischen Diensthund als Deckrüden oder einen bisher unbekannten ausländischen Rüden, der gerade mal vom Alter her seit 6 Wochen decken darf. Also Hunde, die "in der Szene" völlig unbekannt sind. Wichtig sind mir die Bereiche Gesundheit und Instinktveranlagungen (letzteres schließt Nerven/Nerventätigkeit und die einzelnen Triebbereiche mit ein). Beide Bereiche sind mit gleich wichtig. Und die sozialen Kompetenzen der Hunde. Wenn das alles stimmt, und wenn Rüde und Hündin von ihren Veranlagungen her miteinander harmonisieren, dann kannst Du mit den meisten Welpen aus einer solchen Verbindung fast alles machen. Dann liegt es nur an Dir als Ausbilder und Hundeführer was aus dem Hund wird.


    Die wirklichen Qualitäten, die einen guten Sporthund auszeichnen, der auch sozialkompetent ist, sind sie selben die auch einen guten Rettungshund, Diensthund, Ringsporthund, Herdengebrauchshund etc. auszeichnen. Man kann in den einzelnen Bereichen, in denen Hunde eingesetzt werden, gewisse Defizite ausgleichen, die je nach Einsatzbereich unterschiedlich gelagert sein können. D.h. habe ich einen Hund, der Defizite im familiären Umfeld zeigt (i.d.R. durch Einschränkungen in der nervlichen Belastung, und/oder mit Problemen im Hormonhaushalt, wodurch die Erregungs-/Hemmungsphasen gestört ablaufen), kann der in einem Haushalt ohne Kinder und ohne viel Kontakt zu Menschen, die so einen Hund nicht zu händeln wissen, ein absolut guter Sporthund im gehobenen Leistungsbereich oder ein superguter Diensthund sein. Aber für die Zucht ist so ein Hund für mich nicht geeignet, weil er von seinen Veranlagungen her für mich nicht optimal wäre, sondern halt entsprechende (und nicht zu unterschätzende) Defizite besitzt. Auch wenn die in den richtigen Händen kompensiert werden können. Gerät solch ein Hund in die falschen Hände, kann das zu Katastrophen führen, über die man dann Schlagzeilen in Zeitungen und dem Internet liest.


    Von daher gehe in Dich und beleuchte die bisherigen Würfe "Deines" Züchters. Schau auch mal nach in welche Hände er seine Welpen bevorzugt verkauft. Ich persönlich gebe meine Welpen lieber an "Otto-Normalverbraucher", die mit einer realistischen Einschätzung irgend einen Sport oder Rettungshundearbeit mit ihrem Hund manchen wollen, ab als an Leute die irgendwelche Bundessiegerprüfungs- oder EM-Fantasien haben. 99 von 100 solcher Menschen bringen ihren Hund dort eh nicht hin (was dann meist nicht an den Qualitäten des Hundes, sondern oft an den eingeschränkten Fähigkeiten der Menschen liegt). Bei solch einem Käuferkreis findest Du später natürlich nur wenig Hunde auf überregionalen/internationalen Prüfungen/Wettkämpfen.

  • Vielen Dank für die ausführliche Antwort!


    Insbesondere die Erklärung im 1. Teil erscheint mir einleuchtend und gut nachvollziehbar.


    Für einen Laien ist eben das Vorhandensein von Prüfungen oftmals ein Faktor um festzustellen, was der Züchter beabsichtigt. Und mit der Bezeichnung „Allrounder“ (wie man es häufiger liest), konnte ich bislang nichts anfangen.


    Ich muss wohl ein paar Zuchten „abklappern“, und mit den Züchter*innen ins Gespräch kommen, um das herauszusuchen, was wir gerne hätten.

  • Aus welchem Zwinger stammt denn Dein Hund? Du musst auch bedenken dass nicht alle Würfe eines Züchters Deinen persönlichen Kriterien entsprechen werden. Ich kenne gute Züchterkollegen, die aber teilweise auch Würfe machen die ich persönlich so nicht machen würde. Und umgedreht ist das ganz genau so. Oft höre ich von anderen Züchtern "Warum hast Du ausgerechnet diesen Rüden genommen?". Jeder Züchter hat andere Erfahrungen mit einzelnen Zuchttieren und -linien gemacht, jeder Züchter hat teilweise andere Informationen als andere Züchter. Von daher empfehle ich Welpeninteressenten nie pauschal andere Züchter, sondern i.d.R. nur einzelne Zuchtverpaarungen. Allerdings nur von Züchtern, bei denen ich die Aufzuchtbedingungen für optimal halte.

  • Ich hatte ja in einem der anderen Posts schonmal nach der Nettiquette hier gefragt und ob konkrete Nennungen verpönt sind. Ich möchte niemandem auf den Schlips treten und kann auch nicht einschätzen, ob der Züchter hier mitliest. Ggf. gibt er mir dann gar keinen Hund mehr 😅


    Ich nenne jetzt die Zuchtstätte, die ich künftig ins Auge gefasst habe. Sofern das nicht erwünscht ist, müsst ihr mir das sagen. Ich bin bei meiner Suche auf den Zwinger „von Peroh“ gestoßen und finde die vergangenen Verpaarungen interessant.