Frustfaktor Hund ... wenn ich dringend den Stuhlkreis brauche, um eine Runde zu jengeln

  • Ich schicke voraus, dass ich meine Hunde liebe, wie mein Leben, aber momentan schickt mich Chia immer mal wieder in den Hundehalterfrust, wenn ich das Gefühl habe, dass alle Erfolge der letzten 12 Monategerade im Hormonpool ertrinken.


    Gestern beispielsweise, brachte sie mir einen toten, aus dem Nest gefallenen Jungvogel und legte ihn mir vor die Füße. Ich war erst mal hin- und hergerissen, ob ich sie für Ihre Aktion tadeln oder loben soll, denn eigentlich gilt die Regel, dass nichts vom Boden mitgenommen wird, respektive dass Gefundenes angezeigt und von mir zur Mitnahme freigegeben oder gegen einen Keks getauscht wird. Andererseits hat sie den Vogel zu mir gebracht, denn wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg sich halt auf den Weg zum Propheten machen und nachdem ich nicht kuckte, als Chia die Leiche anzeigte, brachte sie sie eben zur Begutachtung gleich mit. Ich habe mich dann doch für einen mahnenden Blick und ein "Nein!" entschieden, den Vögel in ein Papiertaschentuch gehüllt und ihn zur letzten Ruhe gebettet, indem ich ein kleines Grab aushob, ihn reinlegte, die Erde drüberschaufelte und die Stelle mit einem Backstein sicherte.


    Danach ging ich die Katzen versorgen und Chia kam mit, legte sich auch brav vor die Glasscheibe und beobachtete die Miezen. Irgendwann muss ihr das aber zu langweilig geworden sein, denn als ich den Katzen einen schönen Abend gewünscht hatte, lag Chia neben Bene vor dem Lagertor ... die Nase erdverkrustet und neben ihr der tote Vogel.


    Chia schaute mich erwartungsvoll an und schien mir sagen zu wollen: "Das ist kaputt! Machs heil und vergrab es nicht!"


    Mein Gute Laune Pegel begann nun merklich zu sinken, denn 1. hatte ich den toten Vogel für ein Tabu erklärt und 2. hatte die Chaosfürstin nicht mal ein schlechtes Gewissen!. Ich packte Chia also ins Lager und die kleine, steife Vogelleiche wieder in ein Papiertaschentuch, um nun eine sicherere Grabstelle zu finden und das Vögelchen erneut zu beerdigen.


    Heute früh stand Chia dann um 4.30 Uhr vor meinem Bett und winselte. Im Grunde ist das ja sowieso unsere Aufstehzeit, aber nachdem wir uns heute einen Brückentag gönnen wollten, hätte ich schon gerne noch ein halbes Stündchen länger gelegen. Aber wenn der Hund so dringend raus muss?


    Also stand ich auf, öffnete im Halbschlaf die Haustür und spürte nur noch den Luftzug an meinen nackten Beinen, als Chia wie der geölte Blitz an mir vorbeischoss ... und dann sah ich unser Hofreh auf dem Rasen vor dem Haus. Zum Glück ist es nicht sonderlich schreckhaft, denn es begleitet uns schon seit vier Jahren und hat sich an die Hunde gewöhnt. So sprang es auch nur ein paar Meter weg und Chia fiel wohl ein, dass sie gerade echt Mist gebaut hat, denn sie schlich mit nach hinten geknuckelten Ohren zu mir und war das personifizierte schlechte Gewissen.


    Das Reh früstückte weiter, Chia war zerknirscht und ich verzichtete auf den Anschiss und öffnete nur wortlos die Haustür, um meine Chaosfürstin wieder reinzuschicken.


    Um 5.30 Uhr brachen wir dann zum Morgenspaziergang auf und Chia stellt sofort auf Durchzug. Also übten wir den Rückruf und das bei Fuß laufen und tatsächlich hatte meine Chaosfürstin einen lichten Moment und meine Laune begann sich gerade zu heben, als zwei große Rehe genau vor uns durchrannten.


    Letzte Woche hätte Chia erst mich angeschaut und dann einen Belohnungskeks erwartet, weil sie nicht hinterhergerannt ist. Heute schoß sie los und überlegte erst unterwegs, dass sie gerade einen Belohnungskeks verspielt und einen Spaziergang an der Leine gewonnen hat. Sie kam zwar sofort zurück, als ich sie rief, aber mein Frustpegel war inzwischen schon außerhalb des grünen Bereichs und so gab es auch keinen Keks, sondern einen Anschiss. Natürlich tat es mir gleich darauf auch wieder leid, denn der Rückruf hatte ja wirklich perfekt geklappt, aber mein Selbstbewusstsein war schwer geknickt, weil ich eigentlich so stolz bin, sagen zu dürfen, dass meine Hunde nicht jagen ... und dann wird Chia läufig und alle Regeln stehen plötzlich in Frage. Ich ließ sie trotzdem wieder von der Leine, denn das Bällchenspielen gestaltet sich problematisch, wenn der Hund nicht hinter dem Ball herlaufen kann.


    Für ca. 20 Minuten war Chia dann auch wieder ganz sie selbst und weitere Rehbegegnungen verliefen wie gewohnt entspannt.


    Aber dann war heute Früh anscheinend der "Hasentanztag". Auf jedem Grasweg neben Wald und Feld hoppelten die Langohren und Puschelschwänzchen - teilweise zu Fünft! Das war dann für Chia doch zuviel und sie begann zur Statue zu erstarren und die Hoppelpoppels zu fixieren. Also wieder Leine dran und Frust genährt, weil irgendwann auch Bene unentspannter wurde und am Feldrand einen Fasan störte, der dann exakt neben uns hochflog und mir fast einen Herzklabaster bescherte. Bene feierte ihren Erfolg und wollte auch noch Kekse dafür und Chia war beleidigt, dass sie sich an dem Spaß nicht beteiligen durfte und die Leine sie von Untaten abhielt, die sie sich vermutlich gerade in schillerndsten Farben ausdachte.


    Im Wald löste ich dann Chias Leine wieder und stellte fest, dass Chia sich jetzt aufs Trödeln verlegt hatte, denn sie blieb an jedem Strauch stehen, schnüffelte hingebungsvoll daran und musste dann ihre Botschaft hinterlassen, dass sie einen jungen, attraktiven Lover sucht. Also übten wir uns im "Stehgassi" und warteten auf die Chaosfürstin ... und es gibt ja sooooo viele Büsche im Wald, an denen die Rüden am gestrigen Feiertag ihre Beine hoben, um ihre Bewerbung abzugeben.


    Vielleicht jammere ich gerade auf hohem Niveau und ich weiß, dass es Hunde gibt, die zu einem dauerhaften Frustfaktor für ihre Menschen werden, weil sie wirklich jagen und für 30 Minuten im Wald verschwinden, mit jedem anderen Hund streiten, immer ihre Ohren auf Durchzug schalten und Jogger, Fahrradfahrer und Stockschwinger kläffend verfolgen.


    Aber wenn man außerhalb der Läufigkeit einen weitgehend gehorsamen Hund genießt, ist man solcherlei Ungehorsam einfach nicht gewohnt und kann damit auch nur schlecht umgehen.


    ... aber wenigstens hat die Chaosfürstin heute früh dann Sammy, den Jack Russel der Nachbarin, ignoriert. Aber der hatte uns auch nicht gesehen und nicht gebellt und vermutlich steht dann sogar die hormongeschwängerte Chia mal über den Dingen.

  • Verbena , wie warst du denn so für deine Umgebung zu genießen, wenn du deine Tage hattest? :/

    Ich für mich kann nur sagen, dass ich ab und an wohl launischer war als zu den üblichen Tagen. 8)

    Ich glaube aber deinem vorigen Text entnehmen zu können, dass du schon weißt, was du eigentlich an

    Chia hast. ;)


    Ich habe auch Tage, da klappt der Rückruf 1A und an anderen meint Harras unbedingt irgendeiner Möwe oder

    so hinterher sprinten zu wollen.

  • Danke ... Du salbst meine Seele :*


    Und ja, Du hast absolut Recht. Mein Mann sagte vorhin, als ich ihm vorjengelte, wie unmöglich sich Chia gerade benimmt: "In England lebt eine Frau, deren Mann stets eine Woche im Monat ins Hotel zieht, weil ihn seine Frau regelmäßig mit dem Messer bedroht, wenn sie ihre Tage hat!"


    Tatsächlich ist diese Geschichte wahr und wurde mal im Fernsehen gezeigt und der Mann gefragt, warum er denn weiterhin mit der Frau zusammenlebt und sich nicht scheiden lässt, bevor er riskiert, irgendwann doch erstochen zu werden ... und da sagte er, dass er sie liebt und sie ja außerhalb der Menstruation ein ganz wunderbarer Mensch ist ... und irgendwann kommt ja auch das Klimakterium.


    Wenn der Engländer seine Frau so nimmt, wie sie ist und sie trotzdem liebt, sollte ich mir ein Beispiel an ihm nehmen und nicht jengeln, denn ja, ich liebe meine Chaosfürstin auch sehr und weiß, dass sie vermutlich auch manchmal Grund hätte, über mich zu jengeln ... aber sie ist trotzdem immer freundlich zu mir und ich übe mich in den nächsten beiden Wochen in positivem Denken und darin, für meinen Hund der größere Spaßfaktor zu sein, damit ich wieder interessanter werde, als die Hormone.

  • Also hier tagt die Hormonbomben Selbsthilfegruppe. Da kann ich ein Lied von singen...überlasse ich aber lieber Tilli, ihre Stimme hat sich doch so prächtig entwickelt. Wie ich schon im anderen Faden meinte, ich denke du kannst dir Hoffnung machen, dass es mit der Zeit einfacher wird, wenn die Hormone durch Frau Hund toben. Die erste Läufigkeit war...speziell. Völliger Gedächtnis- und Hörverlust. Ich hab einfach damals geschätzte 25kg Paarungsbereitschaft mit Nase dran in ein Geschirr gepackt, Anstandsstrick dran und dann hinter besagter Nase her. Drinnen hätte ich mir eine Bauchtasche umhängen müssen und Frau Hund reinpacken, um ihrem Bedürfnis nach Nähe ansatzweise gerecht zu werden. Mahlzeiten wurden reihenweise verschmäht. Mal wurde nur Fisch genommen, mal nur Ente.


    Draußen hingegen war eh alles wurscht, Nase auf den Boden und los. Hundetinder wurde ihr einziger Lebensinhalt. Ich glaube die hatte damals selbst keinen genauen Plan, was mit ihr los ist. Es war zum Haare raufen und spottet jeder Beschreibung. Aber nach der Läufigkeit war der Spuk auch immer rückstandslos vorbei. Frau Hund war wieder ganz die Alte.


    Inzwischen erleben wir eine relativ entspannte Läufigkeit. Hin und wieder kann ich ohne Hund auf dem Schoß hier sitzen, gespeist wird eigentlich ganz ordentlich....Gut, sie hatte einfach meine halbe Feiertagsente gestern, hat geschmeckt war lecker. Heute Morgen hat sie die von ihr gesuchte und gefundene Hundewurst klaglos verputzt. Und draußen hat sie sogar Augen und Ohren für mich.


    Lass dich nicht aus der Ruhe bringen, das wird schon wieder. Fräulein Hund weiß vermutlich selbst gerade nicht, wo ihr der Kopf steht.

  • Du machst mir Hoffnung, Babsi. Aber bei Chia ist es die 3. Läufigkeit. Ab wann wurde es bei Tilli entspannter?


    Chia fand heute in irgendeiner Gehirnwindung ein bisschen Platz für ein Fünkchen Vernunft und wir konnten fast schon entspannt laufen gehen. Die Hoppelpoppels sind aber auch echt eine Herausforderung und ich bin froh, wenn diese Hasentänze mal wieder aufhören und man nicht ständig mit hirnlosen Hasen rechnen muss, die aus dem Gebüsch auf einen zuschießen oder plötzich aus dem Gerstengras vor einem auftauchen. Aber heute brauchte ich keine Leine - vielleicht hat das gestern auch nachhaltig gewirkt.


    Mit Fredy war sie auch richtig nett und hat ihn nicht über den Hof gefeudelt.


    Und das Beste: Das Hofreh hat Chia ihre Attacke verziehen und grast weiterhin vor unserem Haus ... wobei der Schwangerschaftsbauch weg ist und ich sehr gespannt bin, wann wir sie zusammen mit dem Kitz sehen:

  • Da Reh hat aber wirlich sehr viel Vertrauen zu euch und euren Hunden.

    Harras nimmt ja immer nur die Witterung der Rehe auf, die dann gerade vor kurzem dort passierten, wo wir nun sind.

    Dann rennt er kreuz und quer mit der Nase unten über die Wiese. Ich habe keine Ahnung, was er machen würde, wenn

    er tatsächlich mal einem Reh begegenen würde. Aber ich möchte es auch nicht ausprobieren.

  • Wenn sonst immer alles klappt Verbena, dann kannst Du trotzdem zufrieden mit Deiner Chia sein. Ich kann es mir zwar auch sehr anstrengend vorstellen, wenn die Hundedame der Schöpfung den Hahn dann gleich soweit aufdreht, dass Frauchen schon mal am Rad dreht, aber das ist eine Zeit die auch wieder vorübergeht und Du eigentlich eine klasse Hündin mit Chia hast. Tauben, Rehe, Fasane, Pferde, andere Hunde, alles kein Problem. Was sind dagegen schon die 3 Wochen der Läufigkeit.


    Nimm's mit Humor und Verständnis für diese Achterbahn der Hormone. Vielleicht würde sie ruhiger werden, wenn sie mal einen Wurf bekäme? Noch nie darüber nachgedacht?

  • Du machst mir Hoffnung, Babsi. Aber bei Chia ist es die 3. Läufigkeit. Ab wann wurde es bei Tilli entspannter?

    Tilli wir Ende des Monats 4. Also ein paar mehr Läufigkeiten sind es schon noch. Das wird Stück für Stück immer etwas besser. Bei der dritten war sie auch noch völlig im Paarungswahn. Das jetzt ist die erste Läufigkeit, die ich als so entspannt empfinde. Ich hatte mich auf Schlimmeres eingestellt. Selbst mit dem Futter klappt es halbwegs. Sie mäkelt nicht, sie ist nur etwas wählerisch 8) .

  • Da Reh hat aber wirlich sehr viel Vertrauen zu euch und euren Hunden.

    Harras nimmt ja immer nur die Witterung der Rehe auf, die dann gerade vor kurzem dort passierten, wo wir nun sind.

    Dann rennt er kreuz und quer mit der Nase unten über die Wiese. Ich habe keine Ahnung, was er machen würde, wenn

    er tatsächlich mal einem Reh begegenen würde. Aber ich möchte es auch nicht ausprobieren.

    Oh ja, Chia findet die Fährten der Wildtiere auch super spannend, aber ich denke, dass Harras vermutlich auch bei einer Rehbegegnung abrufbar bleiben würde. Er mag ja auch die Möwen und die anderen frechen Vögel und tut ihnen nichts.


    Das Reh begleitet uns aber schon seit vier Jahren und nimmt es auch gelassen, dass es hier auch Hunde gibt. Wahrscheinlich weiß es, dass ihm nichts passiert - selbst wenn Chia ihm stürmisch Hallo sagen möchte, läuft es nur ein kurzes Stück und frisst dann weiter Gras.


    Wenn sonst immer alles klappt Verbena, dann kannst Du trotzdem zufrieden mit Deiner Chia sein. Ich kann es mir zwar auch sehr anstrengend vorstellen, wenn die Hundedame der Schöpfung den Hahn dann gleich soweit aufdreht, dass Frauchen schon mal am Rad dreht, aber das ist eine Zeit die auch wieder vorübergeht und Du eigentlich eine klasse Hündin mit Chia hast. Tauben, Rehe, Fasane, Pferde, andere Hunde, alles kein Problem. Was sind dagegen schon die 3 Wochen der Läufigkeit.


    Nimm's mit Humor und Verständnis für diese Achterbahn der Hormone. Vielleicht würde sie ruhiger werden, wenn sie mal einen Wurf bekäme? Noch nie darüber nachgedacht?

    Du hast natürlich absolut Recht: Ich jammere ja wirklich auf hohem Niveau, aber man hat halt auch so Frusttage, an denen wirklich alles schief zu laufen scheint und dann macht eine läufige Hündin mit bunter Knete im Kopf den Tropfen aus, der das Fass zum Überlaufen bringt.


    Wobei Chia grundsätzlich eine sehr geringe Frusttoleranz hat und bei Hundebegegnungen kann sie auch flippen, weil sie dann zum anderen Hund will und wenn ich das nicht zulasse, dann singt sie und wenn sie richtig übel drauf ist, dann pöbelt sie auch. Mit dem vorderen Ring am Geschirr habe ich zwar viel mehr Kontrolle über sie, aber man hält sie durchaus auch für den Hund von Baskerville.

    Du machst mir Hoffnung, Babsi. Aber bei Chia ist es die 3. Läufigkeit. Ab wann wurde es bei Tilli entspannter?

    Tilli wir Ende des Monats 4. Also ein paar mehr Läufigkeiten sind es schon noch. Das wird Stück für Stück immer etwas besser. Bei der dritten war sie auch noch völlig im Paarungswahn. Das jetzt ist die erste Läufigkeit, die ich als so entspannt empfinde. Ich hatte mich auf Schlimmeres eingestellt. Selbst mit dem Futter klappt es halbwegs. Sie mäkelt nicht, sie ist nur etwas wählerisch 8) .

    Echt? Vier Jahre? Puh - dann habe ich ja noch was vor mir. Aber ich versuche mich in Geduld zu üben und zur Not haben wir hier ja unseren Stuhlkreis :thumbup:

  • So, ich setzt mich mal hier hin. Eigentlich bin ich so ein Mittelding zwischen gefrustet und köstlich amüsiert. Irgendwie habe ich völlig vergessen Frau Hund beizubringen, mit dem Bellen mal aufzuhören. Unser übliches "Stopp" führt zwar zum Abbruch aller Handlungen, das gilt aber nicht fürs Bellen. Lücke im Regelwerk gefunden und genutzt. Eigentlich brauch ich das ja auch irgendwie so gut wie nie...


    Wir hatten heute morgen eine Erzfeindsichtung. Also Tilli hatte eine, ich hab wie immer erst durch Frau Hund ihren Auftritt mitbekommen, wer da unten langläuft.


    Erzfeind auf drei Uhr, für mich nicht zu sehen, eine nicht unerhebliche Anzahl an Nachbarn draußen beim Kaffee trinken. Und das Kokosmakrönchen packt den Bass aus :huh: . Da wirkt der Kaffee gleich noch mal so gut. Irgendwie ansprechbar war sie auch, auf mein Stopp ist sie ja umgehend stehen geblieben...bellend, aber sie stand, spektakulär aufgebürstet...was so frisch geölt zum brüllen aussieht, Stimmungsbarometer auf 12 Uhr. Keinen Grund zu meckern, sie stand...also mit dem Gewuffel schnell weiter gegangen, um Land zu gewinnen.


    Und weil es ja noch am hündischen Ego fehlt, wurde sie von Teilen den Publikums (denen mit Hund) begeistert gefeiert. Endlich mal ein Hund, der Erzkläffer und Halter zum Schweigen bringt. Letzterer pöbelt für gewöhnlich auch... Bei Tilli sagt keiner von beiden mehr was, also sind in diesem Fall ja wir die Erzkläffer. Und während ich mich also beschämt an den Nachbargärten und Balkonen vorbeidrücke, weil das Konzert nicht zu unterbinden war, Asche auf mein Haupt, aber immerhin war die Leine locker und das Stopp saß ja auch, nimmt Frau Hund stolzierend die Huldigung des Publikums entgegen :rolleyes: ein pädagogisch wertvoller Start zum Gassigang X/ .


    Aber wehe Frau Hund soll auf Kommando bellen....man könnte meinen ich geb der das falsche Vogelfutter.

  • Och ja, ein Drama ist es nicht. Es ist halt der Lieblingserzfeind. Bei dem anderen Erzfeind reicht es außer Sicht zu gehen und gut. Von dem muss sie nur was hören/riechen....gesehen kann sie ihn nicht haben, sofern Hunde keinen Röntgenblick haben. Alleine die bloße Möglichkeit seines Auftauchens treibt Tilli die Palme hoch. Der hat sie anfangs hier immer wüstest angemault, die ersten Male hat sie nichts gesagt, aber irgendwann ist ihr die Hutschnur gerissen, obwohl ich grundsätzlich das Weite gesucht habe. Der andere Hund sagt seit geraumer Zeit keinen Pieps mehr bei uns. Macht auch keine Anstalten zu uns hin zu wollen, bleibt aber das berühmte rote Tuch. Ich dachte wirklich, die Halter haben es geschafft dass der Hund nicht mehr pöbelt, aber gestern hab ich erfahren, dass wohl nur Tilli den zum Schweigen bringt. Deshalb auch die allgemeine Erheiterung. Die Halter neigen nämlich auch noch dazu, andere belehren zu wollen....sind grundsätzlich immer die anderen Hunde schuld. Würde bei uns nicht funktionieren, weil Tilli in dem Moment alles übertönt =O . Ich frag mich , wo so eine kleine Hündin das stimmliche Volumen hernimmt.

  • Ach Babsi, sorry, dass ich so herzhaft über deine Erzfeindsichtung mit anhaltenden Bellkonzert deiner Holden und dem Verstummen des Gegners herzhaft Lachen muss. Gegner vernichtend geschlagen und das, ohne ihn zu berühren, besser gehts nicht❣️❣️❣️