Uuund? Wie weit bist Du mit Buch und Leine? Gibt es schon Begeisterungsstürme und Erfolgsmeldungen? Also - beim Buch. Die Leine brauchst Du momentan vermutlich nicht, wenn bei Tilli Schonung angesagt ist ![]()
Bei uns war heute Früh mal echt was los im Wald ![]()
Zuerst kam mir auf dem Brunnenweg ein Kleinlastwagen mit schepperndem Anhänger nachgefahren.
Gut, die Hoheiten interessierte nun das Scheppern nicht, aber wer es wagt, "ihren" Weg zu befahren, das wollten sie schon wissen.
Mich ärgerte, dass ich das Brunnenspiel natürlich ausfallen lassen musste ![]()
Also lief ich mit den angeleinten Hunden zu dem inzwischen parkenden Gespann, aus dem gerade zwei Herren ausstiegen, die zu einem Landschaftspflegebetrieb gehörten und Bäume fällen sollten.
Der ältere rief dann auch gleich: "Beissen die?" und ich überlegte, ob ich zurückrufen soll: "Nee - die schlucken im ganzen Stück!". Habe ich aber nicht gemacht. War auch gut so, denn die Herren waren wirklich nett und unterstützten dann sogar mein Chia-Antipöbeltraining
Beide fanden Schäferhunde wohl richtig toll und waren sofort begeistert, als ich sie fragte, ob sie sich mal gelangweilt hinstellen können, ohne die Hunde anzuschauen, bis Chia aufhört zu bellen. Die verstanden mich trotz Chias Lärmpegel, was ich schon super fand, aber ... sie hatten auf Chia auch eine wunderbare Wirkung, denn sie hörte schnell auf mit der Bellerei und durfte dann die Männer auch beschnuppern. Dafür wurde sie dann auch gestreichelt und gekrault und Bene schmiss sich gleich vor die Schienbeine des älteren Herrn und verlangte nach Kuscheleinheiten. Begeisterung auf allen Seiten und ein sehr entspanntes Gespräch über Hunde - beide hatten wohl auch Hunde gehabt und die Tochter des Älteren hat einen Harlekin-Pudel, der ganz viele Tricks kann.
Nun war aber das Problem, dass ich mit den netten Baumfällern ein bisschen Zeit verplaudert hatte und die Stunde der Jogger und Gassiputzis schlug ... der Jogger war aber gar kein Problem
Chia hatte ihr Bellkontigent wohl bei den Baumfällern ausgeschöpft oder es war ein Trainingserfolg. Egal, Chia bellte nicht und blieb entspannt - Bene ist ja sowieso bei solchen Begegnungen immer eher gelangweilt.
Aber dann beschloss der Jogger, dass er sein "Sterben mit Anlauf" vorzeitig beendet und schlich im Schlendergang vor uns her. Das war nun entgegen meines Plans, denn er blieb in Sichtweite und auch wenn ich meinen Hunden ja gerne vertraue, aber im Halbdunklen einen Jogger vor der Nase und ohne Leine aus Muddis Wirkungskreis entfernt, hätte das Experiment schief gehen können.
Ich mag es ja gar nicht, wenn ich die Hunde anleinen muss und war entsprechend froh, als der Jogger dann wieder genügend Puste gesammelt hatte, um endlich wieder zu tun, wozu er zu so früher Stunde aufgebrochen war - nämlich joggen!
Nachdem ich ihn nicht mehr sah, klinkte ich auch sofort die Leinen aus ... und dann hörte ich hinter mir Stimmen. Nein, ich hatte keine unheimliche Begegnung mit den Waldgeistern - die mir übrigens in dem Fall lieber gewesen wären. Die Gassiputzis nebst Jack Russel und irgendwas Wuscheligem - beide unangeleint - hatten die Verfolgung aufgenommen!
Ich befürworte ja eigentlich jede Trainingsgelegenheit und sehne sie manchmal sogar herbei, aber nach der gut gemeisterten Jogger-Situation, bei der Chia übrigens nicht an der Leine hinter dem Jogger her zog, sondern wunderbar mit Blick zu mir bei Fuß lief (Bene tut das ja sowieso - aber ohne Blick, denn der klebt eher an den interessanten Dingen im Wald, zu denen ich für sie eher nicht gehöre), wollte ich eigentlich am liebsten mit diesem positiven Gefühl der Euphorie nach Hause kommen.
Zum Glück waren die Gassiputzis relativ langsam unterwegs und außerhalb von Chias Pöbelbereichsdistanz, sodass ich die Hunde eben wieder anleinte und flott vorwärts Richtung Heimat lief.
Ich muss aber auch lobend erwähnen, dass beide Hunde die Verfolger gesehen hatten und trotzdem keinen Versuch unternahmen, dahin zu laufen oder gar stehen zu bleiben und die "bockige Eselchen"-Nummer abzuziehen. Sie liefen locker neben mir, während wir so viel Abstand gewannen, dass ich die Hunde wieder ableinen konnte und Chia sogar noch in den Genuss des Ballspiels kam. Bene wollte den Ball zwar auch, aber die tröstete ich mit Keksen, weil sie dazu neigt, den Ball zwar haben zu wollen, um ihn dann aber irgendwo liegen zu lassen ... und so bravourös wir heute alle Abenteuer meisterten - das Risiko, noch mal zurücklaufen zu müssen, um den Ball zu suchen und dabei den entgegenkommenden Gassiputzis zu begegnen, wollte ich dann doch nicht eingehen. ![]()