Ich freue mich über Deine Fragen. ![]()
A = Anfänger
F = Fortgeschrittene
O = Offene Klasse
Alle Prüfungen werden mit 500 g schweren, grünen Dummys durchgeführt. Jede Aufgabe kann mit maximal 20 Punkten bewertet werden, also je nachdem, wie viele Aufgaben es gibt, steigt die Punktzahl. Bei der Dummyprüfung gibt es 80 Punkte, bei Workingtests teilweise auch mal 100 Punkte, da die Aufgaben für die Richter bei Workingtests frei gestalt- und kombinierbar sind. Das macht es immer sehr spannend.
Fehler die zum nichtbestehen der Prüfung führen sind:
- Einspringen
- Winseln oder Bellen
- Schuss-Scheue
- Verweigerung, ins Wasser zu gehen
- Verweigerung des Apportierens, nicht-Aufnehmen des Dummys
- Tauschen von Dummys
- Hetzen
- Außer Kontrolle geraten
- Weitersuchen mit Dummy im Fang
- Nicht-Zurückbringen des Dummys zum Führer
- Hochgradiges Knautschen (Lochen)
Man hat eigentlich 3 Pfiffe konditioniert. Einmal den Hier-Pfiff, einmal den Stopppfiff und einmal den Suchen-Pfiff. Beim Stopp-Pfiff sollen sich die Hunde sich entweder setzen oder stehenbleiben (kann man handhaben wie man möchte) und Blickkontakt mit dem HF aufnehmen, um weitere Weisung zu bekommen. Der Suchen-Pfiff nutzt man für das "Voran". Die Hunde werden "Voran" geschickt, wenn der HF weiß wo das Dummy liegt, der Hund aber nicht. Da weise ich den Hund ein. Er soll dann so lange gerade aus gehen (am besten schnurgerade), bis er von mir den Suchen-Pfiff bekommt, das ist dann die Information für meinen Hund, dass er sich im Gebiet befindet, in dem die Dummys in kleinem Radius liegen oder er gestoppt wird und in eine andere Richtung weiter geschickt wird (z. B. wenn er vom Kurs abgekommen ist).
Bei Markierungen fliegt ein Dummy sichtig für HF und Hund, so dass der Hund hier mit "Apport" geschickt wird. Das soll er auch selbstständig dann arbeiten, ohne dass man ihn einweisen muss.
Dann gibt es noch die Freiverlorensuche. Hier weiß weder der HF, noch der Hund wo die Dummys liegen und man schickt den Hund in die große Suche.
Das sind so die 3 grundlegenden Fächer Markierung - Einweisen - Freiverlorensuche. Alles kann man natürlich von leicht bis extrem schwer aufbauen. Angefangen bei Distanzen, bis hin zu Geländeübergängen usw. Es ist schon sehr vielfältig und man kann auch die einzelnen Fächer prima miteinander verbinden. Z. B. Es fällt unter Abgabe eines Schusses eine Markierung. Dann muss man sich wegdrehen und den Hund in die Suche schicken, von dort 3 Dummys rausholen lassen und dann die Markierung arbeiten. Oder es wird eine Markierung geworfen und der Hund wird erst auf ein Vollblind geschickt. Vollblind ist, wenn ein Dummy einfach irgendwo hingelegt wird ohne dass der Hund dort schon war oder ein Schuss gefallen ist. Der Hund muss also vertrauensvoll sich dorthin einweisen lassen, obwohl kurz vorher unter Abgabe eines Schusses Dummys in der Nähe geflogen sind. Fußarbeit ist natürlich auch ein sehr großes Thema und gerade in den unteren Klassen werden gerne Aufgaben mit viel Unterordnung gestellt. Z. B. Freifolge bei Fuß bis zu einem bestimmten Punkt. Dann Schuss + Markierung, dann weiter frei bei Fuß, stehen bleiben und dann erst schicken.
Die Retriever sind eigentlich relativ ruhige Hunde, aber leider hat man auch hier Hunde, die fiepsen, gerade dann auf einem Workingtest, bei dem es halt den ganzen Tag schießt und man mit zig Menschen und Hunden in der Wartezone sitzt. Das hält nicht jeder Hund aus. Aber prinzipiell muss man da schon früh entgegenwirken, sollte ein Hund fiepsen, bei manchen bekommt man es aber leider nie ganz raus und die können halt dann im Sport nicht laufen.