Melden/Anschlagen im Büro verhindern

  • Also wenn ich sowas, wie im Büro trainieren wollen würde oder auch zu Hause, dann würde ich erstmal versuchen ziemlich viele Situationen zu stellen.


    So wie du es beschrieben hast, habe ich es so verstanden, dass sie eher aus so einer Unsicherheit heraus bellt.


    Würde sie auch bellen, wenn du aktiv was mit ihr machst, keine Ahnung ein food Chase oder Futterauchspiel oder Unterordnung oder irgendwelche tricks?

    Also erstmal testen: könnte man sie ablenken, wenn ja, ist das schon mal gut, wenn nicht würde ich erstmal daran arbeiten, dass sie sich ablenken lässt, zum Beispiel es klingelt zu Hause immer wieder und ihr macht ein Spielchen, das ihr Spaß macht, das irgendwann dazu führt, dass sie nicht aufs klingeln reagiert.

    Kann man auch mit am Büro vorbeilaufenden Leuten machen. Das schwierige, du bist hier echt auf Hilfe angewiesen, die entweder klingelt oder jemand der mal standig an deinem Büro vorbeiläuft.


    Dann zu dem Problem mit dem rein kommen. Vielleicht könnte es ihr mehr vertrauen und Selbstbewusstsein geben, wenn sie irgendeinen bombenfesten Trick oder ein Kommando machen kann, sodass sie kurz aus der Orientierung, da steht jemand raus kommt und das Kommando macht, darauf kommt Belohnung von dir und ich würde auch zulassen, dass der Besuch ihr ein Leckerli gibt, vielleicht nicht mal aus der Hand, aber es ihr hin wirft.

    Manchen Hunden gibt es total das Selbstbewusstsein, wenn sie erfolgreich vor fremden "performen" und sie dann das Gefühl bekommen, dass sie richtig überzeugt haben.

    Das muss natürlich erstmal ohne Besuch wirklich gut sitzen, aber vielleicht hilft es ihre Erwartungshaltung etwas umzumodeln.

    Eine Hand voll Futter, wie die anderen es beschrieben haben würde ja auch schon helfen.

    Dafür würde ich im übrigen einen Marker etablieren. Ah das wäre auch was... Du stellst dir Leckerlis irgendwo im Raum auf. Du sitzt am Schreibtisch und bevor du aufstehst um von da Leckerlis zu holen sagst du immer deinen Marker.

    So kannst du zum Beispiel wenn jemand rein kommt oder vorbei läuft besser noch den Zeitpunkt Marken, wo sie vielleicht noch nicht gebellt hat und in der Zeit, wo du den Marker gesagt hast und zu den Leckerlis läufst, wird sie dich im Idealfall wie gebannt beobachten, ob die Mutti das auch richtig macht.

    Wenn du das mit ihrem täglichen Futter machst kannst du auch richtig schön variieren zwischen, ein kleines Leckerli oder Jackpot...

    Auch eine Idee (jetzt geht es durch mit mir 😆), wenn das Futter in einer Art Karton ist, könnte man neben Futter auch ein Spielzeug rein legen, wenn du keine Zeit hast wirfst du ihr schnell mal Futter hin, wenn es zeitlich und von den Rahmenbedingungen passt, machst du ein kleines Spiel mit ihr. Wenn sie sowas gerne macht könntest du sie dann zum Abschluss immer das Spielzeug wieder auf ihren Platz bringen lassen oder man macht schon so Futterspiele fertig (man hat Futter in ein Tuch eingewickelt und das irgendwo rein gesteckt, es gibt echt viele sagen im Internet oder halt ein Kauartikel), wenn du weißt jetzt bräuchte ich gleich mal Ruhe, könntest du ihr sowas womit sie dann im Idealfall länger beschäftigt/ abgelenkt ist, schon vorher geben.

    Ach und man könnte es auch so machen, dass Besuch zum Karton geht und ihr da ein Leckerli raus auf ihren Platz wirft, dafür würde ich glaube ich einen zweiten Marker verwenden.

    Und ich glaube ich würde es so aufbauen, dass sie auf ihrem Platz wartet und ich bringe ihr immer die jeweilige Belohnung, damit es nicht in allzu großen trubel eskaliert.

    Keine Ahnung vielleicht ist ja irgendwas dabei für euch, was zu euch passt und was euch Spaß macht.

  • habe tatsächlich angefangen, alle Deine Beiträge im Forum durchzuscrollen auf der Suche nach Inspiration, bin aber noch nicht gaaanz durch die 178 Seiten gekommen xD Was würdest Du denn an meiner Stelle machen? :)

    War auch schon am Überlegen, die "singen kann sie nicht, deswegen bellt sie manchmal"-Schiene zu fahren und primär mein schlechtes Gewissen zu trainieren statt den Hund. Aber vielleicht hat ja jemand noch eine Inspiration, wie ich Kira konkret zeigen könnte, dass sie sich im Büro entspannt zurücklehnen kann.

    Hahaha, na da fragst ja den Richtigen. Ich bin doch der der hier überhaupt keine Ahnung von Hundeerziehung hat. :D

    Ich bin doch der, der eh nur einen führigen, nicht bellenden LZ Schäfi hat, weil der im Welpenalter mal in den Topf Zaubertrank mit Valium gefallen ist. 8o


    Jetzt ist Kira ja schon 9 und so wie Du im Vorstellungspost beschrieben hast, hat sie schon einiges hinter sich.
    Wenn sie, wie maike schrieb, aus Unsicherheit bellt, dann gilt es ihr diese zu nehmen.

    Vielleicht kannst Du mal schauen, ob sie vorher - wenn auch nur ganz kurz - Kontakt zu Dir aufnimmt und "fragt".

    Oder machst Du eine unbewußt überraschte Geeste oder Bewegung.

    Es ist sauschwer, sowas aus der Ferne zu berurteilen.

  • He also wie ich in der letzten Zeit beobachten durfte, sind super ruhige, "bärige", LZ Schäferhunde offenbar keine Seltenheit. Wir haben 2 in der einen Gruppe in der ich trainiere, sie haben den liebevollen Spitznamen "die Beamten" bekommen.


    Die sind durch nichts aus der Ruhe zu bringen, zackige Bewegungen sind ihnen unbekannt, Bällchen hinterherlaufen najaaaaa okeey aber maximal 3 mal. Der Schutzdiensthelfer wird von ihnen belächelt, in der Unterordnung schwitzen nur die Hundeführer......


    Ich finde das Thema interessant, weil führig sind ja eigentlich alle solchen Schäferhunde und genaugenommen ist es einfacher einen Hund zu trainieren, der eine gute Portion Motivation mitbringt. Die "braven", ruhigen sind, wie ich finde, überhaupt nicht leicht zu trainieren, weil die den ganzen Kram unnötig finden, Futter oft langweilig finden und Spielzeug mäßig. Auf der anderen Seite brauchen sie dann aber eventuell in einigen Aspekten weniger konkretes Training/Erziehung, weil wo nicht so ein grosser Impuls, Motivation, Hartnäckigkeit für gewisse Interessen ist, braucht es auch keine grosse Kontrolle dieser Dinge.


    Hoooohe Reizschwelle. Ganz tolle Sache, eigentlich. Den einen "Beamten" hat der Helfer vor kurzem mal dolle getriezt, da wurde der Hund aber rrrrichtig sauer, Mamma mia. Ich fand es unheimlich interessant, weil der Hund meinte es dann Ernst. Ich glaube so war vielleicht der alte Schlag DSH. Unheimlich cool, hohe Reizschwelle, deshalb hat man sie früher gerne ins "Wehren" gebracht, auf allerlei Arten die man heute nicht mehr sehen will.


    Bei unserem Beamten reichte heftiges Peitschengeknalle und sehr nerviges Verhalten des Helfers. Es war aber nur ein Experiment, weil auch bei uns niemand was aus einem Hund rausquetschen will, was der nicht anbietet.

  • Pepper Ich bin gerade mal neugierig und bin mir nicht mehr sicher, ob ich nicht schon mal irgendwo gelesen habe: Ist Pepper von Jessat?

    Nein, aber ich wollte damals von ihm einen Welpen und hatte mit ihm telefoniert.

    Leider hatte der Wurf damals nicht geklappt..und dann sahen wir Peppers Bruder und haben gefragt, wo der her ist.
    Und einer war noch da :)

  • Ich finde das Thema interessant, weil führig sind ja eigentlich alle solchen Schäferhunde und genaugenommen ist es einfacher einen Hund zu trainieren, der eine gute Portion Motivation mitbringt. Die "braven", ruhigen sind, wie ich finde, überhaupt nicht leicht zu trainieren, weil die den ganzen Kram unnötig finden, Futter oft langweilig finden und Spielzeug mäßig.

    Ich habe ja bewußt von Beginn an darauf geachtet, das Pepper nicht nur gallig auf irgendwas wird.
    Mir waren diese hypnotisierten Ball oder Irgendwas-Junkies immer ein Graus.
    Sobald ich sah, das er total fixiert auf Ball oder Frisbee war, haben ich das nur sehr dosiert genutzt und nicht jeden Spaziergang mitgenommen. Dreimal werfen, weggetan fertig.


    Und glaub mir, seine Frisbee findet er schon sehr geil und dann kommt Leben in den Burschen, oder halt Katzen :rolleyes:
    Dadurch kann ich ihn heute aber auch mitten ihm Spiel mit "aus!", "weitergehen" rausholen und er läßt - was auch immer - einfach liegen.

    Natürlich wartet er darauf, das ich ihm das ok gebe sie zu holen, mache ich manchmal, macnhmal aber auch nicht.

    Dann bleibt sie da liegen. 500m weiter nehme ich einen Stock und wir spielen damit.

    Wenn ich dann sage "wo isses?" weiß er sofort was gemeint ist und rennt wie bekloppt und holt die Frisbee. 8o


    Hoooohe Reizschwelle. Ganz tolle Sache, eigentlich. Den einen "Beamten" hat der Helfer vor kurzem mal dolle getriezt, da wurde der Hund aber rrrrichtig sauer, Mamma mia.

    Naja, ich glaube da habe ich eher einen Authisten. Meiner wird nicht sauer...der bleibt irgendwie immer stur bei seinem Ding oder hört dann einfach auf und geht weg.

    Auch in Auseinandersetzungen mit anderen Hunden, unter Anderem mal mit seinem Bruder, als der an sein Stöckchen wollte. Er gibt schon Vollgas, aber er zieht nicht durch...also kippt nicht in die Beschädigungsabsicht und setzt nach wenn der anderen Hund sich zurückzieht oder nachlässt.
    Dann regelt Pepper auch sofort runter.

  • Wobei, ich denke, dass da einiges durcheinander geworfen wird. Entscheidend ist die Genetik. Und ja, die beinhaltet auch hohe oder niedrige Reizschwelle und Energielevel.

    Worum es mir geht: wie stark sind die Arbeitseigenschaften genetisch vertreten?

    Du kannst auch einen Hund mit sehr hoher Reizschwelle haben, der beim SD beim ersten kleinen Funken zündet. Da kommt dann die Genetik diesbezüglich durch.

    Umgekehrt kann man auch einen Hund mit niedriger Reizschwelle haben, der im SD trotzdem extrem zäh und mühsam ist und dem Helfer viel Arbeit abverlangt. Sieht man oft bei Hochzucht.

    Will sagen: die Genetik betreffs Arbeitseigenschaften ist ganz wichtig. Daneben hast du dann noch den Typus, den der Hund mitbringt.

    Konkret: mit einer hohen Reizschwelle wird ein Hund nicht so schnell bellen, kann aber, wenn die Genetik stimmt, einen hervorragenden SD abliefern.

    Wenn der Helfer ackern muss, damit der Hund liefert, ist die Genetik diesbezüglich nicht so dolle.

    Umgekehrt sieht man viele Hunde mit niedriger Reizschwelle, die der Helfer mit Samthandschuhen anfassen muss, damit die nicht den Schwanz zurück ziehen. Auch da ist die Genetik eher mau. Für den Sport reicht es aber, wenn man geschickt ausbildet. Für den Dienst eher nicht.

    Hunde, wie die vom Jessat und anderen Dissidenzzüchtern, werden seit Ewigkeiten nicht mehr auf Gebrauchseigenschaften gezüchtet. Da ist das meiste genetisch weg. Genauso bei den Hochzuchthunden.

    Ein Hund, der weder auf Beute noch den Schutzdienst gross anspricht ist unabhängig vom Temperament genetisch nicht mehr auf Arbeitseigenschaften gezüchtet.

    Dass viele Sporthunde heute weicher, führiger und " fürs Zuschauerpublikum an Sportprüfungen" gezüchtet werden, verwässert die Arbeitseigenschaften ebenso.

  • Ja, ich stimme dir zu, Bass23


    Zurück zum Thema der von Maria fiel mir ein, wenn man die Wurzel des Bellens angehen will, muss man wissen, warum der Hund bellt. Wir sind einfach davon ausgegangen, dass es eine Art Alarmbellen oder gar defensives, verteidigendes oder territoriales Bellen sei. Da würde dann die Idee "Ich als Hundechef übernehme" in gewisser Weise, theoretisch, greifen.


    Ich hatte Hunde und kenne auch Hunde, die bellen automatisch, eigentlich "sie werden gebellt", das Bellen erfolgt unwillkürlich. Es ist bekannt, dass Hunde Bellen teilweise nicht bewusst kontrollieren können, daher sind Anti-Bell-Halsbänder z.B. keine gute Idee und ich kenne einige bei denen diese auch nicht helfen, Hund bellt trotzdem eben weil sie es nicht immer kontrollieren können. (Ganz fies)


    Sehr "witzige" Beobachtung: Axel zählt zu diesen Hunden und weil ich ihn immer wieder auch geschimpft habe, wenn seine "Lautäusserungen aus Übererregung entwischen", "bestraft" er sich selber :D Ich kann an seinem Gesicht sehen "aaah scheisseeee, es ist mir so rausgerutscht" oder wenn er mit Ioshy auf dem Teppich balgt, wird er laut wenn das Spiel intensiver wird. Neuerdings bricht er bei seiner ersten Lautäusserung das Spiel ab und geht in die Box :D Weil ich ihn oder auch Ioshy in der Vergangenheit immer wieder mal getrennt habe, einer in die Box, wenn sie es hier zu bunt treiben.


    Ich habe noch mehr Beispiele auch von früheren Hunden von mir oder meiner Schwester.


    Wie man es auch wendet, das Thema ist nicht so einfach wie man glauben mag, bellen bei Hunden ist sehr vielschichtig und dem ist nicht immer so simpel durch Deckel draufmachen beizukommen.

  • Das Bellen wird ähnlich sein, wie das Sprechen, Quietschen usw., das meist von der Ungeduld, Erregung usw. kommt, auch das ist meist nicht zu 100% abstellbar.

    Lika bellt sehr viel, wenn ich zB. mit Lex spiele, Lex Bellt ausschließlich Territorial.

  • Ja bellen ist wirklich eine Nummer für sich. Mila ist so grundsätzlich im bellen nach außen sehr bellfreudig. Es gibt zu den verschiedensten Situationen, die verschiedensten bellarten (von schön tief und kraftvoll, bis so hohe hysterische hetzlaute, wenn sie wild sieht oder auch die süßen kleinen flüster wuffs, alles dabei).

    Aber denkt ihr ich könnte sie zum bellen bringen?! Keine Chance, ich habe echt schon einiges versucht, versucht ein Kommando drauf zu setzen, wenn sie eh bellt, versucht sie irgendwie in einer Interaktion mit mir dazu zu animieren... Ich kriege einfach keinen Ton aus ihr 😅

  • Weil ich ihn oder auch Ioshy in der Vergangenheit immer wieder mal getrennt habe, einer in die Box, wenn sie es hier zu bunt treiben.

    Nicht als Bestrafung einfach nur um die beiden physisch zu trennen. Sie haben das lieber als wenn ich einen von beiden durch eine Türe getrennt im Gang lasse......

  • Ja bellen ist wirklich eine Nummer für sich. Mila ist so grundsätzlich im bellen nach außen sehr bellfreudig. Es gibt zu den verschiedensten Situationen, die verschiedensten bellarten (von schön tief und kraftvoll, bis so hohe hysterische hetzlaute, wenn sie wild sieht oder auch die süßen kleinen flüster wuffs, alles dabei).

    Aber denkt ihr ich könnte sie zum bellen bringen?! Keine Chance, ich habe echt schon einiges versucht, versucht ein Kommando drauf zu setzen, wenn sie eh bellt, versucht sie irgendwie in einer Interaktion mit mir dazu zu animieren... Ich kriege einfach keinen Ton aus ihr 😅

    Versuchs mal vor der Geschirrspülmaschine!!! Das hat bei Ioshy funktioniert :D :D Ich konnte es im weiteren Verlauf trotzdem nicht nutzen, weil die Maschine so unpraktisch zum mitnehmen ist......


    Ja nee, es zeigt, dass die Veranlagung zu Lautäusserung total unterschiedlich bei den einzelnen Hunden gelagert ist, extrem vielschichtig, umgebungsabhängig, altersabhängig usw usw


    Ist ja auch im Sport oft ein Problem, Lautäusserungen während der Arbeit. Wer damit zu tun hatte, weiss wie unglaublich schwierig bis unmöglich es ist, das in den Griff zu kriegen eben weil es zumeist auf einem unbewussten Verhalten basiert auf das der Hund keinen kognitiven Zugriff hat. Meist ist es so, dass die Mittel die man verwenden müsste um effektiv Einfluss zu nehmen so massiv wären (oder extreeeeeeem langwierig), dass keine vertretbare Verhältnismässigkeit zum Problem mehr bestünde.


    Wie weiter oben schon jemand schrieb, 9 Jahre alte Hündin. Mei, ich würde versuchen es so gut es geht einzudämmen mit einfacheren Mitteln. Denkbar wäre sogar irgendwie mit ferngesteuerter Futtermaschine arbeiten oder Leckmatte wenn man voraus planen kann. Ansonsten kann man einen Hund in dem Alter nicht mehr so leicht umkrempeln und auch das Futter ist möglicherweise nicht ausreichend, dann lieber den Hund irgendwo platzieren, komplett abseits vom Geschehen, mit Box und das dann aufbauend gestalten.