Konzentrationsfähigkeit

  • Hi Fories,


    da Hermann zwar nicht mein erster Hund ist, aber mein erster DSH, habe ich eine Frage.
    Ab wann waren eure DSH voll arbeitsfähig,bzw. einsatzfähig?Also in welchem Alter konntet ihr eine konstante Leistung von euren Hunden erwarten und das Erlernte sicher abrufen?


    Hermann ist nun 14 Monate alt und lässt sich doch mal mehr mal weniger von seiner Aufgabe ablenken. Aktuell arbeiten wir am sauberen Verweis. Im Grundsatz hat Hermann eine schnelle Bellfolge mit tiefen und lauten Bellern.
    Allerdings im Moment nicht konstant. So kann es sein, dass er beim Verweis 6-7 oder mehr kräftige Beller rausbringt, im nächsten Durchgang aber mit deutlich weniger Druck bellt.(ich variiere die Anzahl der Beller,mal 1 oder 2,mal 4,mal 7 usw.) Ablenkung durch Hündinnen und deren Pipi ist gerade ein großes Thema.


    Mein verstorbener Rüde (ein Border Collie Mix) zeigte eine sichere Arbeit mit ca. 3 Jahren. Mein Schweißhund (allerdings mit Mängeln im Wesen) brauchte etwas länger, er war mit 3,5 bis 4 Jahren erst so richtig gut als Mantrailer.


    Man sagt ja,der DSH braucht länger als z.B. Mali,Border. Könnt ihr das bestätigen?


    VG Anja

  • wir machen zwar Fährtenarbeit, fangen mit dem verweisen aber jetzt erst an, so daß ich da nix zu sagen kann
    aber zum Alter, denke ist 14 Monate noch richtig Baby und erst mit 2-3Jahren erwachsen (mag das Wort garnicht, hoffe, ich werde nie erwachsen)
    die Konzentration wird mit der Übung kommen
    würde sehr gern mehr über eure Arbeit lesen

  • Ich denke, das ist auch ne Typfrage. Mit meiner alten Hündin habe ich intensiv VPG gemacht, die war eigentlich von Beginn an in allen Sparten sehr konzentriert und zur Arbeit abrufbar. Sie war aber auch ein "Arbeitstier" und ausserhalb des Platzes nicht "unweltinteressiert". Andere Hunde z.B. sollten ihr möglichst von der Pelle bleiben. D.h während andere Hundesportler anfangs ein Problem damit hatten, dass ihre Hunde beim Training nach Artgenossen schielten oder Karnickelköttel suchten, konnten wir in Ruhe üben.
    Mit Askja mache ich keinen Hundesport. Sie lässt sich mittlerweile aber bei unseren Übungen im Wald nicht mehr durch andere ablenken. Sie ist jetzt 2 Jahre alt.

  • Man sagt ja,der DSH braucht länger als z.B. Mali,Border. Könnt ihr das bestätigen?


    Na ja, die Border und die Malis sind doch auch die Champions, der Border im Obedience und der Mali im IPO-Sport.


    Sicher kommt es auch auf jeden einzelnen Hund und dessen Hundeführer drauf an.


    Mit meinem vorigen Mali haben wir die Begleithundprüfung auch erst im Alter von 2 Jahren abgelegt mit bescheidenen 54 Punkte.
    Mit 3 Jahre bin ich mit meinem Mali die Begleithundprüfung noch mal gelaufen und waren Prüfungsbester mit 59 Punkte. Anschließend sind wir im Obedience in einen Rutsch durchgestartet bis in die Obe 2.



    So besonders frühreif war mein Mali auch nicht.




    wir machen zwar Fährtenarbeit, fangen mit dem verweisen aber jetzt erst an, so daß ich da nix zu sagen kann


    Das Verweisen in der Fährte ist meines Wissens nach etwas anderes als beim Mantrailer. Hier wäre es vergleichbar mit dem Verbellen des Helfers im Versteck beim IPO-Sport, nur dass hier das Opfer verbellt wird.

  • Das Verweisen in der Fährte ist meines Wissens nach etwas anderes als beim Mantrailer.

    klaro, beim Mantriling muß er deutliches Zeichen geben
    bei Fährte und Stöberprüfung liegend " Gegenstände müssen überzeugend verwiesen und dürfen vom Hund nicht berührt werden. Die Gegenstände sind liegend zu verweisen."
    was dieses überzeugend nun heißt?


    da wir vermutlich keine Prüfung machen werden, stellt sich im Moment das Problem:
    im Moment arbeiten wir mit verschiedenen Gegenständen, die zum Teil gleichzeitig ausgelegt werden und der Hund muß angesagten Gegenstand finden (andere liegenlassen) - und wir machen es im Moment mit aportieren. jetzt werde ich erst mit dem verweisen anfangen mit korrekten Gegenständen (Lederstücke) - da werden wir vermutlich großes Problem haben, weil er nur das aportieren kennt und dies auch seit Jahren macht. - also völlig umdenken oder es so lassen wie es ist ? - schliesslich geht es bei uns nur ums suchen

  • hi das mit dem "verweisen" ist kein Problem. Du weißt wo der GG ist und dann kannst Du einfach die Leine so kurz nehmen, dass Du beim Gegenstand bei DEINEM Hund bist. Dann am besten mit Futter und Handhaltung wie Platz lernen am GG. So habe ich das gemacht. Oder einfach GG auslegen den Hund mit SUCH hinführen und wieder wie beim Platz mit der Futterhand arbeiten fürs Platz, danach Spielen. Dann zum nächsten GG das gleiche Spiel. So habe ich Derry innerhalb kürzester Zeit die GG beigebracht - er hat immer SICHER!! verwiesen. Es gibt auch hier unterschiedliche Ansätze. Probier es einfach aus :)


    Angelika


    P.S. Einem Hund verschiedene Dinge beizubringen ist kein Problem. Ein DSH bringt in der Regel die Grundintelligenz mit, die man dafür beim Hund benötigt.

  • zur Ausgangsfrage:


    Jeder Hund ist unterschiedlich. Mein Rüde ist einer der deutlich länger braucht für ALLES :D . Meine Hündin dagegen war sehr früh "Fertig" . Aber die Grundregel ist so, dass spätestens mit 3 Jahren ein Hund im Kopf und im Körper fertig ist.


    Angelika


    P.S. Die Hündinnen sind das meist schon mit 2 Jahren

  • Danke für eure Antworten. Das war schon recht interessant.
    Also,im Grundsatz ist es mir auch piepegal, wann ich mit Hermann die BH laufe,die erste Obiprüfung, die erste Flächenprüfung. Da mache ich mir keinen Druck. Er bekommt seine Zeit die er braucht, ich nehme mir meine Zeit und wir als Team nehmen uns die Zeit.
    Es war eine reine Interessenfrage wie lange ein DSH braucht,um "fertig" im Kopf zu sein. Der Kerl ist auch erst 14 Monate alt und dafür macht er schon einen echt guten Job.


    Und Klaus hat Recht:
    Mit dem Verweis in der Flächensuche (Rettungshundearbeit) ist das Verbellen (oder eine andere Anzeigeart) gemeint. Ein Teil der späteren Prüfung ist ein sogenannter Verweistest. Hier liegt eine Person regungslos und unverdeckt am Boden. Der Hund wird zur Person auf kurze Distanz geschickt und muss die Person verweisen (verbellen, Bringselverweis oder Rückverweis). Er darf die Person dabei nicht bedrängen oder gar beschädigen/verletzen und muss so lange verweisen,bis der Prüfer das ok gibt und der Hundeführer zur Person und zum Hund rantreten darf.



    wir machen zwar Fährtenarbeit, fangen mit dem verweisen aber jetzt erst an, so daß ich da nix zu sagen kann
    aber zum Alter, denke ist 14 Monate noch richtig Baby und erst mit 2-3Jahren erwachsen (mag das Wort garnicht, hoffe, ich werde nie erwachsen)
    die Konzentration wird mit der Übung kommen
    würde sehr gern mehr über eure Arbeit lesen

    Ich erzähle dir gerne über unsere Arbeit! Was interessiert dich denn? Sonst kann ich für alle Interessenten einen eigenen Thread eröffnen und über unsere Arbeit berichten.



    Ich denke, das ist auch ne Typfrage. Mit meiner alten Hündin habe ich intensiv VPG gemacht, die war eigentlich von Beginn an in allen Sparten sehr konzentriert und zur Arbeit abrufbar. Sie war aber auch ein "Arbeitstier" und ausserhalb des Platzes nicht "unweltinteressiert". Andere Hunde z.B. sollten ihr möglichst von der Pelle bleiben. D.h während andere Hundesportler anfangs ein Problem damit hatten, dass ihre Hunde beim Training nach Artgenossen schielten oder Karnickelköttel suchten, konnten wir in Ruhe üben.
    Mit Askja mache ich keinen Hundesport. Sie lässt sich mittlerweile aber bei unseren Übungen im Wald nicht mehr durch andere ablenken. Sie ist jetzt 2 Jahre alt.

    Hermann ist sehr interessiert an Artgenossen. Aber es wird merklich besser. Auf dem Platz arbeitet er mittlerweile auch teils ohne Leine konzentriert mit, ohne dass er gleich nen Abflug zum Nachbarhund machen will. Ich halte die Übungen auch recht kurz, damit es auch gar nicht erst zum Ausstieg aus der Übung durch irgendwelche Ablenkungen kommt. Arbeiten will Hermann, nur manchmal steht ihm seine wachsende Männlichkeit im Weg. :D



    Kerle halt. Spätzünder :P
    Hermann ist "der Baby". Als Wepe ja noch nicht geschlechtreif,war er das Baby und als er zum Rüden wurde,eben der Baby. Und das passt. Er ist zwar groß und selbstbewusst, aber im Kopf doch irgendwie noch noch ein Kleinkind.

  • Rae wird Ende Oktober 3 Jahre alt. So richtig fertig ist sie immer noch nicht, aber das liegt wohl auch an der Art wie ich mit ihr umgehe und auch an ihrem, etwas bockigen, Charakter.
    Wir sind alles geruhsam angegangen und ich habe nie Druck gemacht. Die BH haben wir gemacht als sie 18 Monate alt war und das hat super geklappt. Geübt haben wir dafür eigentlich nicht wirklich. Die Grundkommandos saßen und bei der Prüfung haben wir es in der richtigen Reihenfolge zusammen gesetzt. Ablage war so ein Thema, aber sie war wohl überrascht das ich mit dem Rücken zu ihr stand und ist lieber mal liegen geblieben. :rolleyes: Ich war erstaunt das sie sich so gut konzentriert hat und Ablenkung war gar kein Thema. Vor allem hat sie mitgemacht obwohl ich keine Belohnung (Zergel oder Ball) dabei hatte. Damit hatte ich nicht gerechnet.
    Der Richter meinte nur das man ihr angesehen hat das sie Spaß an der Sache hatte, aber die Übungen doch noch besser sein könnten.
    Da ich aber nicht vorhabe irgendwelche Prüfungen in Sachen Unterordnung zu laufen war es gut so.
    Wir machen seit einiger Zeit Hooper und die Konzentration wird immer besser. Anfangs hatte ich Mühe das sie sich mal 2 Minuten konzentriert und nun können wir, mit Pausen, schon locker eine halbe Stunde üben. Das die anderen direkt neben uns Agility machen interessiert sie nicht. :thumbup:
    Draußen wird es auch immer besser und die Leine brauche ich nur noch selten. Sie ist immer mehr bei mir und weniger bei anderen Hunden. Sie rennt auch nicht mehr weit weg und achtet sehr auf mich. Manchmal muss ich sie sogar etwas weg schicken weil es mich nervt wenn sie ständig neben mir ist.
    Bei Suchspielen wartet sie auf mein Kommando und nimmt jetzt auch schon Hilfen an. Das planlose Suchen ist Geschichte.
    Etwas Neues lernt sie nun auch viel schneller, aber sie wägt immer noch ab ob es Sinn macht. Da muss ich mir dann schon mal Etwas einfallen lassen. ^^
    Ich denke das sie bis zum Herbst dann in allem ziemlich zuverlässig ist, also mit 3 Jahren.


    LG Terrortöle

  • Und Klaus hat Recht:
    Mit dem Verweis in der Flächensuche (Rettungshundearbeit) ist das Verbellen (oder eine andere Anzeigeart) gemeint. Ein Teil der späteren Prüfung ist ein sogenannter Verweistest. Hier liegt eine Person regungslos und unverdeckt am Boden. Der Hund wird zur Person auf kurze Distanz geschickt und muss die Person verweisen (verbellen, Bringselverweis oder Rückverweis). Er darf die Person dabei nicht bedrängen oder gar beschädigen/verletzen und muss so lange verweisen,bis der Prüfer das ok gibt und der Hundeführer zur Person und zum Hund rantreten darf.



    Bei uns im Verein haben wir so gar mal trainiert, daß das Opfer mit einen Regenschirm nach den Hund schlägt und den Hund anschreit. Der Hund durfte dabei nicht agressiv werden, er durfte sich aber auch nicht einschüchtern lassen und weg laufen.


    Die Begründung des Trainers war: Viele Leute haben Angst vor Hunde und auch ein Opfer kann in Panik geraten und nach den Hund schlagen, wenn der Hund zu bellen anfängt.
    Wenn der Hund sich einschüchtern läßt und weg läuft, würde niemand mitbekommen, daß dort in den Büschen ein Opfer liegt.