• Hallo liebe Mitglieder,

    ich habe mich soeben neu angemeldet. Am 31.10.2018 zieht bei mir ein junger (15 Monate) alter Schäferhundrüde ein. Ich habe mit ihm die letzten 4 Wochenenden bei seiner derzeitigen Pflegestelle verbracht. Er ist super aufmerksam und lernwillig. Leider haben seine vorherigen Besitzer so einiges in der Erziehung falsch gemacht, bzw. haben Dinge für nicht wichtig erachtet:

    1. Er ist im Dauerstress (kann natürlich auch an der derzeitigen Situation liegen, ist seit 4 Wochen bei der Pflegestelle), das heißt: kommt so gut wie gar nicht zur Ruhe, nur am Hecheln (Tierarzt um mögliche körperliche Ursachen auszuschließen wird so schnell wie möglich aufgesucht) und sein Dödel hängt nur raus. Er kommt nur zur Ruhe wenn er in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird (beispielsweise wenn er angeleint wird, ist er innerhalb von 15 Minuten ruhig und pennt), aber nie von sich aus, kleinste Reize reichen aus um ihn wieder "hochzufahren". Soweit ich weiß hatte er bei den Vorbesitzern unbegrenzten Zugang zum Garten, Spielzeug etc.

    2. Er wurde die letzten Monate unzureichend ernährt, d.h. Hüftknochen und Rippen sind gut sichtbar (bei so einem jungen Hund, der definitiv noch in der Entwicklungsphase steckt und mangelernährt ist, nicht gerade von Vorteil), er neigt zu Futteraggression (was auch irgendwie verständlich ist, er inhaliert das Futter in einem Tempo=O und versteift sofort sobald man in die Nähe seines Futters kommt), aber daran kann man gut arbeiten. Einen Tierarzt hat er seit Auszug bei seiner Züchterin wohl nie wieder gesehen:rolleyes:.

    3. Er dreht nach der Gassirunde komplett auf und neigt zu Übersprungshandlungen (anspringen, über Tische und Bänke springen, gerne auch mal den Arm als Kauknochen missbrauchen) - wie so ein kleines Kind was eigentlich totmüde ist aber "nein... ich will nicht ins Bett, ich bin nicht müde", zum Glück weiß ich mittlerweile, dass er einfach nur in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden muss und dann letztendlich auch mal zur Entspannung kommt. Kommt wahrscheinlich auch daher, weil er zuvor ein 24/7 Animationsprogramm hatte...


    Ich erhoffe mir eigentlich Tipps und Erfahrungsberichte zum Regulieren des Dauerstresses, weil das auf Dauer für ihn nicht gesund ist, mir ist klar, dass er auch eine gewisse Zeit braucht um "anzukommen", trotzdem macht mir dieses Thema sehr viel Sorge, weil es wie gesagt seine Gesundheit auch stark beeinträchtigt auf Dauer. Wie seht ihr das?


    LG

    Sabse

  • Im ganzen Verhalten kommt er mir vor wie ein Welpe... ich finde es auch ein wenig seltsam, dass er sein Bein noch nicht hebt (Auch kein Markierverhalten vorhanden) doch ich vermute mal, dass das alles mit seinen bisherigen Lebensumständen zusammenhängt...

  • herzlich willkommen.... Das hört sich nach viel Arbeit an. Schön das du/ ihr einem "gebrauchten" Hund ein zuhause gebt.

    Du wirst hier bestimmt viele Tipps bekommen. Mir hat das sehr geholfen ?

    Einiges aus deiner Erzählung erinnert mich an meinen Wuff. Er ist jetzt 18 Monate alt und wir sind mit dem Thema Entspannung zb immer noch nicht ganz durch.

    Also Kopf hoch und weiter.... das wird ??

  • Hallo Sabse, herzlich willkommen hier im Forum. Deinen "neuen" Hund hast du nun schon toll vorgestellt. Berichte uns doch noch bitte etwas von dir: bereits Erfahrung mit Hunden, lebst du alleine oder gehören och mehr Familienmitglieder zu dir, wo lebst du (Deutschland? Welche Region).


    Ansonsten viel Spaß hier im Forum.


    Zu deinem "Problem" wg. des Anhebens des Beines: mein Schäferhund wird im Dezember 3 Jahre alt und hat auch lange wie eine Hündin gepinkelt. Erst jetzt mit knapp drei Jahren scheint er sich für Hündinnen zu interessieren und ist nach wie vor sehr lebhaft und agil und leider etwas grobmotorisch. Und wenn meine Hund aufgeregt ist, hechelt er auch stark und verliert Haare.


    Ansonsten toll, dass du ihm eine neue Chance gibst. Bleibe mit ihm am "Ball", das lohnt sich bestimmt und ihr werdet eine gutes Team werden. Es wird Zeit und Kraft kosten, aber es ist es wert.

    Harras *10.12.2015 :thumbup:“Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.” :thumbup:(Louis Armstrong)

  • Herzlich Willkommen.


    Manchmal fragt man sich wirklich, was die Leute mit ihren Welpen/Junghunden anstellen, dass sie so überdreht sind. Gut, dass er bei dir gelandet ist und dich seiner angenommen hast.


    Wenn er durch Bewegungseinschränkung zur Ruhe kommt, würde ich das wohl auch erst mal so weiter machen. Vielleicht hilft da auch eine Box. Ansonsten halt anleinen, wenn das hilft. Wenn er merkt, dass dann kein Programm mehr ist, wird er mit der Zeit sicher auch schneller zur Ruhe kommen, so dass es irgendwann auch ohne Anleinen funktioniert.


    Dann könntest du versuchen, ein Ruhe-Signal zu markern und/oder nach dem Spaziergang einen gefüllten Kong/Kausachen anbieten, mit denen er sich in Ruhe beschäftigen kann. Kauen beruhigt.


    Wichtig dürften erst einmal Regeln und Grenzen sein, an denen sich Joker orientieren kann, damit er Sicherheit bekommt.

  • Kauen beruhigt.

    Gute Idee. Auf jeden Fall ist Harras oft und gerne mit einem Geweihstück beschäftigt. Dient dann auch gleich der Zahnpflege. Auch wenn so ein Geweihstück etwas teurer ist, es hält sehr, sehr lange.

    Harras *10.12.2015 :thumbup:“Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.” :thumbup:(Louis Armstrong)

  • Pinguetta : Erfahrungen mit Hunden bestehen bereits, ich hatte sowohl 4 Jahre lang einen Schäferhund aus dem Tierschutz (mit 9 übernommen) und die letzen 10,5 Jahre einen Pinscher-Terrier- Mix auch aus dem Tierschutz, der so einige Baustellen hatte, der zum Schluss sehr tiefenentspannt und souverän war. Ich lebe derzeit mit meiner Partnerin in Neuss, da wir beide eher ruhige Typen sind (ich eher noch entspannter als meine bessere Hälfte), denke ich dass er auch sehr viel schneller zur Ruhe kommen wird (hoffentlich). An sich habe ich auch mit dem Nicht- Beinheben auch kein Problem, es ist nur etwas verwunderlich. Was die Grobmotorik betrifft, kenne ich auch nur allzu gut. Ich denke, dass er sich seiner Größe nicht wirklich bewusst ist, daher kegelt er auch gerne kleine Hunde gerne um, der Tollpatsch. :rolleyes:

  • Nun ja, den Kong hat er noch nicht wirklich verstanden:/, damit dreht er wieder auf, ich würde ihm gerne sowas wie Ochsenziemer zum Kauen geben, allerdings bestehen da momentan noch Futteraggressionen, die ich erstmal beseitigen will (zu dem er nicht zu lange auf sowas rumkauen sollte wegen des durchschlagenden Erfolges) aber die Geschichte mit dem Geweih hört sich schon interessant an... Wäre vielleicht eine sinnvolle Alternative zu Kaustangen/ Ochsenziemer u.ä...

  • Bei den Geweihstücken besteht die Gefahr von Zahnfrakturen. Je nachdem wie alt die Geweihstangen sind, sind die verdammt hart. Ich würde es deswegen eher mit großen gepressten Kopfhautplatten versuchen (z.B. von Kausnack).

  • andere Alternative zum Geweihstück: wir hatten mal ein Horn von einem Wasserbüffel, elastischer wie so ein Geweihstück aber auch sehr, sehr langlebig.

    Harras *10.12.2015 :thumbup:“Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.” :thumbup:(Louis Armstrong)

  • als wir rocky damals mit 3 Jahren übernommen haben, war er auch so, wie du deinen beschreibst. Wir haben das in den Griff gekriegt, indem wir ihn draussen bei langen Spaziergängen ordentlich ausgepowert haben (körperlich undgeistig) und ihn dann drinnen auf seinen Platz geschickt und ihn dort in Ruhe gelassen haben. Wollte er Aufstehen und uns kontrollieren, wenn wir in der Wohnung den Raum gewechselt haben, schickten wir ihn wieder auf seinen platz. Er hat relativ schnell begriffen, dass es feste Zeiten und Orte zum auspowern gibt und drinnen nix spannendes passiert und Zeit zum entspannen und schlafen ist.

    Bein hat er auch nie gehoben. Erst vor ca 3 Jahren hat er plötzlich damit angefangen. Ich glaube das beiheben hat auch was mit dem Selbstwertgefühl des Hundes zu tun.

  • Hallo Sabse,


    ich würde dir raten, die Sache mit dem Hund nochmal zu überdenken.

    Da ist offenbar schon einiges schief gelaufen in seinem jungen Leben.

    Er ist seit 4 Wochen in der Pflegestelle. Da sollte ein Hund schon einigermaßen zur Ruhe gekommen sein und auch an Gewicht zugenommen haben - wenn die Pflegestelle hundeerfahren ist.


    Es liegen offenbar schon eingefahrene Verhaltensstörungen vor.

    So ein Hund braucht einen souveränen, erfahrenen Menschen.

    Deine Einschätzung der Probleme zeigt deine Unerfahrenheit (nicht böse gemeint).

    Ein unbegrenzter Zugang zum Garten und Spielzeug verursachen nicht solche Störungen.


    Die Einschränkung der Bewegung ist KEINE Lösung der Probleme - auch Kauknochen lösen das Problem nicht.

    Man macht nur den Deckel auf einen Topf, in dem es brodelt.

    Probleme löst man nur an der Wurzel also der Ursache.


    Ich finde es immer unfair dem Hund gegenüber, wenn man ihm eigentlich nicht gewachsen ist.

    Man mag es als Herausforderung betrachten, aber ist es das, was so ein Hund braucht?

    Bei einem wirklich erfahrenen Hundemenschen kann sich der junge Hund evtl. in 6-12 Monaten zu einem ausgeglichenen Hund entwickeln.


    Für unerfahrene Menschen bleibt der Hund eine Langzeitbaustelle. Das bedeutet für den Hund über Jahre weiter Stress.

    Ich bin der Ansicht, wenn man Probleme falsch einschätzt, wenn man Rat in Foren sucht oder einen Hundetrainer braucht, reicht die eigene Erfahrung einfach nicht.


    Es gibt sicher viele andere Hunde, die besser zu dir passen.

  • ich finde es toll das Du ihm ein neues Zuhause gibst!

    zur Ruhe wird er meiner Meinung nach kommen, sobald er richtig angekommen ist und halt auch mal lernt nicht ständig bespaßt zu werden.


    Dina 08.03.2017

    Aiko 20.04.2008

    :love:

  • Hallo Black Jack Joker,


    ich glaube schon,daß Du auf dem richtigen Weg bist, den Hund in die Ruhe zu bringen. Er muß einen festen Platz haben, am besten ein Körbchen.

    Dort muß er eine Zeit lang nach dem Spaziergang bleiben. Wenn er nicht von allein bleibt und kontrolliert, ist ein vorübergehendes Anleinen gut,

    bis er den Platz akzeptiert. Er muß sich wohlfühlen auf dem Platz. Das Anleinen finde ich auch besser als die Box, weil er so am Geschehen teilnimmt

    aber gleichzeitig lernt, daß er nicht immer und überall alles regeln muß, im Gegenteil,er kann entspannen und die Welt kann eine Zeitlang ohne sein

    Zutun weitergehen.

    Wenn der Platz gut ist, wird er bald gern dort sein. Das kann aber auch einige Monate dauern. Eine Box kann territoriales Verhalten fördern,wenn er

    zur Futteraggression neigt, könnte er die Box dann verteidigen.

    Wenn der Platz, bzw.das Körbchen gemütlich mit einer oder 2 Decken ausgestattet ist, wird er dort sicher zur Ruhe kommen.

  • Hallo Black Joker,

    wie sind denn seine "Hinterlassenschaften "? .Eventuell sehr oft, und weich ? Das würde dann auf Bauchspeicheldrüsenprobleme

    hinweisen. Ein Hund,der spindeldürr ist trotz normalem Futterangebot, sollte dringend beim Tierarzt vorgestellt werden.

    Heißhuner ist auch ein Symptom.

  • Hallo Black Joker,

    wie sind denn seine "Hinterlassenschaften "? .Eventuell sehr oft, und weich ? Das würde dann auf Bauchspeicheldrüsenprobleme

    hinweisen. Ein Hund,der spindeldürr ist trotz normalem Futterangebot, sollte dringend beim Tierarzt vorgestellt werden.

    Heißhuner ist auch ein Symptom.

    Eine meiner ersten Amtshandlungen wird definitiv der Besuch beim TA sein, da er m.M.n. zu viel, zu oft und zu breiigen Kot (hell) absetzt. Er hat in der Pflegestelle schon zugenommen, was mich beruhigt, ich sehe ihn jedes Wochenende und freue mich immer total, wenn wieder etwas mehr auf seinen Rippen ist. Ich werde ihn auf Futtertechnisch umstellen auf B.A.R.F., Grünlippenmuschelextrakt für die Gelenke habe ich auch schon besorgt. Aber erstmal TA, großes Blutbild, eve. Röntgen und Grundimmunisierung.

  • Da muß ich Muriel auch deutlich widersprechen! Einem Hund eine zweite Chance zu geben, hat wohl jeder Hund verdient. Auch wenn es Arbeit macht! Er ist noch so jung und Sabse hat auch die nötigen Erfahrungen, wie es deutlich rüberkommt und macht sich so viele Gedanken.

  • Heller,breiiger Kot - das deutet ziemlich sicher auf auf eine Bauchspeicheldrüsensache hin !

    Bei uns hatte das damals eine Tierärztin nicht erkannt- alle Befunde waren negativ. Man behandelte auf Giardien - Giardien weg,

    Beschwerden blieben.

    Unser anderer Tierarzt hat den Hund nur einmal angeschaut- ohne Blutbild etc- und aus seiner Erfahrung gesehen,(er war vorher in Urlaub)

    Daß unser Hund Verdauungshilfe brauchte.

    Also wenn Dein Tierarzt den Hund untersucht und Du dann auch barfst, wirst Du das Problem inklusive Unruhe in den Griff bekommen !

  • Die Geschichte Bauchspeicheldrüse werde ich dann wohl auch mal bei meiner TÄ anbringen... Danke