Erziehung von Angsthunden

  • nein es wurde oder wird etwas Agility betrieben. Nur nochmal es scheint bei den weißen derzeit eher gegeben zu sein vor etwas Panik zu entwickeln

  • Nur nochmal es scheint bei den weißen derzeit eher gegeben zu sein vor etwas Panik zu entwickeln

    Mit panischen Weissen Schäferhunden darf nicht gezüchtet werden.

    Wenn jemand mit einer Zuchthündin züchtet, die gerade noch so eben die Körung bestanden hat und sich dann auch noch einen Deckrüden aussucht, der auch nur so gerade eben die Körung bestanden hat, dann sind die ängstlichen Welpen vorprogramiert.

  • nochmal das mag ja alles sein nur habe ich die Mutter gesehen die war entspannt und offen. Aber das bringt mich nicht weiter. Körungen/Zuchtausstellungen etc. interessiert mich nicht und hilft mir in meinem Fall null. Ich will auch nicht züchten! Mir geht es einzig und allein um Möglichkeiten um ihm Stress zu nehmen, ihn etwas offener werde zu lassen wenn möglich.

    Also was man Tun kann:

    -also Gehorsam verbessern (Training)

    - Sicherheit geben/vermitteln ( wie macht/ handhabt ihr das draußen wie auch drinnen)

    - Rituale auf Dominanz/ Stellung verdeutlichen? ja oder nein?

    - Hundesport/ Kopfauslastung ja? wenn ja welchen würdet ihr dann machen?

    - Kastration? wenn ja warum?

    -medizinische Untersuchungen?

    - Medikamente gegen die Angst verabreichen?

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  • Ich versuch mich mal an einer Antwort, bin ja in einer ähnlichen Situation.


    1) Training: ja, ist was für den Kopf; bereitet auf Situationen vor; sind Regeln

    2) Sicherheit geben/vermitteln - Was ist mit Bindung haben und festigen? ->ohne Vertrauen ist es schlecht! Auf beiden Seiten.

    Draussen: Habe mit Ida "Hinter mich" trainiert, was sie letztendlich im Platz zwischen meine Beine bugsiert (als Alternative zu Hund der einen nahezu panisch anspringt). In die Position geht sie auch selbst, wenn ihr was komisch vorkommt. Wenn sie total aufgedreht ist (5 min), dann beruhigt sie die Position auch.

    - Drinnen: fester Platz (quasi Körbchen), wo sie nicht gestört wird. Und übrigens auch ihren Leinenknast absitzt.;)

    - Ruhig bleiben, umso ruhiger, je aufgedrehter/ängstlicher/unsicher. Soweit die Theorie, in der Praxis echt schwer.:rolleyes:

    3) Nach den letzten bösen Erfahrungen verzichte ich darauf, demonstrativ den Chef raushängen zu lassen. Gerade auch bei besagten 5 min. Wobei ich hier einen 5Monate Jungspund habe, weiß noch nicht wie ich reagiere, wenn sie ein Jahr alt ist. Aber es gibt natürlich ein paar nogo's, die einzuhalten sind (die Küche zB)

    4) Hier steht Nasenarbeit und zB gefüllten, versteckten Dummy apportieren sehr hoch im Kurs - das war aber ja nichts für euch. Zergeln geht hier gerade nicht wegen Zahnwechsel - da hatte er mehr Spass dran? Laufen/Kriegen spielen macht meine sehr gerne, mit dem hohen Risiko, dass sie dadurch überdreht.

    Hundesport: Für mich steht immer noch die Rettungshundausbildung auf der Wunschliste, zum Glück wird das auch in OHZ angeboten. Sowohl mantrailing als auch Flächensuche. Nur habe ich vorher andere Baustellen zu erledigen und sie muss erwachsener werden.

    5) Kastration? Nein. Würde nur etwas bringen, wenn eure Probleme Testosteron getrieben sind. Sind sie aber nicht. Davon abgesehen, ist er gerade in der Testosteronhochphase seines Lebens, das wird noch von alleine in recht kurzer Zeit besser.

    6) Kann ich nicht wirklich was zu sagen. Nur ist es nichts, was relativ plötzlich aufgetreten ist, und deshalb auf eine Krankheit hindeutet (meine Meinung). Wenn du Zweifel hast, frag den TA deines Vertrauens.

    7) siehe 6)


    LG Inge&Ida

  • stimmt Bindung hatte ich in meiner Aufzählung vergessen, vermutlich weil wir das bis zum geht nicht mehr zur Zeit schon machen. Klar würde Loki etwas tun, wovor er Angst hat, wenn er es muss weil ich zum Beispiel über eine gruselige wackelnde Brücke gehe. Aber das kann ja nicht das Ziel sein, denn es löst ja nicht das Problem.

  • Es geht dabei meiner Meinung nach nicht darum, dass er auf Wunsch etwas gruseliges macht. Bindung = Vertrauen schafft eine Grundsicherheit, denke ich.


    Wie wichtig die ist, merkt man dann, wenn man am Hund (ver)zweifelt. Wird für den Hund nicht anders sein.

  • ich skizziere mal ein Erlebnis aus dem Welpenkurs. Loki sollte mit der Leine/Futter über eine Wackelbrücke geführt werden. Er ist immer wieder runter bzw. wollte partout nicht. Dann hieß es zieh den Hund an der Leine darüber. Ich ärgere mich heute noch darüber, dass getan zu haben, bzw. dass ich erst auf der Hälfte mein Gehirn wieder gefunden hatte und den Scheiß abgebrochen habe. Ende vom Lied der Hund hat mir ins Auto gereiert.

  • Es geht dabei meiner Meinung nach nicht darum, dass er auf Wunsch etwas gruseliges macht. Bindung = Vertrauen schafft eine Grundsicherheit, denke ich.


    Wie wichtig die ist, merkt man dann, wenn man am Hund (ver)zweifelt. Wird für den Hund nicht anders sein.

    Natürlich ist die Bindung das A und O, trainieren wir wie gesagt aber schon sehr viel und noch sehe ich da keinen Nutzen für gruselige Situationen. Klar ist das gut, dass Loki immer zu mir schaut, dass er sofort wenn ich in eine andere Richtung gehe nachkommt. Bringt aber vor allem was für den Rückruf und der ist schon recht Ordentlich.


    Wir werden sobald ich mehr Zeit habe (nächste Woche) die eine Trainerin kontaktieren und ich werde versuchen jemanden für social walks zu bekommen. Und ich werde separat weiter ein Alternativverhalten im beibringen, während ich uns eine geistige Aufgabe die uns beiden gefällt suche.

  • 1) Gehorsam - auf jeden Fall immer wieder mit Konsequenz und Geduld üben üben üben - bei einen unsicheren/ängstlichen Hund würde ich noch mehr darauf achten, dass die eigene Stimmung dann nicht kippt und man sich selbst im Griff hat - meiner Meinung nach wird die Unsicherheit/Angst des Hundes den Gehorsam Anfangs bis zu einem gewissen Grad überlagern (in Stresssituationen), daher glaube ich, dass solche Hunde einfach noch mehr geduldige Konsequenz - vor allem im Kleinklein brauchen


    2) Sicherheit geben: ähnlich wie oben, es ist immer das gleiche Schema und nicht heute so und morgen so

    drinnen also z.B. das Deckentraining - bleib dort egal was passiert - Vertrauensarbeit

    draussen so viel wie möglich erleben und Sachen suchen wo ich ihn dann positiv bestärken kann

    alles was neu ist wird erst von mir angeschaut - ich bin vorne und stelle mich schützend vor ihn


    3) Wenn du den Begriff Dominanz weglässt und dich statt dessen "ich bin der der Sicherheit bietet" draus machst, dann fällt einem das vll. auch leichter einzuschätzen was man für einen Umgang mit seinem Hund will

    Beispiel: das berüchtigte Sofa oder Bett - ist für uns z.B. überhaupt gar keine Dominanzfrage, Lexy geniesst Rudelkuscheln im Bett extrem, lässt sich aber SOFORT ohne Probleme runterschicken und geht in der Regel auch nur nach Aufforderung hoch

    Es wäre also da erstmal zu klären an welchem Punkt eines Rituals oder Verhaltens geht es um Stellung/Dominanz ?

    Ich glaube das liegt auch eng mit Nr. 2 zusammen


    4) Hundesport/Kopfauslastung: Beides auf jeden Fall unbedingt. Ich bin für jegliche Nasenarbeit und für Zwischendrin im Alltag immer wieder kleine Nachdenktrickübungen. Ich glaube Rally Obidience und Fährtenarbeit würde ich für Loki gut finden.


    5) keine Kastration


    6) medizinische Untersuchungen auf jeden Fall , aber ich nehme an Loki ist normal durchgecheckt und befundfrei? Ich würde ggf. die Schilddrüse genauer untersuchen lassen (hab ich beim Dalmi damals auch gemacht) .

    Wir haben in der Nachbarschaft nen Hund der hat sich vom Wesen her verändert, weil seine Herzmedikamente falsch angepasst waren. Es ist also durchaus möglich, das es für verändertes oder nicht typisches Verhalten eine medizinische körperliche Ursache gibt.


    7) tja das kommt auf die Situation an, wenn eine Situation die der Hund lernen muss aber nicht kann, weil der Stresslevel so hoch ist, das er nix mehr aufnimmt und das auch nicht durch Entfernung gesteuert werden kann, dann wäre das vll. ein Mittel am Ende wenn gar nix anderes geht. In anderen Ländern ist man mit der Gabe von Medikamenten wohl schneller bei der Hand als in D.

    Wir haben homöopathisch nach dem Unfall gearbeitet und das hat uns tatsächlich auch gut unterstützt bei der Verarbeitung des Traumas.

    Eventuell hilft ja mal eine Beratung bei einem Tierheilpraktiker.

  • hier ein Foto was meine Freundin, mir heute beim Gassigang zu geschickt hatte. Es zeigt den Loki wie er auf etwas reagiert, das ihm suspekt erscheint. In diesem Fall Figuren und Häuser etc. die durchs Wasser angetrieben/bewegt werden.

    finde ich jetzt nicht ungewöhnlich, da bewegt sich was, es macht Geräusche und Loki kennt es offensichtlich nicht

    Lexy macht sowas bei manchen neuen Sachen auch erstmal - je nachdem wie unsicher sie dann damit ist, fällt die Reaktion entsprechend heftig aus


    Beispiel: wir waren wandern in Österreich, Lexy ca. 16 Monate. Kommen an einem Hotel vorbei mit lauter kleinen Lila Plastik-Schafen davor. Lexy voll die Bürste gestellt, den Schwanz eingeklemmt und mit Buckel die Teile angebellt. Wir also sie im Abstand warten lassen und erstmal die Schafe selbst angefasst und begutachtet. Erst dann durfte Lexy hin, hat den Schafen am Popes gerochen und erst nach geschätzt 2 Minuten ausführlichem Schnuppern und anbellen, hat sie kapiert ist nur Plastik und nix was Angst macht.

    Gleiches Verhalten Anfangs bei echten Pferden und echten Kühen - aber da wir hier davon ja umgeben sind und die täglich treffen, war das schnell gegessen.

    Ich achte darauf, wenn ich sehe da ist etwas was ihr fremd ist, das ich die erste bin die da ran kommt und erst auf mein Zeichen darf sie hin. Sie ist jedoch mutig, so das diese erste scheue Reaktion schnell vorbei ist. Ausserdem lässt sie sich nicht von allem und jedem so erschrecken, daher kommt das nicht mehr so häufig vor. Ausserdem lässt sie sich durch mein "Vorzeigen" gut animieren das es ok ist.

  • achja was mir noch einfällt, weil ich gestern erst einen ähnlichen Bericht über Pferde gesehen habe

    manche trainingssituation müssen wirklich bis zum ende durchlaufen werden, da ist es eventuell ein Fehler, wenn man abbricht weil der hund anfängt angst zu zeigen

    also solche sachen wie das über das wackelbrett laufen, ist der ansatz des einfach an der leine drüberziehens m.M.n. völlig schwachsinnig, besser wäre gewesen den Hund zu unterstützen und die Aufgabe erstmal einfacher zu machen, indem man das Ding festhält, so das es beim ersten drüber laufen nicht wackelt, so kann man die schwierigkeit der aufgabe langsam steigern und nicht mit gewalt den hund gleich auf die schwierigste stufe versuchen drüber zu zwingen und dann auch noch abzubrechen


    solche Aufgaben finde ich z.B. für Loki super toll, aber eben tatsächlich erst ganz einfach und dann die schwierigkeit langsam steigern ... wie beim puzzeln, da fängt man ja auch nicht gleich mit 5000 Teilen an


    solche erfolgserlebnisse machen den hund ja schliesslich auch stolz auf sich und er bekommt lob dafür - was glaubst du was das für die meisten hunde für eine tolle motivation ist! ich sehe bei lexy dieses "ha schau mal frauchen ich hab es richtig gemacht " täglich in den augen und das macht unglaublich spass

  • ich kann ihn nicht an Tiere lassen. Haben wir schon versucht. Wir hatte da war er noch kleiner nette Reiterinnen, die meinten ihre Pferde reagieren null. Loki dagegen entsprechend heftig. Ich hab dann auch die Pferde angefasst, während meine Freundin ihn an der Leine hatte. Seine Reaktion total hohes Quitschen mit panischem Herrchen anspringen. Schafe am Zaun gebelle pur. Bullen auf der Weide Bellen pur. Ich will dann auch nicht die Tiere missbrauchen.

  • Dann ist der Abstand noch zu groß ... mach kleinere Schritte! Schön füttern aus der Entfernung und dann immer Näher rücken. Das braucht Zeit und Geduld.

    Wenn Du die Pferde angefasst hast, Deine Freundin Loki an der Leine hatte und dich Loki während dessen anspringen konnte, dann war Loki viel zu nah dran.

    Ich hab das so gemacht: erstmal nur mit großem Abstand anschauen lassen und solange sie ruhig war gelobt und mit Leckerchen die komischen Riesentiere "Pferde" schön gefüttert. Dann die Abstände immer weiter verkleinert,bis ich irgendwann so ca. 1,5 weg vom Pferd war. Dann hab ich Lexy sitzen lassen und bin einen Schritt von Lexy weg in Richtung Pferd. (Leine in der Hand) Ist Lexy sitzen geblieben, gabs ein Leckerchen. Dann weiter hab ich das Pferd gestreichelt und die Hand mit dem Pferdegeruch hat dann Lexy das Leckerchen gegeben usw. so haben wir uns Stück für Stück an Weidetiere ran gearbeitet. Die Rinder haben wir direkt am Gartenzaun, da ist üben einfach :)


    Ich fand das zu üben wichtig, denn wenn wir in Österreich wandern gehen, da muss man schonmal über ne Wiese mit vielen Kühen drüber, da ist es wichtig zur eigenen Sicherheit, dass der Hund da keinen Radau macht. Ausserdem gehe ich morgens um 5 an Pferden und Kühen vorbei, da kommt es blöd wenn der Hund schon so früh das Dorf durch lautes Gebell aufweckt :)


    Natürlich, wenn ihr ansonsten mit sowas wenig Berührung habt, dann ist auch die Frage ob sich ein Trainingsaufwand überhaupt an der Stelle lohnt. Man muss ja nicht alles abarbeiten nur weil der Hund es nicht kann, manche sachen sind vll. auch nicht notwendig, da nie gebraucht.