Erziehung von Angsthunden

  • hier soll es um Erfahrungen mit schwierigen Hunden, den sogenannten ängstlichen und Unsicheren Hunden gehen.


    Was tut ihr, um euren Hunden die Angst zu nehmen?


    Lasst ihr Ängste bei euren Hunden bewusst zu?


    Auf welche Erziehungsmaßnahmen würdet ihr bei einem ängstlichen Hund setzen?




    Mir geht es hier natürlich um einen Austausch mit Besitzern von Ängstlichen Hunden/ ehemalige Besitzer, aber natürlich auch um Ideen.



    Ich habe einen Angsthund hier und laut mehreren Trainern ist das schon seit klein auf verankert.


    Deshalb hoffe ich hier auf einen Angsthasen Austausch.

  • Da kann ich dir nicht wirklich weiter helfen, da wir bisher zum Glück noch keinen Angsthund hatten.

    Zwar hatten alle Mal ne Phase wo sie "fremdeln" an den Tag legten, aber immer nur kurz.

    Dabei haben wir ihnen nur vorgemacht, das der Auslöser nicht schlimm ist.

  • wir haben ja einen angsthund übernommen vor 5 jahren,da war der hund 5.

    in erster Linie haben wir gelernt mit den ängsten von ihm zu leben.

    bei ihm ist es vor fremden menschen meist männer, und auch die ein pder andere situation haben ihm angst gemacht.

    vor menschen hat er nach wie vor angst lässt sich aber händeln an den Situationen konnten wir arbeiten.


    wir haben viel über gewöhnung gearbeitet immer wieder rein in die Situation soweit er noch entspannt sein konnte und dies gesteigert. zu Belohnung gabs dann immer das wir bei entspannen raus aus der Situation sind und gespielt haben.

    mit menschen die er öfter ertragen musste die haben mit ihm gespielt da er im laufen (ball holen) seine angst vergessen hat.


    Futter hat er in den momenten immer völlig verweigert aber auch das kann ein weg sein. Ansonsten haben wir wenn er doch mal weg wollte ihn tatsächlich festgehalten und gewartet.


    Geholfen hat grad zu beginn das thundershirt.

    musste aber selbst feststellen das ängste die von klein an verankert sind nie weggehen man lernt damit zu leben

  • das ängste die von klein an verankert sind nie weggehen man lernt damit zu leben

    Und genau das ist das, was ich bei Loki vermisse. Hat er tatsächlich schon Dinge erlebt, die aus ihm einen Angsthund gemacht haben? So wie die sog. Straßenhunde z .B. in Kroatien: von Menschen misshandelt und gegen Artgenossen zur Wehr setzten, damit man genug Nahrung bekommt.


    Vielleicht liegt das Problem doch "nur" darin, dass Loki noch recht jung und unerfahren ist und dass Papa Holger der ängstlichere (weil besorgtere) von beide ist.

  • das ängste die von klein an verankert sind nie weggehen man lernt damit zu leben

    Und genau das ist das, was ich bei Loki vermisse. Hat er tatsächlich schon Dinge erlebt, die aus ihm einen Angsthund gemacht haben? So wie die sog. Straßenhunde z .B. in Kroatien: von Menschen misshandelt und gegen Artgenossen zur Wehr setzten, damit man genug Nahrung bekommt.


    Vielleicht liegt das Problem doch "nur" darin, dass Loki noch recht jung und unerfahren ist und dass Papa Holger der ängstlichere (weil besorgtere) von beide ist.

    Naja er war von A nfang an so

    Schon mit 9 Wochen. Er war nie ein Welpe der neugierig auf fremde Menschen zuging. Ich bin zwar ein Helikopter Papa, aber unsicher und ängstlich trete ich nicht auf.

  • aber unsicher und ängstlich trete ich nicht auf.

    auch nicht unbewusst? Hunde spüren viel mehr als man denkt. Und dass du Elli so für verloren hast, hat auch etwas mit dir gemacht. Wenn du daher also (unbewusst) ständig besorgt um deinen Hund bist, dann

    spürt er das auch.


    Wenn er vom Wesen her grundsätzlich etwas ängstlich ist, ist er damit für mich aber noch lange kein "Angst"-Hund. Vielleicht solltest du ihm einfach etwas mehr zutrauen und irgendwie Erfolgserlebnisse einbauen,

    z.B. Sachen suchen (ZOS) oder kleine Kunststücke einüben (Pfote geben, Give five, um Möbelstücke Slalomlaufen usw.).

  • nein ich gehe nicht unbewusst besonders ängstlich mit ihm um. Klar denke ich manchmal an Elli, aber Loki ist wirklich komplett anders. Und wie gesagt er ist so seit ich ihn habe mit 9 Wochen. Er hat mal aus Angst gepullert, weil ich ihn messen wollte um nur mal ein Beispiel zu nennen. Als meine Nachbarin ihn streicheln wollte hat er mich angepullert aus Panik. Verschiedene Trainer haben ihn als Angsthund definiert. Er lässt sich von niemanden außer von mir und meiner Freundin anfassen. Ich weiß auch nicht woher das kommt, nur das es schon da war und wohl auch immer bleiben wird.

  • er ist vielleicht nur skeptisch und zurückhaltend vom Charakter her lässt soch schwer beurteilen wenn man den hund so nicht kennt. er braucht vielleicht er nur selbstbewusstsein das kann man mit vielen positiven unternehmungen steiger.

    wie vorgeschlagen wurd ZOS, oder Ro oder Fährten was was ihm spaß macht und wo er über sich hinauswächst.


    was ich schonmal gehört habe das wenn die eltern schon sehr ängstlich sind sie es auf ihre welpen übertragen können das könnte ein punkt sein wie er die angst kennengelernt hat

  • Ich hatte wirkliche Angsthunde, eher Panikhunde, aus einem spanischen Tierheim.

    Geholfen hat uns gemeinsame "Arbeit" und ein richtig netter SV-Verein mit einem tollen, einfühlsamen Trainier. Anfangs war das natürlich echt schwer, aber letztendlich haben alle die BH gemacht und sind im Agility Turniere gelaufen. Das Selbstbewusstsein war später fast wie bei "normalen" Hunden. Irgendetwas blieb leider bei fast jedem Hund ein Problem. Mein Rüde hatte wahnsinnige Angst vor Gewitter und Feuerwerk und unsere Kleinste brauchte Jahre um sich von einem Mann anfassen zu lassen. Nur meine erste Hündin war nach einem Jahr die coolste Socke überhaupt, nur war dieses Jahr voller Schwierigkeiten.

    Es dauerte sehr lange bis wieder vertrauen aufgebaut war, aber gemeinsamer Sport ist für mich der Weg, neben langsamer Gewöhnung an den Alltag.

    Ich denke wenn du mit Loki zusammen ein Hobby findest wird er schnell selbstbewusster werden. Bestätigung für geleistete Arbeit ist nämlich toll.

    Das er kein Draufgänger und eher vorsichtig ist, das wird wohl so bleiben. Wäre mir aber lieber. :)

    Als Angsthund würde ich ihn nach deinen Schilderungen nicht einstufen.


    LG Terrortöle

  • Über die Gewöhnung kann man doch bestimmt viel erreichen. Man kann sogar über die Gewöhnung einen Hund schussfest machen.

    Wenn die so böse wirkende Nachbarin den Welpen jedesmal mit Leckerlies verwöhnt hätte, dann hätte dein Loki sich bestimmt beim Anblick der Nachbarin auch gefreut und keine Angst mehr gehabt.

    Bei der Gruppenarbeit im Hundeverein gewöhnt sich der Hund auch an so einiges. Und je größer die Gruppe, desto besser ist es.


    Man kann wohl aus einem ängstlichen Hund nie einen unerschrockenen Draufgänger machen, der vor nichts Angst hat. Aber sich problemlos im Alltag bewegen, dass sollte man schon hinbekommen.


    Die Zuchtverbände achten schon darauf, daß mit ängstlichen Hunden nicht gezüchtet wird.

    Wenn der Welpe allerdings von einem Vermehrer kommt, dann kann man nur hoffen, daß nicht mit ängstlichen Hunden vermehrt wurde.

  • nein ich gehe nicht unbewusst besonders ängstlich mit ihm um. Klar denke ich manchmal an Elli, aber Loki ist wirklich komplett anders.

    wie ist denn deine erwartung wenn du bestimmte situationen kommen siehst? denkst du, das du weisst was gleich passiert und dann passiert es auch?

    oder gehst du ehern da rein mit keiner erwartung und dann zeigt loki unerwünschtes verhalten?

    also wie ist deine haltung? die muss ja nicht ängstlich oder unsicher sein, aber vll. trotzdem nicht entspannt und auch nicht sicher im sinne von kopf hoch brust raus "eh wir gehen da ruhig dran vorbei und das ist völlig normal"


    wie oft durfte die nachbarin oder jemand anderes loki denn danach noch streicheln? wie sah deine strategie zur desensibilisierung/verhaltensänderung denn bisher aus?


    Bei der Gruppenarbeit im Hundeverein gewöhnt sich der Hund auch an so einiges. Und je größer die Gruppe, desto besser ist es.

    sehe ich anders, aus meiner erfahrung das ist bei ängstlichen hunden mit niedriger reizschwelle falsch

    ist das stresslevel zu hoch, dann ist der lerneffekt gleich null - der hund schaltet ab und lässt über sich ergehen, da er nicht jedem einzelnen reiz etwas entgegen setzen kann

    daher würde ich ehern kleine gruppen für den anfang nehmen und dann steigern, aber grundsätzlich finde ich gruppenarbeit immer gut!


    ellionore, ihr geht doch in die junghundegruppe oder? wie viele hunde waren/sind denn da und wie viel abstand habt ihr dort und wie läuft das training denn dort ab? du schreibst jedes mal wenn ein anderer hund ihn auch nur anschaut explodiert er, wie funktioniert denn das beim training?

  • nette er lässt sich nicht streicheln von keinem außer mir und meiner Frau. Da kann ich auch nichts desensibiliesieren. Irgendwann kommt er von alleine und lässt das zu.

  • ich hatte mit dem dalmatiner einen unsicheren hund


    die unsicherheit fremden menschen und die leinenaggression bei hunden hat er zeitlebens nie abgelegt, silvester und gewitter wurden mit dem alter immer schlimmer - wo er als junghund noch die knaller mit uns direkt beobachtet hat, hat er als alter hund an dem tag sich komplett irgendwo verkrochen oder sich in meine arme geflüchtet und das obwohl wir NIE irgendwie darauf eingegangen sind und somit bewusst sein angstverhalten bestärkt haben - das kam wirklich von ganz alleine

    die autoangst/panik nach dem unfall haben wir komplett auflösen können, hat aber auch gedauert und erforderte geduld

    komische gegenstände und unbekannte untergründe waren immer wieder neu und das blieb auch so, er konnte oft nicht die transferleistung von einem erlernten auf etwas anderes neues erbringen und so war die holzbrücke über ein tal zwar lernbar, aber die gitterbrücke über den fluss wieder neu (ich sehe bei lexy das ein angsfreier hund diese transferleistung erbringen kann)

    der tierarzt blieb aufgrund gemachter erfahrungen einfach nur schlimm für ihn

    angst nachts im wald, wir haben manchmal im wald geschlafen (also ich, denn er hat kein auge zu getan), er fühlte sich mit zelt drüber immer wohler :-) - hier war gewöhnung das mittel


    mit druck und gewalt geht da meiner erfahrung nach ehern weniger (oder gar nix, ich finde es sogar kontraproduktiv) - das führt nur zu noch mehr stress und bei zu viel stress lernt der hund nix mehr

    wir haben viel miteinander gemacht, er musste sein futter erarbeiten und hatte typisch für einen hund seiner rasse täglich viel laufbewegung (fahrrad und joggen)

    viel gemeinsames arbeiten hat gebracht, das ich den hund extrem gut lesen konnte und situationen entgegensteuern konnte und damit eben situationen die nicht auflösbar waren dann handelbar wurden und mit weniger stress für mich und den hund einhergingen, das unsere bindung top war, das er ausgelastet war und ansonsten ein glücklicher hund war, der eben tatsächlich den größten teil des tages keine angst haben musste

  • Er muss sich auch nicht von anderen anfassen/streicheln lassen. Vielleicht ist seine Induvidualdistanz recht gering. Dann übe mit ihm, dass er Menschen in immer geringerem Radius um sich herum akzeptiert.

    Und wenn es Menschen gibt, deren Kontakt du wünschst, dann musst du das auch in gaaaaanz kleinen Schritten üben. Im selben Raum sein, sich immer mal wieder (evtl. mit etwas leckeren interessant machen). Aber nie so, dass die Person auf Loki zugeht, sondern so, dass Loki aus Interesse oder Neugierde zu der Person geht. Und wenn, dann auch kein Fest drauß machen in diesem Fall, sondern es einfach geschehen lassen. Und wenn es dafür 20 oder mehr Begegnungen braucht.