Ich kann allerdings beisteuern, dass es nicht zwingend der böse Schäferhund sein muss, der eine Diskussion mit einem anderen Hund startet. Vorgestern war Ari, eine junge Huskyhündin so energiegeladen und aufgeheizt, dass sie sich auch erst mal auf Chia stürzte. Als die überschüssige Energie dann draußen war, herrschte wieder Harmonie.
Nun ist es auch wie Pinguetta sagt: Hunde sprechen teilweise unterschiedliche Sprachen. Aber wenn ich Martin Rütters Ansicht dazu weitergeben darf, ist es zum einen so, dass der Hund in der Lage ist, sogar unsere Sprache zu verstehen und somit kann er, wenn er schon früh mit anderen Rassen Kontakt hatte, auch deren Sprache verstehen lernen, denn so kompliziert wie wir kommunizieren, tut das kein Hund.
Aber Martin Rütter rät auch dazu, Hundebegegnungen mit pubertierenden Hunden zu vermeiden, weil es nicht gut endet, wenn zwei Pubertierende glauben, dem anderen zeigen zu müssen, wer hier der Mr. Lowalowa ist.
Aber wenn Witus merkt, dass der Labrador sich unterwirft, stärkt das natürlich sein Selbstbewusstsein enorm und er bestärkt sich selbst in seinem Verhalten. Vermutlich ist das wie bei Ari und Chia, denn Ari muss Chia, die sich unterwirft, auch immer erst mal eine Ansage machen.
Aber wenn man bedenkt, dass Studien ergaben, dass wir Menschen bei Leuten, die wir kennen lernten zu 95% sagen, dass wir sie nicht wieder treffen wollen, dann sollten wir unseren Hunden auch die Freiheit lassen, sich zu entscheiden, wen sie mögen und wen nicht, denn wenn das Spiel mit anderen Hunden zum Stressfaktor wird (bei Chia ist es, dass sie alle anderen Hunde hüten will), dann kann es nur noch kontrolliert erfolgen und nur dann, wenn der Rückruf in jeder Situation zu 100% funktioniert - auch wenn Witus in dem Fall lieber den Labbi schreddern würde, als sich von Dir in die UO schicken zu lassen.
Im Zweifelsfall ist es immer so: Wenn der Hund weiß, dass Du die Situation regelst, muss er nicht reagieren und das Problem selbst in die Pfoten nehmen.