Kennt ihr den Begriff Stehgassi?

  • Ich hab den Begriff gestern zum ersten Mal gehört. Kennt ihr den? Stehgassi als Ausdruck für beim Spaziergang einfach immer und überall stehen zu bleiben und den Hund ganz lange schauen und aufnehmen lassen und erst weitergehen wenn der Hund total entspannt und ruhig ist. Dabei soll der Hund nix tun außer gucken und man selbst auch nix anderes.

    Hat das jemand mit seinem Welpen/Junghund gemacht, regelmäßig?


    Ich bleibe mit Lexy beim Gassi gehen auch schon Mal igendwo sitzen oder gehe in die Stadt zum gucken, aber so intensiv wie die Trainerin das gestern erklärt hat, hab ich das noch nie gemacht und kenne auch keinen der mit seinem jungen Hund der Action und Spass haben will, sowas macht.


    Ich kann mich auch nicht erinnern, das als grosses wichtiges Thema in Büchern gelesen zu haben.


    Jemand Erfahrung oder Meinung dazu?

  • dient das zur Orientierung an den Halter? Ich stelle mir das schwierig vor, da ja der Hund dann am suchen und schnüffeln ist. Ansonsten dauert das ja dann ewig wenn ich immer stehen bleibe, hätte ich wohl wenig Spaß dran.

  • Wer bleibt dabei stehen, der Hund oder Halter? Im Prinzip hört sich das für mich genau nach dem an, was ich mit Harras praktiziere: er braucht oft gefühlt eine Stunde (übertrieben ;)) um an einer Stelle zu schnüffeln,

    nur um dann 2 Meter weiter wieder so lange an der nächsten Stelle zu schnüffeln. Und ich stehe dann dekorativ in der Landschaft rum. :P

  • Stehen tun wir nicht aber setzen und draußen schon immer hin und beobachten Menschen, Hunde, Radfahrer etc.
    Falls das als stehgassi zählt... ?

    Ich hab den Begriff auch noch nie gehört.

  • Es dient einerseits als Ruheübung und andererseits ist es gerade bei jungen Hunden wichtig ihnen die Zeit zu geben alles wahrzunehmen und im Kopf zu verarbeiten. So die Erklärung der Trainerin.


    Ich meine spassig stell ich mir das auch nicht vor, denn in der Regel will man mit dem Hund ja was tun anstatt dumm rum zu stehen.

    Aber so ganz kann ich den Gedanken nicht von mir weisen, denn das geht in die Richtung die auch meine andere Trainerin meinte, das ich dem Hund mehr Zeit zum beobachten geben muss.


    Wir gehen ja beim Gassi meist irgendwie zielgerichtet eine Runde oder machen irgendetwas unterwegs, meist hat alles irgendwie mit "irgendwas tun" zu tun, aber selten was mit Ruhe und anschauen und verarbeiten. Und da ich mit Lexy an manchen Stellen nicht weiterkomme sind so Gedanken woran das liegen könnte.

  • ich mach das manchmal aus Frustrationstoleranztraining. Loki will unbedingt wo rein und dann bleibe ich extra stehen und warte. Früher ging dann das Gehüpfe los.

  • nette okay wenn es letztendlich darum geht dass der Hund die Umwelt beobachtet dann mach ich das schon - ist letztendlich dann ja egal ob man steht oder sitzt.

  • Doch, das machen wir auch bei jedem Spaziergang. Habe ich auch immer schon so gemacht. Ich finde es wichtig, daß die Hunde in Ruhe schnüffeln können, wo sie wollen und auch einfach mal schauen können, wenn sie etwas beobachten möchten. Die Wirkung ist echt erstaunlich: die Hunde sind viel ausgeglichener und ruhiger.

  • Mir war in letze Zeit schon klar, daß wir uns gegenseitig Hochpuschen, aber wieviel Unruhe ich selbst verursache war mir nicht klar. Und wie gesagt, ist ja oft immer nur von Beschäftigung die Rede aber nie von dauernd stehen bleiben.

    Wir bleiben auch stehen und schauen, aber ich glaube ich bin dabei immernoch zu ungeduldig und unruhig und gehe viel zu schnell weiter.

    Und wenn wir uns irgendwo hinsetzen, meist ja auch nicht soll lange und ganz oft auch mit irgendeiner Ansprache an den Hund.


    Knickohr, ja das merke ich auch gerade zum ersten Mal wieviel entspannter das gehen kann


    Ich hab das im ersten halben Jahr viel öfters gemacht, aber im letzten halben Jahr zum Beispiel gar nicht mehr wirklich, sondern bin mehr auf "wir müssen was tun" Modus unterwegs

  • Bei uns läuft es in etwa so.

    Auf der Strasse, lasse ich schnüffeln nicht zu, da geht es von A nach B. Wenn er was zum schauen entdeckt, schaut er so lange bis er fertig ist.

    Im Park, Wiese, Wald usw. darf er schnüffeln (kein Leinenkontakt) und schauen so lange er es für nötig hält, es gibt keine Hektik, wozu auch?....der Weg ist das Ziel!

    Ich kann damit auch gut meine Gedult üben, was nicht immer einfach ist.

  • Das hat hier gerade der Halter einer mit Vorsicht zu genießenden Dogge praktiziert....8) 20 m von unserem Parkplatz entfernt, auf dem ich mal eben, in Begleitung von Skay, die Biotonne mit den zusammengekehrten Blättern und Eicheln füllen wollte (Dauer dieser Arbeit: ca. 3 Minuten). Ich stand dann mit Biotonne, Schneeschieber, Besen und Skay direkt hinter unterem Türchen, und der Typ stand dort und quatschte und quatschte und quatschte mit einer älteren Dame, die sich mind. 20 x schon zum Gehen umgedreht hatte und am Weggehen war, aber jedesmal nach ein paar Schritten wieder zurück gekommen ist. Das ging dann fast eine Stunde so... Wenn ich nicht alle paar Minuten gedacht hätte die Al... *ähhhh sorry* die "Dame" geht jetzt endlich weiter und der Oppa mit dem Doggerich verzupft sich dann auch endlich (50 m Standortwechsel hätten mir ja gereicht, egal in welche Richtung die sich entfernt hätten) kam sie ja wieder zurück.... :cursing:


    Der Doggerich jedenfalls hatte ausreichend Zeit an einer Stelle herum zu schnüffen... :evil:

  • Also wir bleiben schon öfter mal einfach so stehen bis der Hund völlig entspannt am Boden liegt. Ich habe das von Anfang an so gemacht. Es gab immer die Empfehlung mit dem ganz kleinen Welpen viel befahrene Straßen zu meiden, aber wir wohnen an so einer in einem Viertel mit generell viel Verkehr. Deshalb sind wir bereits in den ersten Wochen ganz oft nur kurz gelaufen und dann stehen geblieben und haben nur geglotzt.


    Damals ging das super, heute ist es relativ schwierig. Kobold hängt momentan mit der Nase auf dem Boden so bald wir unser Grundstück verlassen. Auch jeder Grünstreifen wird, wenn ich ihn das lasse bis aufs letzte getrocknete Blatt untersucht. Leider ist unser Viertel sehr, sehr vermüllt und auch sehr verkackt. Und wenn Kobold interessiert I'm Grünstreifen schnüffelt, dann liegt da in 98% der Fälle Müll, ein Hundehaufen, Essensreste oder Zigarettenkippen. Alles Dinge, die mein offensichtlich unterernährter Hund als 1a Nahrungsmittel einstuft und sofort weginhaliert. Die restlichen 2% sind FRISCHES Hundepipi, da wird dann so lang an dem Blatt vom Busch rumgeschnüffelt bis es trocken ist.


    Von daher macht das bei uns gerade nicht so viel Spaß, weil es eher so Antistress-Übungen am Straßenrand sind und ich vorher immer schauen muss, dass nichts rumliegt und Kobold findet halt doch immer noch irgendwo was, das sich verspeisen lässt....

    Aber wir stehen ja auch täglich mehrere Minuten an Bushaltestellen rum (30 Minuten/Tag kommen da schon mal zusammen), von da kennt er es auch und (die Stellen kennt er ja jetzt aber auch) legt sich dann meist gleich hin, weil er weiß, jetzt passiert eh nix.

    Außer so ein Depp hat ne halbe Packung Erdnüsse in den Grünstreifen hinter der Haltestelle gekippt, dann ist Kobold natürlich damit beschäftigt zu versuchen da hin zu kommen. :S