Muss es ein Gebrauchshund sein?

  • Aber ich habe schon zig mal gesagt worum es eigentlich ging.

    Aber gut der dsh ist nicht gefährlich. Habe ich auch schon oft gesagt. Dieses bissige wenn es gegen den dsh geht ist einfach nur noch nervig zumal es hier um Gebrauchshunde allgemein ging.

    Damit war es das jetzt auch von mir hier endgültig.

  • Um mal wieder zum Thema dieses Fadens zurück zu kommen:


    irgendwie ist doch jeder Hund eine Art "Gebrauchshund". Jedenfalls sind gezüchtete Hunde doch alle für einen gewissen Einsatzbereich gezüchtet worden.


    Und ob man sich als Ersthund einen Deutschen Schäferhund anschaffen muss oder sollte, bleibt auch jedem selbst überlassen. Nur leider setzten sich nicht alle, die sich einen (Schäfer-)Hund anschaffen, mit dessen Eigenarten auseinander. Viele Menschen kaufen sich einen Hund, weil sie etwas damit verbinden; seien es Erinnerungen oder weil ihnen die Optik des Tieres gefällt. oder, oder, oder....


    Ich selbst habe mir auch einen Schäferhund angeschafft, ohne eigentlich genau zu wissen, was so ein Hund alles braucht. Nach den ersten Kontakten mit den umliegenden Tierheimen fanden wir nichts dort, was uns zusagte. Und dann kam die Aussage von meinem Mann, dass er sowieso nur einen Schäferhund haben möchte. Und das er dann lieber einen Welpen kauft, weil "den können wir dann selbst versauen." Die Erziehung des Hundes meinte mein Mann, würde er übernehmen. Naja, der Hund war dann neben meinen drei Kindern und meinem Mann das fünfte Kind im Haus und die Erziehung habe ich mit meiner kompletten Unwissenheit übernommen (wie eigentlich bei meinen Kindern auch ;) :P ).

  • Ich stimme Dir zu Pinguetta Die meisten Hunderassen sind für einen bestimmten Einsatz gezüchtet und somit im Grunde Gebrauchshunde, weil man sie für eben diesen Einsatz "gebrauchen" kann.


    Selbst der Pudel ist mit den niedlichen Löckchen kein Zufallsprodukt oder eine Laune der Natur und die Schur schützte die empfindlichen Körperteile, denn der Pudel war ursprünglich ein Jagdbegleithund, der die Beute des Jägers aus dem Wasser holte.


    Der Neufundländer, so träge er erscheinen mag, ist ein superguter Schwimmer und trägt zwischen den Zehen sogar Schwimmhäute (wie mancher Leonberger auch). Sein Einsatzbereich ist darum das Wasser, aus dem er Boote zieht, und Menschen rettet.


    Allerdings sind weder der Pudel, noch der Neufundländer besonders häufig im Schutzdienst anzutreffen und ich denke, dass Holger mit seiner Frage, ob es ein Gebrauchshund sein muss, doch eben eher die typischen "Hundesportrassen", respektive die Hunde meinte, die man auch im Schutzdienst trifft.


    Ich denke natürlich schon, dass die Aussicht, dass einen Hund, der einer Gebrauchshundrasse angehört, die besonders für den Hundesport und hier für den Schutzdienst geeignet ist, auch motivierter sein kann, wenn es darum geht, dass der Hund leichter lernt, Kommandos zu befolgen.


    Natürlich gelten auch Pudel als besonders clever (ich kann das bestätigen, denn ich bin mit Pudeln aufgewachsen), aber wenn ich einen Hund mit möglichst wenig Jagdtrieb haben möchte, der eine Größe von mindestens 58 cm erreicht, auch in der Langhaarvariante zu haben ist, viel will to please hat, bewegungsfreudig ist, als Familien- aber auch als Sporthund einsetzbar ist, aber auch nicht den Anspruch erhebt, dass er zwingend ständig körperlich und mental ausgelastet werden muss, dann bietet sich der DSH eben auch besonders gut an.


    Im Gegensatz zum Rottweiler, der auch echt stur sein kann, der Dobermann, der mir persönlich auch zu "griffig" sein könnte (um bei Holgers Eingangsbeispielen zu bleiben), wäre mir der Ottonormal-Labbi einfach zu träge und ich kenne ziemlich viele Labradore, die man im Wald nicht von der Leine lassen könnte, weil sie dann zur Jagd blasen.


    Ob man sich den Wunsch nach dem Gebrauchshund - im Sinn von Rotti, Dobi oder DSH zwingend erfüllen muss, bleibt am Ende jedem selbst überlassen.


    Ich finde aber tatsächlich, dass der Trend, zwingend einen Herdengebrauchshund als Anfängerhund haben zu müssen, deutlich bedenklicher, als den Wunsch, einen hundesporttauglichen Hund in die Familie zu holen. Oder - aus meiner Sicht eine ebenso problematische Entwicklung: Dass es ein Aussi, Border Collie oder Cattle Dog sein soll, obwohl die Leute nur ein bisschen spazieren gehen wollen und diese Arbeitshunde definitiv nicht auslasten können.


    Ich erzählte die geschichte schon mal an anderer Stelle, dass eine Bekannte von mir, die Border Collies züchtete, aber dafür auch Schafe hielt, mal einen Border Collie von einer Familie übernahm, der nachts an der Heizung angebunden wurde, weil er die Kinder hütete und die nachts auch nicht zur Toilette ließ, sondern in ihre Zimmer zurück trieb ... bei der Züchterin war er der freundlichste Hund, aber da hatte er auch einen Job.


    Insofern komme ich auf Claudias Beitrag zurück und denke, dass wenn ich dem Hund und der ihm angezüchteten Eigenschaften nicht gerecht werde, das immer fragwürdig ist - das gilt für den Beagle, der zwei Stunden im Wald verschwindet, wenn er mal von der Leine darf, genauso wie für den French Bully, der tatsächlich seinen ursprünglichen Gebrauch bei Hundekämpfen fand und vielleicht mit jedem Hund Krach anfängt, der ihm beim Gassigang begegnet. Und auch der Afghane, der nie mal richtig Gas geben darf und bei jeder sich bietenden Gelegenheit Katzen und Kaninchen ermordet, ist vermutlich nicht wirklich glücklich ... und sein Mensch vielleicht auch mit seinem Hund überfordert.


    Wo fängt man also an, dem Ersthundebesitzer Ratschläge bezüglich der Rasse zu geben, die zu ihm passt?


    Ich möchte keinen Windhund und keinen Jagdhund. Keinen Listenhund, der ursprünglich mal für Hundekämpfe gezüchtet wurde.


    Ich möchte einen leichtführigen, motivierten Hund mit viel will to please und guter Leistungsbereitschaft - und das bitte mit langen Haaren und Stehohren und gerne um die 60 cm Schulterhöhe ... da fallen mir dann nicht mehr ganz so viele Hunderassen ein, die passen könnten.

  • Ich meinte jeden Vollgebrauchshund. Zum Beispiel den Weimaraner oder den deutsch drahthaar genauso wie den Rottweiler oder den dsh.

    Und die Kernfrage war mal was sollte man mitbringen bzw. Beachten wenn man sich als Anfänger so einen Hund holt. Und zwar weil hier relativ oft der Wunsch nach einem dsh aus der Arbeitslinie als Ersthund auftaucht.

    Das war die Intention.

  • Ich denke man sollte sich bei jeder Rasse über die Eigenheiten und Veranlagungen informieren.

    Was man bei einer Gebrauchshund Rasse definitiv braucht ist Konsequenz und mM einen gesunden Menschenverstand.

    Egal ob man einen DSH, Border Collie, Terrier oder andere Rassen hat.

    Denn dann landen die auch nicht Tierheim!


    Und ja, durch manche DSH Halter aus den 80-90er hat eine der tollsten Rassen , vor allem in D, einen teilweise schlechten Ruf.

    Und das waren eher selten Anfänger, sondern eher sehr großkotzige erfahrene Halter X/ .

  • Ich unterstreiche den Beitrag von Kimba2001 voll und ganz.


    Es ist egal, welche Rasse man sich aussucht oder welchen Mischling aus verschiedenen Rassen, denn wenn es der erste Hund sein soll, ist es bei jedem Hund wichtig, dass man sich informiert, bevor der Hund einzieht.


    Vor längerer Zeit rief mich eine Dame an, die sich einen Welpen ausgesucht hatte. Mix aus Harzer Fuchs und Border Collie. Die Dame vollzeitarbeitend und alleinerziehend mit zwei kleineren Kindern, war überzeugt, dass der Welpe nach einer 14-tägigen Eingewöhnungszeit. in der sie Urlaub nehmen wollte. auch problemlos acht Stunden alleine bleiben kann.


    Was sagt man da? Mir entfuhr ein "Um Gottes Willen!" und ich bat sie inständig, den Entscheid noch mal zu überdenken und mit dem Einzug eines Hundes noch zu warten, denn egal, welche Rasse bei ihr eingezogen wäre - oder vielleicht eingezogen ist -, da traf einfach so viel fehlendes Grundwissen auf eine große Portion Naivität, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass Hund und Menschen miteinander glücklich werden.


    Im Grunde ging es mich aber nichts an ... sie wollte ja eine Kräuterwurmkur für Welpen kaufen und sich von mir den Welpen nicht ausreden lassen.


    Aber vielleicht wäre das Desaster noch größer geworden, wenn sie sich für einen Rotti, DSH, Dobermann, Weimaraner oder Kangal entscheiden hätte und ich hätte froh sein müssen, dass es "nur" ein Hütehundmix war, den sie zu sich nehmen wollte.

  • Mit so einer größeren Runde um den Block, komme ich vielleicht mit einem Mops oder Dackel u.a. klar, aber keinesfalls mit DSH, Dobermann, Rotti usw...

    Aktuell muß hier ein Herder mit eher kürzeren Runden um den Block klarkommen und es gibt trotzdem keine Probleme. Sie lungert einfach entspannt und zufrieden neben mir mit auf dem Sofa rum. :thumbup:

    Hunde sind nicht zuletzt auch ein Produkt ihres Umfelds/ihrer Halter. Und wenn sich man sich einen (Hoch-)Leistungssportler heranzieht, muß man sich später nicht wundern wenn diese Leistung auch abgerufen werden will. Aber wenn man es generell etwas Piano angehen lässt, kann der Hund gut auch mal entspannt eine Zeitlang nichts tun (müssen).

    Und natürlich haben Gebrauchshunde das Potenzial gefährlich zu sein bei unsachgemäßer Haltung.

    Das hat jeder Hund, auch Kleinhunde.

  • Unsere DSH sind alle eher gemütlich erzogen worden und konnten es dadurch auch aushalten, wenn es mal nur ne Runde um den Block gab .


    Dagegen kenn ich jemand dessen Border Collie s damit nicht zufrieden waren, eben weil er mit ihnen an 5 Tagen/Woche bei verschiedenen Vereinen agility machte. Und die Hunde deshalb so hochgepuscht waren, das die am Hundeplatz sogar ihre Leine überbissen, wenn sie warten mussten.

  • Sie lungert einfach entspannt und zufrieden neben mir mit auf dem Sofa rum. :thumbup:

    Aber ich glaube HSH, dass wenn mehrere Hunde in einem Haushalt leben, die sich untereinander schon ganz gut auslasten und ihnen ein großer Garten auch noch zur Verfügung steht, dann könnte ihnen auch eine Blockrunde reichen.


    Aber ein einzeln gehaltener, junger, gesunder Herder, Mali, DSH, Dobermann, Rotti usw... wird man mit einer täglichen gemütlichen Blockrunde keinen Gefallen tun und dem Halter auch nicht. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

  • Aber ich glaube HSH, dass wenn mehrere Hunde in einem Haushalt leben, die sich untereinander schon ganz gut auslasten und ihnen ein großer Garten auch noch zur Verfügung steht, dann könnte ihnen auch eine Blockrunde reichen.

    Soviele Schnittpunkte haben ein Herder und ein Kaukase nicht das sie sich gegenseitig besonders auslasten würden. Und was nützt ein (relativ) großer Garten, wenn der Herder lieber bei Herrchen auf dem Sofa lümmelt? :/

    Zur Zeit beschränken sich die Runden auf 2x 15-20min rumgeschleiche täglich, weil Herrchen und Kaukase zZ. nicht so gut zu Fuß sind.

  • HSH ich hoffe der zustand ändert sich von euch beiden bald wieder und dann bekommen wir von dir wieder deine schönen naturfotos und die entstehen vermutlich auch nicht gleich vor der haustür.

    Und solltet ihr erkrankt sein, dann gute besserung und was in so einem fall auch immer schön ist, dass alle hunde hier ganz tolle antennen haben, wann jetzt besser ruhe angesagt ist.