Mehrhundehaltung . wieviel Hund verträgt ein Mensch?

  • jo nur musste ich einen steilen engen Abhang runter Azemba sie hätte hoch laufen können, denn ich hatte vor der Engstelle Platz geschaffen

    Ja, aber so klatschen Vorstellungen und Erfahrungen eben aufeinander. Ist dann jemand noch überfordert oder ängstlich, fällt es schwer, rational zu denken. Im Nachhinein ist allen klar: die hat sich dämlich benommen. Aber für sie in der Situation war es vielleicht das bestmögliche, was sie leisten konnte. Das weiß man eben nicht.

    Also wenn man psychisch nicht dazu in der Lage ist, eine Hundebegegnung zu managen, dann sollte man wirklich nicht vier Hunde haben, bzw. die alleine ausführen...

    Man muss gar nicht psychisch „unfähig“ sein. Es reicht, dass man sich eben nicht so recht und sicher „vorbei traut“ und das kann wiederum auch x Gründe haben. Der eigene Hund pöbelt, mit der Rasse des Gegenübers hatte man mal eine schlimme Erfahrung, man ist am Fuß verletzt und nicht so standfest im Moment und deswegen etwas unsicherer als sonst…


    Stichwort: Kontrolle. Kontrolle gibt Sicherheit. Wenn man etwas „kontrollieren“ kann, fühlt man sich sicherer. Wenn man dem Gegegnüber also sagt „hey, geh doch fix vorbei“ (und damit quasi die Kontrolle übernimmt), fühlt man sich dadurch viel sicherer, als wenn man sich da evtl. selbst vorbeischlängeln muss und die „Kontrolle“ beim Gegenüber liegt, dem man eh nicht so recht traut weil weiß der Geier was.


    Weißt wie ich meine?


    Wir sind alle nur Menschen mit unseren eigenen Erfahrungen. Dann dürfte niemand einen Hund führen, denn jeder hatte schon Situationen, in denen er sich nicht so ganz wohl und gut gefühlt hat - ohne psychisch unfähig zu sein. ;)

  • Bei vier Hunden finde ich schon, dass man da sogar sehr stabil sein muss und körperlich überhaupt keine Einschränkungen haben darf. Das wäre fahrlässig mit 4 Hunden zu gehen und keine Kontrolle zu haben.

  • Bei vier Hunden finde ich schon, dass man da sogar sehr stabil sein muss und körperlich überhaupt keine Einschränkungen haben darf. Das wäre fahrlässig mit 4 Hunden zu gehen und keine Kontrolle zu haben.

    Die Sicherheit hast du aber nie. Dir kann heute das Bein brechen und morgen greift dich ein Berner-Sennenhund an und du musst mit deinen zwei Hunden an so einem Berner vorbei morgen und hast nur eine Distanz von 120 popeligen Centimetern und dein Sam mag diesen Berner nun auch mal grade gar nicht und du weißt nicht, ob der Berner vielleicht deine Nelli fressen will.


    Und dann? Gibst du deine beiden Hunde jetzt einfach ab? Vielleicht musst du noch auf die zwei Hunde deiner besten Freundin aufpassen, die vor einer Woche in Urlaub ist - vor deinem Unfall mit dem Bein und der Sache mit diesem anderen Berner, der dich angriff.


    Dann hast du vier Hunde und musst da vorbei und fühlst dich sehr unwohl.


    Was ich damit sagen will: wir wissen nie, was in anderen vorgeht und warum sie so handeln, denn das alles basiert auf ihren Lebenserfahrungen und im Grundsatz geht uns das auch grade mal nichts an.


    Ich führe mir das häufiger mal vor Augen, wenn ich mich mal wieder über jemanden ärgere. Denn oft erwartet man von anderen perfekte Rücksichtnahme, aber es ist genau so rücksichtslos, das zu erwarten, wenn das gegenüber das nicht leisten kann, aus Gründen, die wir weder kennen noch verstehen.

  • Aber @Azemba, es gibt Lebenslagen, wo man mit einem Hund und schon gar nicht in der Größenordnung eines DSH noch Gassi geht.

    Ich hatte mir vor 1 Jahr eine Rippe gebrochen, weil ich auf Sams Wassergesabber (Fliesen) ausgerutscht bin. Nie und zwar wirklich nie, wäre ich da noch in der Lage gewesen mit einem Hund Gassi zu gehen, auch nicht mit Nelli. Letztere deswegen nicht, weil wenn z.B. ein anderer Hund auf sie losgegangen wäre, ich nie eingreifen hätte können. Für diese und andere Notfälle muss man einen Plan B in der Tasche haben. Und da waren damals dann mein Mann und mein Sohn diejenigen, die mich Wochen vertreten mussten. Weil es einfach nicht möglich war.

    Und wenn ich mir ein Bein brechen würde, dann wären auch Krücken meine Begleiter, aber mit Sicherheit kein Hund.

  • Aber @Azemba, es gibt Lebenslagen, wo man mit einem Hund und schon gar nicht in der Größenordnung eines DSH noch Gassi geht.

    Ich hatte mir vor 1 Jahr eine Rippe gebrochen, weil ich auf Sams Wassergesabber (Fliesen) ausgerutscht bin. Nie und zwar wirklich nie, wäre ich da noch in der Lage gewesen mit einem Hund Gassi zu gehen, auch nicht mit Nelli. Letztere deswegen nicht, weil wenn z.B. ein anderer Hund auf sie losgegangen wäre, ich nie eingreifen hätte können. Für diese und andere Notfälle muss man einen Plan B in der Tasche haben. Und da waren damals dann mein Mann und mein Sohn diejenigen, die mich Wochen vertreten mussten. Weil es einfach nicht möglich war.

    Und wenn ich mir ein Bein brechen würde, dann wären auch Krücken meine Begleiter, aber mit Sicherheit kein Hund.

    Okay, ich glaube, ich hab das nicht so formuliert, dass du weißt, worauf ich hinaus will.


    Ich nehm mal mich als Beispiel: Brummi hat mir den kleinen Finger stark verletzt (tut noch immer weh übrigens). Und zwar immer wieder, quasi täglich. Und die Hand war dadurch geschwächt. Natürlich bin ich noch mit dem raus, ging ja nicht anders. Aber ich hatte ein sehr ungutes Gefühl, wenn er dann in die Leine gekracht ist. Muss ich ihn deswegen nun abgeben oder direkt eine andere Person nötigen, mit ihm raus zu gehen? Natürlich nicht - aber es gab ein ungutes Gefühl und sah ich dann noch die Nachbarin, von der ich wusste, dass der Brummi die mega findet und da unbedingt hin will, würde mir schon etwas komisch im Magen, denn ich hatte Angst, dass mein schwer lädiertes Gelenk doch noch eine deutlich schwerere Verletzung davon trägt.


    In dem Falle hab ich auch alle vorbei gelassen und hab lieber gewartet, als selbst vorbei zu gehen, da konnte ich ihn nämlich beidhändig am Geschirr festhalten und war vorbereitet, da konnte er gar nicht groß was tun. Aber in der Bewegung, der Hund einen Meter unter mir, das wäre schief gegangen, immer.

  • Klar, bei so einer Sache wäre ich auch noch Gassi gegangen und wäre da ebenfalls natürlich unsicherer als wie normal. Aber ich weiß, dass ich trotzdem meinen Hund halten kann.


    Aber davon gehe ich eigentlich nicht aus, dass ich mir um den anderen Hundehalter auch noch Gedanken machen muss, ob der lädiert ist. Ich gehe davon aus, wenn der mit seinem DSH oder einer größeren Rasse geht, dass der ihn auf jeden Fall seinen Hund kontrollieren kann. Wenn er das nicht kann und es passiert etwas, dann hat er fahrlässig gehandelt. Da komme ich nicht umhin um den Gedanken.

  • Man muss gar nicht psychisch „unfähig“ sein. Es reicht, dass man sich eben nicht so recht und sicher „vorbei traut“ und das kann wiederum auch x Gründe haben. Der eigene Hund pöbelt, mit der Rasse des Gegenübers hatte man mal eine schlimme Erfahrung, man ist am Fuß verletzt und nicht so standfest im Moment und deswegen etwas unsicherer als sonst…

    Es ist eigentlich egal WARUM man unfähig ist den oder die Hunde zu führen. Wenn man dazu nicht in der Lage ist, egal ob psychisch oder körperlich, ob vorübergehend oder dauerhaft, dann darf man so nicht mit dem/den Hund/en vor die Tür.

  • Ich sags mal so wenn ich mich in einen Sprinter setze, dann können alle anderen Verkehrsteilnehmer erwarten, dass ich mit dem LKW klarkomme. Und ähnlich bei einem Hundehalter. Jeder kann von mir erwarten, dass ich meinen Hund unter Kontrolle habe.

    Heißt egal ob Dogge oder Schäferhund, ich muss den halten können. Ist aber nur meine Meinung.

  • dann darf man so nicht mit dem/den Hund/en vor die Tür.

    Jupp, das sagt der Verstand, aber die Realität ist oft anders.


    Ich sags mal so wenn ich mich in einen Sprinter setze, dann können alle anderen Verkehrsteilnehmer erwarten, dass ich mit dem LKW klarkomme.

    Das Bild auf der Straße lehrt mich leider jedes Mal was anderes 😅


    Aber ja, fängt ja schon damit an, dass viele Hunde nicht angeleint werden. Eben weil der Besitzer sie nicht halten kann. Soll der tutnix doch lieber zum anderen Hund hin brettern, anstatt dass man sich selbst auf die Nase legt. 🙄


    Der Husky hat mich mal mit dem Hintern auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht und mir gelehrt, dass Schnee und Sneaker ne blöde Kombi ist, wenn uns Hunde entgegen kommen. Aber ich hielt ihn fest! Bin nur auf meinen armen Jeans dann ein, zwei Meter etwas Schlitten gefahren. :D Weiß gar nicht, wer letztlich mehr gelitten hat: mein Hintern oder meine Hose. Beide waren aber den Rest des Spaziergangs absolut unglücklich. Muss ich erwähnen, dass ein nicht angeleinter Tutnix schuld an der Misere war? Als der bei uns war, wurde ich erst gefragt, ob es okay ist wenn die spielen und dann, ob bei mir alles okay ist und dann wurde gesagt, der Hund sei ja so hübsch. Klar, alles gut, sitze gerne bei minus 10 grad mit dem Hintern im Schnee, während ein fremder großer Hund um mich rum wuselt und mein hübscher Hund an der Leine unbedingt mit dem spielen will, sodass ich kaum aufstehen kann. Jaaaaaaa total genial.


    Aber davon gehe ich eigentlich nicht aus, dass ich mir um den anderen Hundehalter auch noch Gedanken machen muss, ob der lädiert ist.

    Aber wieso dann Gedanken machen, wenn einem die Handlung nicht passt, die er zeigt? Wieso aufregen, wenn man die Gründe nicht kennt und auch nicht kennen will? Sind auch nur wertvolle Ressourcen (Nerven, Zeit, Gedanken), die man an etwas verschwendet, mit dem man gar nichts zu tun haben will.

  • Ach @Azemba, wir leben hier in einer Gegend, wo die Leute glaube ich sehr tolerant ggü. Hunden sind. Ich hatte noch nie ein Problem mit jemanden, obwohl ich eigentlich eines hätte haben sollen, weil Sam ja immer andere Hunde angepöbelt hatte.

    Aber ich hinterlasse wohl den Eindruck, dass ich trotzdem meinen DSH im Griff habe und das ist für alle Beteiligten das wichtigste.

  • Aber ja, fängt ja schon damit an, dass viele Hunde nicht angeleint werden. Eben weil der Besitzer sie nicht halten kann. Soll der tutnix doch lieber zum anderen Hund hin brettern, anstatt dass man sich selbst auf die Nase legt. 🙄

    Genau, so ist es. Wenn ich in meinem geliebten Lienz in Osttirol drei Hunde nicht halten kann dann würde ich mit drei Hunden dort nicht hinfahren können bzw. dürfen. Weil da vielerorts auch Leinenzwang besteht.

    Außerdem wäre es mir da unangenehm den Leuten Angst zu machen mit drei so großen Energiebündeln.

    Ne, für mich steht fest: zwei DSH ist super. Drei sind mir zu viel.

  • dann darf man so nicht mit dem/den Hund/en vor die Tür.

    Jupp, das sagt der Verstand, aber die Realität ist oft anders.

    Und das soll nun der Freifahrtsschein sein, um seine privaten Probleme (Unsicherheit, Überforderung, Verletzung, usw.) zum Problem der Allgemeinheit zu machen, indem man mit einem Haufen Hunde, denen man eigentlich garnicht Herr ist, vor die Tür geht?

  • dann darf man so nicht mit dem/den Hund/en vor die Tür.

    Jupp, das sagt der Verstand, aber die Realität ist oft anders.

    Und das soll nun der Freifahrtsschein sein, um seine privaten Probleme (Unsicherheit, Überforderung, Verletzung, usw.) zum Problem der Allgemeinheit zu machen, indem man mit einem Haufen Hunde, denen man eigentlich garnicht Herr ist, vor die Tür geht?

    Nein, natürlich nicht, aber in dem geschilderten Fall war doch „alles gut“, wenn auch ärgerlich gehandhabt.