Zwangsurlaub für Polizeihunde

  • Zwangsurlaub für Polizeihunde
    Die Polizei muss vorerst auf ihre Hunde verzichten. Hintergrund ist eine seit dem 1. Januar geltende Verschärfung des Tierschutzgesetzes.
    www.bz-berlin.de


    Die erste Behörde macht Ernst... In anderen Bundesländern wurde bereits teilweise der Ankauf neuer Diensthunde zurück gestellt weil die für die Ausbildung verantwortlichen Personen zur Zeit keine Rechtssicherheit haben. Neben dem Verbot des Stachelhalsbandes sind ja seit Samstag auch "andere für Hunde schmerzhafte Mittel" in der Erziehung und beim Training von Hunden verboten.


    Dienstschutzhunde müssen aber u.a. auch lernen sich mit Schlägen und Tritten von Tätern auseinander zu setzen. Zudem müssen sie zuverlässig ablassen nach einem Biss, auch wenn der Kontrahent noch zappelt, und nicht jeder Diensthund lässt dann freiwillig ab, wo es doch gerade so einen Spaß macht... 8)


    Die für die Hundeausbildung zuständigen Beamten sind ja auf der einen Seite dafür verantwortlich dass die Diensthunde rechtssicher eingesetzt werden können. Drauf hat der Bürger einen Anspruch. Auf der anderen Seite sind sie aber auch dafür verantwortlich dass ihre Kollegen ihre Hunde rechtssicher ausbilden, d.h. dass die Vorgaben des TSchG und der TSchHVO beachtet werden. Und wenn da etwas von "schmerzhaften Mitteln" steht, die im Training nicht mehr angewendet werden dürfen, dann darf z.B. die Situation "Täter schlägt oder tritt nach Hund" jetzt nicht mehr trainiert werden. Auch ein Herausnehmen eines SEK-Hundes, der sich in einen Täter verbissen hat, am Halsband (so dass man dem Hund dann für einen Moment die Luft weg nimmt bis dieser den Griff lockert; SEK-Hunde dürfen ja meist nicht selbstständig ablassen, sie werden für ganz spezielle Einsätze ausgebildet) ist nun lt. TSchHVO nicht mehr erlaubt.


    Mal sehen wo die Reise hin geht... Angeblich haben schon in drei oder vier Bundesländer diensthundehaltende Behörden ihr Veto eingereicht... Vielleicht überlegt sich der eine oder andere Politiker dann mal dass er so ganz ohne Dienstschutzhunde ggf. mal in eine blöde Situation kommen könnte. Bisher war es für die ja immer ein beruhigendes Gefühl wenn die Hunde mit ihren Diensthundeführern dann zwischen ihnen und dem wütenden Mob gestanden bzw. die entsprechende Fläche weiträumig abgesichert haben... 8)

  • schon lustig wie die Hundesportlobby versucht die Polizei vor ihren Karren zu spannen, bloß damit hier weiterhin Stachler! /Strom und Co eingesetzt werden darf

    Woraus liest du das?


    Ich lese da nichts von Hundesport. Aber man kann ja erst mal wieder gegen Hundesportler hetzen 🙄

  • schon lustig wie die Hundesportlobby versucht die Polizei vor ihren Karren zu spannen, bloß damit hier weiterhin Stachler! /Strom und Co eingesetzt werden darf

    Woraus liest du das?


    Ich lese da nichts von Hundesport.

    Ich lese das zwischen den Zeilen, vor allem wenn ich dann noch den Gewaltfaden nehme. Nur das was den Einsatz von Strom betrifft reicht da schon

  • Dann vielleicht nicht zwischen den Zeilen lesen, sondern das, was geschrieben steht. Es geht dabei um Diensthunde.

    Und vielleicht mal nicht alles für einen persönlichen Feldzug nutzen.

  • Ich lese da lediglich herraus das auf ein offensichtlich Problem hingewiesen wird wie sollen jetzt Diensthunde adäquat ausgebildet werden wennan bestimmt Situationen nicht mehr tierschutzgerecht machen kann.

    Es geht dort in keinster weise um den Privaten gebrauch der Hunde. Da sollte vielleicht differenziert werden.

  • Ich bin fasziniert, ein anderes Wort fällt mir nicht ein, davon, dass die Damen und Herren Politiker die ewig und drei Tage über den Gesetzentwürfen brüten, beraten, beraten werden usw. nicht von selbst drauf gekommen sind, dass es Diensthunde gibt :rolleyes: und die vielleicht und möglicherweise im Hinblick auf ihre Aufgaben doch anderes ausgebildet und vorbereitet werden müssen als ein Privathund. Allein dass das vergessen werden konnte, verpasst mir ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln.


    Man kann an der Stelle natürlich das ganze Diensthundwesen in Frage stellen. Wobei ich schon glaube, dass die Hunde unersetzlich sind. Aber ich maße mir ganz sicher nicht an, mich darüber auszulassen, was bei einem SEK, und nur darum ging es in dem Artikel, unersetzlich ist und was nicht. Bei einem bin ich mir sicher, für Mensch und Tier ist die Ausbildung beim SEK kein Zuckerschlecken. Aber ihre Arbeit ist nun mal unverzichtbar.


    Ich bin gespannt, wie das weiter geht.

  • Gehen wir weiter... Herdengebrauchshunde, Blindenführhunde... Immer unter dem Aspekt dass seit Samstag "andere für Hunde schmerzhafte Mittel" in der Erziehung und beim Training verboten sind... Also nix mehr damit dem Herdengebrauchshund, wenn er mal sehr herzhaft zufasst bei einem Schaf, in dem Moment mit der Schäferschippe einen Stein auf den Boppes zu werfen, um dem Kerl klar zu machen dass Chef einen langen Arm hat und Gebote auch auf Entfernung gelten... Auch Blindenführhunde erleben im Verlauf ihrer Ausbildung mal den einen oder anderen negativen Impuls. Der, je nach Mentalität und somit "Härte" des Hundes auch mal kurz weh tun kann. Später hängt von der Zuverlässigkeit dieser Hunde ein Menschenleben ab... Wie im übrigen auch bei den Diensthunden...


    Ellionore: Ich weiß gar nicht was Du von mir willst... Wo habe ich etwas davon geschrieben dass das E-Reizgerät legalisiert werden soll? Mir ist auch nicht bekannt dass irgendeine Diensthundeschule der Polizei dieses fordert. Ich brauche auch kein Stachelhalsband für de Ausbildung, die letzten Hunde habe ich mir alle prüfungsreif geclickert. Ein E-Reizgerät besitze ich aber in der Tat, und zwar für meinen Ellenbogen. Um mir mehrmals im Jahr die deutlich schmerzhaftere Reizstromtherapie im Reha-Zentrum zu ersparen...


    Ich habe relativ viele Diensthundeführer in meinem Bekanntenkreis. Und einige von denen haben derzeit wirklich Angst um das Leben ihrer Hunde! Wenn sich einzelne Behörden tatsächlich dazu entschließen sollten auf den Einsatz von Dienstschutzhunden künftig zu verzichten, wegen der prekären Gesetzeslage, was passiert dann z.B. mit den SEK-Hunden? Die Beamten müssen dann ja anderweitig Dienst tun, und einen SEK-Hund kannst Du nicht tagsüber zu einem Dog Sitter geben... Führe Du wegen mir einen Privatkrieg gegen Hundesportler... Andere Menschen haben statt dessen wirkliche Probleme...


    Im übrigen freue ich mich schon auf die Denunziationen, die jetzt starten werden. Wenn Tante Hilde jetzt reihum ihre Nachbarn beim VetAmt amzeigt weil die ihrer Meinung nach "schmerzhafte Mittel" bei ihren Hunden einsetzen. Das ist ja ein dehnbarer Begriff, und wird auch diesbezüglich unbescholtene Hundehalter treffen. Bei Tante Hilde kann das schon los gehen wenn jemand einen Hund am Halsband führt anstatt am Brustgeschirrchen... 8)

  • Da rumort es doch schon seit Wochen.

    Meine Freundin verkauft regelmäßig Hunde an die Deutsche und Schweizer Polizei.


    Jetzt wollte sie Anfang dieser Woche wieder eine junge Hündin nach Berlin hochbringen, die eigentlich nur als Spürhund vorgesehen war. Der Verantwortliche hat sie aber letzte Woche angerufen und musste ihr absagen, da sie nun einen massiven "Hundeüberschuss" hätten, weil sie zusehen müssen, dass sie ihre Schutzhunde zu Spürhunden umschulen können, denn als Schutzhunde werden die in nächster Zeit nichtmehr arbeiten.


    Eine mittlerweile schon ältere Hündin aus einem früheren Wurf ist auch dort, meine Freundin macht sich ernste Sorgen um diese Hündin, da ihr DHF nun anderen Tätigkeiten nachgehen wird/muss, und er die Hündin für sich privat nicht auslösen will. Aktuell weiß keiner, was mit dieser Hündin passieren wird.


    Und das alles nur, weil Politiker Entscheidungen über Dinge treffen von denen sie keine Ahnung haben, und ein paar "Tierfreunde" das natürlich noch ordentlich anheizen. Und die Anträge auf Ausnahmeregelungen für Diensthunde die einige Bundesländer gestellt haben, werden mit Slogans wie "Diensthunde dürfen keine Hunde zweiter Klasse sein!" verunglimpflicht.

  • Und das zieht noch sehr viel weitere Kreise... Ein Jungendlicher in meinem Beklanntenkreis, beide Eltern bei der Polizei, wollte eigentlich auch Polizist werden. Der sucht sich jetzt etwas anderes... Und zwei jüngere Beamte, die ich kenne, ziehen derzeit in Erwägung ihren Dienst zu quittieren und in andere Berufe zu wechseln... Alles Personen, die keine Diensthunde führen oder führen wollten... Aber alle sind sich einig dass sie diesen Beruf nicht mehr ausüben werden wenn keine Dienstschutzhunde z.B. bei Demonstrationen mehr eingesetzt werden können. Auch wir Bürger werden das zu spüren bekommen, wenn wir dort leben wo Randalierer zum Demonstrieren kommen. Was glaubt Ihr was los sein wird wenn dann wieder mal z.B. ein Gipfeltreffen hier in Deutschland stattfinden wird. Zur Zeit haben gewisse Personenkreise zumindest vor dem Einsatz der Diensthunde noch einen gewissen Respekt, weil die wissen dass man mit einem Diensthund nicht diskutieren kann. Wenn die Hunde tatsächlich nicht mehr da sein sollten... *auweja"... Stellt Euch mal vor wie viele Personen nötig sein werden ununterbrochen ein Gelände, auf dem z.B. ein Gipfeltreffen statt findet, ohne die Hunde zu überwachen? Auch bei Demos, Krawallen bei Fußballspielen etc. ersetzt ein einziger Diensthund viele viele Beamte, und das mit deutlich besserem Effekt... Und das funktioniert nur deswegen weil diese Hunde sich im Ernstfall nichts gefallen lassen und dadurch respektiert werden... Ich sage nur "Fachkräftemangel"... Wer unter solchen Umständen noch erwägen sollte seine Brötchen bei der Polizei zu verdienen, wenn sich ihm in der heutigen Zeit so viele andere Möglichkeiten bieten, der hat sie nicht mehr alle... Allein dass ein Dienstschutzhund mit im Auto sitzt, wenn ein Team zu einem Einsatz gerufen wird, löst bereits viele Konflikte vor Ort in Wohlgefallen auf (ohne dass der Hund überhaupt eingesetzt wird, oft reicht es die Heckklappe zu öffnen so dass der Hund sichtbar wird).


    Betrifft natürlich auch die Bundeswehr... Ein Auslandseinsatz ohne Dienstschutzhunde, undenkbar.... Was glaubt Ihr wer dort die Lager sichert, in denen das Militär untergebracht ist (und die demzufolge überproportional häufig Ziel von Anschlägen sind)???


    Das Ausland lacht sich übrigens gerade über Deutschland kaputt... Deutschland besaß weltweit ein hohen Ansehen, was die Ausbildung der Menschen und Hunde bei Polizei und Militär betrifft. Alljährlich lassen viele Länder ihre Ausbilder hier bei uns schulen. Die für die Ausbildung zuständigen Leute dort überall können es gar nicht fassen was hier bei uns gerade passiert. Die im übrigen mit Kusshand gerde zumindest die jüngeren Dienstschutzhunde übernehmen werden, die derzeit gerade arbeitslos werden.


    Ich danke den Verantwortlichen in Berlin dafür, dass die das Rückgrad hatten die aktuelle Gesetzeslage so konsequent umzusetzen und drastisch aufzuzeigen was die Konsequenzen dieser unausgegorenen Gesetzesänderung sind. "Erst nachdenken, dann handeln" ist ja etwas das Deutsche offensichtlich nicht so gut können... Jetzt sind sie gezwungen darüber nachzudenken...