Ich bin nicht ganz deiner Meinung, Waschbär . Wenn der Hund einen guten Rückruf hat, bei dem er eine 180º Drehung hinlegt, bei Ertönen des Rufes/Pfiffes, dann denke ich, ist das leichter für ihn, als wenn er das Wild noch im Blick hat. Wegrennendes Wild zu beobachten aus der Platzposition und diese zu halten, das ist eine hammer Leistung für einen Hund mit grossem Beutetrieb. Wie lange soll er dann liegenbleiben? Bis das Wild weg ist, oder bis der Halter angekommen ist zum Anleinen/Belohnen? Hmm, naja, wahrscheinlich kommt es wie immer auf den Hund, bzw Hund/HF Team an, was im Training besser umgesetzt wird.
Umdrehen und "aus den Augen aus dem Sinn" , denke ich, ist sicherer. Den Ablauf davon kann man sehr gut trainieren. Bis dahin Schleppleine. Die 180º Wendung wird quasi zu einem Reflex, wenn es richtig trainiert ist hat man nicht das Problem der konkurrierenden Verstärker.
Diese "Hammerleistung" absolviert jeder Hund im Schutzdienst in JEDEM Training und jeder Prüfung. Auch für jagdlich geführte Hunde ist das "Down" das Mittel der Wahl, wenn ein Hund das Verfolgen eines Wildes abbrechen soll. Es ist für einen Hund DEUTLICH leichter, wenn er hoch im Trieb steht, sein Triebziel weiter im Fokus behalten zu können als sich von diesem komplett abzuwenden und von diesem zu entfernen. Auch wenn er die Tätigkeit des Verfolgens abbrechen muss.
Ich hole meine Hunde in einer solchen Situation (außerhalb des Schutzdienstes) immer ab. Weil ich möchte dass das Hörzeichen dafür in der entsprechenden Situation ein "Hammer-Hörzeichen" ist, welches den Hund unmissverständlich an dem Ort "bindet", an dem er sich befindet. Diese Situation "verwässere" ich dann nicht dadurch dass ich ihn abrufe. So viel Zeit ist mir das wert, dass ich dann mal ein paar Meter bis zu meinem Hund gehe. Zumal ich ihn dann direkt an Ort und Stelle, an dem er das Hörzeichen ausgeführt hat, bestätigen kann.