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Der überfreundliche Hund

  • Knight
  • 27. Oktober 2022 um 18:08
  • HSH
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    • 11. Februar 2023 um 16:08
    • #76
    Zitat von Tilli

    Traurig genug, dass es überhaupt notwendig ist.

    Ich finde schon das Wölfe (wieder!) hierher gehören. Aber ich finde das viele Schäfer viel zuwenig zum Herdenschutz tun (dürfen) und die Wölfe deswegen zu leicht lernen können den Herdenschutz zu umgehen. Und mit "tun dürfen" meine ich nicht den Abschuß der Wölfe.

  • Tay
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    • 11. Februar 2023 um 16:10
    • #77

    Klar ist es eine Kostenfrage, ich argumentiere tatsächlich eher theoretisch. Dass den Hunden hier quasi auch eine im Zweifelsfall unlösbare Aufgabe gestellt wird. Aber anschaffen würde sich ja nur jemand die Hunde, wenn in dem Gebiet die Gefahr besteht, dass die Herde abgegriffen wird. DH die Gefahr ist dem Halter bewusst, ich glaube dann würd ich die Schafe lieber abschaffen oder vernünftig(-er) schützen. Sonst hab ich hinterher tote Hunde UND tote Schafe.

  • HSH
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    951
    • 11. Februar 2023 um 16:52
    • #78
    Zitat von Tay

    Aber anschaffen würde sich ja nur jemand die Hunde, wenn in dem Gebiet die Gefahr besteht, dass die Herde abgegriffen wird.

    Nö, ich habe keine Schafe und trotzdem HSH. Es sind einfach tolle Hunde. Stur, eigenwillig, praktisch kein "will to plase" .... Es wird mit ihnen nie langweilig. ^^

  • Tilli
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    • 11. Februar 2023 um 16:58
    • #79

    Der Wolf ist ja ein ganz schönes Tier, aber wohin mit ihm? Es ist ja nicht gerade so, dass er in den letzten gut 150 Jahren immer da gewesen ist und jetzt aus einem Revier vertrieben wird. Gegen 1850 gilt der Wolf als quasi ausgerottet, seither hat sich sein ehemaliger Lebensraum reichlich verändert.

    Den großen Wald voller Wildtiere und ohne Berührungspunkte zum Menschen und der Landwirtschaft gibt es einfach so gut wie nicht mehr. Es gibt so gut wie überall Berührungspunkte zur Weidetierhaltung. Und was sollen die Schäfer und andere Weidetierhalter denn tun? Weidezäune scheinen nicht zu helfen, Herdenschutzhunde scheinbar nur bedingt, wobei da nicht nur bei der Hobbyhaltung sondern auch bei einem Betrieb eben die Kosten eine entscheidende Rolle spielen.

    Auf der einen Seite sollen die Rinder raus und nicht ihr ganzes Leben im Stall versauern, auf der anderen Seite braucht man nun plötzlich den Wolf. Und selbst wenn der wirtschaftliche Schaden bei einem Riss ersetzt wird, (weiß nicht wie gut das klappt) hat eine aufgebrachte Herde Jungbullen außerhalb ihres Zauns für den Landwirt und jeden der da gerade langläuft oder fährt einen eher zweifelhaften Unterhaltungswert. Genauso eine Herde Mutterkühe mit Kälbern. Die können auch anders als rumstehen, kauen und glotzen.

    Der Wolf ist ja nun nicht völlig doof, er nähert sich den Ortschaften eben weil er lernt, dass er da leichte Beute machen kann. Sollen wir jetzt jede Form der Hobbytierhaltung abschaffen? Erst die Schafe/Ziegen/Lamas usw. die eben gefährdet sind und oft etwas außerhalb der Ortschaften stehen. Dann die Enten, Hühner, Gänse und Pferde, die zumeist etwas näher zu den Wohnhäusern oder direkt dran stehen. Ne schöne Runde durch die Felder ist dann auch nicht mehr, aber muss auch nicht, auch Hundehaltung ist in den allermeisten Fällen Hobbytierhaltung.

    (7) Tierhalter fordern Schutz vor Wölfen | hessenschau DAS THEMA - YouTube

    Das ist übrigens ganz in der Nähe von der Ortschaft im oben genannten Zeitungsartikel. Ich glaube es ist sogar der Nachbarlandkreis. Ganz ehrlich, ich brauch das nicht und kenne hier auch keinen Landwirt oder Hobbytierhalter der mit Begeisterung reagieren würde. So schön der Wolf auch sein mag, aber einen geeigneten Lebensraum gibt es einfach nicht mehr. Die Zeit zurückdrehen kann man auch nicht. Wobei die Zeit zurückdrehen auch nicht unbedingt bedeuten würde, der Wolf kann sich nach Belieben ausbreiten, man hat schon immer versucht ihn von Ortschaften und Weidetieren fernzuhalten, mit eher weniger freundlichen Mitteln.

    Tilli - komfortorientierter Landtorpedo seit 27.05.2017 <3

  • Luna
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    • 11. Februar 2023 um 17:05
    • #80

    Ich glaube für HSH braucht man schon ein gutes Händchen für und man muss das Sture, Eigenwillige und kein will to please auch wollen. Auch die Arbeit/das Training mit ihnen dürfte wesentlich anders sein, als wie mit DSH oder anderen Rassen.

    Ich kann mir vorstellen, dass sie auch als Beschützer für eine Schafherde gut geeignet und ausgebildet werden müssen :/ Oder liege ich da falsch?

  • HSH
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    • 11. Februar 2023 um 17:16
    • #81
    Zitat von Tilli

    Und was sollen die Schäfer und andere Weidetierhalter denn tun? Weidezäune scheinen nicht zu helfen, Herdenschutzhunde scheinbar nur bedingt, wobei da nicht nur bei der Hobbyhaltung sondern auch bei einem Betrieb eben die Kosten eine entscheidende Rolle spielen.

    Vielleicht mal die erfolgreichen Schäfer in den Ostdeutschen Wolfsgebieten fragen wie sie mit dem Wolf umgehen? Denn es gibt sie durchaus, die Beriebe die mit dem Wolf gut umgehen können.

    Zudem gibt es auch finanielle Beihilfen zum Herdenschutz und auch Entschädigungen für Wolfsrisse die trotz der geforderten Herdenschutzmaßnahmen zustande kommen. Aber es macht eben auch Arbeit ....

  • HSH
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    • 11. Februar 2023 um 17:41
    • #82
    Zitat von Luna

    Ich glaube für HSH braucht man schon ein gutes Händchen für und man muss das Sture, Eigenwillige und kein will to please auch wollen. Auch die Arbeit/das Training mit ihnen dürfte wesentlich anders sein, als wie mit DSH oder anderen Rassen.

    Im Grunde nicht. Sie sind sehr lernfähig und wissen im Grunde sehr genau was gewollt ist, aber sie sehen eben nur sehr wenig Sinn darin Befehle zu empfangen und auszuführen. Das gehörte ja auch im Prinzip nie zum Aufgabenbereich dieser Hunde. Als Halter solcher Hunde muß man sie praktisch überzeugen können daß sie das, was ich aktuell von ihnen will, auch selbst wollen.

    Zitat von Luna

    Ich kann mir vorstellen, dass sie auch als Beschützer für eine Schafherde gut geeignet und ausgebildet werden müssen :/ Oder liege ich da falsch?

    Kommt drauf an unter welchen Voraussetzungen sie arbeiten müssen. Grundsätzlich brauchen sie dazu wenig/kaum Ausbildung. Und sie arbeiten ja auch selbsständig ohne Anweisung oder auch nur Anwesenheit der Schäfer. Hierzulande sind vor allem eher die weichgespühlteren Rassen/HSH gewünscht. Das macht es für die Hunde auch nicht unbedingt einfacher/ungefährlicher.

  • Tilli
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    • 11. Februar 2023 um 17:56
    • #83
    Zitat von HSH

    Vielleicht mal die erfolgreichen Schäfer in den Ostdeutschen Wolfsgebieten fragen wie sie mit dem Wolf umgehen? Denn es gibt sie durchaus, die Beriebe die mit dem Wolf gut umgehen können.

    Hast du zufällig einen Link zu einem Zeitungsartikel, Bericht oder ähnlichem? Wäre wirklich sehr interessant. Wobei ich eher nicht glaube, dass es um die Arbeit geht, sondern schlicht um die Wirtschaftlichkeit. Ein Unternehmen ist nun mal kein Selbstzweck und wenn die Schutzmaßnahmen finanziell nicht tragbar sind, werden gerade kleinere Betriebe aufgeben müssen. Was machen die erfolgreichen Schäfer denn anders, wovon die anderen lernen könnten?

    Und das ist immer noch keine Lösung für die Hobbytierhalter. Der Wolf in dem Video das ich oben verlinkt habe, ist ja nun gerade nicht auf einer weit entfernten Weide unterwegs, der ist direkt in der Ortschaft.

    Tilli - komfortorientierter Landtorpedo seit 27.05.2017 <3

  • HSH
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    • 11. Februar 2023 um 18:05
    • #84

    Hier mal auf die Schnelle ein Video von einem Schäfer aus dem Nachbarort:

    Wanderschäfer: Mit Unternehmergeist das Überleben sichern
    Der Alltag eines Wanderschäfers ist hart. Ein kluger Hirte aber gibt nicht auf und überrascht mit unkonventionellen Ideen.
    www.zdf.de
  • Waschbär
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    • 11. Februar 2023 um 19:00
    • #85
    Zitat von Tay

    Völlig Off topic, aber als ich das gelesen habe mit dem toten Hund, hab ich gedacht, dass 2 Hunde auch ein bisschen knapp sind oder? Klar waren das nciht viele Schafe, aber es kommt doch darauf an dass die Hunde auch ggf gegen mehrere Wölfe stehen, und in dem Fall sind die Hunde ja sogar getrennt gewesen... Mein Gefühl würde mir sagen, dass wenn ich ernsthaft mit Wölfen rechne, ich mindestens 3 Hunde einsetzen würde.

    Der Schäfer hat noch einen dritten HSH, den er privat finanziert hat. Und der jetzt mit der anderen Hündin mit raus geht... Er bekommt über das "Wolfs-Programm" aber nicht mehr als zwei Hunde finanziert.

    Und ohne diesen dritten Hund müssten die Schafe jetzt permanent im Stall bleiben. Weil er verpflichtet ist neben einem entsprechend hohen Zaun zwei HSH bei der Herde zu haben.

  • Waschbär
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    • 11. Februar 2023 um 19:05
    • #86
    Zitat von Tilli

    Denke es ist auch eine Kostenfrage. Bei 16 Schafen gehe ich mal einfach von einem Hobbyschafhalter aus. Macht dann schon einen Unterschied, ob man sich zwei Hunde in der Größe dazustellt oder drei. Kostet halt alles Zeit und Geld, und ob drei Hunde das nun hätten verhindern können, ist ja auch ungewiss. Traurig genug, dass es überhaupt notwendig ist.

    Das ist kein Hobby-Schafhalter. Seit 2017 hat dieser Schäfer fast 100 Tiere durch Wölfe verloren.

  • Tilli
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    • 11. Februar 2023 um 19:20
    • #87

    Oh das wusste ich nicht Waschbär , dachte weil es so wenige Schafe waren.

    Danke HSH der Artikel ist ein interessanter Einblick. Video schau ich morgen, muss jetzt erst mal los.

    Tilli - komfortorientierter Landtorpedo seit 27.05.2017 <3

  • HSH
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    • 11. Februar 2023 um 19:23
    • #88

    Hier nochmal direkt zum Thema Herdenschutz und Wolf in Brandenburg:

    Brandenburger Schäfer und der Wolf
    Aus einem Gespräch der Bauernzeitung, Landesredaktion Brandenburg, mit Knut Kucznik, Vorsitzender des Landesschafzuchtverbandes Brandenburg am 13. November 2...
    www.youtube.com

    Hier noch mit Kangalen:

    Kangals: Bodyguards für Schafe | NaturNah | NDR Doku
    #ndr #ndrdoku #wolfDer Wolf ist zurück in Niedersachsen. Seither sind Nutztiere wie Schafe in Lebensgefahr, denn sie sind Beute des Wolfes. Schäfer Holger Be...
    www.youtube.com

    Einmal editiert, zuletzt von HSH (11. Februar 2023 um 19:30)

  • Tay
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    • 11. Februar 2023 um 20:36
    • #89
    Zitat von HSH

    Nö, ich habe keine Schafe und trotzdem HSH. Es sind einfach tolle Hunde. Stur, eigenwillig, praktisch kein "will to plase" .... Es wird mit ihnen nie langweilig. ^^

    So meinte ich das nicht :) Er hat die HSH ja in der Schafherde aus einem Grund - nämlich dass die Gefahr der wolfsangriffe besteht. Ich find die auch sympathisch. Man sagt den VEOs ja nach, dass sie vom DSH etwas Richtung HSH sind vom Lernverhalten und der Einstellung, keine Ahnung ob da etwas dran ist. Hatte noch keinen DSH und keinen HSH.

    Zitat von Waschbär

    Der Schäfer hat noch einen dritten HSH, den er privat finanziert hat. Und der jetzt mit der anderen Hündin mit raus geht... Er bekommt über das "Wolfs-Programm" aber nicht mehr als zwei Hunde finanziert.


    Und ohne diesen dritten Hund müssten die Schafe jetzt permanent im Stall bleiben. Weil er verpflichtet ist neben einem entsprechend hohen Zaun zwei HSH bei der Herde zu haben.

    Ah okay. Irgendwie doof, Tierschutz muss doch in alle Richtungen gehen. Ich hab nix gegen Wölfe, aber es müssen halt alle Beteiligten geschützt werden bzw die Möglichkeiten zum Schutz bekommen.

  • Waschbär
    Moderator
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    • 11. Februar 2023 um 22:32
    • #90

    Das Problem ist halt dass Wölfe sehr schnell effektive Strategien entwickeln. Als die HSH-Programme gestartet sind hat das Anfangs ja sehr gut funktioniert. Die Wölfe haben sich erst einmal durch die Anwesenheit der Hunde "vergrämen" lassen, die Risszahlen sind drastisch gesunken. Aber sie sind halt perfekte Beobachter und lernen innerhalb kürzester Zeit dazu. Den Fachleuten zufolge waren im aktuellen Fall mind. drei Wölfe beteiligt. Und die Herde zu beunruhigen, so dass diese den Zaun überrennt und sich teilt, so dass sich auch die Hunde aufteilen mussten, kann durchaus eine Strategie gewesen sein. Zumindest werden die beteiligten Wölfe das abgespeichert haben. Und es ist halt auch nicht hilfreich dass sich der Wolfsbestand pro Jahr um ca. 30% erhöht. Wirklich dünn besiedelte Gebiete gibt es ja in Deutschland nicht unendlich, so dass nicht mehr nur Einzeltiere dichter besiedelte Gebiete durchstreifen, sondern sich durchaus auch Paare und Rudel näher an den Menschen ansiedeln.

    Man darf halt nicht vergessen dass in Ländern, in denen traditionell HSH gegen Wölfe eingesetzt werden, der Wolf i.d.R. auch bejagt wird. Der Wolf lernt natürlich dass die HSH nicht die "letzte Instanz" sind, sondern alarmiert durch die Hunde auch der Mensch hinzu kommt, und der kann verletzen und töten. Wenn aber "nach den Hunden" keine weiteren Konsequenzen folgen, dann kann der Kampf gegen die Hunde durchaus lukrativ werden für die Wölfe.

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