"Darf ich den mal streicheln?"

  • Super, dann bin ich morgen gegen 14:00 Uhr bei Dir um Dein Auto abzuholen, mach schon mal den Gastank voll. Ich streichel

    Dich auch ein wenig bevor ich losfahre, hoffe das ist ok.


    Wie Du siehst haben wir unterschiedliche Meinungen und Erziehungsmethoden. Ich habe mir meine Hunde nicht zugelegt damit ich den Beliebtheitswert der DSH steigere.


    Hier ist meine lange und nicht sarkastische Antwort zu dem Thema.


    Meine Hunde sind sehr gut erzogen und sozialisiert, neutral gegenüber Fremden, ausgezeichnet mit Leuten die sie kennen, und es gab noch nie einen Beissvorfall bei uns in 20+ Jahren Hundehaltung.


    Auch meine Hunde sind in Situationen wenn sie angefasst werden müssen, wie zB beim TA, und haben damit kein Problem. Im Gegenteil, ich werde oft gefragt wie ich meine Hunde erziehe, weil sie sich sehr gut benehmen.


    Vom ersten Tag an wenn ich Welpen ins Haus bringe, sorge ich dafür dass jede Erfahrung positiv ist und der Hund nicht überfordert wird. Je mehr positive Erfahrungen mein Hund sammelt wenn er jung ist, umso einfacher ist es später mit negativen Erfahrungen umzugehen, weil ich a) einen selbstsicheren Hund habe, der b) weiß dass er sich 100% auf mich verlassen kann.


    Fremde Leute die ich nicht kenne, und von denen ich nicht weiß ob sie Hundeerfahrung haben, lass ich nicht an meine Hunde dran. Dafür sozialisiere ich mit Leuten die ich kenne und denen ich vertraue, und auch viel aus der Ferne, was heißt viele verschiedene Orte aufsuchen wo viele unterschiedliche Menschen sind, jung, alt, klein, groß, laut, leise, schwarz, weiß, die andere Sprachen sprechen, Kostüme tragen, etc.


    Das Streicheln ist hierbei nicht wichtig, weil es nicht für den Hund ist, sondern für den Menschen der streicheln will. Jetzt gibt es auch einen Unterschied hier, habe ich eine lange Unterhaltung mit einer fremden Person, die Hundeerfahrung hat, und ich sehe dass mein Hund Interesse an der Person zeigt, und die Person fragt ob sie den Hund streicheln darf? Na klar, aber ich habe meinen Hund und seine Reaktion 100% im Auge und sobald ich merke, dass es ihm reicht, endet der Körperkontakt.


    Mit meinem ersten Hund habe ich einige Fehler gemacht in den ersten Wochen, und zu viel, zu schnell sozialisiert und ihn auch streicheln lassen wenn jemand gefragt hat, bis ich gemerkt habe, dass es meinen Hund komplett überfordert hat. Einmal waren wir dann im Tiergeschäft und eine Dame fragte ob sie meinen Hund streicheln darf, und ich sagte ok. Sie griff dann meinen Welpen und steckte ihn in eine Hundebox, die neben ihr stand, weil sie sehen wollte ob ihr Hund, gleiche Größe, dort reinpassen würde.


    Das gleiche Tiergeschäft, ich stehe mit Dexter an der Kasse, er war vielleicht ein Jahr alt, bezahle und rede mit der Kassiererin, während Dexter ruhig neben mir sitzt. Ich höre auf einmal wine Kinderstimmen neben mir, und ein etwa 5 Jahre altes Mädchen hat Dexter im Würgegriff “umarmt”, und die Finger des Kindes sind im Fell festgekrallt weil er versucht sich wegzudrehen. Das alles geschah im Bruchteil einer Sekunde weil I h durch die Unterhaltung an der Kasse abgelenkt war. Habe schnell das Kind von Dexter entfernt und mich bei der Mutter beschwert, die nur meinte, „ach wir haben auch Hunde zuhause und das ist vollkommen in Ordnung“. Musste dann einer erwachsenen aber gehirnamputierten Frau erklären warum es absolut nicht ok ist fremde Hunde einfach anzufassen.


    Wir als DSH Liebhaber sehen oft die kleine Knuddelnaus die wir als Welpe nach Hause gebracht haben, aber Hunde beißen und DSH liegen in vielen Ländern prozentual an der Spitze wenn es um Beissvorfälle geht. Das ist einfach eine Tatsache. Wenn mein Hund jemanden beißt, dann wird er hier sofort eingeschläfert. Da ist es mir schnuppsegal wie sich jemand fühlt wenn ich meine Hunde nicht von Jedem streicheln lasse, weil meine Hunde sind mir wichtiger.


    Lange Antwort, wie gesagt, ich könnte noch viel mehr schreiben, warum ich es auch aus anderen Gründen wie zB Erziehungsgründen ablehne, aber das wird dann ein Buch und alle hier im Forum schlafen ein.


    Hoffe das hat Deine Frage etwas besser beantwortet, und ich sehe Dich dann morgen um 14:00 Uhr um das Auto abzuholen.

  • Mit der Zitierfunktion in diesem Forum stehe ich auf Kriegsfuß... :evil:


    Echt mal, was für'n :cursing: - Ich will nicht den ganzen Post, sondern nur einen Satz!


    SaLoDeTo: Wie ist das gemeint mit "einmal beißen > einschläfern"? Bist Du in einem Land mit derart strengen Gesetzen? Oder wäre das Dein Gesetz?

  • So weit weg ist das gar nicht, in Dänemark reicht es schon, wenn ein Hund zuschnappt, dass er eingeschläfert wird. Weshalb sich für mich ja Dänemark als Urlaubsland auch erledigt hat.

  • schaffiebrig, ja in den USA, ist natürlich von Staat zu Staat verschieden. Wir hatten einen Fall wo eine ältere Besitzerin, die ich kenne, mit ihren 2 DSH spazieren war, sie stand mit den Hunden hinter einer Mauer, ein Jugendlicher sprang als Scherz über die Mauer und fiel auf die Frau, und die Hunde bissen natürlich zu. Beide Hunde wurden eingeschläfert, ohne jegliche Beissvorgeschichte, und obwohl sie sich „richtig“ verhalten hatten in der Situation.


    Es gibt einfach so viele Faktoren, die eine Rolle spielen, weswegen ich super vorsichtig bin, obwohl meine Jungs so freundlich sind, dass sie wahrscheinlich jeden totlecken würden, außer jemand greift mich an.

  • Für die Fehler anderer bestraft werden... 8|

    Ich frage mal nicht, wie es gewesen wäre, wenn die Dame sich mittels Waffe gewehrt hätte. Andere Länder, andere Sitten.


    Dänemark ist eine knappe Stunde Fahrzeit von mir und viele Hundehalter, die ich kenne, fahren gerade außerhalb der Saison gern dorthin, weil die Tiere dort unangeleint laufen können. Gerade an der Westküste ist genug Platz und man hängt sich nicht so auf der Pelle. - Es wäre daher interessant zu erfahren, wie viele Einschläferungen es dort tatsächlich wegen vermeintlichen Fehlverhaltens gibt.

  • Rex sorgt hier in Ungarn auch immer für Aufsehen, im positiven Sinne. Die meisten Leute finden ihn einfach wunderschön und sagen mir das auch, vielleicht bleiben sie auch stehen und schauen uns beeindruckt nach. Ich bedanke mich immer höflich für die Komplimente, bleibe aber nie stehen.

    Rex mag eigentlich alle Menschen und würde auch bei jedem hallo sagen, anspringen inklusive und ich möchte es einfach nicht haben.

    Ich wollte auch bei meinem Sohn nicht, dass mein Baby von fremden Menschen angefasst wurde.


    Warum auch. Mir wurde als Kind immer gesagt: nur schauen, nichts anfassen und bei einem Lebewesen finde ich es ganz besonders wichtig. Für mich hat das auch etwas mit Respekt vor fremdem Eigentum zu tun.

  • Eins zwei drei.

    Einmal editiert, zuletzt von MistyWind1889 ()

  • @Asmi Die Gefahr besteht natürlich, das der Hund dann lernt, Kuscheln und Streicheln ist der Standard und das von jedem möchte.

    Manchmal wünsche ich mir auch, das Pepper fruchteinflößender schaut, aber er ist eher der der ignoriert was nicht will ...ist halt der Nachteil, wenn man die Roller des Rudelführers inne hat. Dann muss man alles selber machen. 🤷🏻


    Mir ist auch klar, das ich die Welt nicht retten und das Image des DSH nicht weltweit aufhübschen kann. Aber in den Gegenden, in denen wir öfter unterwegs sind trifft man halt auch immer die selben Leute. Da ist es schon wesentlich entspannter - gerade weil Pepper fast immer ohne Leine läuft - wenn sie wissen, das Pepper ein Guter ist.




    Bei dem Labbi-Thema gehe ich komplett mit.

    Grenzenlos und damit respektlos und nervig.

    Die Krönung haben wir gestern getroffen: Labbi Leistungslinie mit einem guten Schluck Weimaraner 🙈

    Und dann wird er nach "Fichtelmeier" erzogen...🙄

    Aber gut, jeder ist seines Glückes Schmied 🤣

  • Unsere verstorbene Malteserin ist einmal entlaufen weil mein Mann vergessen hatte das Gartentor zu schliessen, und Dexter hat gemerkt dass sie weg war, stand dann 5 Mal vor dem Tor ohne rauszugehen und ist sie dann beim 6. Mal suchen gegangen. Wir haben uns das später alles auf der Kamera angesehen.


    10 Minuten später stand unser Nachbar mit Dexter an der Leine vor meiner Haustür, Lola stand daneben und bellte nur. Der Nachbar erzählte mir dann, dass Dexter super freundlich war und er ihn problemlos anleinen konnte, während Lola ihn nicht in ihre Nähe liess und nur "dognapping" schrie. Glücklicherweise ist uns das nur einmal passiert, aber es zeigt, Hunde müssen nicht dauernd von Fremden angefasst werden, damit sie ein freundliches und solides Wesen haben und keine Gefahr für andere Menschen oder Hunde sind.


    Ich habe kein Problem damit, wenn das jemand anders sieht und er oder sie seinen Hund anders erzieht. Aber von fremden Leuten angefasst zu werden, hat meiner Meinung nach nichts mit Sozialisierung zu tun, weil diese auch anders erreicht werden kann. Nur weil ich bei Starbucks sitze und ich meinen Hund nicht von jedem anfassen lasse, der fragt, heisst das nicht dass mein Hund sich grundsätzlich nicht anfassen lässt. Und ich kann auch sehen, dass es Hunde gibt bei denen es wichtig ist sehr tolerant zu sein mit fremden Leuten, wenn der Hund gezeigt wird, Therapiehunde, etc.


    Ein gut erzogener Hund mit einem soliden Wesen ist immer ein Aushängeschild für seine Rasse, und wenn jemand sagt, dass ich die Beliebtheitsskala einer kompletten Rasse nach unten bringe, nur weil Streicheln untersagt ist, dann nehme ich das (anscheinend) etwas persönlich.


  • Von Fremden angefasst zu werden hat definitiv etwas mit Sozialisierung zu tun!


    Der eine Hund muss das konkret lernen, der andere nicht, bzw. lernt es "nebenbei"


    Es gibt wahrlich viel zu viele Hunde, die ein Problem damit haben. Für mich ist das kein Thema, das man dem Zufall überlassen sollte.


    "Ein gut erzogener Hund mit einem soliden Wesen" Das sind oft zwei verschiedene Paar Schuhe. Ein solides Wesen ist angeboren. Ein Hund kann ein solides Wesen haben aber schlecht erzogen sein. Andererseits ist ein Hund der kein solides Wesen hat ein Fall für eine sehr pingelige Erziehung und Sozialisierung.


    Ein Hund der kein solides Wesen hat braucht womöglich konkretes Üben um mit fremden Menschen entspannt umgehen zu können.


    Nochmal zu meiner Meinung: Ich bin für kontrolliertes Anfassen des Hundes zu meinen Bedingungen und wenn ich zustimme. Vorher fragen finde ich unbedingt angebracht. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass die meisten Hunde davon profitieren, wenn man sie Kontakt mit fremden Menschen haben lässt. Logischerweise bringt man Hunden von Anfang an bei nicht zu jedem hinzurennen und alle begrüssen zu wollen, sondern wie gesagt zu meinen Bedingungen.

  • Zitat

    Auch in Deutschland werden Hunde eingeschläfert, die gebissen haben. Kommt, wie in den USA, auf die Umstände und Schwere der "Tat" an

    so schnell wird hier kein hund eingeschläfert... wäre es so,wären die tierheime nicht so knackevoll und die hellhound foundation könnte dicht machen...

  • Die Hellhound foundation platzt aus allen Nähten und ja stimmt, Hunde werden "nicht so schnell" eingeschläfert, nur nach entsprechenden Vorfällen, so wie in den USA.

    Ich beziehe mich konkret auf Hunde die Eigentum von privaten Personen sind. Prinzipiell passiert einfach nicht so viel gravierendes mit Hunden.

  • SaLoDeTo Tja, schade. Quintessenz meiner Beiträge nicht verstanden...

    Aber gut, wer sich einen Hund "zulegt" und den dann mit einem Auto oder Menschen vergleicht ... :/

    Übrigens von mitnehmen, weder Hund noch Auto, war nie die Rede- es ging ums Anfassen nachdem man anständig gefragt wurde.


    Und ja, ich möchte durch mein Handeln die Beliebtheitsskala des deutschen Schäferhundes und ihrer Besitzer nach oben bringen oder mich wenigsten so verhalten, dass ein positiver Eindruck entsteht.