Ich hasse meinen Hund oder doch eher mich?

  • Hallo liebe Community.


    Wie sich durch den Titel erahnen lässt läuft es bei uns nicht gut, man könnte auch sagen richtig beschissen.

    Ich habe einen osteuropäischen Schäferhund Rüden, er ist intakt und wird zwischen Juni und Juli 3 Jahre alt (er hatte zwei Heimtierausweise mit unterschiedlichen Geburtsdaten). Wo genau er herkommt ist unklar, jedenfalls nicht von einem eingetragenen Züchter in Deutschland.

    Ich habe ihn vor einem knappen Jahr übernommen, gleich zu Beginn waren wir in einer Hundeschule im Gruppentraining, ein halbes Jahr später bei einem anderen Trainer im Einzeltraining und offensichtlich blieb der Erfolg aus.


    Um es mal zusammenzufassen: er fiept sehr viel und sehr laut, er zieht und springt mit 40kg und Allradantrieb in die Leine, er ist leinenaggressiv und war eine Zeitlang gar nicht mehr verträglich mit Artgenossen, er frisst Kot und Dreck von der Straße, er ist nicht abrufbar, manchmal bellt er aus unerkenntlichen Gründen plötzlich Menschen an. Einige Monate hat er zuhause Schatten gejagt, angebellt, den Boden gekratzt und die Nase reingerammt, das haben wir zum Glück in den Griff bekommen. Auch hatte er andauernd Durchfall, nach langem hin und her hat sich herausgestellt, dass er Giardien und eine Unverträglichkeit gegen Geflügel und Rind hatte. Ach ja geimpft war er auch nicht richtig, die Grundimmunisierung musste komplett neu geimpft werden. Gebissen hat er noch nicht, hat aber einen anderen großen Rüden attackiert, einen heftigen Biss ins Gesicht kassiert (bei den Vorbesitzern wurde er angeblich mal ins Ohr gebissen) und lief dann wie Scarface rum.


    All diese Sachen haben sich innerhalb unserer 11 gemeinsamen Monate aufsummiert und ich bin ganz schön am Ende. Er kann nichts dafür, das weiß ich, aber ich fange an diesen Hund zu hassen. Und ich hasse mich dafür, dass ich ihn hasse. Mein Leben dreht sich um nichts anderes mehr. Wir haben auch gute Tage, aber meine Reizschwelle sinkt kontinuierlich. Es braucht nicht mehr viel, um mich emotional an den Rand der Verzweiflung zu bringen. Zudem drängt meine Familie immer mehr zur Abgabe "er macht dich kaputt, er ruiniert dein ganzes Leben" usw.


    Ich habe vor einem Monat eine dritte Trainerin konsultiert, die fährt die Dominanzschiene und er spricht auch darauf an. Aber ich halte dieses Drill Sergeant sein nie lange durch und es liegt auch einfach überhaupt nicht in meiner Natur.


    Hattet ihr schon mal so ein Tief und wie seid ihr damit umgegangen? Gab es ein Happy End oder mussten sich die Wege trennen?

    Wer der Meinung ist, dass es naiv und unverantwortlich von mir war diesen Hund zu übernehmen hat zu 100% Recht.

    Ich war dumm, ich war naiv und ich habe das alles unterschätzt.


    Lg,

    Julia

  • Hallo Julia

    die fährt die Dominanzschiene

    Kannst du das genauer beschreiben?

    Wurde dir zu Stachelhalsband oder ähnlichem geraten? Oder ist die Trainerin nur konsequent und lässt dem Hund nichts durchgehen?

    Wie definierst Du Dominanzschiene?

    All diese Sachen haben sich innerhalb unserer 11 gemeinsamen Monate aufsummiert

    Hier schreibtst du, dass es mit deiner Methode schlimmer wird...

    Ich habe vor einem Monat eine dritte Trainerin konsultiert, die fährt die Dominanzschiene und er spricht auch darauf an. Aber ich halte dieses Drill Sergeant sein nie lange durch und es liegt auch einfach überhaupt nicht in meiner Natur.

    Hier schreibt du, dass es mir der neuen Trainerin und ihren Methoden besser wird...

    Vorausgesetzt ihre Methoden sind Tierschutzkonform, ist dort der Schlüssel zum Erfolg zu suchen.

    Das möchtet du aber nicht?! Gleichzeitig möchtest du aber ein Gebrauchshund an deiner Seite???


    Du hast beschrieben, was der Hund alles macht. Fiepen, Bellen, Leinepöbeln...

    Aber was machst du mit dem Hund, davon hast du nicht geschrieben. Dein Gebrauchshund möchte ein Job, sonst ist ihm langweilig.... Und dann sucht ER sich einen Job.


    Du schreibst von Familie und der Hund hat noch nicht gebissen? X/

    Aber ich halte dieses Drill Sergeant sein nie lange durch und es liegt auch einfach überhaupt nicht in meiner Natur.

    Suche den Fehler. :S

  • Dem Beitrag von Flummi habe ich nichtsmehr hinzuzufügen, ich will ihre Aussagen nur nochmal unterstreichen.


    Du hast einen Gebrauchshund. Klar gibt es auch Exemplare die da vielleicht nicht so eine konsequenz und "dominanz" verlangen, aber du hast offensichtlich ein Expemplar welches eine sehr strenge Führung braucht, was auch durchaus der Rasse entspricht.

    Aber ich halte dieses Drill Sergeant sein nie lange durch und es liegt auch einfach überhaupt nicht in meiner Natur.

    Wenn du das nicht kannst oder willst, dann hast du ehrlicherweise einfach den falschen Hund.

  • OMG! Flummi und Rübchen haben recht gut analysiert, was bei Dir und Deinem Hund offensichtlich nicht gut läuft.


    Deine Verzweiflung, Deine Traurigkeit über diese Situation sind dabei ein wenig vergessen worden. Ich lese, dass Du nicht glücklich mit dem Hund bist. Ist es Dein Verantwortungsgefühl, dass Du Dich nicht zum ultimativen Schritt des Wiederabgebens durchringen kannst? Ich glaube nicht, dass es hilfreich ist, auf Biegen und Brechen in einer so unglückseligen Situation auszuharren. Manchmal ist es besser, (rechtzeitig) einen Schlußstrich zu ziehen.


    Was war denn Dein Beweggrund, diesen Hund zu nehmen? Wie viel Hunderfahrung hattest Du bereits und wie hast Du Dir das Leben mit Hund vorgestellt?


    Zum guten Schluß: Willkommen hier im Forum.

  • Hallo Flummi,

    Kannst du das genauer beschreiben?

    Wurde dir zu Stachelhalsband oder ähnlichem geraten? Oder ist die Trainerin nur konsequent und lässt dem Hund nichts durchgehen?

    Wie definierst Du Dominanzschiene?

    Strenger, ernster und lauter Tonfall, Blockieren und/oder Zurückdrängen mit dem Körper und mit der Hand einen Biss simulieren (also mit steifen Fingern kräftig anpacken). Wir sollen zudem Deckentraining machen, gefüttern wird nur noch über Hand oder Futtersuche. Kein überschwengliches Loben und Kekse verteilen.

    Hier schreibtst du, dass es mit deiner Methode schlimmer wird...

    Ich würde sagen, das sich die Gesamtsituation mit dem Hund gebessert hat, mein Mindset ist jedoch kontinuierlich schlechter geworden. Die emotionale und auch körperliche Erschöpfung hat sich aufsummiert.

    Wir haben ja auch große Baustellen in den Griff bekommen, wie das anfängliche Schatten jagen (das hatte wirklich schlimme Ausmaße angenommen, er hat sich so reingesteigert, dass ich Angst hatte, er würde sich die Zähne am Boden ausschlagen) und die absolute Unverträglichkeit mit anderen Hunden. Er kann inzwischen unter guten Rahmenbedingungen mit Hündinnen und kastrierten Rüden zurechtkommen.

    Hier schreibt du, dass es mir der neuen Trainerin und ihren Methoden besser wird...

    Vorausgesetzt ihre Methoden sind Tierschutzkonform, ist dort der Schlüssel zum Erfolg zu suchen.

    Das möchtet du aber nicht?! Gleichzeitig möchtest du aber ein Gebrauchshund an deiner Seite???

    Sagen wir es mal so, ich versuche die Methoden umzusetzen, aber es fällt mir sehr schwer, da es einfach überhaupt nicht meinen Charakter entspricht. Sobald Verbesserung eintritt werde ich wieder zum Babytalk Hippiedippie Pazifist.

    Es fällt mir einfach sehr schwer und ich weiß nicht, ob ich meine Persönlichkeit nachhaltig so verändern kann, wie es dieser Hund erfordert. Ehrlich gesagt nein, ich möchte keinen Gebrauchshund an meiner Seite, wenn es bedeutet, dass ich ihn durchwegs dominieren muss.

    Du hast beschrieben, was der Hund alles macht. Fiepen, Bellen, Leinepöbeln...

    Aber was machst du mit dem Hund, davon hast du nicht geschrieben. Dein Gebrauchshund möchte ein Job, sonst ist ihm langweilig.... Und dann sucht ER sich einen Job.

    Anfangs waren wir Wandern, Schwimmen, haben Frisbee gespielt und mit dem Futterdummy apportiert. Dazu Gruppentraining in der Hundeschule und Social Walks

    Fahrradfahren hat nicht funktioniert, ich wollte eigentlich Mantrailing anfangen, da sind aber die massiven Artgenossenprobleme richtig in Fahrt gekommen und es war kaum noch etwas in Anwesenheit anderer Hunde möglich.

    Du schreibst von Familie und der Hund hat noch nicht gebissen? X/

    Ich lebe mit ihm alleine, habe aber sehr engen Kontakt zu meinen Eltern und meiner Schwester, diese befürworten eine Abgabe. Es sind keine Kinder oder anderen Tiere im Haushalt, die in Gefahr sind.

    Dass er irgendwann zubeißt ist einfach meine größte Angst, vorallem nach dem Kampf mit dem anderen Rüden.

    Ich habe immer Angst ihn zu anderen Hunden zu lassen, auch wenn die schlimmste Phase überstanden zu sein scheint. Wir sind immer noch regelmäßig auf Social Walks und haben auch hin und wieder Kontakttreffen mit Hündinnen oder kastrierten Rüden.

    Suche den Fehler. :S

    Den Fehler habe ich gefunden :saint:. Selbsterkenntnis soll der erste Schritt zur Besserung sein. Dass ich das Problem bin ist mir bewusst, die Besserung lässt auf sich warten.

  • Hallo Nina,

    Wenn du das nicht kannst oder willst, dann hast du ehrlicherweise einfach den falschen Hund.

    Da stimme ich dir zu. Ich würde sagen ich bin der falsche Mensch für diesen Hund.

    Vermutlich wäre eine kleine Qualzuchtrasse "richtig" für mich, oder einfach eine Katze...


    Ich dachte leider, dass ich das hinbekommen werde.

    Dass so ein Hund viel Auslastung braucht haben meine zwei Gehirnzellen zu dem Zeitpunkt schon erkannt, aber nicht was mit "Konsequenz" in Rasseratgebern gemeint war.

  • Den Fehler habe ich gefunden :saint: . Selbsterkenntnis soll der erste Schritt zur Besserung sein. Dass ich das Problem bin ist mir bewusst, die Besserung lässt auf sich warten

    Du gehst sehr ehrlich mit dir um, das finde ich richtig gut.

    Nicht alle Hunde sind so, du hast da für deine Verhältnis wirklich ein „etwas kompliziertes“ Exemplar zu dir geholt. Absolut kein Anfängerhund, nehme aber an, dass du das auch nicht bist. Hast ja schon erfolgreich einige Baustellen beseitigt.


    Warum ist dir der soziale Kontakt zu Artgenossen so wichtig? Dein Hund braucht und will die offensichtlich gar nicht. Oder geht es dir rein um die Leinenaggression, dafür muss er aber auch nicht direkten Kontakt haben.

    Da stimme ich dir zu. Ich würde sagen ich bin der falsche Mensch für diesen Hund.

    Vermutlich wäre eine kleine Qualzuchtrasse "richtig" für mich, oder einfach eine Katze...

    Dann hast du dir deine Frage doch schon selbst beantwortet. Wenn, dann rate ich dir zu einer gesunden kleineren und „gemütlicheren“ Rasse.

  • Also ich habe bei dem Titel schon zugegeben grosse Augen gemacht und gedacht "wenn man schon von "hassen" redet, muss man den Hund abgeben".

    Aber ich lese auch raus, dass Du nach Lösungen suchst und dran arbeiten willst. Wenn Du den Hund also doch wirklich gern hast und ihn nicht aus reinem Pflichtbewusstsein behältst, dann kann man damit doch arbeiten.


    Du musst auch einen Gebrauchshund nicht "dominieren" (dieses "Dominanzgequatsche" wird inzwischen häufig sowieso eher kritisch gesehen) aber er braucht eine starke Führung, die Regeln müssen klar sein und Du musst die Dinge von A-Z korrekt einfordern und es darf kein "ach heute mal nicht" geben.

    Ich habe auch meinen ersten "Gebrauchshund" und dachte am Anfang "ach was, der braucht keinen Kadavergehorsam, das passt schon wenn er brav ist". Inzwischen habe ich meine Meinung korrigiert in "bestimmte Sachen müssen sitzen und zwar immer. Wenn er daheim mal ne Socke zerkaut, soll er halt". Man kann seinem Hund "Marotten" zugestehen und ihn trotzdem konsequent erziehen. Dafür muss man ihn natürlich nicht quälen oder irgendwelche "Bisse" simulieren, aber bei bestimmten Sachen hab ich meine durchaus auch mal an der Krawatte gepackt. Natürlich nicht ständig und wegen jedem Mist, aber bei Sachen, die halt absolut nicht gehen hab ich das unmissverständlich klar gemacht. Und ansonsten für jeden Schritt in die richtige Richtung gelobt und Leckerli gegeben.

    Ich würde Dir jetzt gern den Rat geben, den ich auch bekommen habe: Geh zu einem Hundetrainer, der Erfahrung mit Gebrauchshunden hat und nicht zur normalen Hundeschule. Es gibt solche Trainer, aber ich habe den richtigen auch nicht gefunden. Die, die täglich mit Gebrauchshunden zu tun hatten, haben mir zu viel über Strafe gearbeitet (obwohl ich das überhaupt nicht ablehne, aber das ist für mich die letzte und nicht die erste Wahl). Vielleicht hast Du ja bei Dir in der Gegend mehr Glück, gucken kann man ja.


    Was andere Hunde betrifft, würde ich das "zu anderen Hunden hinlassen" komplett streichen. Das ist nicht zielführend - erwachsene Hunde spielen in der Regel nicht mit fremden Hunden und wenn Du die Erwartung in Deinem Hund weckst, dass er jedes Mal wenn er einen fremden Hund da hin darf und den ein bisschen Jagen und wutzeln kann, ist es kein Wunder, dass er in solchen Situationen nicht mehr auf Dich achtet. Halte Dich mal ne Weile von anderen Hunden fern, lass keine herkommen, lass Deinen nicht hin. Mach auf dem Spaziergang was mit Deinem Hund. Spielen, zergeln, Übungen mit Dir. Nicht irgendwas wegwerfen bis der Hund müde ist, sondern aktives Entertainment gemeinsam MIT Dir. Das kannst Du dann einsetzen wenn Du andere Hunde siehst. Bisschen weg vom Weg gehen und zergeln oder spielen bis der andere Hund vorbei ist. Und irgendwann wirst Du merken, dass Dein Hund mehr bei Dir ist als bei anderen Hunden, weil's bei Dir eh viel lustiger ist.

  • Hallo schaffiebrig,

    Ich lese, dass Du nicht glücklich mit dem Hund bist. Ist es Dein Verantwortungsgefühl, dass Du Dich nicht zum ultimativen Schritt des Wiederabgebens durchringen kannst? Ich glaube nicht, dass es hilfreich ist, auf Biegen und Brechen in einer so unglückseligen Situation auszuharren. Manchmal ist es besser, (rechtzeitig) einen Schlußstrich zu ziehen.

    Ja, ich fühle mich verantwortlich für diesen Hund. Er hat er sich nicht ausgesucht zu mir zu kommen und ich will ihn nicht wie seine Vorbesitzer abschieben und im Stich lassen.

    Die letzte Trainerin meinte, dass er keine guten Vermittlungschancen hätte. Hat mir aber auch ganz erhlich gesagt, dass ich es entweder auf die Reihe bekommen muss diesem Hund Regeln und Grenzen aufzuzeigen oder ich ihn abgeben soll. Es ist ihm gegenüber ungerecht und das verstehe ich auch.

    Ich habe das Gefühl, dass es eigentlich endlich bergauf gehen könnte, aber ich bekomme meinen Kopf nicht aus dieser negativen Spirale raus.

    Was war denn Dein Beweggrund, diesen Hund zu nehmen? Wie viel Hunderfahrung hattest Du bereits und wie hast Du Dir das Leben mit Hund vorgestellt?

    Ohne zu weit auszuholen war es mehr oder weniger ein Unfall...

    Ich wollte eigentlich eine kleine Mischlingshündin aus dem Tierschutz adoptieren.

    Das hat nicht geklappt und ich bin auf ihn aufmerksam geworden, obwohl ich bei der Suche eigentlich kategorisch Schäferhunde ausgeschlossen hatte (da war die Vernunft noch anwesend).

    Bei einem "unverbindlichen" Probegassi wurde er mir dann mehr oder weniger ins Auto gesetzt und Tschüssi Alles Gute. Jetzt bin ich ein erwachsener Mensch und mir wurde keine Waffe an den Kopf gehalten, ich möchte also keine Ausreden suchen oder mich aus der Verantwortung ziehen. Aber die ganze Situation war sehr überfordernd und melodramatisch, die Details erspare ich euch.


    Es ist mein erster Hund. Als ich ihn am Sonntag nach Hause gebracht habe, hatte ich nicht mal Futter oder ein Bettchen für ihn. Am folgenden Montag sind wir zum Fressnapf und haben uns mit Hundesachen eingedeckt.

    Die ersten Wochen war auch alles irgendwie nicht so schlimm, aber klar, er war komplett verunsichert und hat sich stark zurückgenommen.

    Ich habe mich wie eine Irre jede Nacht über Hunde informiert und uns gleich in der Hundeschule angemeldet.

    Dass es Gebrauchshunde, Showlinien, Arbeitslinien usw. gibt wusste ich Dödel nicht mal.

    Schäferhunde mochte ich zwar, da mein Onkel in Russland eine ausgemusterte Polizeihündin hatte, aber ich hatte von der Erziehung keine Ahnung.

    In der Hundeschule wurde nur mit positiver Verstärkung über Leckerlis, Lob und Party gearbeitet, nur dass mein Großer keine Leckerlis angenommen hat. Ich konnte sie ihm in den Mund schieben und sie sind rausgefallen oder er hat sich verschluckt. Da hieß es ich brauche bessere und noch bessere Leckerlis.

    Ok ich schweife total ab Entschuldigung :S .

    Zum guten Schluß: Willkommen hier im Forum.

    Danke!

  • Ich bin echt geflasht, dass man dich mit so einem Hund völlig alleine lässt und dann noch als Ersthundebesitzer. Ich fass es nicht😡

    Deine Selbstreflexion verdient meinen ehrlichen Respekt. Obwohl auch ich bei der Überschrift mal kurz die Luft angehalten hab. Weder der Hund und schon gar nicht du haben es verdient, gehasst zu werden. Und selbst sein grösster Feind zu sein nützt auch Niemandem etwas.

    Ich seh hier nur eine Möglichkeit: Ruhige Konsequenz und Souveränität deinem Hund gegenüber. Völlig Klarheit was erlaubt ist und was nicht. Keine bequemen Grauzonen, kein vllt. Nur schwarz oder weiss, nicht erlaubt oder erlaubt.

  • Hallo Boss,

    Nicht alle Hunde sind so, du hast da für deine Verhältnis wirklich ein „etwas kompliziertes“ Exemplar zu dir geholt. Absolut kein Anfängerhund, nehme aber an, dass du das auch nicht bist. Hast ja schon erfolgreich einige Baustellen beseitigt.

    Ich stimme dir vollkommen zu, es ist kein Anfängerhund und ich bin leider ein Anfänger.

    Ich könnte mir immer wieder selber eine Watschen geben, dass ich so rücksichtlos und verantwortungslos so ein Lebewesen zu mir geholt habe. Er ist jung, motiviert und voller Tatendrang, intelligent und begabt.

    Aber ich bin müde, überfordert und vorallem deprimiert. Mit dieser Negativität stehe ich uns im Weg.

    Warum ist dir der soziale Kontakt zu Artgenossen so wichtig? Dein Hund braucht und will die offensichtlich gar nicht. Oder geht es dir rein um die Leinenaggression, dafür muss er aber auch nicht direkten Kontakt haben.

    Ich bilde mir ein, dass ein Hund für ein glückliches Leben schon Kontakt zu Artgenossen braucht.

    Er scheint auch Interesse zu haben.

    Mit der Hündin einer Freundin versteht er sich nach anfänglichen Schwierigkeiten auch richtig gut, es ist einfach so schön, wenn die beiden Spaß haben oder nur nebeneinander herschnüffeln, da geht einem echt das Herz auf. Leider wohnt sie weit weg und wir sehen uns höchstens alle paar Monate.

    Ansonsten neigt er dazu Hunde zu jagen und aufzureiten, vorallem wenn diese das zulassen und sich nicht wehren. Das unterbinde ich natürlich umgehend, aber dann ist der "Spaß" für ihn auch gelaufen.

    Dann hast du dir deine Frage doch schon selbst beantwortet. Wenn, dann rate ich dir zu einer gesunden kleineren und „gemütlicheren“ Rasse.

    Im Moment tendiere ich zu einem Stein mit Wackelaugen ^^.

    Spaß beiseite, ein kleiner gemütlicher Hund wäre die richtige Wahl gewesen.

    Aber gebe ich ihn jetzt ab und hole mir einen anderen Hund, der mir weniger Arbeit macht?

    Das fühlt sich so falsch an.

  • Ich habe nicht alle Vorschläge oben gelesen, nur deinen Eingangsbericht und Flummi und Ruebchen.


    Nach dem was du schreibst, ist es vielleicht eine Überlegung, testen zu lassen ob der Hund (psychisch) gesund ist. Ich glaube mittlerweile gibt es auch in Deutschland die Möglichkeit zur Tierärztlichen Verhaltenstherapie durch speziell in diesem Fachgebiet geschulte Tierärzte.


    Nach Abklärung aller Dinge bestünde da z.B. auch die Möglichkeit mit Medikation zu arbeiten, d.h. der Hund bekäme für eine gewisse Zeit quasi Antidepressiva, die ihn ausgeglichener machen und so ein Fenster öffnen, in dem man vernünftiges Training durchführen kann während der Hund weniger empfänglich für "störende" Reize wäre.


    Ansonsten bin ich auch total einer Meinung mit den oberen Kommentaren, sogar wahrscheinlich mit denen die ich noch nicht gelesen habe :) <3

  • Herzlich willkommen im Forum!

    Erstmal muss ich sagen ,ich finde es toll, was Du als Ersthundebesitzer mit diesem Hund schon erreicht hast! Und das auch noch allein.

    Zu der Frage, ob man aufgeben und den Hund abgeben soll, finde ich es immer schwer etwas zu sagen, weil man nicht die gesamte Situation kennt und nicht in deiner Haut steckt.

    Ich persönlich tue mich schwer mit abgeben ,es sei denn ich wüsste, dass er es dort besser hat oder man selber es gesundheitlich einfach nicht mehr leisten kann.


    Ich weiß nicht wo Du lebst, aber falls es genug Trainer zur Auswahl gibt, würde ich einen suchen, der sich darauf einstellen kann , wie DU mit dem Hund arbeiten kannst.,

    damit du authentisch sein kannst und nicht das Gefühl hast, du musst dich verstellen.


    Ich mag meinen Hund auch nicht anbrüllen müssen und habe mir deswegen einen Trainer gesucht, der Erfahrung mit Schäferhunden hat, aber ohne Gebrüll und ohne körperliche Korrekturen am Hund arbeitet. Nur mit Deiner eigenen Körpersprache und Kommandos und Lob in ganz normaler Tonlage, und auch mit Leckerlies.



    Was mir noch einfällt , wir hatten im Forum mal eine Teilnehmerin, deren Hund war von seiner Reaktionen auf Aussenreize auch oft dermaßen „drüber“, und bei ihm spielten zu viele Hormone und extremer Stress deswegen eine große Rolle, nach der Kastration hatte sie dann einen ganz anderen Hund.

  • Ich finde es wirklich bemerkenswert wie reflektiert und kritikfähig du bist. Dafür schonmal Hut ab.

    Ich denke das ist der erste und wichtigste Schritt füt eine Veränderung zugunsten deines Hundes, wenn du das willst.


    Strenger, ernster und lauter Tonfall, Blockieren und/oder Zurückdrängen mit dem Körper und mit der Hand einen Biss simulieren (also mit steifen Fingern kräftig anpacken). Wir sollen zudem Deckentraining machen, gefüttern wird nur noch über Hand oder Futtersuche. Kein überschwengliches Loben und Kekse verteilen.

    Das meiste ist ganz normaler, konsequenter Umgang mit einem Hund.


    All diese Maßnahmen klingen für eure Situation absolut legitim und angebracht. Hätte ich dir alles genau so auch geraten. Natürlich alles Situationsangepasst (z.B. "Biss simulieren"). Wenn er ein bisschen an der Leine zieht wird das nicht das Mittel der Wahl sein, aber wenn er einen Menschen auf der Straße "angeht" ...


    Dass du diese Maßnahmen als negativ, dominant und Drill empfindest, zeigt mir einmal wieder, wie dusselig unsre Gesellschaft im Umgang mit dem Hund, seines Zeichens Rudeltier und Beutegreifer, mittlerweile geworden ist.

    (Nicht DU, das ist wirklich eine gesellschaftliche Entwicklung die in den letzten Jahren stattgefunden hat)

    Das ist eine andere Diskussion, die wir kürzlich hier um Forum hatten.


    Ich würde Dir jetzt gern den Rat geben, den ich auch bekommen habe: Geh zu einem Hundetrainer, der Erfahrung mit Gebrauchshunden hat und nicht zur normalen Hundeschule. Es gibt solche Trainer, aber ich habe den richtigen auch nicht gefunden.

    Das Problem ist ja nicht, dass kein Trainer gefunden wurde, sondern, dass die (durchaus angebrachten) Anweisungen des Trainers nicht befolgt werden können/wollen aufgrund persönlicher Glaubensfrage/Einstellung.


    Ich bin echt geflasht, dass man dich mit so einem Hund völlig alleine lässt und dann noch als Ersthundebesitzer

    Typisch (Auslands)tierschutz. :rolleyes: