Fußlaufen - Freifolge IGP - Alles zu Aufbau und Verbesserung

  • Mir ist mein damaliger Obedience Trainer eingefallen als er mal geschimpft hat, weil der Spanische Meister war ein Labrador geworden, kein Border Collie. Mein Trainer meinte, das kann doch wohl nicht sein, ein Labrador ist niemals in der Lage knackiger und rasanter abzuliefern als ein Border Collie...... Tja, es scheint im Obedience auch so zu sein, dass die Korrektheit der Technik, der Flow, die Konstanz und das Selbstvertrauen in der Ausführung bei vielen Richtern noch vor der Knackigkeit und dem Spektakulären kommen :/ .

    Beim nochmaligen Lesen kommt es mir so vor als hörte es sich so an, dass ich hier ausdrücken möchte, dass das Knackige und Spektakuläre VOR der Korrektheit, Flow, Selbstvertrauen kommen sollte. Das ist natürlich keinesfalls so. Ich bin absolut Verfechter von "Korrektheit der Technik, der Flow, die Konstanz und das Selbstvertrauen in der Ausführung" und wollte mit meiner Aussage hervorheben, dass es wohl doch einige Richter gibt, die das auch so sehen.


    (warum schreibt jetzt der letzte Text hier grau?

    Und wenn dann beides vorhanden ist, biste Weltmeister :saint:

    Das ist ja eben das schwierige am Hundesport. Mit meiner Malihündin war ich immer der Hingucker auf Agilityturnieren, sie war so unglaublich schnell und fein zu lenken, aber fast immer fiel dann die eine berühmte Stange X(

    Der Schnauzermix hat super korrekt gearbeitet, war relativ schnell, aber gerade in Klasse 3 hatte man damit Platz 4 oder 5 abonniert.

    Wir definitiv. Aber zumindest züchterisch ist das meiner Meinung nach auch nicht die schlechteste Entscheidung. Technische Fehler werden eher nachgesehen als ein Hund der nicht dynamisch arbeitet und dem die Ausstrahlung fehlt.

    Das glaube ich sofort.

  • Und wenn dann beides vorhanden ist, biste Weltmeister :saint:

    Ja, schön wärs. ^^ Hoffentlich sind wir auf dem Weg dahin, was die Richterbewertung angeht aber wie schon öfter erwähnt, ich verstehe, dass das schwierig ist, weil manche Hunde auch wenn sie komplett über Belohnung und freies Arbeiten trainiert wurden trotzdem nach aussen nicht so happy strahlen wie andere.

    Die Hundeführer übrigens auch, ich mache immer ein Gesicht als wäre ich stinksauer wenn ich sehr konzentriert bin. Stirnrunzeln inklusive.


    Der Schnauzermix hat super korrekt gearbeitet, war relativ schnell, aber gerade in Klasse 3 hatte man damit Platz 4 oder 5 abonniert.

    Das ist nervig :| Allerdings verstehe ich das natürlich in einem Sport wo die Geschwindigkeit das Hauptmerkmal ist.


    Mein damaliger Trainer war immer so stolz auf seine flitzigen Border Collies und sagte "Border Collies sind Border Collies, alle anderen sind einfach Hunde". Dass der "lahme" Labrador besser und präziser war als seine glorreichen BC konnte er nicht akzeptieren. Aber das ist halt das Schöne, die Korrektheit der Ausführung, die Harmonie und der flüssige Ablauf ist eigentlich das was zählt, auch in der IGP Unterordnung.

    Mich macht es manchmal fuchtig, wenn ich sehe wie die Leute ewig auf super Positionen aus der Bewegung rumhacken, nur weil sie es noch knackiger und noch spektakulärer wollen und dabei mehr kaputt machen als gewinnen. :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:

  • grade in der Fußarbeit sind wir aber nicht mehr sooo bemüht sondern der Fokus hat sich dieses Jahr stark aufs Bringen verlagert weil das punktetechnisch wichtiger ist und wir schon sagen dass die Hunde lieber im ersten Teil etwas ihre energie sparen sollen für den zweiten Teil

    Das ist wirklich auch ein gewichtiger Gedanke! :thumbup:

  • Was kennt ihr denn für Labradore? Meine Hündin war irre schnell und wenig, sehr vergleichbar mit meinen Malinois. Eine Freundin von mir hat einen Border Collie, der wirkte dagegen wie eine Schlaftablette.


    Ich denke es ist auch da alles abhängig von der Zucht.

  • Was kennt ihr denn für Labradore? Meine Hündin war irre schnell und wenig, sehr vergleichbar mit meinen Malinois. Eine Freundin von mir hat einen Border Collie, der wirkte dagegen wie eine Schlaftablette.


    Ich denke es ist auch da alles abhängig von der Zucht.

    Das war nur die vorurteilbehaftete/neidige Aussage meines damaligen Trainers. Ich habe den Labrador den er meinte aber nie gesehen. Ich kenne sonst nur die working line Labradors von Bekannten, die im Utility Obedience gehen, die sind sehr eifrig.

  • von Mir ist mein damaliger Obedience Trainer eingefallen als er mal geschimpft hat, weil der Spanische Meister war ein Labrador geworden, kein Border Collie. Mein Trainer meinte, das kann doch wohl nicht sein, ein Labrador ist niemals in der Lage knackiger und rasanter abzuliefern als ein Border Collie...... Tja, es scheint im Obedience auch so zu sein, dass die Korrektheit der Technik, der Flow, die Konstanz und das Selbstvertrauen in der Ausführung bei vielen Richtern noch vor der Knackigkeit und dem Spektakulären kommen :/ .

    sowas ist mir auch schonmal passiert... war aber ne kleine Cup-Prüfung hier im Bundesland. Ich war mit A.J. da, der ist natürlich nur so übergeschäumt vor Energie und Tempo.. und dann war da ein Mann mit einem schon recht alten Aussie. Der Hund lief (meiner Meinung nach) damals wie tot neben seinem Herrchen her, keine Energie, keine Dynamik, aber halt auch keine Fehler.

    Der hat am Ende Punkte mehr als wir bekommen (ebenfalls keine Fehler (im Sinne von Positionsfehler, Sprünge ausgelassen, etc.). WAS HAB ich mich aufgeregt damals über diesen Ausgang. :D
    Aber heute weiß ich: in den meisten Fällen leidet die Korrektheit und Technik unter dem Tempo, so war's auch bei uns. Der andere Hund hätte vielleicht ein bisschen mehr Elan zeigen können, aber am Ende konnte man dem kaum was nehmen, weil eben alles korrekt. ^^


    Wie Maline schon geschrieben hat, um vorne mitzulaufen braucht man Beides gleichermaßen. Wobei ich persönlich immer Technik vor Tempo stelle.

    Natürlich muss auch für mich ein Hund schnell und dynamisch sein und was Ausstrahlen. Aber für exorbitant schnell/überschäumend/etc. kriegste halt auch keine Extrapunkte.


    Wir definitiv. Aber zumindest züchterisch ist das meiner Meinung nach auch nicht die schlechteste Entscheidung. Technische Fehler werden eher nachgesehen als ein Hund der nicht dynamisch arbeitet und dem die Ausstrahlung fehlt.

    Da sehe ich lieber einen Hund der "nur" normal schnell ist, dabei aber sein Hirn nicht ausknipst und dann dafür korrekt arbeitet , als einen extrem schnellen Hund, der außer Tempo und explosionsartigem Trieb nichts zu bieten hat. Mehr oder weniger dünne Nerven gibt's dann (nicht immer, aber oft) noch gratis mit dazu...


    Wobei es meiner Erfahrung aber auch nicht zwangsläufig aufgeht hinterher erst Trieb zu machen. Bei vielen sehr technischen Aufbauten hält es dann nicht, mit der Herangehensweisen ist man auch nicht immer auf der sicheren Seite.

    Das kommt natürlich stark auf den Typ Hund an, für mich persönlich kommt immer erst das Verständnis für eine Übung und dann das Tempo. Aber das sollte im Idealfall von selber kommen, weil der Hund es einfach hat. Ich bin generell kein Freund davon künstlich Trieb zu machen... wenn ich das (besonders in jungen Jahren) "rauf machen muss" hat der Hund für mich grundsätzlich schon ein genetisches Defizit. (Damit meine ich jetzt nicht gezielt an einzelnen Stellen ein bisschen an den Rädchen zu drehen, sondern das systematische grundsätzliche "Aufziehen" von jungen Hunden.)

  • Da sehe ich lieber einen Hund der "nur" normal schnell ist, dabei aber sein Hirn nicht ausknipst und dann dafür korrekt arbeitet , als einen extrem schnellen Hund, der außer Tempo und explosionsartigem Trieb nichts zu bieten hat. Mehr oder weniger dünne Nerven gibt's dann (nicht immer, aber oft) noch gratis mit dazu...

    Das ist ja aber schon ein extrem. Dynamisch und Trieb geht ja auch mit Nervenkostüm :)


    Aber ich nehme lieber in Kauf dass ein Hund in der FA etwas aufmacht oder das Holz vielleicht einmal dreht. Halt so Kleinigkeiten.


    Das kommt natürlich stark auf den Typ Hund an, für mich persönlich kommt immer erst das Verständnis für eine Übung und dann das Tempo. Aber das sollte im Idealfall von selber kommen, weil der Hund es einfach hat. Ich bin generell kein Freund davon künstlich Trieb zu machen... wenn ich das (besonders in jungen Jahren) "rauf machen muss" hat der Hund für mich grundsätzlich schon ein genetisches Defizit. (Damit meine ich jetzt nicht gezielt an einzelnen Stellen ein bisschen an den Rädchen zu drehen, sondern das systematische grundsätzliche "Aufziehen" von jungen Hunden.)

    Von künstlichen Triebmachen halte ich auch nichts. Aber ich nehme sehr früh einen Ball statt Futter und ich mag mich selbst nicht zügeln müssen in der Arbeit weil der Hund sonst unsauber wird und überdreht. Klappt hier auch gut, die Hunde verändern ihre Position dadurch nicht. Bei meinem Mali muss ich da tatsächlich schauen und arbeite nach wie vor viel mit Futter weil sonst auch die Lautstärke dazu kommt. Mich nervt das, mir darum Gedanken machen zu müssen und mich zügeln zu müssen. Ist aber einfach Geschmacksache.


    Ich denke es gibt da schon verschiedenen Typen für jeden Geschmack die alle in Ordnung sind ohne dass es sich um Defizite handelt :)

  • Natürlich muss auch für mich ein Hund schnell und dynamisch sein und was Ausstrahlen. Aber für exorbitant schnell/überschäumend/etc. kriegste halt auch keine Extrapunkte.

    Eine Rüden würde ich auch lieber konstanter vorstellen.


    Bei einer Hündin sehe ich das bisschen anders. Ich habe nun den zweiten Wurf und möchte die Saison nochmal führen bevor ich wieder belegen lasse. Die Ausfälle sind halt nicht von der Hand zu weisen, jedes Mal wieder aufbauen, Traininspausen, je nachdem wie die Läufigkeit fällt kann man gar nicht starten (wenn man belegen lässt stattdessen). Ich weiß nicht, ich denke schon da muss man mehr im Gedächtnis bleiben weil man einfach nicht so konstant dabei ist wenn man Zucht und Sport vereinbaren möchte (und nicht nur OG Prüfung und dann Wurfkiste).

  • In a Nutshell: bei dem für mich idealen Hund muss ich weder Trieb machen weil das Temperament fehlt, noch muss ich aufpassen dass im Trieb die Nerven durchdrehen und gelerntes nicht umgesetzt werden kann. Halt ein sehr einfacher Hund, der gut mit der eigenen Dynamik synergiert.

    Einmal editiert, zuletzt von Secans ()

  • Das ist ja aber schon ein extrem. Dynamisch und Trieb geht ja auch mit Nervenkostüm :)

    Natürlich geht das, habe ich ja hier daheim sitzen, würde ich behaupten. :D


    Mir geht's ja um dieses Extrem... ich hätte hinzufügen sollen, das war jetzt auch garnicht auf dich speziell bezogen, mein Hirn ist auf Basis deiner Aussage nur weiter abgeschweift, weil es gibt diese Leute, die nur dieses ganz extreme akzeptieren, alles andere ist da dann schon "zu wenig".

    Das finde ich falsch, dafür gibt's eben keine Extrapunkte und das gehört erwähnt, grade in Zeiten wo die Richter gerne mit "könnte, sollte, müsste ... schneller, druckvoller, intensiver,..." um die Ecke kommen. - Weil ich einfach finde, man muss dann auch sehen was dahinter steckt, woher das dann kommt, und was es mit sich bringt.
    Und das halte ich meist sowohl aus sportlicher, als auch aus züchterischer Sicht nicht unbedingt für das erstrebenswerte non-plus-ultra.

    Aber natürlich habe auch ich ein Herz für intensive, dynamische, schnelle Hunde, ich spreche nur von diesen Extremen die man teilweise zu sehen bekommt und die dann gefühlt als Maßstab gelten (sollen?).

  • Mir geht's ja um dieses Extrem... ich hätte hinzufügen sollen, das war jetzt auch garnicht auf dich speziell bezogen, mein Hirn ist auf Basis deiner Aussage nur weiter abgeschweift, weil es gibt diese Leute, die nur dieses ganz extreme akzeptieren, alles andere ist da dann schon "zu wenig".

    Das finde ich falsch, dafür gibt's eben keine Extrapunkte und das gehört erwähnt, grade in Zeiten wo die Richter gerne mit "könnte, sollte, müsste ... schneller, druckvoller, intensiver,..." um die Ecke kommen. - Weil ich einfach finde, man muss dann auch sehen was dahinter steckt, woher das dann kommt, und was es mit sich bringt.
    Und das halte ich meist sowohl aus sportlicher, als auch aus züchterischer Sicht nicht unbedingt für das erstrebenswerte non-plus-ultra.

    Aber natürlich habe auch ich ein Herz für intensive, dynamische, schnelle Hunde, ich spreche nur von diesen Extremen die man teilweise zu sehen bekommt und die dann gefühlt als Maßstab gelten (sollen?).

    Ich denke sowieso dass Temperament und Nervenkostüm nur die Basis sind. Um erfolgreich, terminiert und beständig zu führen braucht es sowieso noch mehr Eigenschaften. Und dann gibt es ja auch noch die Punkte Härte und Belastbarkeit von denen man in einer Prüfungssituation gar nichts mehr sieht. Mir ist der belastbare Hund immer wichtiger als der schnelle. Einfach persönliche Vorliebe. Die heutigen Prüfungsbedingungen sowie Körbedingungen lassen schon viele Eigenschaften hinten drüber fallen und Ausbildung kann sehr viel erreichen.


    Spannend finde ich ja auch immer, wie die Hunde vorbereitet werden müssen für Veranstaltungen. Können sie sich schnell einstellen? Oder sind es Hunde die das Gelände kennen müssen um abzuliefern (am schlimmsten noch den Helfer kennen müssen...). Am geilsten sind Hunde die eben einfach abliefern. Und da ist mir doch egal ob der 5 PS mehr haben könnte oder sich bissl angekratzt zeigt. DAS ist nämlich auch eine Eigenschaft.

  • Da stimme ich dir natürlich absolut zu. Da achte ich tatsächlich auch immer drauf, und bei hohen Prüfungen stehe ich schlicht aus Neugierde - bin ja keine Züchterin - immer gerne am Eingang und gucke was die draußen kurz vor dem Start so fabrizieren (müssen), damit der Hund drinnen dann (hoffentlich) läuft... da sieht man einiges, wo man meinen würde, das gibt's doch nicht. :D