Nasenarbeit / Fährte & Co /Praxisarbeit

  • Am Wochenende hatten wir Prüfung im Club. Ich war zum Glück nur Turniertrottel. Wir hatten 5 Teilnehmer, einen für IGP1, zwei für IGP2 und zwei für IGP3.


    Es begab sich ein dramatischer Ablauf. 4 von den 5 Hunden sind auf der Fährte durchgefallen.


    ALLE Hunde haben auf der Fährte die gleichen "Symptome" gezeigt. ALLE Hunde haben spätestens am ersten Winkel die Spur verloren und waren trotz willigem Suchen nicht in der Lage den weiteren Verlauf wieder zu finden. Ich gehe davon aus, dass die auch auf der ersten Gerade die Spur nicht hatten sondern nur aus Gewohnheit geradeaus bis zum ersten GS gelaufen sind.


    Das Feld war 1,5 Tage davor durch heftigen Gewitterregen beregnet worden und hatte eigentlich eine recht ordentliche Erde. Es gab Furchen und die Tritte waren sehr wenig sichtbar aber es gab schon Bodenverletzung. Wir hatten morgens sehr schnell ansteigende Temperatur.


    Interessanterweise hat der erste Hund, der IGP 1 Hund die Fährte bestanden. Er hatte ebenfalls Probleme gezeigt, hat sich aber mehr oder weniger an den Objekten entlanggehangelt. Aber sein Suchverhalten war auch besser obwohl er der unerfahrendste Hund war.


    Es waren zwei Hündinnen dabei die bisher immer sehr zuverlässig und sicher gefährtet haben, die eine Hündin hatte gerade eine Prüfung mit 100p in der Fährte bestanden.


    Wir standen da und haben Bauklötze gestaunt wie die Hunde einer nach dem anderen völlig verloren waren aber wirklich total, als hätten sie noch nie was vom Fährten gehört.


    Was kann das denn gewesen sein? Habt ihr sowas schonmal erlebt?

  • Habt ihr sowas schonmal erlebt?

    Ja, das hatte ich ja im April auch mit Crazy. Sie hat am Anfang noch gut gesucht und dann wurdes es immer katastrophaler, sie konnte kaum die Fährte halten und der Richter hat uns sehr großzügig gerade noch so bestehen lassen.

    Auch die andere Teilnehmerin, die eine sehr sichere Fährtensucherin hat, ist gerade so mit viel gutem Willen des Richters am Ziel angekommen.


    Bei uns war es Dünger, wie wir hinterher erfahren haben. Ich hatte mit einem Landwirt gesprochen, der meinte, dass sich durch die morgendliche Feuchtigkeit der Dünger aufgelöst und Ammoniak freigesetzt hat. Und das machte große Probleme für beide Hunde.


    Vielleicht wurden durch den heftigen Gewitterregen bei euch auch irgendwelche Duftstoffe frei gesetzt, die die Hunde nicht differenzieren konnten.

  • Wir hatten morgens sehr schnell ansteigende Temperatur.

    Waren die Färten zu diesem Zeitpunkt schon gelegt? Also Fährte legen, schnell ansteigende Temperaturen und dann Suchen.

    Wenn ja, ist das mMn einer der Hauptgründe.

    Einmal reißt die entstehende Thermik die Geruchsmoleküle nach oben weg. Auch das austrocknen der Geruchsmoleküle macht wie flüchtiger.

    Eine Fährte die im kühlen gelegen wurde, kann im kühlen stundenlang aktiv bleiben, bei einem starken Temperaturanstieg schon nach 30 min "tot" sein...

    Das würde auch erklären weshalb die 1er Fährte so lala funktioniert hat.